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Geburtstrauma, Coup (März 2015): http://www.coup-magazin.ch/raus-damit, Illustrationen: Claudine Etter

illustration: claudine etter

Coup

«Wie eine Vergewaltigung»: Wenn die Geburt des eigenen Kindes zum Trauma wird

Jeruscha war glücklich schwanger. Bis mit der Geburt ein langer Leidensweg begann. Geburten können für Frauen traumatisch sein. Doch darüber gesprochen wird kaum.

anna miller / coup



Eine Reportage von

Um 17.30 Uhr bricht Jeruschas Wille. Sie sagt, sie sei an diesem 24. Januar 2012 an einen Ort gekommen, wo nur noch Dunkelheit war, Einsamkeit, emotionale Leere. Sie spürt, dass es so nicht gehen wird. Dass dieses Kind es nicht schaffen wird, aus ihrem Körper herauszukommen.

Und sie es nicht schaffen wird, es aus eigener Kraft zu gebären. Sie fühlt sich von der Hebamme betrogen, nicht gehört, nicht respektiert. Dass sie eine eigene Hebamme hätte mitnehmen können, weiss Jeruscha nicht. Sie hat nicht gefragt. Und niemand hat es ihr gesagt.

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Am 22. Januar fährt Jeruscha Hofer ins Spital, die ersten Wehen, vaginale Routine-Untersuchung. Die Hebamme berührt sie forsch, an ihrer empfindlichsten Stelle, und Jeruscha denkt sich: Das tut weh. Aber sie will nichts sagen, nicht schon jetzt. Was sollen die Leute denken? Was soll die Hebamme denken? Das sind doch alle Experten. Die werden schon wissen, was sie tun.

Meistens kommt das alles gut, in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle gebärt eine Frau in der Schweiz ohne Komplikationen, strahlt, wenn ihr das Baby an die Brust gelegt wird, geht nach drei Tagen nach Hause und beginnt ein neues Leben.

Jeruscha wird wieder nach Hause geschickt, ewiges Warten. Am nächsten Tag immer noch Wehen, sie kehrt zurück, bleibt über Nacht. Jeruschas Mann liegt neben ihr auf einer Klappliege und erzählt vom letzten Urlaub, ein wenig Ablenkung. Sie hat nur einen Wunsch: Dass dieses Kind rasch kommt, ganz natürlich, ohne grosses Drama. Es ist ihr erstes Kind, sie ist 27 Jahre alt, kaufmännische Angestellte.

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Jeruscha hat einen Geburtsvorbereitungskurs besucht, in welchem ihr beigebracht wurde, dass Stillen das Beste für das Kind ist und wie man atmen sollte, wenn die Schmerzen der Wehen einem fast den Verstand rauben. Von Komplikationen sprach niemand. Und Jeruscha hat auch niemanden gefragt.

Die Geschichte von Jeruscha Hofer ist eine von vielen Erzählungen einer Geburt, die nicht optimal verlief. Sie ist aber gleichzeitig eine Geschichte von einem Sonderfall, von einem Fall, bei dem vieles schief ging, Kontrollverlust, Schmerzen, ewig langes Warten, und mittendrin eine Hebamme, die, sagt Jeruscha, nicht realisierte, dass genug ist, dass Jeruscha nicht mehr kann.

Am Ende ist jede Geburt eine Geschichte von zwei Individuen, die in einer Extremsituation aufeinanderprallen, in einem medizinischen Kontext, der mit Risikominimierung rechnet, aber nicht mit individuellen Prägungen und schlechten Tagen. Der oft in Zahlen und Nummern denkt, und nicht so sehr an natürliche Rhythmen, eigene Ängste, alte Grenzerfahrungen.

Coup: Geburtstrauma, Illustrationen: Claudine Etter

illustration: claudine Etter

Eine Geburt ist eine komplexe Sache, sie ist sehr individuell, weil die Frauen individuell sind. Meistens kommt das alles gut, in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle gebärt eine Frau in der Schweiz ohne Komplikationen, strahlt, wenn ihr das Baby an die Brust gelegt wird, geht nach drei Tagen nach Hause und beginnt ein neues Leben.

Frauen berichten von totalem Kontrollverlust, von tiefer Erschütterung, von ähnlichen Gefühlen wie bei einer Vergewaltigung.

Traumatische Geburten sind kein Massenphänomen. Doch läuft bei einer Geburt etwas schief, können bei der gebärenden Frau seelische Narben entstehen. Angstzustände, schlaflose Nächte, Depressionen, Suizidgedanken. Die Frauen, die durchs Raster fallen, bleiben ein Leben lang gezeichnet.

Frauen berichten von totalem Kontrollverlust, von tiefer Erschütterung, von ähnlichen Gefühlen wie bei einer Vergewaltigung. Sie fühlen sich wie ein Stück Fleisch, kein Mensch mehr, bloss eine Hülle für neues Leben. Gibt man auf Wikipedia das Wort Geburtstrauma ein, tauchen hunderte Worte zum Erlebnis des Neugeborenen auf, Folgeschäden, emotionale Defizite. Von einem Trauma der Gebärenden steht kein Wort.

