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Soldier of the Swiss army wearing protective face mask looking at a smartphone with the app using Decentralized Privacy-Preserving Proximity Tracing (DP-3T) during a test, with 100 soldiers, during the state of emergency of the coronavirus disease (COVID-19) outbreak, in the military compound of Chamblon near Yverdon-les-bains, Switzerland, Thursday, April 30, 2020. Secure contact tracing could be a powerful tool to fight the spread of COVID-19. A unique, decentralized system developed as part of an international consortium, including Swiss Federal Institute of Technology, EPFL Lausanne and ETH Zurich, will soon be launched with the support of the Swiss Federal Office of Public Health. DP-3T proposes a secure, decentralized, privacy-preserving proximity tracing system based on the Bluetooth Low Energy standard. Its goal is to simplify and accelerate the process of identifying people who have been in contact with someone infected with the SARS-CoV-2 virus. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Militärangehörige sind fleissig am Testen. Der Bundesrat entscheidet diese Woche, wie man die Proximity-Tracing-App der Bevölkerung schmackhaft macht. Bild: KEYSTONE

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Diese Fehler darf die Schweiz mit ihrer Corona-Warn-App keinesfalls machen

Der Starttermin für die Schweizer Proximity-Tracing-App rückt näher. Nun sind auch die Landesregierung und die Kantone gefordert.



Einige Länder haben sich schon am digitalen Contact Tracing versucht. Doch alle sind mit ihren Apps gescheitert oder zumindest hinter den Erwartungen geblieben.

Dafür gibt es verschiedene Gründe, wie wir gleich sehen. Technischer Natur. Aber auch organisatorisches Versagen sowie krasse strategische Fehlleistungen.

Die gute Nachricht aus Schweizer Sicht: Wir sind in einer hervorragenden, ja einzigartigen Ausgangslage. Und wir können aus Irrtümern unserer Nachbarn und weit entfernter Länder lernen und es besser machen.

Proximity was?

Proximity-Tracing-App ist eine andere Bezeichnung für Contact-Tracing-App. In den Medien ist auch von Corona-Warn-App die Rede.
Die Entwickler der «Schweizer Lösung» DP-3T, um die es in diesem Beitrag geht, verwenden die Bezeichnung Proximity-Tracing-App. So ist eine Abgrenzung zum herkömmlichen Contact Tracing möglich (das durch Menschen durchgeführt wird).
«Proximity» bezieht sich auf die Funktionsweise: Durch Bluetooth-Signale wird die Annäherung von zwei Mobilgeräten (Usern) bestimmt.

Ausgangslage

Der Bundesrat muss diese Woche entscheiden, wie es mit der geplanten Schweizer Corona-Warn-App losgeht. Konkret gilt es, die Kommunikationsstrategie festzulegen und die Schritte rund um die Lancierungs-Phase zu planen.

Das eidgenössische Parlament will in der laufenden Sondersession die gesetzliche Grundlage diskutieren.

Eine erste App-Version könnte am 11. Mai für iPhone- und Android-Nutzer verfügbar sein, wie der Epidemiologe Marcel Salathé letzte Woche gegenüber den Medien bestätigte. Und bis «Mitte Mai» soll die finale Software vorliegen. Wobei auch gleich die Schnittstellen (APIs) genutzt werden sollen, die Apple und Google derzeit vorbereiten.

Die Ausgangslage ist weltweit einzigartig. Das europäische DP-3T-Konsortium hat unter Leitung der Eidgenössisch-Technischen Hochschulen Lausanne (EPFL) und Zürich (ETHZ) die Proximity-Tracing-Software entwickelt und die organisatorischen und rechtlichen Grundlagen erarbeitet. Diese braucht es für einen sicheren und datenschutzkonformen Betrieb. Wobei die Verantwortung letztlich beim Staat liegt.

