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Girolamo da Treviso, «Eine protestantische Allegorie», 1542: Die vier Evangelisten steinigen den Papst. 
bild: wikipedia

Luther, Gratulation zum Todesjubiläum, du asoziales Genie!

Vor genau 470 Jahren starb Martin Luther. Der zwielichtige Bauernsohn wurde zum Vater der Reformation, zwang den Papst in die Knie und brachte Europa die Einsicht, dass Arbeiten eine gottgewollte Sache ist.  



Nietzsche nannte ihn «einen auf den Raum seiner Nagelschuhe beschränkten Bauern». Für Goethe war er ein «Genie sehr bedeutender Art». Der Astronom Johannes Kepler fragte sich, was man von seinem dauernden Gefluche und den unflätigen Ausdrücken halten solle. Und Friedrich der Grosse beschrieb ihn als «wütenden Mönch und barbarischen Schriftsteller». Aber Friedrich wollte seinerseits neben seinen Hunden beerdigt werden, wer weiss also, ob man seinem Urteil trauen kann.

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Martin Luther (10. November 1483–18. Februar 1546).

Was war Luther für ein Mensch? Sicherlich ein ziemlich zwiespältiger. Vielleicht lag das daran, dass er ein Übergangsmensch war – wie eine gotische Bildsäule stand er im neuzeitlichen 16. Jahrhundert. Er war der mittelalterlichen Ordnung verhaftet geblieben. Den aufständischen Bauern, die sich gegen ihr Elend erhoben, die nichts weiter als urchristliche, menschliche Rechte einforderten, kehrte er den Rücken. In einem ihrer zwölf Artikel verlangten sie, ihren Gemeindepfarrer selbst zu wählen und ihn aus dem Zehnten – ihren Abgaben an die Kirche – zu bezahlen. Luther nannte die Forderung einen «eitel Raub und Strauchdieberei». Die Bauern würden nach dem Zehnten verlangen, «der nicht ihr ist, sondern der Obrigkeit.» 

«Hohe Zeit ist's, dass sie erwürgt werden wie tolle Hunde.»

Luther in seiner Schrift «Wider die räuberischen und mörderischen Bauern»

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Federzeichnung von Niklaus Manuel, 1525: Bauern hängen einen Ablasskrämer.
bild: bauernkriege

Nur gehörte der Zehnte sehr wohl den Bauern. Und er machte etwa drei Viertel ihres ganzen Einkommens aus. Für Luther aber war die Leibeigenschaft «eine gottgefällige Einrichtung», denn auch Abraham habe schliesslich Leibeigene gehabt.

An dieser flachbrüstigen Argumentation erkennt man hervorragend, wie es um sein Verständnis historischer Zusammenhänge bestellt war. Cäsar – das politische und strategische Genie des alten Roms – nannte er einen «Affen»; Cicero – diesen scheinheiligen Moralapostel – lobte er in den Himmel; Aristoteles – der wachste Geist der alten Hellas – war in Luthers Augen ein «müssiger Esel» gewesen.

Luther begriff offenbar nicht, dass die Idee eines freien Christentums, das keinen römischen Oberhirten, keine Bischöfe und Priester kennt, das restlos alle Vermittler zwischen Gott und den Gläubigen tilgen will, auch die Vorstellung von gleichberechtigten Menschen in sich barg. Und dass dieser Gedanke, wird er einmal wach in den Köpfen der Gebeutelten, stets zu einer Revolution führt. Besonders dann, wenn der Mann, der sie so glühend predigt, selbst von niederem Stande ist. 

Vielleicht war Luther auch einfach asozial. Ganz sicher aber wollte er nicht, dass man seinen religiösen Kampf politisiert. 

Luther hat die Reformation nicht erfunden, aber gelebt

Er war ein Übergangsmensch an der Schwelle zur Moderne. Und so stellt sich die Frage, was an ihm eigentlich modern war. Die Reformation hat er nicht erfunden. Die Kritiken an der katholischen Kirche rauschten bereits durch die zwei vorhergehenden Jahrhunderte.

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Der englische Philosoph, Theologe und Kirchenreformer John Wyclif (1330–1384).