Erst 2014 erschien die schweizweit erste Studie, die sich mit dem Erlebnis der Frau kurz nach der Geburt auseinandersetzt. Über 1000 Frauen wurden über die Art, wie sie geboren haben, befragt und wie sie die erste Zeit nach der Geburt empfanden.

Das Ergebnis: Die Frauen fühlten sich medizinisch grundsätzlich gut aufgehoben, emotional aber unterversorgt. Sie vermissten eine emotionale Betreuung zur Verarbeitung der Krisensituationen und eine psychologische Vorbereitung auf die Zeit nach dem Spitalaufenthalt.

Ein bisschen klingt das alles nach Luxusproblemen der modernen Welt, nach verweichlichten Frauen, die zwischen Eizellen-Freezing und Kaiserschnitt-Termin in tiefe emotionale Löcher fallen. Denen man bei einem Prozess konstant die Hand halten muss, der so alt ist wie die Menschheit selbst. Weltweit gesehen ist die Geburt eines Kindes noch immer medizinisches Hochrisiko-Spiel, die Sterblichkeit ist hoch, der Grat zwischen Leben und Tod schmal.

Gibt man auf Wikipedia das Wort Geburtstrauma ein, tauchen hunderte Worte zum Erlebnis des Neugeborenen auf, Folgeschäden, emotionale Defizite. Von einem Trauma der Gebärenden steht kein Wort.

Statt die psychosoziale Betreuung auszubauen, wird im Spitalumfeld häufig davon ausgegangen, dass die Biologie schon alles regelt. Die Bindung, das Glück, die Verarbeitung von emotional und körperlich schwierigen Momenten. «Kaum jemand fragt, wie die Geburt war», sagt die Studienleiterin Claudia Meier Magistretti. Werde darauf jedoch nicht eingegangen, seien Schäden wahrscheinlicher.

Die moderne Medizin hat die Gefahren einer Geburt für Mutter und Kind so weit wie möglich eingedämmt. Risikominimierung. Das heisst: Erfolg. Dabei ist man in diesem hoch technologisierten Umfeld an einen neuen Punkt gelangt: Den der medizinischen Überversorgung. Das System ist perfektioniert, alle Posten dokumentiert – und dazwischen stehen die Fälle von verunsicherten Gebärenden, bei denen der Faktor Mensch dann doch einen Strich durch die Rechnung macht.

Zweiter Tag, 8.30 Uhr. Zimmerwechsel, Gebärzimmer mit Blick auf den Goldenberg, die Sonne scheint, die Luft ist klar und kühl. Jeruscha lacht ein letztes Mal. Dann kommt die Infusion. Um neun Uhr morgens werden die ersten künstlichen Wehen eingeleitet, die natürlichen hatten den Muttermund nicht geöffnet. «Hätte ich damals gewusst, was das heisst, wie sich das anfühlen wird – ich hätte gesagt: Holt es per Kaiserschnitt

Jeruscha kann nicht mehr sprechen, nicht mehr liegen, sie weint und schreit nur noch, stundenlang. Irgendwann wird sie ohnmächtig. Um sie herum nur noch Schwarz, Stimmen, weit weg. Die Angst kriecht in ihr hoch, Panik, die Luft bleibt weg. Bis heute, vier Jahre später, kann sie sich nur noch bruchstückhaft an die Stunden an diesem Nachmittag erinnern.

Jeruscha kann nicht mehr sprechen, nicht mehr liegen, sie weint und schreit nur noch, stundenlang. Irgendwann wird sie ohnmächtig.

Die zehn Zentimeter Muttermund-Öffnung, die es braucht, um ein Kind gut zu gebären, sie sind weit weg, aber die Hebamme möchte nicht aufgeben. Natürliche Geburt soweit möglich.

Niemand, sagt Jeruscha, habe ihr gegenüber jemals das Wort Kaiserschnitt erwähnt, im Geburtsvorbereitungskurs nicht, im Spital nicht, in den Wehen nicht, nach der Ohnmacht nicht. «Meine Mutter hatte vier Kaiserschnitte, für mich ist so etwas normal. Ich wollte mir aber alles offen lassen, es zuerst natürlich probieren», sagt sie, und spricht leiser.

Ein dummer Fehler sei das gewesen, bedauerlich. Sie habe nicht realisiert, wie diese Idee der natürlichen Geburt über sie gestülpt wurde, als einzige Lösung, als idealer Weg. Wie ein Mantra habe man wiederholt: Es wird besser, Frau Hofer, warten Sie, warten Sie noch ein bisschen. Dann wird alles gut.

Die Frage nach dem gewünschten Ablauf einer Geburt ist Teil der vorgeburtlichen Routine-Untersuchungen beim Frauenarzt. Die Frauen gehen in Geburtsvorbereitungskurse, sie sprechen über das Stillen und das Wickeln, über Kaiserschnitt und Happy-Buttons. Sie lesen Bücher, laden Apps runter. Doch wie eine Geburt sich wirklich anfühlt und wie gefährlich sie werden kann, kann schlicht kein Mensch voraussagen.