In wissenschaftlich-technischer Hinsicht kommt dem DP-3T-Protokoll, das Open Source ist, international Pioniercharakter und eine Führungsrolle zu. Mehrere Länder haben angekündigt, eine darauf basierende App zu lancieren. Auch Apple liess sich von der «Schweizer Lösung» inspirieren, die eine dezentralisierte Datenspeicherung vorsieht.

Die Ingenieure in Cupertino waren schon früh vom Westschweizer IT-Experten Edouard Bugnion (DP-3T) kontaktiert worden. Der VMware-Mitgründer bat sie, eine Lösung zu finden für ein Problem, das die Entwicklung und Lancierung von Bluetooth-basierten Proximity-Tracing-Apps erschwerte.

Am Dienstag informierte das DP-3T-Team via Twitter, dass es mit Entwicklern und Designern aus Deutschland, Estland, Finnland, Italien, Österreich und Portugal zusammenarbeitet. Ziel ist eine länderübergreifende Funktionsweise (Interoperabilität) der nationalen Corona-Warn-Apps.

«Wir haben keinen Anspruch, dass unsere Lösung zu einer globalen Lösung wird. Wir sind aber in Kontakt mit Forschern rund um die Welt.»

Marcel Salathé, DP-3T

Damit sind wir bei den Anforderungen, die die Schweizer Corona-Warn-App aus Sicht unabhängiger Experten erfüllen muss. Es ist ein ganzer Anforderungskatalog.

Was nicht verhandelbar ist

Der Chaos Computer Club, kurz CCC, kämpft gegen digitale Überwachung und hat in einer Stellungnahme erklärt, dass digitales Contact Tracing möglich sei, «ohne eine Privatsphäre-Katastrophe» zu schaffen.

Der CCC Deutschland formuliert zehn «Prüfsteine», um Corona-Warn-Apps aus technischer und gesellschaftlicher Perspektive zu beurteilen:

  1. Epidemiologischer Sinn & Zweckgebundenheit:
    «Die App selbst und jegliche gesammelte Daten dürfen ausschliesslich zur Bekämpfung von SARS-CoV-2-Infektionsketten genutzt werden. Jede andere Nutzung muss technisch so weit wie möglich verhindert und rechtlich unterbunden werden.»
  2. Freiwilligkeit & Diskriminierungsfreiheit:
    «Menschen, die sich der Nutzung verweigern, dürfen keine negativen Konsequenzen erfahren. Dies sicherzustellen, ist auch eine Aufgabe von Politik und Gesetzgebung.»
  3. Grundlegende Privatsphäre:
    «Die Nutzerinnen sollten keiner Person oder Institution mit Ihren Daten ‹vertrauen› müssen, sondern dokumentierte und geprüfte technische Sicherheit geniessen.»
  4. Transparenz und Prüfbarkeit: ✅
    «Der vollständige Quelltext für App und Infrastruktur muss frei und ohne Zugangsbeschränkungen verfügbar sein [...].»
  5. Keine zentrale Entität, der vertraut werden muss: ✅
    «Die Sicherheit und Vertraulichkeit des Verfahrens muss [...] ausschliesslich durch das Verschlüsselungs- und Anonymisierungskonzept und die Verifizierbarkeit des Quellcodes gewährleistet werden können.»
  6. Datensparsamkeit: ✅
    «Es dürfen nur minimale und für den Anwendungszweck notwendige Daten und Metadaten gespeichert werden.» Und was Daten zu Forschungszwecken betrifft: «Für freiwillige [...] Datenerhebungen zum Zweck der epidemiologischen Forschung muss in der Oberfläche der App eine klare, separate Einwilligung explizit eingeholt und jederzeit widerrufen werden können.»
  7. Anonymität: ✅
    «Die Daten, die jedes Gerät über andere Geräte sammelt, dürfen zur Deanonymisierung ihrer Nutzer nicht geeignet sein.»
  8. Kein Aufbau von zentralen Bewegungs- und Kontaktprofilen: ✅
    «Das System muss so beschaffen sein, dass weder absichtlich noch unabsichtlich Bewegungsprofile (Standortverfolgung) oder Kontakt-Profile (auf konkrete Menschen zurückführbare Muster von häufigen Kontakten) aufgebaut werden können.»
  9. Unverkettbarkeit: ✅
    «Egal auf welchem Weg IDs (Kennnummern der zur Tracing-App gehörenden Handys) im Infektionsfall kommuniziert werden, muss ausgeschlossen sein, dass die gesammelten Contact-Tracing-Daten über längere Zeiträume verketten werden können.»
  10. Unbeobachtbarkeit der Kommunikation: ✅
    «Auch wenn die Übermittlung einer Nachricht im System beobachtet wird (z. B. über die Metadaten der Kommunikation), darf daraus nicht geschlossen werden können, dass eine Person selbst infiziert ist oder Kontakt zu Infizierten hatte.»

