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History Porn Teil LXX: Geschichte in 33 Wahnsinns-Bildern

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History Porn Teil LXX: Geschichte in 33 Wahnsinns-Bildern

22.02.2021, 18:4724.02.2021, 06:11
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Mmmh Kebab ...

Istanbul, Türkei, 1952:

TURKEY - CIRCA 1952: Hawker of kebab (roasted meat) surrounded of cats. Istanbul (Turkey), June 1952. RV-97711. (Photo by Roger Viollet via Getty Images)
Bild: Roger Viollet

Auch die Kätzchen wollen etwas Fleisch abhaben.

Die russische Zarenfamilie in Farbe

Russland, 1902–1914:

Die Grossfürstinnen von Russland, die Töchter des letzten Zaren Nikolaus II.: Olga, Tatjana, Marija und Anastasia, 1902.
Die Grossfürstinnen von Russland, die Töchter des letzten Zaren Nikolaus II.: Olga, Tatjana, Marija und Anastasia, 1902.bild: medium.com

Die Revolution in Russland sollte die kleinen Leute endlich aus ihrem Elend befreien. Aus dem Hunger, den sie tagtäglich litten und für den der Zar sich nicht interessierte. Nikolaus II. wollte keine menschenwürdigen Bedingungen in den Betrieben einführen, keine Agrarreformen und auch keine Volksvertretung.

Alle Zarenkinder auf einem Bild: Olga mit ihrem Bruder, dem Zarewitsch Alexei auf dem Schoss, Tatjana, Marija und Anastasia.
Alle Zarenkinder auf einem Bild: Olga mit ihrem Bruder, dem Zarewitsch Alexei auf dem Schoss, Tatjana, Marija und Anastasia.bild: reddit

Und als der Erste Weltkrieg die Lage der Arbeiter bis zum Unerträglichen verschlechterte, gab es kein Halten mehr. Die Revolution rollte über sein riesiges Land und fegte ihn vom Thron.

Zar Nikolaus II. musste abdanken. Er wurde mitsamt seiner Familie gefangen gesetzt. Schliesslich gelangte Lenin zur Überzeugung, dass ein unschuldiger Zar die Richtigkeit der Revolution in Frage stellen würde. Und so wurde beschlossen, sie alle hinzurichten.

Die Grossfürstinnen Olga und Tatjana in ihren Regimentsuniformen, 1911.
Die Grossfürstinnen Olga und Tatjana in ihren Regimentsuniformen, 1911. bild: reddit

In der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918 war es so weit.

Die Gefangenen wurden von Männern der Tscheka in den Keller geführt. In zwei Reihen sollten sie sich aufstellen, für ein Foto, hiess es. In Moskau ginge nämlich das Gerücht, die Zarenfamilie sei geflohen.

Dann schossen die elf Männer alle gleichzeitig auf ihre Zielpersonen. Der Zar starb sofort, ebenso seine Frau Alexandra, deren Tochter Olga, der Leibarzt, der Koch und der Lakai. Der Zarewitsch Alexei und seine drei Schwestern Marija, Anastasia und Tatjana lagen schwer verletzt am Boden. Die Kugeln prallten an den Zarenkindern ab, weil die Kammerdienerin Demidowa vorher den Familienschmuck in ihre Mieder eingenäht hatte und nun mit einem ebenso wertvoll gefüllten Kissen versuchte, die Schüsse abzuwehren. Das ganze Abschlachten dauerte zwanzig Minuten, am Ende stachen die Mörder mit ihren Bajonetten zu.

Die ganze Familie: Zar Nikolaus II. mit seiner Frau Alexandra Fjodorowna und den fünf gemeinsamen Kindern, 1914.
Die ganze Familie: Zar Nikolaus II. mit seiner Frau Alexandra Fjodorowna und den fünf gemeinsamen Kindern, 1914. bild: medium.com

Olga wurde 22 Jahre alt, Tatjana 21, Marija 19, Anastasia 17 und Alexei 13.