Natürliche Geburt soweit möglich. Niemand, sagt Jeruscha, habe ihr gegenüber jemals das Wort Kaiserschnitt erwähnt, im Geburtsvorbereitungskurs nicht, im Spital nicht, in den Wehen nicht, nach der Ohnmacht nicht.

Die Kaiserschnittrate in der Schweiz steigt immer weiter an, schweizweit kommt jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt. In einigen Kantonen liegt die Rate bei fast 50 Prozent. Die Gründe für diese hohe Rate sind nicht eindeutig festlegbar. Trotzdem ist die natürliche Geburt ein Ideal, an dem die Fachwelt festhält.

Man motiviere eine Frau, solange es gehe, dazu, natürlich zu gebären, sagt Jacqueline Binswanger, Leiterin Kompetenzzentrum Gynäkopsychiatrie am Psychiatrie-Zentrum Rheintal. Das sei schonender, ein operativer Eingriff berge immer ein Risiko. Auch Kaiserschnitte könnten traumatisch sein.

Es nütze niemandem, unnötige Ängste zu schüren. Doch damit einher gehe, dass Frauen auf Komplikationen kaum vorbereitet sind. «Gebärende gehen mit einer gewissen Naivität in eine Geburt hinein», sagt Binswanger. Das sei nicht per se falsch.

Aus der Studie der Hochschule Luzern lässt sich auch herauslesen, dass einige Frauen im Wochenbett kaum Fragen stellten. Weil sie die Hebammen nicht zusätzlich belasten wollten.

Die Mittel fliessen einfacher, wenn eine handfeste psychische Störung auf dem Tisch liegt, Suizidgedanken, eine postnatale Depression. Dann wird investiert, in Medikamente und Therapie. Für Meier Magistretti ist klar, wozu das führt: «Das System unterstützt kaum, bis es zu spät ist.» Das generiert Folgekosten, jahrelange Therapien, Medikamenteneinnahmen, Folgestörungen bei den Kindern. Denn wenn die Mutter in den ersten Monaten keine Bindung aufbauen kann, kann das für die Entwicklung eines Menschen schwerwiegende Folgen haben.

Das System ist darauf ausgerichtet, dass die Versorgung einer Narbe mehr Geld einbringt als das Reden über Befindlichkeiten.

Die Spitäler auf der anderen Seite wollen es sich nicht mit den Patientinnen verscherzen. Die Angst vor juristischen Prozessen hat zugenommen, die Spitäler sichern sich optimal dagegen ab. Alles wird genau protokolliert. Das System ist darauf ausgerichtet, dass die Versorgung einer Narbe mehr Geld einbringt als das Reden über Befindlichkeiten. Die Mittel fliessen einfacher, wenn eine handfeste psychische Störung auf dem Tisch liegt, Suizidgedanken, eine postnatale Depression.

Coup: Geburtstrauma, Illustrationen: Claudine Etter

illustration: claudine etter

Obwohl jede Frau in der Schweiz ihre Gynäkologin selbst bestimmen, einen Kaiserschnitt wünschen oder eine Beleghebamme in Anspruch nehmen kann, setzen sich viele Erstgebärende nicht aktiv mit all ihren Möglichkeiten auseinander. Auch, weil in der Schweiz der Normalfall ist, dass der Gynäkologe, und nicht die Hebamme, für eine Schwangere die erste Ansprechperson ist.

Beleghebammen, also Hebammen, die freiberuflich eine konstante Ansprechperson für die Schwangere sind und sie über Monate durch den Prozess begleiten, sind in der Schweiz rar. Die Arbeitsbedingungen sind schwierig, die Hebamme muss immer in Bereitschaft sein. Sie kann kaum in die Ferien, ist immer auf Pikett. Nicht mal den Ärzten werde so etwas heutzutage noch zugemutet, sagt Jacqueline Binswanger.

Kaiserschnitt, eine Erlösung, ein Moment Ruhe. Und dann neue Gedanken: zwei Tage gelitten, alles versucht, für eine Operation, am Ende. Wie lächerlich, wie enttäuschend.

Gebärt eine Frau zuhause mit einer Beleghebamme oder sucht sich nicht aktiv ein Geburtshaus aus, läuft die Geburt automatisch an einem privaten oder öffentlichen Spital ab, mit Schichtbetrieb und Einsatzplänen nach Vorschrift. Natürlich gibt es Spitäler, die mit Beleghebammen arbeiten, und einige Institutionen richten sich vermehrt nach den Bedürfnissen der Frauen.

Das hat Vorteile: Es ist immer jemand anwesend, bei einem Notfall kann sofort ein Kaiserschnitt eingeleitet werden. In den meisten Fällen kein Problem. Doch die Gebärende ist in fremden Händen. Unabhängig davon, ob die so wichtige Beziehung zur Hebamme stimmt oder nicht, kommt sie aus dieser Paarung nicht mehr heraus. Sich dagegen wehren will und kann sie oft nicht.

Viele Frauen würden ihre Wünsche zu wenig explizit äussern, sagt Binswanger. Vor allem in der Geburtssituation, wo die Kräfte einen verlassen und der Verstand auf Überleben umstellt. Während der Geburt ist eine Frau oft nicht mehr in der Lage, zu sagen, was sie will und braucht. Dann muss sich der Mann für sie einsetzen – oder das Geburtsteam entscheidet.