Das DP-3T-Protokoll erfüllt alle vom CCC formulierten Kriterien, die die Software an sich betreffen. Und die App selbst, inklusive Benutzeroberfläche (GUI), stammt aus einer erfahrenen Software-Schmiede: von der Zürcher Entwicklerfirma Ubique (Macherin der SBB-App, MeteoSwiss-App etc.). Eine Demo-Version hinterliess bezüglich Design und Usability (Bedienbarkeit) einen starken Eindruck.

Bild

Das sind die ersten offiziellen Screenshots der Schweizer Corona-Warn-App. bild: dp-3t

Auch die ACLU, die American Civil Liberties Union, eine renommierte, nicht-staatliche Menschenrechts-Organisation, hat grundlegende Prinzipien formuliert für die Beurteilung von Proximity-Tracing-Apps. Auch bei diesem Anforderungskatalog schneidet DP-3T hervorragend ab:

Bei den drei letzten Punkten fehlt das Häkchen, weil eine Beurteilung erst nach der App-Lancierung Sinn macht.

Wo ist der Haken?

Beweisen, dass es um die eigene digitale Kompetenz besser steht, als nach gewissen Corona-Patzern zu befürchten ist, muss das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Die Eidgenossenschaft wird als Herausgeberin der Schweizer Proximity-Tracing-App amten und staatliche Stellen zeichnen auch für die Server-Infrastruktur verantwortlich, die es braucht.

Auch Apple und Google überlassen diese zentrale Aufgabe bewusst den Gesundheitsbehörden und halten sich bei der Authentifizierung von Covid-19-Tests raus.

Der Bund muss in Kooperation mit den Kantonen die Rahmenbedingungen gewährleisten, damit die Schweizer Proximity-Tracing-App die erhoffte Wirkung erzielen kann.

Damit sind wir bei den Fehlern, die es rund um die geplante App-Lancierung unbedingt zu vermeiden gilt:

Fehler Nr. 1: Schlechtes «Timing»

Lieber keine App als eine, die schlecht funktioniert.

Bekanntlich stellen Apple und Google Programmierschnittstellen (APIs) zur Verfügung, die das Bluetooth-basierte Proximity-Tracing verbessern und sicherer machen. Möglicherweise entscheidend verbessern, ist anzufügen. Weil damit zum Beispiel der Geräte-Akku geschont werden kann, was gerade bei älteren Smartphone-Modellen äusserst wichtig ist, um die Akzeptanz der Corona-Warn-App zu gewährleisten.

Bild

Die neue App ist noch nicht verfügbar. bild: unsplash

Gewisse Länder sind mit Proximity-Tracing-Apps vorgeprescht, die schlecht oder gar nicht funktionieren, insbesondere was den Datenaustausch zwischen iPhones und Android betrifft. Prominentestes Beispiel ist Singapur mit TraceTogether, wobei das entsprechende Protokoll (OpenTrace) als Open Source zur Verfügung steht und bereits von weiteren Ländern implementiert wurde.