Vorrangig in Gestalt des englischen Theologen John Wyclif, der bereits vor Luther lehrte, dass der Papst ganz sicher nicht der Nachfolger Petri sei und der bischöfliche Segen nichts tauge. Beten könne man nicht nur in der Kirche, sondern überall, und die Priester sollten heiraten dürfen. 

«Keine schädlicheren Feinde hat die Kirche als die Päpste, denn sie ermorden durch ihr fluchwürdiges Leben Christus noch einmal.»

Erasmus von Rotterdam

Der grosse Humanist Erasmus von Rotterdam schrieb zu Luthers Zeiten ebenso gegen die katholische Kirche. Nur leider verleugnete er seine einsichtigen Gedanken, sobald er seine Pfründe in Gefahr sah. Ziemlich sicher war Erasmus der klügere Kopf als Luther, aber während Erasmus die Reformation nur lehrte, lebte Luther sie. Und füllte die Idee eines profanen, gottgefälligen Christenlebens frei von obrigkeitlichen Bestimmungen mit seinem kochenden Blut. 

«Das Genie wiederholt einen Zeitgedanken, der in vielen, in allen schon dumpf schlummerte, aber es wiederholt ihn mit einer so hinreissenden Überzeugungskraft und entwaffnenden Simplizität, dass er erst jetzt Gemeingut wird.»

Egon Friedell, «Kulturgeschichte der Neuzeit»

Während sich Erasmus also in die Hosen machte, hämmerte Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg. Und selbst wenn er dies nicht eigenhändig getan hat – das war der Hausmeister der Uni, der damit eine akademische Disputation ankündigte  – Fakt ist, der Mann hat sich mutig gegen Rom gestellt.

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Karikatur von Pfohlmann: Luthers Thesen-Anschlag.
bild: toonpool

Er prangerte öffentlich den katholischen Ämterkauf an. Das schmutzige Geschäft mit Würde, Ansehen, Macht und Ehre. Er wetterte gegen den Ablasshandel, dieses kirchliche Ausplünderungsunternehmen, das Gott zum Bürgen des Sündengeschäfts machte. Den Schacher der Päpste, die sich schamlos erlaubten, den Herrn in irdische Geschäfte zu verstricken. Er schrie laut heraus, was sein Jahrhundert dachte.

«Der wahre Schatz der Kirche ist das hochheilige Evangelium von der Herrlichkeit und Gnade Gottes. Die Schätze des Evangeliums sind die Netze, mit denen man einst reiche Menschen fischte. Die Schätze des Ablasses sind die Netze, mit denen man heute die Reichtümer der Menschen fischt.»

Aus Luthers 95 Thesen

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Matthias Gerung: «Satire auf die katholische Geistlichkeit [und den Ablasshandel]». Kolorierter Holzschnitt, ca. 1536.
bild: payer

Das alles bleib natürlich nicht ungestraft. Luther wurde in Rom der Häresie angeklagt. Am 15. Juni 1520 erliess Papst Leo X. eine Banndrohungsbulle. Darin wurden 41 lutherische Sätze willkürlich umgedreht und ohne Widerlegung verdammt. 60 Tage bekam er Zeit, sich zu unterwerfen, ansonsten würde er exkommuniziert. 

Doch Luther unterwarf sich nicht. Er verbrannte stattdessen die päpstliche Bulle vor dem Wittenberger Elstertor – und wurde 1521 aus der kirchlichen Gemeinschaft geschmissen. 

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Gemälde von Paul Thumann, 1872: Martin Luther verbrennt in Wittenberg die päpstliche Bulle.
bild: wikipedia

Der Anbruch eines literarischen Zeitalters

Luthers Papst war die Bibel. Er ersetzte die lebendige Autorität der Kirche durch die tote Schrift. Das kann man wohl ziemlich modern nennen. Denn an die Stelle des menschlichen Irrens tritt jetzt die wissenschaftliche Auseinandersetzung. Es ist der Siegeszug des schreibenden Menschen, und durch die Druckerpresse wird es möglich, eine breite Wirkung zu erzielen. Luther war Deutschlands grösster Publizist, der seinen Zeitgenossen mit seiner Bibelübersetzung eine einheitliche Schriftsprache schenkte.

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Lucas Cranach der Jüngere: «Abendmahl der Protestanten und Höllensturz der Katholiken», um 1540.

Lachen verboten!

