Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Sensationeller Fund im All: 7 erdähnliche Planeten auf einmal entdeckt

Bild: EPA/European Southern Observatory



Um einen kleinen, relativ kühlen Stern haben Astronomen sieben erdgrosse Gesteinsplaneten entdeckt. Auf ihnen könnte theoretisch flüssiges Wasser und damit Leben existieren, berichtet das internationale Forscherteam mit Schweizer Beteiligung.

Bereits letztes Jahr hatte das Wissenschaftlerteam um Michaël Gillon von der Universität Lüttich von drei erdgrossen Planeten berichtet, die 40 Lichtjahre von der Erde entfernt um den Zwergstern Trappist-1 kreisen.

epa05809031 An undated handout photo made available by the NASA on 22 February 2017 shows an artist's concept of what the TRAPPIST-1 planetary system may look like, based on available data about the planets’ diameters, masses and distances from the host star.  At least seven planets orbit this ultra cool dwarf star 40 light-years from Earth and they are all roughly the same size as the Earth. They are at the right distances from their star for liquid water to exist on the surfaces of several of them. This artist’s impression is based on the known physical parameters for the planets and stars seen, and uses a vast database of objects in the Universe.  EPA/NASA / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/NASA

Dank intensiver Beobachtung mit mehreren erdgebundenen Teleskopen und dem Spitzer-Weltraumteleskop der amerikanischen Weltraumagentur NASA wissen sie nun: Es ist ein System aus mindestens sieben Planeten, die alle nur wenig kleiner oder grösser als die Erde sind.

Die Planeten wandern von der Erde aus gesehen vor ihrem Stern vorbei, so dass sie sein Licht kurzfristig ein kleines bisschen abdunkeln. Dank solcher messbarer Transite konnten die Astronomen die Grösse und Masse der Planeten berechnen und schlussfolgern, dass es sich wohl um Gesteinsplaneten handelt, wie sie im Fachblatt «Nature» berichten.

Lebensfreundliche Bedingungen?

Und nicht nur das: Auf ihnen könnten ausserdem Temperaturen herrschen, die flüssiges Wasser ermöglichen. Das wiederum gilt als Voraussetzung für Leben. Der Zwergstern ist zwar relativ klein und kühl, die Planeten umkreisen ihn aber auch eng, mit Umlaufzeiten von eineinhalb bis über 20 Erdentagen.

So wurden die sieben Planeten entdeckt

abspielen

Video: YouTube/NASA Jet Propulsion Laboratory

«Wir haben zum ersten Mal ein System aus Planeten mit ähnlicher Grösse und Masse wie die Erde entdeckt, deren Atmosphäre wir genauer untersuchen können», erklärte Brice-Olivier Demory von der Universität Bern, der an der Studie beteiligt war, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. Informationen über die Atmosphäre wiederum können verraten, ob Leben auf den Planeten existieren könnte.

This image provided by NASA/JPL-Caltech shows an artist's conception of what the surface of the exoplanet TRAPPIST-1f may look like, based on available data about its diameter, mass and distances from the host star. The planets circle tightly around a dim dwarf star called Trappist-1, barely the size of Jupiter. Three are in the so-called habitable zone, where liquid water and, possibly life, might exist. The others are right on the doorstep. (NASA/JPL-Caltech via AP)

So könnte es auf dem entdeckten Exoplanet Trappist-1 f aussehen: In direkter Nachbarschaft wären so auch die anderen Planeten am Himmel zu sehen. Bild: AP/NASA/JPL-Caltech

Insbesondere das James-Webb-Teleskop – der Nachfolger des Hubble-Teleskops –, das voraussichtlich Ende 2018 in Betrieb gehen soll, wird wichtige Informationen liefern, so Demory. Es soll etwa nach Signaturen von Ozon in der Atmosphäre der Trappist-1-Planeten suchen, was auf organisches Leben hindeuten könnte.