Die meisten Traumatisierungen entstehen genau in diesen Momenten: Wenn die Frau sich nicht mehr Herrin der Lage fühlt, nicht gehört. Wenn über ihren Kopf hinweg entschieden wird. Sie fühlt sich betrogen, entmündigt, über ihre Grenzen hinaus strapaziert.

Am Institut für Hebammen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ist man sich dieser Problematik bewusst. Die Ausbildung von Hebammen sei stark auf emotionale und psychische Aspekte ausgerichtet, sagt Monika Schwager. Man schule Kompetenzen wie Empathiefähigkeit und Kommunikation. Das Interesse der Studierenden an diesen Themen sei sehr gross. Keine Klinik in der Schweiz habe ein Interesse daran, unzufriedene Mütter zu entlassen. Geburten seien oft das Aushängeschild einer Klinik.

21.45 Uhr, Geburtsstillstand, Kaiserschnitt. Die Klinikangestellten schieben die Schwangere durch die Gänge, Operationssaal im 5. Stock, sie zittert am ganzen Körper. Kaiserschnitt, «eine Erlösung», wie Jeruscha sagt, ein Moment Ruhe. Und dann neue Gedanken: zwei Tage gelitten, alles versucht, für eine Operation, am Ende. Wie lächerlich, wie enttäuschend.

Sie denken: Nicht mal gebären kann ich, was soll ich denn überhaupt.

Das Kind liegt auf ihr, aber der magische Moment bleibt aus. Jeruscha ist nur unendlich müde, hat keine Kraft mehr, das Kind zu halten. Aber sie traut sich nicht, etwas zu sagen. Sie denkt: Ich darf nicht, so ablehnend, das geht doch nicht, wie schrecklich. Rabenmutter.

Da ist er wieder, dieser Druck. Alles muss gut gehen, alles muss funktionieren. Ja nicht zeigen, dass man keine Bindung spürt. Ja nicht zeigen, dass die Hormone nicht das regeln, was sie regeln sollten. Und die Psyche nicht mitmacht.

Jeruscha sagt, sie wisse von Bekannten, die fast am Gedanken zerbrechen, dass sie nicht gut geboren haben, nicht schnell genug, nicht kräftig genug, nicht natürlich genug. Sie fühlten sich nicht als Frau, nicht weiblich. Sie denken: Nicht mal gebären kann ich, was soll ich denn überhaupt. Oft sagen Mütter im Wochenbett nicht, dass sie Angst haben, ihr Kind zu stillen. Oder es nicht sehen wollen. Weil sie sich schämen, Gefühle von Ablehnung zu artikulieren, sagt Binswanger.

Spitäler seien nicht darauf vorbereitet, professionell und breit aufgestellt auf solche Gedanken zu reagieren und Bindungsstörungen frühzeitig anzusprechen.

Nach der Geburt hat Jeruscha keine Kraft, ihr Kind zu wickeln. Sie kann mit der Kleinen nicht allein sein, jeden Tag kommt die Mutter, die Schwester. Sie wird steif wie ein Brett, wenn es muckst.

Wenn ihr Mann abends von der Arbeit nach Hause kommt, weint sie vor Erleichterung. Diagnose: postnatale Depression, posttraumatische Belastungsstörung, unter anderem ausgelöst durch die traumatische Geburt.

Nach der Geburt hat Jeruscha keine Kraft, ihr Kind zu wickeln. Sie kann mit der Kleinen nicht allein sein, jeden Tag kommt die Mutter, die Schwester. Sie wird steif wie ein Brett, wenn es muckst.

Die Frau, so die weit verbreitete Meinung, soll glücklich sein, stark, in ihrer Mutterrolle aufgehen. Tut sie das nicht, hat sie in den Augen Vieler versagt. In Mütterforen und im privaten Kreis lüftet sich manchmal der Schleier, Twitter-Hashtags wie #regrettingmotherhood werfen das Thema plötzlich in die Öffentlichkeit. Diese Öffentlichkeit aber reagiert verstört, fragt Sätze wie: «Dürfen Frauen Mutterschaft ablehnen oder bereuen?»

Alleine die Vorstellung, dass eine Mutter nicht gerne Mutter ist, löst einen Sturm der Entrüstung aus. Binswanger, die als Assistenzärztin 300 Geburten erlebte und zahlreiche Mütter mit traumatischen Geburtserlebnissen in der gynäkopsychiatrischen Sprechstunde hatte, sagt: «Die Frauen fühlen sich oft schuldig, schämen sich für das Geschehene.» Dabei sei es gar nicht selten, dass eine Mutter ihre Bindung zum Kind erst aufbauen müsse.

Coup: Geburtstrauma, Illustrationen: Claudine Etter

illustration: claudine etter

Es bräuchte jemanden, der den schwangeren Körper kennt, die eigene Psyche, individuelle Ängste. Und Zeit, die Reissleine zu ziehen, wenn die Chemie nicht stimmt.

Für Frauen mit psychischen Problemen nach der Geburt gibt es Fachstellen, Hilfe, Netzwerke. Doch während der paar Stunden in einem Gebärsaal, in diesem Moment, wo Leben entsteht, fristet das Psychosomatische noch immer ein Mauerblümchen-Dasein.