Aber die Protestanten waren nicht frei von klerikaler Herrschsucht. Sie äusserte sich nur in vielem anders. Während sich die Religiosität des landläufigen Katholiken auf die rohe Anbetung irgendwelcher Riten beschränkte, fingerte sich die reformierte Hand in den Alltag der Gläubigen. Der Protestant hat sich nicht nur in der Kirche, sondern überall und jederzeit gottgefällig zu verhalten. Doch wenn das gesamte profane Leben zum Gottesdienst erhoben wird, muss dieses auch entsprechend überwacht werden.

«In der Republik Genf begründete Calvin eine Kirchenherrschaft, die alles hinter sich liess, was an katholischer Bevormundung und Gewissensinquisition versucht worden war.»

Egon Friedell, «Kulturgeschichte der Neuzeit»

In seiner ganzen Pracht tritt das im Calvinismus zu Tage, diesem humorlosesten aller Arme, die der Reformation entwuchsen. In alles mischte sich die klerikale Polizei, die fast jede Äusserung natürlichen Lebensdranges untersagte und bestrafte: Feste, Theater, Gesang, Literatur, Spiele, laute Scherze, Schmuck, leichtsinnige Reden; alles war verboten. In der Kahlheit dieser schmucklosen Gotteshäuser vertrocknete jeder Frohsinn.

Die Omnipotenz der Kirche – der Traum des Papsttums – gelangte ironischerweise im Calvinismus zu seiner Ausführung.

Bildersturm 1566

Kupferstich von Frans Hogenberg, 1588: Bildersturm der Calvinisten auf die Liebfrauenkathedrale von Antwerpen 1566.
Bild: Wikipedia

Merci, Reformation, wegen dir sind wir zu Arbeitstieren geworden

«Was bedeutet die Reformation für die europäische Kultur?», fragt sich Egon Friedell in seinem Meisterwerk «Kulturgeschichte der Neuzeit» – und resümiert: 

«Sie bedeutet nicht mehr als und nicht weniger als den Versuch, Leben, Denken und Glauben der Menschen zu säkularisieren. Seit ihr und mit ihr kommt etwas flach Praktisches, profan Nützliches, langweilig Sachliches, etwas Düsteres, Nüchternes, Zweckmässiges in alle Betätigungen.»

Egon Friedell, «Kulturgeschichte der Neuzeit»

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«Luther im Kreise von Reformatoren», unbekannter Künstler, um 1600.
bild: wikipedia

Durch Luther erfuhr das Wort «Beruf» seine heutige Bedeutung: Die Berufung wurde zum Handwerk, zur Fachtätigkeit. Die Arbeit – von den Katholiken als profan und unheilig empfunden – wird geadelt, ja fast schon heilig gesprochen. Und damit indirekt auch das Geld, das man damit verdient. 

«Von dieser Auffassung, die erst der Protestantismus in die Welt gebracht hat, geht eine grade Linie zum Kapitalismus und zum Marxismus, den zwei stärksten Verdüsterungen Europas, die beide, obgleich in ihren Zielen entgegengesetzt, dieselbe ethische Grundlage haben.»

Egon Friedell, «Kulturgeschichte der Neuzeit»

Die Reformation, die sich die Rückkehr zum reinen Bibelwort auf die Fahne schrieb, steht damit im schärfsten Widerspruch zur Heiligen Schrift. Arbeit gilt darin nämlich nicht als erstrebenswert. Im Gegenteil. Sie ist die Strafe für den Sündenfall. Als Adam unerlaubterweise von der verbotenen paradiesischen Frucht nascht, sagt der alttestamentarische Gott zu ihm: «Im Schweisse deines Angesichts sollst du fortan dein Brot essen.»

Adam wird zur Arbeit verflucht, offenbar die furchtbarste Strafe, die Gott, der ja noch ein Gott der Rache ist, für den Frevel des ersten Menschen zu ersinnen vermochte. 