Ein abschreckendes Beispiel bietet auch Australien. Die am 3. Mai lancierte, auf dem OpenTrace-Protokoll basierende australische Corona-Warn-App steht massiv in der Kritik wegen diverser technischer Schwächen.

Die australische Regierung liess bereits verlauten, dass die Software neu programmiert werden solle, um die Apple-Google-Schnittstellen zu implementieren. Fraglich bleibt, ob unzufriedene User einen weiteren Versuch wagen werden, wenn die neue Version in die App Stores kommt.

Aus Schweizer Sicht gilt: Bei einer neuartigen Software wird es Updates brauchen, bis alles rund läuft. Wenn aber der erste Versuch wegen technischer Unzulänglichkeiten in die Hose gehen sollte, wird es schwierig. Lieber keine App als eine, die zum Start nur schlecht oder gar nicht funktioniert. Oder anders ausgedrückt: Natürlich wäre es zu begrüssen, wenn die App ab dem 11. Mai zur Verfügung stünde, weil dann ja die Zwangsmassnahmen massiv gelockert werden sollen. Eine «Hauruck»-Strategie wäre aber sehr riskant.

Fehler Nr. 2: Mangelnde Kommunikation

Die deutsche Regierung hat mit widersprüchlichen Äusserungen das Vertrauen der Bürger in eine staatliche Corona-Warn-App massiv beeinträchtigt, noch bevor eine entsprechende Software verfügbar ist.

Laut Bundesregierung sollen der Software-Konzern SAP und die Deutsche Telekom eine Bluetooth-basierte Proximity-Tracing-App entwickeln. Vom ursprünglich geplanten zentralen Ansatz, den das Konsortium PEPP-PT verfolgt hat, ist die Politik nach massiven Protesten der Zivilgesellschaft weggekommen. Nun soll es ein dezentrales System nach Vorbild DP-3T werden.

Allerdings hält man am umstrittenen Vorhaben fest, dass App-Nutzer freiwillig zusätzliche Informationen mit dem Staat teilen können. Es würden nur pseudonymisierte Daten auf einem Forschungsserver gespeichert, heisst es. Dieses Versprechen wird verunsicherten Bürgern nicht genügen.

Aus Schweizer Sicht gilt: Mit DP-3T hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf das richtige Pferd gesetzt. Statt Industrie-Interessen und Lobbying konnte sich so die wissenschaftliche Expertise der technischen Hochschulen durchsetzen. Doch nun gilt es ernst: Der Bundesrat muss wichtige Entscheide zur App-Lancierung treffen und verständlich kommunizieren, um die Bevölkerung nicht zu verunsichern.

Es gibt einen Vertrauensvorschuss für den Bundesrat, den man nicht verspielen sollte.

Die Schweizer Corona-Warn-App muss sich in unabhängigen Tests als zuverlässig und genügend sicher erweisen, und den erwarteten Zweck erfüllen; das ist das frühzeitige Warnen von Personen, die sich möglicherweise infiziert haben. Ist dies infrage gestellt, muss es die Bevölkerung wissen.

Zudem sollten die Verantwortlichen transparent informieren, wie es mit der Apple-Google-Kooperation weitergeht. In einem Medienbericht aus Deutschland hiess es am Montag:

Apple und Google haben nicht nur das blosse DP-3T-Konzept einer dezentralen verschlüsselten Speicherung von Kontaktlisten auf den Smartphones von der Forscherinitiative übernommen, sondern befinden sich aktuell auch laut Auskunft des Fraunhofer Cispa in einem gemeinsamen Entwicklungsprozess.

quelle: welt.de

Fehler Nr. 3: «Zwängereien» und Drohungen

Eine Proximity-Tracing-App ist ein freiwilliges Hilfsmittel zur Covid-19-Bekämpfung, das auf dem Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger aufbaut. Wenn dieses Vertrauen untergraben wird, ist das für das Vorhaben verheerend.