Ein Schlüssel für die Vermeidung von traumatischen Erlebnissen wäre die kontinuierliche Betreuung der Schwangeren und Gebärenden durch die gleiche Bezugsperson – Hebamme oder Gynäkologe.

Danach auf dem Spielplatz zu stehen und offen zu sagen, dass man eine schreckliche Geburt hatte, ist fast unmöglich. Weil diese Themen intim sind, einem kaum über die Lippen kommen wollen. Wie die Tatsache, dass man seit Jahren keinen Sex mehr mit seinem Freund hat oder unfruchtbar ist.

«Eine Frau, die erfolgreich gebärt, die erfolgreich Mutter ist, geniesst enormen Status», sagt Binswanger. Funktioniere das Gebären nicht ideal, schleiche sich ein Gefühl des Versagens ein.

Wenn sie überlastet ist, beginnt Jeruschas Körper noch heute zu zittern. Nach über vier Jahren, nach dem zweiten Kind, bei dem alles gut ging. Jeruscha hatte einen geplanten Kaiserschnitt, das war ihre Bedingung, unter der sie sich trotz allem eine zweite Geburt vorstellen konnte. Weil der Wunsch nach Familie, nach einem Geschwisterchen für ihre Tochter, grösser war als die Angst vor einer Retraumatisierung.

«Eine Frau, die erfolgreich gebärt, die erfolgreich Mutter ist, geniesst enormen Status.»

Jacqueline Binswanger

Sie ist heute glücklich über diese Entscheidung. Sie hat eine Therapie gemacht, die schlimmsten Momente der ersten Geburt aufgearbeitet. Doch die Spuren bleiben. Wenn sie in einen Zug steigt, in ein Flugzeug. Wenn sie die Kontrolle über eine Situation nicht hat.

Dann steigt die Panik in Jeruscha wieder hoch.

Anna Miller ist freie Journalistin und lebt in Zürich.
Claudine Etter ist freie lllustratorin im bernischen Münchenbuchsee.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Menel 06.03.2016 22:43
    Highlight Highlight Bei mir war es nicht die Geburt, sondern Komplikationen gleich danach. Ich hatte Schmerzen, die Wehen in den Schatten stellten. Aber das Adrenalin von der Geburt verhinderte, dass ich ohnmächtig werden konnte. Ich habe mich damals aufgegeben und dachte ich sterbe...ich habe es mir sogar gewünscht. Das Erlebnis war so traumatisch, dass ich danach psychologische Hilfe in Anspruch genommen habe. Heute kann ich damit leben, aber etwas von mir ging da kaputt. Die Welt ist seither nicht mehr so "strahlend" wie davor.
  • SVARTGARD 06.03.2016 10:10
    Highlight Highlight Lächerlich,meine Nachbarin hat 10 Kinder,sie sagt das die Babys nur so raus geflutscht sind.
    • Urmel 06.03.2016 13:06
      Highlight Highlight Ja, weil natürlich alle Frauen gleich sind. Sind in Ihrer Welt nur die Männer unterschiedlich oder sind generell alle Menschen identisch?
  • Zeit_Genosse 06.03.2016 09:35
    Highlight Highlight Eine Geburt kann traumatisch sein. Doch deswegen würde ich den Vergleich mit einer "Vergewaltigung" nicht gelten lassen. Ein Kind möchte die Mutter als einen normalen Lebensakt gebären und setzt auf Unterstützung von Hebamen, Arzt und medizinische Mittel. Wenn da etwas schief geht oder anders als erwartet läuft, dann ist das wirklich nicht mit einer Vergewaltigung zu vergleichen. Das ist schlicht reisserisch und nicht dem bedeutentenden Thema gerecht hergeleitet, resp. eine Einzelaussage für die überrissene Überschrift verwertet. Wir sollten mit Worten umsichtiger umgehen.
    • Pfauenfeder 06.03.2016 09:58
      Highlight Highlight ich finde deinen input sehr wichtig. Die geburt wird hier als etwas sehr schlimmes und negatives dargestellt. klar ein trauma kann es immer geben das hängt aber mehr von den dispositionen des erlebenden ab und wie die person damit umgeht... frauen gebären seit tausenden von jahren und trotz des hohen risikos funktionierts.