Die Entstehung des Lebens enträtseln

Ozon könnte ein Hinweis auf Leben sein, muss aber nicht, betont Demory: «Das Problem ist, dass wir keine genaue Vorstellung davon haben, wie das Leben auf der Erde entstanden ist. Wir wissen nicht genau, was Leben auf anderen Planeten produzieren würde, das wir als stichhaltigen Beweis messen können.» Die Erforschung der fernen Planeten bedeutet für ihn auch, die Frage zu beantworten, wie Leben entsteht, und somit auch mehr über unsere Existenz zu lernen.

Weitere spannende Fakten der NASA 

abspielen

Video: YouTube/NASA Jet Propulsion Laboratory

Solche Planetensysteme könnten dabei keine Seltenheit sein: Trappist-1 gehört zu der Art Stern, die in unserer Galaxie am häufigsten vorkommt. Dass um einen solchen Zwergstern gleich sieben erdgrosse Planeten kreisen, ist zumindest vielversprechend. Der Fund bestätigt zudem eine Computersimulation zweier Forscher der Universität Bern, Yann Alibert und Willy Benz, die zeigte, dass erdgrosse Planeten um Zwergsterne häufig seien, wie die Hochschule am Mittwoch mitteilte.

Weitere Neuigkeiten zu erwarten

Trappist-1 und seine Planeten dürften in den nächsten Monaten und Jahren weiter von sich reden machen, versprachen die Forscher im Rahmen einer Telefon-Pressekonferenz des Fachblatts «Nature». Sie sind derzeit dabei, weitere Daten über die Planeten zu sammeln.

REFILE - CORRECTING DATEThis artist's impression shows an imagined view of the three planets orbiting an ultracool dwarf star just 40 light-years from Earth that were discovered using a specialist telescope at ESO's La Silla Observatoryin Chile, according to new findings by an international team of astronomers, May 2, 2016.   ESO/M. Kornmesser/N. Risinger/Handout via Reuters    ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. EDITORIAL USE ONLY

Bild: HANDOUT/REUTERS

Ihre Beschreibung regt die Fantasie an: «Es muss ein spektakulärer Anblick sein, auf einem dieser Planeten zu stehen. Trappist-1 wäre etwa 200 mal dunkler als unsere Sonne am Mittag – stellen Sie sich das Restlicht nach dem Sonnenuntergang vor. Und ab und zu käme am Himmel ein anderer Planet vorbei, der je nach Entfernung grösser als der Mond aussähe.»

Das Planetensystem von der Erde aus nicht nur indirekt über die Abdunklung des Sterns, sondern auch direkt zu beobachten, dürfte allerdings schwierig sein. Zwar ist der Zwergstern Trappist-1 mit knapp 40 Lichtjahren Entfernung quasi in unserer galaktischen Nachbarschaft, allerdings umkreisen die Planeten ihn sehr eng und strahlen wenig Licht ab. (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Deutschland erklärt Schweiz zum Risikogebiet