Kurz bevor am 4. Mai die Einkaufszentren in Polen wieder öffnen durften, wurde ein fragwürdiger Plan der Regierung publik. Offenbar sollte das Betreten von Geschäften ab einer bestimmten Besucherzahl an die Nutzung der an sich freiwilligen staatlichen Corona-Warn-App geknüpft werden. Nach massiven Protesten krebste das zuständige Ministerium zurück. Doch das Misstrauen der Bürger ist nun gross.

Die indische Regierung kündigte am Freitag an, dass alle Arbeitnehmer im öffentlichen und privaten Sektor verpflichtet seien, eine offizielle App zu installieren. Der staatliche App-Zwang erfolgt in Zusammenhang mit der geplanten Lockerung der Ausgangsbeschränkungen (Lockdown).

Die indische Regierung hat im April die Contact-Tracing-App Aarogya Setu lanciert, die Android-Version ist über 50 Millionen Mal heruntergeladen worden. Zuvor hatten schon mehrere Bundesstaaten eigene Apps veröffentlicht.

Aus Schweizer Sicht gilt: Ein App-Zwang war hierzulande glücklicherweise nie vorgesehen. Die Freiwilligkeit wird von DP-3T, aber auch Apple und Google verlangt.

Sollte die Schweizer Warn-App in den ersten Tagen und Wochen nicht die erhofften Aktivierungen erreichen, dürften aber entsprechende Forderungen aus der Politik laut werden. Die Verantwortlichen tun gut daran, kühlen Kopf zu bewahren, und die unverhandelbare Freiwilligkeit zu erklären.

Dies gilt auch für einen indirekten App-Zwang, wie er in Polen für Aufregung gesorgt hat. Wie der CCC formulierte, muss vielmehr ein Diskriminierungs-Verbot durchgesetzt werden. Niemand darf einen Nachteil erfahren, weil die App nicht genutzt wird oder kein Smartphone vorhanden ist.

Und wenn die Schweizer App floppt?

Definieren wir «Flop». Dazu gilt es, zunächst Szenarien anzuschauen, die nach der Lancierung möglich sind:

«False Positives»

Zunächst ist in Erinnerung zu rufen, dass es auch beim traditionellen Contact Tracing sehr viele «False Positives» gibt. Also Leute, die zwar in Kontakt mit infizierten Personen waren, sich aber nicht angesteckt haben. Trotzdem werden sie von Mitarbeitern der Gesundheitsbehörden gewarnt und zu Selbstquarantäne und Tests aufgefordert.

Ist das für die im Einzelnen betroffenen User ärgerlich? Ja. Vielleicht. Ist deswegen das gesamte Vorgehen beim Contact Tracing infrage gestellt? Nein.

Was ist mit «False Negatives», also mit unbemerkten Ansteckungen, die nicht durch die App erfasst werden?

Auch hier gilt in Erinnerung zu rufen, dass das herkömmliche Contact Tracing ebenfalls keinerlei Gewähr bietet, alle Infektionen zu entdecken. Das würde auch niemand behaupten. Und es läuft deswegen niemand Sturm dagegen. Denn es bringt nachweislich etwas, um die Infektionszahlen zu senken.

Bei der App werden wir herausfinden, wie gut und zuverlässig die Alarmierung klappt. Im Vornherein die Flinte ins Korn zu werfen, wäre unverantwortlich. Und dumm, angesichts des Erfolges, der winkt.

Zur Erinnerung: Mit jeder Ansteckung, die wir dank Selbstquarantäne und/oder Tests vermeiden, tragen wir zur schnelleren Überwindung der Coronakrise bei. Und im besten Fall retten wir Leben. Viele Leben!

«Unsicheres» Bluetooth

Dank Privacy by Design ist gewährleistet, dass keine sensitiven Daten auf dem staatlich kontrollierten Server anfallen. Das heisst, Massenüberwachung ist ausgeschlossen.