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 06.03.2016 13:18
      Highlight Highlight Bei dem Artikel habe ich das Bedürfnis, ein paar Relationen wieder geraderücken zu wollen. Ja, es gibt ätzende und lebensbedrohliche Situationen während der Geburt. Wer bis zum Alter von 27 noch nie einen Kontrollverlust erlebt hat, ist mit einer solchen Situation wahrscheinlich heillos überfordert. Dagegen kann man planen, aber ganz ausschalten kann man das nie. Andererseits: Traumatisierung, Vergewaltigung, Geburt? In einem der reichsten Länder der Welt? Mit einem umfassenden Gesundheitssystem? Mit Vor- und Nachsorge? Geburtsvorbereitungskursen? Guckt mal über den Tellerrand!
    • eleventeen 09.03.2016 02:04
      Highlight Highlight Es gibt nicht wenige frauen, die die geburt mit einer vergewaltigung vergleichen. wenn grenzen von ärzten/hebammen nicht respektiert werden, wenn ohne zu fragen teilweise grobe vaginale untersuche gemacht werden, die frau ausgelacht, beleidigt und bedroht wird, ist der vergleich mit einer vergewaltigung manchmal nicht sehr abwägig...
      mehr zum thema gewalt in der geburtshilfe zb bei "roses revolution deutschland".
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sir Lanzelot 06.03.2016 07:56
    Highlight Highlight Es mag hart klingen, aber ich weiss wovon ich schreibe! - Es ist absolut unverständlich und unverantwortlich, dass diese Kügelitanten (Hebammen) so stark auf natürliche Geburten drängen...
    Aber jeder Mensch ist für sich selber verantwortlich, wer solche Entscheidungen anderen überlässt ist selber schuld! Wenn die Mutter 4 Kaiserschnitte hatte, wird das seine Gründe haben. Also müsste die Tochter mindestens schon mal davon gehört haben! Und die Frage zu stellen: "ja wenn es bei Mami nötig war könnte es bei mir vielleicht auch abzuklären sein?" So viel Eigenverantwortung darf man erwarten!
  • Bloody Mary 06.03.2016 06:38
    Highlight Highlight Ich hatte ein ähnliches Geburtserlebnis bei meiner Tochter. Die Wehen fingen am Mittwochmorgen an und sie wurde schlussendlich am Freitagabend um 2230Uhr per Kaiserschnitt geholt. Ich weiss noch wie ich mich Anfangs als totale Versagerin fühlte da es mit der von mir gewünschten natürlichen Geburt nicht klappte. Das stillen klappte danach ebenfalls nicht. In mir regte sich aber bald der Gedanke das ich ein Recht darauf hatte mich beschissen zu fühlen. Und ich sprach darüber und tue es heute noch, 2 Jahre später. Und es geht mir heute gut.
  • Neno23 06.03.2016 06:33
    Highlight Highlight ich finde es unglaublich schwierig, sich vorzustellen, was mann unter der geburt will und braucht. vorallem als erstgebärende. woher soll ich das den jetzt wissen? jetzt beim zweiten kind, weiss ich ein bisschen mehr. aber nur weil ich mich anders darauf vorbereite und merke, beim ersten kind hätte es doch anders sein müssen. ein geburtstrauma hatte ich aber nicht, die geburt war trotz schwierigkeiten gut. ich bin eine sehr glückliche mama und hatte von anfang an eine bindung zu meinem kind. so ein glück. aber vor der nächsten geburt habe ich noch mehr angst als noch vor der ersten
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 06.03.2016 14:58
      Highlight Highlight Und auch diese Angst werden Sie überwinden können, einfach weil Sie wissen, wie stark Sie bei der ersten Geburt waren.
  • eleventeen 06.03.2016 02:01
    Highlight Highlight ich kann jeder frau nur empfehlen, sich intensiv mit der geburt auseinanderzusetzen sowie evt auch altenative, ausserklinische geburtsorte in betracht zu ziehen.