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
Quiz
1.Unser Mond ist bei grösster Distanz rund 406'000 Kilometer von der Erde entfernt. Welche der anderen sieben Planeten hätten dann zwischen Erde und Mond Platz?
Bild zur Frage
Die fünf kleinsten.
Die fünf kleinsten.
Die sechs kleinsten.
Die sechs kleinsten.
Alle sieben.
Alle sieben.
2.Bis auf Merkur und Venus haben alle Planeten in unserem Sonnensystem Monde. Welcher ist der grösste?
Bild zur Frage
Shutterstock
Titan
Shutterstock
Titan
Ganymed
Shutterstock
Ganymed
Kallisto
Shutterstock
Kallisto
3.Welcher Planet ist kleiner als der grösste Mond?
Sonnensystem, Planeten
Shutterstock
Merkur
Shutterstock
Merkur
Venus
Shutterstock
Venus
Mars
Shutterstock
Mars
4.Jupiter ist der grösste der Planeten in unserem System. Wie gross ist sein Anteil an der Gesamtmasse aller Planeten?
Jupiter
Shutterstock
37 Prozent
52 Prozent
71 Prozent
5.Ein anderes Bild entsteht, wenn das Zentralgestirn, die Sonne, miteinbezogen wird. Wie gross ist deren Anteil an der Gesamtmasse des Sonnensystems?
Sonne
Shutterstock
69,84 Prozent
88,79 Prozent
99,86 Prozent
6.Nichts ist schneller als Licht. Doch benötigt es rund acht Minuten, um von der Sonne zu uns zu gelangen. Wie lange unterwegs ist aber ein Photon, das im Inneren der Sonne entsteht, bis es deren Oberfläche erreicht?
Sonne Eruption
Über 1 Million Jahre.
Über 10'000 Jahre.
Über 10 Jahre.
7.Der Mars ist kleiner als die Erde. Wie gross ist seine Oberfläche, wenn man sie mit der Erdoberfläche vergleicht?
Mars-erde-Grössenvergleich
Nasa
Wasserhalbkugel Erde, Wasserhemisphäre
Wikipedia
So gross wie die gesamte Wasserfläche der Erde.
Landhalbkugel Erde, Landhemisphäre
Wikipedia
So gross wie die gesamte Landfläche der Erde.
Eurasien
Wikipedia
So gross wie Europa und Asien zusammen.
8.Der Mars hat zwei kleine Monde, Phobos und Deimos. Welche der folgenden Aussagen zu den Marstrabanten ist frei erfunden?
Marsmonde Phobos Deimos
Die Oberfläche von Phobos ist so gross wie die Fläche von London.
Phobos ist derjenige Mond im Sonnensystem, der sich am nächsten zu seinem Planeten befindet.
Phobos wird auf seiner Umlaufbahn seinerseits von Deimos umkreist.
9.Unser anderer Nachbarplanet, die Venus, zeichnet sich durch eine spezielle Eigenschaft aus. Welche?
Bild zur Frage
Shutterstock
Sie hat nur am Südpol eine Eiskappe.
Sie besitzt kein Magnetfeld.
Der höchste Vulkan im Sonnensystem befindet sich auf der Venus.
10.Der Planet der Ringe, der Saturn, weist noch eine weitere Besonderheit auf. Welche ist es?
Saturn
Nasa
Er rotiert so langsam, dass ein Tag länger dauert als ein Jahr.
Er hat mehr Monde als der Jupiter.
Seine Dichte ist so niedrig, dass er auf Wasser schwimmen würde.
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

22 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
exeswiss
22.02.2017 23:56registriert January 2015
"Und nicht nur das: Auf ihnen könnten ausserdem Temperaturen herrschen, die flüssiges Wasser ermöglichen. <>."
ist es das wirklich, oder vermutet man das weil es für leben auf der erde gebraucht wird? wer weiss ob es intelligente spezies geben könnte, die auf ammoniak basis funktionieren oder ähnlichem.
3410
Melden
Zum Kommentar
Thadic
23.02.2017 04:42registriert May 2016
Manchmal befürchte ich, dass solche Ankündigungen uns Menschen auf der Erde die Hoffnung geben könnten, dass wenn wir unseren Planeten vollständig unbewohnbar gemacht haben, wir auf einen neuen ausweichen können. Dass es irgendwann irgendwo im All Menschenkolonien geben wird, bezweifelt keiner, aber das wird nur für ein paar 100 oder vielleicht 1000 eine Option sein. Wir Milliarden bleiben aber auf immer und ewig hier.
201
Melden
Zum Kommentar
22

In der Venus-Atmosphäre gefundenes Molekül weist auf mikrobiologisches Leben hin

Die Erde ist vielleicht nicht der einzige Ort im All, an dem es Leben gibt. Auf der Venus könnte es Mikroben geben, die in den Wolkenschichten unseres inneren Nachbarplaneten überleben. Astrobiologen haben in der Venus-Atmosphäre ein Gas nachgewiesen, dessen Vorhandensein auf biologische Prozesse hinweist.

Das internationale Forschungsteam aus Wissenschaftlern Wissenschaftlern der Cardiff University, der University of Manchester und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) präsentierte …

Artikel lesen
Link zum Artikel