Aber was ist mit der Bluetooth-Verbindung, die aktiviert sein muss, damit die Proximity-Tracing-App funktioniert?

Wenn Bluetooth-Sicherheitslücken publik werden, die iPhones und Android-Smartphones im grossen Stil angreifbar machen, müssen sie Apple und Google umgehend mit einem Notfall-Update schliessen. Dieses Vorgehen war bislang üblich und erhält in der Coronakrise zusätzliches Gewicht.

Es gilt aber auch, festzuhalten, dass Hackerangriffe über die Bluetooth-Verbindung physische Nähe zum Gerät erfordern, was die Zahl möglicher Opfer einschränkt.

Allen vorsichtigen Zeitgenossen steht es selbstverständlich frei, Bluetooth jederzeit zu deaktivieren. Und man kann die Proximity-Tracing-App jederzeit deinstallieren.

Allen Skeptikern ist in Erinnerung zu rufen, dass die Corona-Warn-App ein freiwilliges Hilfsmittel ist und dies von den Verantwortlichen bei DP-3T immer so dargestellt wurde. Die eigentliche «Wunderwaffe» sind die User selbst, die mit vernünftigem Verhalten am meisten beitragen können.

Kommentar des Digital-Redaktors

Am 26. März kommentierte ich:

Die Proximity-Technologie kann die Welt nicht vor Covid-19 retten, aber sie kann dazu beitragen, dass wir die Situation unter Kontrolle behalten.

Und weiter:

Bleibt zu hoffen, dass auch hierzulande noch rechtzeitig realisiert wird, welches Seuchenbekämpfungs-Potenzial unsere Smartphones bieten. Gerade bei der Proximity-Technologie würden wir sonst eine Riesenchance verpassen.

Meine Hoffnung hat sich erfüllt.

Der damalige Beitrag trägt einen zugespitzten Titel, das räume ich selbstkritisch ein («Wie eine App die Schweiz vor Covid-19 retten kann»), und er traf inhaltlich nicht ins Schwarze. Zum Glück nicht, wie wir heute wissen.

Das Österreichische Rote Kreuz hatte sich bei seiner Corona-Warn-App zunächst für die Schweizer p2pkit-Technologie (Uepaa) entschieden, was ich als vielversprechend bezeichnete. Das ermöglichte es in unserem östlichen Nachbarland, vergleichsweise schnell eine entsprechende Smartphone-App zu lancieren. Doch inzwischen haben die Österreicher angekündigt, aufs dezentrale Protokoll von DP-3T zu wechseln.

Der Schweiz bietet sich eine historische Gelegenheit. Als erstes Land kann sie eine Corona-Warn-App lancieren, die auf dem DP-3T-Protokoll basiert.

Dank der Innovationskraft und dem unermüdlichen Engagement hiesiger Experten kann die «Schweizer Lösung» zum Gold-Standard werden. Jedoch gilt es bei aller Begeisterung, die Sicherheitsbedenken und Ängste ernst zu nehmen und ihnen mit transparenter Kommunikation zu begegnen.

Fazit: Letztlich entscheiden wir, wie es mit dem Coronavirus weitergeht. Wir haben es in der Hand.

Und jetzt du!

Ziel ist eine angeregte Diskussion. Der Autor reagiert auf sachliche, begründete Kritik. Hingegen werden polemische Kommentare, Beleidigungen und haltlose Behauptungen («das funktioniert sowieso nicht») gelöscht.

Wer über technische Finessen rund ums Bluetooth-Proximity-Sensing diskutieren will oder eine konkrete technische Frage hat, wendet sich am besten direkt an die verantwortlichen Wissenschaftler und Software-Entwickler. Dies ist über die Projekt-Website bei github.com möglich.

Quellen

Die US-Journalistin Christina Farr (CNBC) hat die spannenden Hintergründe recherchiert, wie es zu der einzigartigen Kooperation von Apple und Google kam, und welch wichtige Rolle die Schweizer Experten von DP-3T spielten.