Quelle: Egon Friedell – «Kulturgeschichte der Neuzeit»

Der Artikel baut mehrheitlich auf dem Gedankengut Egon Friedells auf, der 1931 seine «Kulturgeschichte der Neuzeit» schrieb. Eines der gescheitesten Bücher überhaupt. Friedell ging mit seinem Künstlergeist an die Geschichte ran, er versuchte erst gar nicht, sie zu objektivieren. Reine Objektivität sei sowieso nie zu erreichen, weil der Mensch ein unheilbar wertendes Wesen sei. Und selbst wenn sie jemand erreichen würde, so müsse sich auch jemand finden, der die Kraft fände, etwas so Langweiliges zu lesen. Seine Persönlichkeit schimmert durch fast jede Zeile – genau deshalb ist seine Kulturgeschichte so lesenswert. Er guckt den Jahrhunderten mit seinen scharfen Augen in die Seele.
Als am 16. März 1938 zwei SA-Männer an seiner Wiener Wohnungstür klingelten, sprang der 60-jährige Friedell aus dem Fenster. (rof)

Und nun zu ein paar hübschen historischen Erfindungen: 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ninon 19.02.2016 15:43
    Highlight Highlight Gratuliere zu diesem Luther-Artikel. So viele Zeilen zu Luther ohne auch nur ein einziges Mal zu erwähnen, dass er einer der schlimmsten Antisemiten der Geschichte war und den Antisemitismus der evangelischen Kirche bis heute prägt, das muss man auch erst mal schaffen. Sie, werte Frau Rothenfluh, haben das ohne Problem geschafft. Es gibt sicher einen Grund dafür, dass Sie den Judenhass Luthers und seiner Anhänger mit keiner Silbe speziell erwähnenswert finden.
    • Anna Rothenfluh 19.02.2016 18:44
      Highlight Highlight Den Anspruch auf Vollständigkeit hab ich nirgends erhoben. Das hier ist keine Biographie, sondern ein Artikel, der gewisse Dinge beleuchtet und andere eben nicht.
    • Luca Brasi 19.02.2016 18:47
      Highlight Highlight Ich finde es stoßend, daß Sie Frau Rothenfluh in gewisser Weise wegen der Auslassung des Themas der Juden eine Nähe zum Antisemitismus indirekt unterstellen. Sie hat im Artikel klar gemacht, daß Luther ein zwiespältiger Mann war, der unmoderne Ansichten hatte. Der Judenhaß war Teil seiner Zeit. Dies ist aber nicht seine Erfindung und erreichte in der Span. Inquisition einen Höhepunkt. Zudem bringt sie als wichtigstes Werk für den Artikel Friedell, einen jüd. Autor. Hier noch ein Link: http://www.luther2017.de/kr/wiki/martin-luther-und-die-juden/martin-luther-und-die-juden-fragen-und-antworten/
  • Spooky 19.02.2016 01:52
    Highlight Highlight Scheint mir nicht ganz dicht gewesen zu sein, dieser Luther.
  • wvl-live 18.02.2016 19:49
    Highlight Highlight Toller Artikel! Aber wieso war Cicero denn ein scheinheiliger Moralapostel?
    • Luca Brasi 18.02.2016 20:27
      Highlight Highlight Stimmt. Der arme Marcus Tullius Cicero. Wurde er nicht schon genug gepeinigt damit, dass Marcus Antonius ihn umbringen und seine Hände beim Senat nageln liess? Ein Herz für den brillanten Rhetoriker und Homo Novus ♥
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  • Miss_Ann_Thropist 18.02.2016 16:40
    Highlight Highlight Ich kommentiere nur, um der Autorin zu diesem Artikel zu gratulieren. Interessante Überlegungen, schön vernetzt und dennoch alles verständlich. Und das bei einem kostenlosen Onlinemedium. Je suis ravi. :-)
    Zu Luther: Man muss nur lesen, welche Einstellung er gegenüber Juden (uA "Verbrenne ihre Synagogen, zwinge sie zur Arbeit, und gehe mit ihnen nach aller Unbarmherzigkeit um) oder Behinderten ("Stücke seelenloses Fleisch") hatte, um zu erkennen, wieso Hitler ihn so toll fand.
  • Luca Brasi 18.02.2016 14:31
    Highlight Highlight Interessant sind auch Luthers aus heutiger Sicht verwirrende Aussagen zu Juden oder Behinderten und sein Glaube an die Existenz von Hexen und die Förderung deren Verfolgung.
    http://www.welt.de/kultur/article126395361/Neuneinhalb-Thesen-gegen-Martin-Luther.html

    Vielen lieben Dank für Ihren Artikel, Frau Rothenfluh. 👍
    • Nick Name 18.02.2016 15:34
      Highlight Highlight Meine Worte - und angesichts dieser nicht nur verwirrenden, sondern auch einfach haarsträubenden Aussagen (ganz besonders die antisemitischen) im gleichen Atemzug «Luther» und «Genie» in den Mund zu nehmen bzw. in die Tasten zu tippen: Das halte ich nicht für vertretbar ...
    • Anna Rothenfluh 18.02.2016 17:48
      Highlight Highlight @ Luca Brasi: Herzlichen Dank fürs Kompliment!