    eine vertraute, profesionelle 1:1 betreuung, bei der sich die gebärende sicher und emotional gut aufgehoben fühlt ist die wichtigste voraussetzung für eine komplikationslose geburt.

  • The Host 06.03.2016 00:48
    Highlight Highlight Finde das Thema sollte unbedingt diskutiert werden. Den Schreibstiel des Artikels erachte ich aber als unpassend.
    • WStern 06.03.2016 01:24
      Highlight Highlight @The Host: Wieso, wenn ich fragen darf?
    • The Host 06.03.2016 07:51
      Highlight Highlight Habe keine Germanistik oder ähnliches studiert, bin also mit Schreibstilbezeichnungen nicht ganz Sattelfest. Der Stil wirkt auf mich kriminalistisch und dramatisierend. Hinzu kommen reisserische Schlagworte sowie eine kühle Distanz zum Thema und vor allem zu den Betroffenen.
    • ulia 06.03.2016 09:01
      Highlight Highlight @TheHost sehe ich genau so... Wirkt unpassend.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mayadino 05.03.2016 23:34
    Highlight Highlight Leider wirklich ein thema über das viel zu wenig gesprochen wird. Auch das thema gewalt unter der geburt. Der schlimmste moment bei der geburt meines sohnes war, als ich im op ausgelacht wurde, weil ich mich nicht mehr an die namen all der leute erinnern konnte.
    • fuegy 07.03.2016 14:35
      Highlight Highlight Ausgelacht oder war es einfach nur eine witzige Situation?
  • l'aglia 05.03.2016 23:07
    Highlight Highlight Ein sehr spannender Artikel! Leider werden viele psychische Problem auch heute noch oft totgeschwiegen statt fundiert thematisiert.
  • elivi 05.03.2016 22:25
    Highlight Highlight Ich kann mich noch daran erinnern das hier auf watson ne foto reihe war von frauen frisch nach der geburt mit kind. Mit dem motto: habt keine angst vor der geburt, schau wie glücklich die frauen sind .... Ich fand die foto reihe schon damals daneben. Schön und gut aber vor ner geburt angst zu haben ist voll und ganz gerechtfertig. Vor jedem spitalaufenthalt.
    • Biindli 05.03.2016 23:22
      Highlight Highlight Man soll Ängste thematisieren dürfen. Aber grundsätzlich muss man keine Angst davor haben. Und ich finde es nicht verwerflich wenn man positive Bilder zur Geburt postet, im Gegenteil. Sowie es auch wichtig ist solche Artikel zu schreiben.
  • Arthur Philip Dent 05.03.2016 21:39
    Highlight Highlight Es gibt auch andere Perspektiven. Als Mann drei Geburten miterlebt. Eine im Spital, zwei zu Hause. Das Fazit ist in dem Fall einfach. Mehr dazu: http://hausgeburt-schweiz.ch
    • Biindli 05.03.2016 22:01
      Highlight Highlight Ich denke, dass wichtigste ist, dass sich Frau wohlfühlt. Für mich hat das mit dem Spital gestimmt für eine andere ist eine Hausgeburt das Richtige.
  • The Firefighter 05.03.2016 21:35
    Highlight Highlight Irgendwie sehe ich das Problem nicht wirklich. Unsere Tochter war eine Sternenguckerin und mit einem sogenannten hohen Geradstand wäre sie im Leben selber auf die Welt gekommen. Nach mehreren Stunden Presswehen, wurde sie schlussendlich per Kaiserschnitt geholt. Ihr glaubt gar nicht, wie viele Ärtze sich selber bei meiner Frau vaginal vergwissern wollten. Alle sind wohlauf und wir sind einfach nur froh, sind unsere Tochter und meine Frau gesund. Nach bald zwei Jahren ist das zweite unterwegs und wir hoffen, dass die kommende Geburt etwas einfacher wird.
    • Johannes F 06.03.2016 00:13
      Highlight Highlight Das Problem, das Sie nicht sehen, ist, dass eine schwere Geburt offensichtlich eine traumatische Erfahrung für die Mutter sein kann. Und dies wird in der Gesellschaft und offenbar auch im Spital selbst zu wenig ernst genommen. Dies ist ein Problem und es ist sehr wichtig und wertvoll, dass es thematisiert wird.
    • The Firefighter 06.03.2016 18:26
      Highlight Highlight @Johannes F
      Für irgend etwas gibt es auf dieser Welt Psychologen. Vielleicht wäre es an der Zeit, sich ein paar Sitzungen zu gönnen, wenn eine Geburt derart Spuren hinterlässt.
  • idelotta 05.03.2016 20:47
    Highlight Highlight Zwei meiner Freundinnen haben im Unispital geboren. Ich war schockiert als ich hörte, wie ihre Hebammen mit ihnen während der Geburt umgingen und was sie ihnen sagten, da hatte ich schon vom zuhören ein Geburtstrauma! Wie kann man in so einem Beruf derartig grob sein? Natürlich sind nicht alle so, aber ich werde mir 100%ig eine eigene Hebamme suchen- in einem Geburtshaus.
  • Miicha 05.03.2016 19:35
    Highlight Highlight Das Problem ist auch das Frauen vom Spital Heim kommen und keine Ahnung haben. Nur 10 Tage mit der Hebamme reichen nicht!
    • Biindli 05.03.2016 21:59
      Highlight Highlight Das Wochenbett kann man aber sehr einfach verlängern. Meine Hebamme hat mich nach zwei Wochen gefragt ob sie eine Verlängerung einreichen soll. Habe ich nicht gebraucht, aber eine Freundin hat auf 6 Wochen verlängert. ohne Probleme.
  • SVRN5774 05.03.2016 19:13
    Highlight Highlight Egal ob bei Geburt oder bei irgendwelche andere Krankheiten,
    Ärzte und Pfleger sollten die Patienten vorallem emotional unterstützen.
    Es ist sogar bewiesen, dass die Patienten schneller heilen.

    Leider hat es im medizinischen Bereich viele Angestellte, die nur negative Energie verbreiten.
    Solche Menschen haben nicht einmal Freude an ihre Arbeit und ich frage mich was sie dann in diesen Beruf verloren haben.
    • Oma Wetterwachs 05.03.2016 20:32
      Highlight Highlight Ich denke, sie hätten sehr wohl Freude an Ihrer Arbeit, wenn sie sich nicht z. B. nachts alleine um 50 Patienten kümmern müssten!

