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682'000 Lebewesen im Labor – Zahl der Tierversuche in der Schweiz steigt um über 12 Prozent



2015 sind in der Schweiz rund 682'000 Tiere für Tierversuche eingesetzt worden. Das sind über 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anstieg hat mit Verhaltensstudien an Herden zu tun. Auch belastende Versuche nahmen aber zu.

Tierversuche Makake Affe Primatenstuhl

Tierversuch an einem Makaken. Bild: swp.de

Für einzelne Studien sei eine grosse Anzahl Tiere eingesetzt worden, schreibt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) in einer Mitteilung vom Donnerstag – namentlich Fische, Amphibien, Geflügel und gentechnisch veränderte Mäuse.

An Geflügelherden wurden Untersuchungen zur Haltungsform und Fütterung durchgeführt. Bei den Amphibien ging es um Artenschutzprojekte. So wurden etwa 23'000 Kaulquappen unter Laborbedingungen gezüchtet und anschliessend an unterschiedlichen Orten freigelassen. Das Ziel war es, die Einflussfaktoren für die Entwicklung zu erkennen.

Mehr belastende Versuche

Angestiegen ist aber auch die Zahl der belastenden Versuche. Für Versuche mit schwerer Belastung wurden 14'200 Tiere eingesetzt, rund 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Einer mittelschweren Belastung waren 143'300 Tiere ausgesetzt, rund 15 Prozent mehr als im Vorjahr.

Insgesamt kamen rund drei Viertel der Tiere in nicht oder wenig belastenden Versuchen zum Einsatz. Rund 21 Prozent der Tiere waren einer mittelschweren und 2 Prozent einer schweren Belastung ausgesetzt.

Schwere Belastung für Nagetiere

Für schwer belastende Versuche wurden vor allem Mäuse, Ratten und andere Nagetiere sowie Fische eingesetzt. Daneben mussten 15 Schafe und Ziegen sowie zwei Hunde und eine Katze schwer belastende Versuche erleiden.

Eine Maus sitzt am 24. Januar 2006 auf der Hand eines Angestellten in einem Labor fuer Tierversuche in Bar Harbor, USA. Am Freitag, 24. April 2009, ist

Eine Maus in einem Labor. Bild: AP

Von mittelschweren Belastungen waren neben rund 122'000 Mäusen und über 16'000 Ratten hunderte Hühner, Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine betroffen. Hinzu kommen 262 Hunde und 75 Katzen sowie 23 Primaten.

Vor allem Grundlagenforschung

72 Prozent aller Versuchstiere waren Nagetiere. Fast zwei Drittel der Tiere – rund 451'000 – wurden in der Grundlagenforschung eingesetzt, 20 Prozent für Entwicklung und Qualitätskontrolle. In der medizinischen Diagnostik wurden 3600 Tiere eingesetzt, halb so viele wie im Vorjahr.

Am meisten Tierversuche wurden in den Kantonen Basel, Zürich und Bern durchgeführt, keine Tierversuche gab es in den Kantonen Appenzell Innerrhoden und Obwalden. Tierversuche müssen bewilligt werden.

Tierschutz: «Entsetzlicher Anstieg»

Tierversuche mit Affen sind besonders umstritten (Archiv)

Primat hinter Gittern. Bild: KEYSTONE/AP/JOERG SARBACH

Der Schweizer Tierschutz (STS) kritisiert die Entwicklung. Er spricht von einem «entsetzlichen Anstieg». Jährlich flössen mehr als hundert Millionen Franken Fördergelder in die Forschung mit Tieren an Hochschulen, hält der STS in seiner Mitteilung fest. Die Erforschung tierversuchsfreier Verfahren friste dagegen trotz gesetzlicher Pflicht ein stiefmütterliches Dasein.

Der Bund und der Nationalfonds müssten endlich die Vorgaben der Tierschutzgesetzgebung respektieren, fordert der STS. Statt fragwürdige Tierversuche zu unterstützen, sollten prioritär Projekte finanziert werden, die dem Ersatz belastender Tierversuche dienten.

Ersetzen, vermindern, verbessern

Der Verein «Forschung für Leben» widerspricht: In Schweizer Tierversuchslabors genössen die drei Prinzipien Ersetzen, Vermindern und Verbessern hohe Akzeptanz, schreibt er gestützt auf eine Umfrage. In der Grundlagenforschung sei aber der Ersatz von Tierversuchen in vitro oder mit Computermodellen nur sehr beschränkt möglich.

Viele Forscherinnen und Forscher gehen laut «Forschung für Leben» über die vorgeschriebenen Standards hinaus. Die Anstrengungen, welche Schweizer Hochschulen bezüglich der drei Prinzipien unternähmen, beispielsweise in der Aus- und Weiterbildung, seien höchst erfolgreich.

(sda)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 12.08.2016 04:15
    Highlight Highlight Ich wünsche jedem Tierversucher, dass er selber einmal als Versuchskaninchen herhalten muss. Wetten dass die Tierversuche von einem Tag auf den anderen verschwinden?
    • MarZ 12.08.2016 06:40
      Highlight Highlight Wenn es keine Tierversuche gäbe, wären tatsächlich Menschen die Versuchskaninchen...
    • slibi 12.08.2016 09:53
      Highlight Highlight Aber den medizinischen Fortschritt nimmst du trotzdem dankend an oder? Grundlagenforschung z.B. in der Onkologie ist nunmal auf Tierversuche angewiesen. Wenn man auf solche Forschung verzichten will, dann kann man Tierversuche verschwinden lassen, ansonsten sind sie nunmal notwendig.
    • Normi 12.08.2016 11:08
      Highlight Highlight @Spooky

      Dann solltest DU auch auf alle Produkte die mit Tierversuchen gemacht wurden verzichten einschliesslich aller Medikamente die es zurzeit gibt
    Weitere Antworten anzeigen

Kommen wir nun zu den Sex-Wieseln ...

Warum? Weil der Chef das so wollte. Und damit du beim nächsten Kunstmuseumsbesuch weisst, warum hochkarätige Renaissance-Ladys haufenweise Wiesel streicheln.

Da ist sie, die berühmte Dame mit dem Hermelin, die Leonardo da Vinci 1490 gemalt hat. Und wie guckt sie?

Keusch?

Oder doch eher verführerisch?

Wer weiss. Da Vinci hat es schliesslich verstanden, seine Modelle mit einem geheimnisvollen Nebel zu umgeben, der sich zu keiner Zeit lichtet. Ihre Gesichter bleiben Rätsel und ihre Vieldeutigkeit wird sie für immer schützen vor dem allzu menschlichen Drang, sie einer einzig wahren Bedeutung zuzuführen.

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