      @Nick Name: Genie ist kein moralischer Begriff, deswegen ist das schon vertretbar, denk ich. Ausserdem ging es dabei um die Aussage, dass in seiner Person die Gedanken seines Jahrhunderts gebündelt waren. Also vor allem die bezüglich der Sauereien, die die katholische Kirche veranstaltete.
    • Nick Name 19.02.2016 09:32
      Highlight Highlight @Anna Rothenfluh: Einverstanden: Genie kein moralischer Begriff. Aber wer Äusserungen wie Luther (darauf bezog sich übrigens "verwirrend" und "haarsträubend" in meinem Post oben, nicht auf Ihren Artikel – hab irgendwie das Gefühl, dass das nicht alle so verstanden haben ...) von sich gibt, die auch einfach intellektuell, rational, geistig dermassen nicht nachvollziehbar sind, den würde ich trotz allem Bemerkenswerten, das er auch noch von sich gab, nicht als Genie bezeichnen. Ist bloss so meine Ansicht...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wilhelm Dingo 18.02.2016 13:09
    Highlight Highlight Grossartiger Artikel für ein Newsportal! Danke!
  • Schlafwandler 18.02.2016 13:01
    Highlight Highlight Witzige literarische Empfehlung, welche auch ein etwas anderes Bild auf die über Jahrzehnte und Jahrhunderte gehypte Person Luthers wirf: Dieter Fortes Theaterstück 'Martin Luther und Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung' :)
  • lm20372 18.02.2016 12:57
    Highlight Highlight Anna, du schreibst immer sehr gute Artikel, vielen Dank! 😊
    • Anna Rothenfluh 18.02.2016 13:53
      Highlight Highlight Das freut mich, danke <3!
  • Thrasher 18.02.2016 12:57
    Highlight Highlight Kurze Frage an die Geschichtskenner. In diesem Artikel wird der Zehnte als bis zu drei Viertel des Bauerneinkommens bezeichnet. Ich dachte aber immer, diese Abgabe beträgt, wie der Name sagt, etwa den zehnten Teil des eigenen Ertrages.
    Kann hier jemand Klarheit schaffen, auch wenn es hier weniger relevant ist?
    • trollo 19.02.2016 02:19
      Highlight Highlight da die meisten bauern einem lehnsherren bzw. der obrigkeit die hälfte oder sogar noch mehr ihres ertrages abzuliefern und noch Handwerker zu entlöhnen hatten, betrug der kirchliche zehnte (eine abgabe ohne gegenleistung) auf dem rest schnell mal ein dreiviertel.
  • Murky 18.02.2016 12:02
    Highlight Highlight Grossartiger Artikel, vielen Dank! Gut recherchiert und mit spannenden Thesen. Unabhängig der religiösen Thematik kann man hier sehr gut erkennen was die Renaissance in Europa wirklich ausmachte. Der Bruch mit mittelalterlichen Weltbildern, welche aber teilweise noch immer sehr tief verankert waren. Also zum Beispiel das verteufeln des Ablasshandels, aber gleichzeitig das Beibehalten des Feudalismus.
  • PolloHermano 18.02.2016 11:37
    Highlight Highlight da warte ich doch auf einen Kommentar von Luthers BF Zwingli 😄
    • ÖrtTheBert 19.02.2016 07:21
      Highlight Highlight Ich hoffe, das "BF" war ironisch gemeint. Die beiden konnten sich nicht ausstehen...
  • chr_bopp 18.02.2016 11:37
    Highlight Highlight Guter Artikel. Gefällt mir, auch ohne Like it.
    Auch wenn von Friedell inspiriert, macht nix. Friedell empfehlen kann man nicht genug. (Natürlich kann und soll man auch andere daneben lesen ... ;-)) ).

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