      Zu diesem Thema empfehle ich einen Podcast vom WDR Fernsehen:

      https://itunes.apple.com/de/podcast/die-story-zum-mitnehmen/id329847121?mt=2&i=361094960

    • Ottson 05.03.2016 20:56
      Highlight Highlight Naja und wer ersetzt die dann? Sie? Ich bezweifle es! Es wäre zwar schön wenn alle happy wären, mir ists lieber sie verstehen was von ihrem Job.
    • torpedo 05.03.2016 21:35
      Highlight Highlight Vielleicht solltest du auch mal die Sicht des Gegenübersbeachten. Der mentale, finanzielle und zeitliche Druck auf das medizinische Personal ist enorm. Hinzu kommen die Erwartungen und Ansprüche der vielen gleichzeitig behandelten Patienten. Dem gerecht zu werden und gleichzeitigdem Patienten auf einer emotionalen Ebene (die unbestitten essentiell ist) zu begegnen, ist nicht gerade sehr einfach!
  • Biindli 05.03.2016 18:51
    Highlight Highlight In unserem Geburtsvorbereitungskurs wurden auch schwierige Geburtsverläufe (Zange, Saugglocke, Notkaiserschnitt etc) angeschaut. Ausserdem durften wir unsere Wünsche und auch Ängste zur Geburt in einem vorgängigen Gespräch äußern. Ich bin negativ überrascht, dass sowas anscheinend nicht Standard ist. Für was macht man denn sonst so einen Kurs.
  • Oma Wetterwachs 05.03.2016 18:44
    Highlight Highlight Da ich keine Kinder habe (und wollte), habe ich mich noch nie mit diesem Thema beschäftigt. Aber auf jeden Fall Danke für diesen Einblick. Ich bin in vieler Hinsicht bestürzt; aber besonders, dass das Thema Geburt an sich unter Müttern offensichtlich nicht stattfindet. Müsste man sich nicht gegenseitig stärken und unterstützen?
    • Miicha 05.03.2016 19:33
      Highlight Highlight Nirgends wird so oft gelogen wie unter Müttern... Versuche Gegensteuer zu geben und ehrlich zu sein, bringt ja keinem was.
  • Chihirovocale 05.03.2016 18:14
    Highlight Highlight Ein unglaublich wichtiges Thema, das öfter thematisiert werden sollte um das Verständnis und die Wertschätzung für die Betroffenen Frauen zu fördern.
    Genauso wie Beiträge darüber, dass Spitalgeburt nicht zwingend sichere Geburt heisst, natürlich nur unter idealen Voraussetzungen.
  • NikolaiZH 05.03.2016 18:12
    Highlight Highlight Ich finde dass genau das thema bei geburtsvorbereitung oft gar nicht tangiert wird
  • shoerli 05.03.2016 18:05
    Highlight Highlight Unglaublich interessanter Artikel, zu einem Tabu-Thema, von dem man öfters sprechen sollte.
    • Coup 05.03.2016 19:31
      Highlight Highlight Vielen Dank fürs Kompliment, shoerli! Anna Miller hat sich wirklich reingekniet und sich richtig lang mit dem Thema beschäftigt. Wenn du in Zukunft gerne mehr derartige Texte so kunstvoll illustriert lesen möchtest, werde Teil von Coup und unterstütze unsere Crowdfunding-Kampagne bei wemakeit: https://wemakeit.com/projects/digitales-magazin-coup
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 07.03.2016 06:50
      Highlight Highlight @Coup
      Ist das nicht ein allzu offensichtlicher Werbehaken?
    • Coup 07.03.2016 10:10
      Highlight Highlight Doch, wahrscheinlich schon :-) Deswegen haben wirs auch nur einmal gemacht. Musst einfach wissen: solche Texte fliegen nicht einfach umsonst durchs Netz. Sind deshalb froh, um Unterstützung, wenn sie dir gefallen. Aber jetzt soll es hier nur ums Thema gehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Yelina 05.03.2016 17:27
    Highlight Highlight Ich habe meine eigenen Gründe, wieso ich keine Kinder will, aber nach der Lektüre dieses Berichts, kommt noch ein Punkt auf die Liste hinzu. Die armen Frauen, solche Schmerzen und so ausgeliefert, mich schauderts.
    • Ylene 05.03.2016 18:40
      Highlight Highlight Schau, ich hatte beide Extreme. Meine zweite Geburt war sehr leicht u kurz u nur mit Hebamme (ging zu schnell für den Arzt) - da ist es supereinfach, auf Schmerzmittel zu verzichten. Danach (noch Wochen darauf!) fühlte ich mich grossartig u hätte Bäume ausreissen können. Meine erste Geburt war sowas wie oben beschrieben, aber glücklicherweise mit tollem Arzt u Hebamme. Ohne 1. Welt-Medizin wären Göfi u ich jedenfalls elendiglich verreckt. Zum Glück wars dann ein sehr ruhiges u pflegeleichtes Baby, aber ich war für Wochen völlig deprimiert, verunsichert u fühlte mich als totaler Versager.

Strandbad als Schandbad

Vor über 100 Jahren eröffnete Weggis das erste Strandbad ohne Geschlechtertrennung. Das kurbelte den Tourismus an, gefiel jedoch längst nicht allen Zeitgenossen!

Weggis ist sehr mutig, aber Weggis hat grosses Pech. Denn der Kurort am Vierwaldstättersee baut 1919 das erste Freibad der Schweiz ohne Geschlechtertrennung – das ist angesichts der damals vorherrschenden Vorstellungen von Sittlichkeit sehr bemerkenswert. Doch die geplante Eröffnung am 13. Juli 1919 fällt buchstäblich ins Wasser, denn es regnet in Strömen. Der Weggiser Kurverein, der sich das Lido ganz ohne bauliche Trennung von Frauen und Männern geleistet hat, verschiebt die Eröffnung …

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