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Krawatten-Träger schaffen das, was Hippies nicht hinbekamen: Legalisierung von Drogen

In den meisten US-Bundesstaaten kann schon mehr oder weniger legal gekifft werden. Ein Land in Europa ist sogar bei Heroin tolerant.

Pascal Ritter / Nordwestschweiz



Was Hippies in wallenden Gewändern nicht erreichten, gelingt nun Geschäftsmännern in Anzügen: die Legalisierung von Cannabis. Libanon will auf Rat der Wirtschaftsberater von Mc Kinsey das Kiffen erlauben. Darin sehen die Ökonomen ein Potenzial, um die Wirtschaft in Gang zu bringen.

Was in dem nahöstlichen Staat zurzeit vor sich geht, steht exemplarisch für einen globalen Paradigmenwechsel in der Drogenpolitik. Diese Woche forderte die Basler FDP, dass alle Drogen, von so genannt weichen wie Cannabis, bis hin zu harten wie Kokain und Heroin, «legalisiert, kontrolliert und besteuert werden».

Legal kiffen in den USA

Jahrzehntelang führte allen voran die US-Regierung einen globalen Krieg gegen Drogen. Konsumenten in der Heimat wurden hart bestraft, und in Ländern wie Kolumbien, wo Drogen angebaut werden, wurden sogar bewaffnete Konflikte angeheizt, um den Dealern den Nachschub abzuschneiden.

Heute ist der Konsum von Cannabis in den meisten Bundesstaaten zumindest teilweise legal. Während an der Westküste Cannabis ohne weiteres geraucht werden darf, ist der Konsum zu medizinischen Zwecken, etwa zur Schmerzlinderung, auch in vielen eher konservativen Bundesstaaten legal.

Das Drogenproblem der USA wird heute nicht mehr von Heroin oder Koks, sondern von süchtig machenden Schmerzmitteln verkörpert. Mehr als zwei Millionen US-Amerikaner sollen bereits süchtig nach den Pillen sein.

epa06401748 A woman poses with marihuana plants during a rally to promote the cannabis home production for medicinal use, in Asuncion, Paraguay, 21 December 2017.  EPA/Andres Cristaldo

2003 legalisierte der südamerikanische Kleinstaat Uruguay den Cannabiskonsum. Bild: EPA/EFE

Hanfindustrie entsteht

Der Konsum von harten Drogen wie Kokain oder Heroin ist in den USA weiterhin verboten, nicht aber im Drogenanbauland Kolumbien. Das Land, das einen sehr hohen Blutzoll beim Kampf gegen den Anbau von Kokain zahlte, hat bereits 1988 der Kriminalisierung des Konsums die Verfassungsgrundlage entzogen. 2003 legalisierte der südamerikanische Kleinstaat Uruguay den Cannabiskonsum.

Seit dem letzten Jahr gibt es auch einen G-7-Staat, in dem der Konsum von Cannabis im ganzen Land legal ist. Präsident Justin Trudeau liberalisierte die Modedroge in Kanada, was für weltweites Aufsehen sorgte. Eine Hanfindustrie ist seither im Entstehen.

Portugal tolerant auch bei Heroin

In Europa klafft ein Graben zwischen den Gesetzen und deren Umsetzung. Die Niederlande etwa haben den Ruf als Kifferland. Mit Erstaunen nehmen Touristen jeweils zur Kenntnis, dass harte Drogen im Land von Tulpen und anderen Blüten verboten sind. Lediglich in den Coffeeshops dürfen kleine Mengen von Cannabis unter Auflagen an Kunden abgegeben werden. Kokain ist verboten, der Besitz von sehr kleinen Mengen von harten Drogen wird aber in der Regel nicht geahndet.

Am liberalsten ist in diesem Zusammenhang Portugal. Der Besitz von bis zu 2 Gramm Kokain ist zwar verboten, wird aber nicht hart geahndet. Das Geiche gilt für ein Gramm Heroin. Während vielerorts der Konsum von Drogen liberalisiert wurde, gibt es auch Länder, etwa die Philippinen, in denen Dealer und Junkies gnadenlos gejagt werden. Der Antidrogenkrieg kostete mehrere tausend Menschenleben. (aargauerzeitung.ch)

KIFFEN

So soll das legale Kiffen in der Schweiz ablaufen

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Kreasty 23.08.2018 09:45
    Highlight Highlight Auf Bundesebene ist Gras immer noch eine lvl 1 Droge und wird Strafrechtlich verfolgt. Wenn das DEA was dagegen hat, aber dein Bundesstaat es erlaubt, können sie es trotzdem alles und zerstören.
  • Dinifattar 22.08.2018 23:08
    Highlight Highlight Kein wunder schaffen es die krawattenträger, da es einmal mehr ums geld geht!
  • Gzuz187ers 22.08.2018 19:46
    Highlight Highlight Cannabis soll eine Modedroge sein?
  • dä dingsbums 22.08.2018 19:07
    Highlight Highlight Hallo Watson,

    Der Konsum wurde in Uruguay im Jahr 2013 legalisiert, nicht 2003.
  • Silent_Revolution 22.08.2018 17:27
    Highlight Highlight "Der Drogenkrieg kostete mehrere tausend Menschenleben"

    Was für eine Verharmlosung der Problematik.

    Wenn man die Toten im letzten Jahrhundert die durch rivalisierende Drogenbanden, Konsumenten die durch verdreckte Substanzen an Folgeerkrankungen starben, ungeplante Selbsttötungen durch unbekannten Reinheitsgehalt und schlussendlich die Toten durch militärisches und polizeiliches Vorgehen gegenüber Besitzern von illegalen Substanzen weltweit betrachtet befinden wir uns eher bei 100 Millionen Toten über den gesamten Zeitraum.

    Der Drogenkrieg ist eines der grössten Verbrechen der Neuzeit.
  • Frank Eugster 22.08.2018 15:39
    Highlight Highlight Macht Sinn, denn die Schlipsträger der Bank- und Versicherungsbranche sollen endlich straffrei koksen können.
    • Armend Shala 22.08.2018 20:42
      Highlight Highlight Als ob das diejenigen wären, die wegen Cocikonsum eingebuchtet werden.
  • rodman 22.08.2018 15:34
    Highlight Highlight Klassisches "It took Nixon to go to China".
  • Henzo 22.08.2018 15:29
    Highlight Highlight "Libanon will auf Rat der Wirtschaftsberater von Mc Kinsey das Kiffen erlauben. Darin sehen die Ökonomen ein Potenzial, um die Wirtschaft in Gang zu bringen."

    Das sagt ja schon alles...
  • Paesq 22.08.2018 15:21
    Highlight Highlight Die "modedroge" cannabis.. :D
  • DingoAteMyBaby 22.08.2018 14:40
    Highlight Highlight Hier nochmals der Link zu einer 3sat Doku über das Thema:

    http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=67389

    (Hoffe es funktioniert noch)
  • Garp 22.08.2018 14:22
    Highlight Highlight Viele Hippies sind ja Krawattenträger geworden ^^ .