Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Als hätte H.R. Giger es entworfen: Bilder aus dem Innenleben eines deutschen U-Boots von 1918

13.04.16, 11:45


«Tauchen!» Hektik an Bord der SM UB 110: Die Deutschen haben an diesem 15. März 1918 keine Zeit zu verlieren: Seiner Majestät U-Boot befindet sich in der Nordsee vor der englischen Hafenstadt Middlesbrough und will einen Konvoi angreifen, als es von der Royal Navy entdeckt wird.

SM UB 110 ist nach gut eineinhalbjähriger Konstruktionsphase im September 1917 in Hamburg vom Stapel gelaufen, wird aber erst Ende März 1918 in Dienst gestellt. Im Juli 1918 versenkt es zwei Schiffe, bevor es am 19. Juli selbst ins Visier gerät. Britische Schiffe decken die Deutschen mit Wasserbomben ein: Als UB 110 auftaucht, wird es vom Zerstörer HMS Garry gerammt und sinkt. 23 der 34 Besatzungsmitglieder werden gerettet.

Die HMS Garry auf einer Postkarte.
bild: gemeinfrei

Hier sank UB 110.

Am 4. Oktober 1918 wird das Wrack des U-Bootes gehoben und ins schottische Wallsend geschleppt, wo die Werft «Swan Hunter Wigham Richardson Ltd.» UB 110 wieder herrichten soll. Nach dem Waffenstillstand im November wird das Boot jedoch verschrottet. Fotos von damals geben uns heute eine vage Ahnung davon, wie es an Bord des Tauchboots zu- und hergegangen sein muss.

bild: tyne & wear archives & museums

bild: tyne & wear archives & museums

bild: tyne & wear archives & museums

bild: tyne & wear archives & museums

UB 110 gehört zur «UB III»-Klasse, ist gut 55 Meter lang und knapp sechs Meter breit. Es hat eine Verdrängung von 519 Tonnen, unter Wasser sind es 649 Tonnen.

Die Bewaffnung: fünf Torpedorohre (vier vorne, eines hinten) sowie ein Bordgeschütz.

bild: tyne & wear archives & museums

bild: tyne & wear archives & museums

bild: tyne & wear archives & museums

bild: tyne & wear archives & museums

Fun Fact: Das Deutsche Reich setzt erst spät auf U-Boote. 1902 beginnt die Germaniawerft in Kiel auf eigene Faust, mit der «Forelle» das erste kriegstaugliche U-Boot des Landes zu bauen. Die spanische Marine hat bereits 1881 das erste militärische Tauchboot in Dienst gestellt, Frankreich folgt 1888 und Grossbritannien sowie die USA nach der Jahrhundertwende.

bild: tyne & wear archives & museums

bild: tyne & wear archives & museums

Kaiser Wilhelm II. hat andere Pläne. Er will seine Marine mit den Flottengesetzen auf Augenhöhe mit der Royal Navy bringen – und lässt für Hunderte Millionen Reichsmark Schlachtschiffe bauen. Erst 1904 gibt das Reichsmarineamt erstmals ein U-Boot bei der Germaniawerft in Auftrag. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gelingt es der Marine dennoch, die europäische Konkurrenz einzuholen – und teilweise zu überholen.

bild: tyne & wear archives & museums

bild: tyne & wear archives & museums

bild: tyne & wear archives & museums

bild: tyne & wear archives & museums

Werner Fürbinger, der Kapitän von UB 110, erhob nach dem Krieg schwere Anschuldigungen gegen die Besatzung der HMS Garry: Als sich die Deutschen aus dem Tauchboot gerettet haben, schossen die Briten auf die wehrlosen Matrosen, behauptet Fürbinger in seinen Memoiren. Erst als sich der Konvoi näherte, in dem auch viele Schiffe neutraler Staaten mitfuhren, wurde nach seiner Darstellung das Feuer eingestellt.

bild: tyne & wear archives & museums

bild: tyne & wear archives & museums

bild: tyne & wear archives & museums

bild: tyne & wear archives & museums

bild: tyne & wear archives & museums

bild: tyne & wear archives & museums

bild: tyne & wear archives & museums

bild: Tyne & Wear Archives & Museums

History Porn Teil III: Geschichte in 40 Wahnsinns-Bildern

Das könnte dich auch interessieren:

«Aus Gewissensgründen» – Diese Apothekerin verbannt Homöopathie aus Regalen

Wie du dir als Gymi-Schüler die Lehre vorstellst – und umgekehrt

«Jetzt gegensteuern, sonst werden die Folgen fatal sein»: 11-Jährige erleiden Burn-out

Der Kampf um die Seele der Amerikaner hat begonnen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

Themen
8
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Menel 14.04.2016 08:26
    Highlight Damals, als man noch geflochtene Körbe an Bord hatte 😂
    Super Bilder, danke!
    1 1 Melden
  • Calvin WatsOff 13.04.2016 18:08
    Highlight was für Aufnahmen! ;-))) DANKE Watson


    6 0 Melden
  • 有好的中国老虎 friendly chinese Tiger 13.04.2016 15:48
    Highlight bin ich der Einzige der sich vorgestellt hat, drinnen während dem Krieg zu sitzen und nicht wissen, wie man die ganzen Ventilräder benutzten muss? :-D
    35 2 Melden
  • deleter 13.04.2016 15:31
    Highlight Platzangst ahoi, schöner Beitrag, danke.
    19 1 Melden
  • Fumo 13.04.2016 12:46
    Highlight Beeindruckend detaillierte Bilder für das Alter.
    27 2 Melden
  • Wilhelm Dingo 13.04.2016 12:44
    Highlight Wahrlich schauderhaft! Super Zusammenstellung.
    24 1 Melden
  • buehler11 13.04.2016 12:17
    Highlight Interessante Fotos, danke!
    28 0 Melden

Der Widerstand einer todgeweihten Ballerina im KZ Auschwitz

Am 23. Oktober 1943 traf ein Zug mit 1700 polnischen Juden im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ein. Es war ein Sonnabend. Auch die schöne Franciszka Mann sass darin. Zuhause in Warschau war sie eine kleine Berühmtheit, sie hatte Tanz studiert und trat dort in Theater und Nachtklubs auf. Mit ihren 26 Jahren war sie eine der verheissungsvollsten Ballerinen ihrer Generation.

Nun begrüsste sie Josef Schillinger an der Rampe, ein kleiner, untersetzter Mann mit feistem Gesicht, das flachsblonde …

Artikel lesen