Ihre nackten Leichen wurden in einem Wald nahe von Jekaterinburg in einen Bergwerksschacht geworfen. Doch die Spuren sollten noch besser verwischt werden, also holte man sie am nächsten Tag wieder heraus, verbrannte zwei von ihnen und überschüttete die Gesichter der anderen mit Schwefelsäure.

90 lange Jahre dauerte es, bis das Rätsel um ihre Ermordung restlos aufgeklärt war. Unzählige Anastasias tauchten bis dahin auf und sie alle beteuerten, ihnen sei in der Mordnacht die Flucht gelungen.

Storm Larry

Nordosten der USA, Februar 1978:

Verlassene Autos entlang der Route 128 in der Nähe von Needham, Massachusetts.
Verlassene Autos entlang der Route 128 in der Nähe von Needham, Massachusetts.bild: vintag.es

Der Northeastern United States blizzard war ein historischer Nordoststurm, der drei Tage lang New England, New Jersey, Pennsylvania und den Grossraum New York heimsuchte.

Autos und Lastwagen stecken fest und können nur noch warten, während Armee, zivile Pflüge und Abschleppwagen von der Brücke aus anrücken.
Autos und Lastwagen stecken fest und können nur noch warten, während Armee, zivile Pflüge und Abschleppwagen von der Brücke aus anrücken.bild: vintag.es

Der Sturm verletzte etwa 4500 Menschen, 100 starben. Der Schaden, den er hinterliess, belief sich auf mehr als 520 Millionen US-Dollar.

Bonnie Alexandre befestigt ein Schild an der Antenne ihres Autos in Boston, damit die Schneepflüge nicht reinkrachen.
Bonnie Alexandre befestigt ein Schild an der Antenne ihres Autos in Boston, damit die Schneepflüge nicht reinkrachen.bild: vintag.es

Daddy kommt nach Hause

London, Tulse Hill, Oktober 1945:

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Hector Murdoch wird von seiner Frau Rosina und seinem Sohn John begrüsst. Von den japanischen Streitkräften gefangen genommen, verbrachte er mehr als drei Jahre in einem Kriegsgefangenenlager in Singapur, wo er fast an Cholera starb.

Die beiden wohnen in einem der etwa 150'000 Not-Fertighäuser (Prefabs), die ab 1944 gebaut wurden, um durch Bomben beschädigte Häuser zu ersetzen. Sie waren für eine Lebensdauer von 5 bis 10 Jahren ausgelegt, aber einige stehen noch heute.

Retro-Klimaanlage

New York, 1912:

Bild
bild: reddit

Eisblöcke-Lecken während einer Hitzewelle.

Die spinnen, die Franzosen!

Paris, 1910:

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bild: reddit

Ein pferdebetriebener Bus französischer Art. Und warum weiss man, dass er französisch ist? Weil eine Wendeltreppe nach oben führt, wo zwar nicht einmal ein anständiges Geländer die Passagiere vor dem Runterfallen schützt, aber hey, Hauptsache Wendeltreppe.

Gelungene Werbung

Idaho, USA, 1950-60:

Das berühmteste Schild stand in der Nähe eines Feldes mit Lavagestein: «Versteinerte Wassermelonen. Nimm eine mit nach Hause zu deiner Schwiegermutter.»
Das berühmteste Schild stand in der Nähe eines Feldes mit Lavagestein: «Versteinerte Wassermelonen. Nimm eine mit nach Hause zu deiner Schwiegermutter.»bild: vintag.es

Farris Lind war das Genie hinter Idahos kultigen gelben Strassenschildern, die mit ihren witzigen Sprüchen die Monotonie einer Fahrt durch die kilometerlangen Salbeibüsche im Süden Idahos durchbrachen.

Ihm gehörten die «Stinker»-Tankstellen, die dank seiner gelungenen Werbestrategie – vorne lustiger Spruch, hinten Werbung für sein Geschäft – bald auf 50 anwuchsen.

«FKK-Bereich: Augen auf die Strasse. Cowboys bitte Sporen entfernen.»
«FKK-Bereich: Augen auf die Strasse. Cowboys bitte Sporen entfernen.»bild: vintage.es

Viele der Plakate wurden 1965 entfernt, als Präsident Lyndon Johnson den Highway Beautification Act unterzeichnete; das Gesetz verbot die meisten kommerziellen Schilder auf ländlichen Highways.

«Warnung an Touristen: Lachen Sie nicht über die Einheimischen.»
«Warnung an Touristen: Lachen Sie nicht über die Einheimischen.»bild: vintag.es

Die Stinker-Tankstellen beschäftigen noch heute mehr als 700 Mitarbeiter.

Bild
bild: vintag.es

Camberley Kate und ihre Streuner

Camberley, England, 1940er–1970er:

Kate Ward und ihr olivgrün bemalter Karren mit der Aufschrift «Streunende Hunde» waren ein vertrauter Anblick in der Gegend, denn sie schob ihn jeden Tag von Yorktown nach Camberley. Im Wagen befanden sich neben den Hunden auch etwas Fleisch als Proviant für ihre Lieblinge und eine Schaufel, um den Dreck wegzumachen. Sie kontrollierte die Hunde mit ihrer Trillerpfeife. Auf jenen Fahrten sammelte sie jeweils Spenden für ihr «Dog Home», verkaufte Postkarten mit ihrem Bild oder posierte für einen Schnappschuss.

Nie lehnte sie einen Streuner ab; viele wurden vor ihrem Haus in einer Tragtasche zurückgelassen oder an ihrer Tür angebunden. Auch die Polizei und andere Behörden brachten Kate die von ihnen auf der Strasse aufgelesenen Tiere vorbei.

Camberley Kate, wie sie von den Bewohnern der Stadt liebevoll genannt wurde, kümmerte sich in ihrem Leben ihrer eigenen Schätzung zufolge um mehr als 600 Hunde.

Die Fluchthelferin

Auburn, New York, 1911:

Portrait of Harriet Tubman at her home in Auburn, New York; toned photograph, 1911. (Photo by GraphicaArtis/Getty Images)
Die ca. 91-jährige Harriet Tubman in ihrem Garten.Bild: Archive Photos

Harriet Tubman (ca. 1820–1913) entfloh 1849 der Sklaverei, kehrte dann aber immer wieder unter dem Codenamen Moses in die Südstaaten zurück, um anderen Sklaven auf ihrer Flucht in die Nordstaaten der USA oder nach Kanada zu helfen.

Sie selbst musste mit fünf oder sechs Jahren anfangen zu arbeiten. Ihr Besitzer Edward Brodess vermietete sie damals mehrfach an andere Sklavenhalter. Bei ihrer ersten «Leihbesitzerin» Miss Susan musste sie auf ein Baby aufpassen. Und immer, wenn es in seiner Wippe aufwachte und schrie, wurde Harriet dafür mit der Peitsche bestraft. Die Narben davon trug sie bis ans Ende ihres Lebens. Als sie älter und kräftiger war, schuftete sie auf Plantagenfeldern oder wurde für Waldarbeiten eingeteilt.

Selbst einen Schädelbruch überlebte sie, der nie medizinisch behandelt wurde, schliesslich sei sie «keinen Penny wert», meinte ihr damaliger Leihbesitzer. Mit etwa 29 Jahren gelang ihr die Flucht. Und als sie die Grenze von Maryland nach Pensylvania überschritten hatte, schaute sie auf ihre Hände, um zu sehen, ob sie noch immer dieselbe Person war:

«Es war alles so herrlich; die Sonne schimmerte wie Gold durch die Bäume und über die Felder und ich fühlte mich, als wäre ich im Himmel.»
Harriet Tubman