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  • Urs457 06.05.2020 11:13
    Highlight Highlight Eigentlich hätte man im Artikel darauf hinweisen sollen, dass eben nicht das Bluetooth zum Einsatz kommt, das wir vom Koppeln mit unseren Kopfhörern, Lautsprechern, Autos usw. kennen, sondern Bluetooth Low Energy BLE. Wird hier gut erklärt. https://www.sueddeutsche.de/digital/bluetooth-low-energy-corona-apps-pepp-pt-dp3t-tracing-1.4880839
  • FACTS 06.05.2020 08:51
    Highlight Highlight Bei der geplanten Umsetzung mit dezentraler Speicherung etc. wäre wohl auch ein Installationszwang vertetbar, sollte die freiwillige Beteiligung nicht ausreichen: Die Daten, die Google sammelt oder bereits bei der normalen Handystandortortung von Swisscom & co. anfallen, sind wesentlich sensibler und die Information allfälliger Kontaktpersonen nach einer Ansteckung betrachtet hoffentlich jedermann als Bürgerpflicht... Ich bin sehr für Datenschutz, aber die hier gesammelten Daten sind (im Gegensatz zu vielen kommerziel gesammelten) wichtig und zugleich wenig sensibel!
  • Delfina 06.05.2020 07:27
    Highlight Highlight Finde die Sache klingt gut durchdacht. Ich werde die App sicherlich installieren. Alles, was hilft, uns so rasch als möglich wieder zurück zu einer gewissen Normalität zu führen, sollten wir beachten und umsetzen.
  • Easy_8 06.05.2020 06:22
    Highlight Highlight Ich muss sagen, dass ich mit dem Thema Bluethooth und Sicherheit offenbar fahrlässig umgehe. Und mit mir sicherlich der Grossteil der Schweizer Bevölkerung. Denn mein Bluetooth ist immer an, für meine Apple Watch und für meine kabellosen Kopfhörer. Im Auto will ich Spotify hören und telefonieren können. Wer schaltet schon Bluetooth immer ein und aus nach Bedarf? Also spielt es gar keine Rolle, ob jetzt noch eine PT App dazukommt. Es ändert nichts an der Angriffsfläche, die die Masse der Bevölkerung potentiellen Hackern bietet.
  • Turnbeutelvergesser 05.05.2020 15:44
    Highlight Highlight Freiwilligkeit ist wichtig, da bisher kaum diskutiert wurde, wie weit das Wissen bezüglich eines Treffers zumutbar ist. Bei alten und deutlich vorerkrankten Personen kann eine Meldung als „Zu 50% wahrscheinlichkeit stirbst du innerhalb eines Monats“ übersetzt werden.
    • @schurt3r 05.05.2020 16:12
      Highlight Highlight Nicht ganz, würd ich sagen.

      Ein «Treffer» (App-Warnhinweis bzw. Meldung) sagt ja nicht, dass du sicher infiziert bist. Es ist nur ein Warnhinweis, dass du infiziert sein könntest.
    • Satan Claws 05.05.2020 17:37
      Highlight Highlight @schurt3r

      Das wiederum heisst aber nicht, dass man sich beim kranken App-Benutzer angesteckt haben muss, wenn man dann positiv getestet wird. Es suggeriert einem aber, dass es so war, was zwar irgendwie beruhigt, aber dennoch nicht stimmen muss. Selbst wenn 60% aller Schweizer die App hätten, ist die Annahme zu 40% falsch. Wenn die App jetzt nicht 100% aller Kontakte richtig berechnet wird die Fehlerzahl ungleich höher.

      Rechtfertigt das die Öffnung etlicher bekannter Bluetooth Schwachstellen?
    • PhilippS 05.05.2020 19:24
      Highlight Highlight @schurt3r:
      Was bedeutet eine Warnung? Muss ich in Quarantäne, bis das Gegenteil bewiesen? Bin ich dann krank geschrieben? Was, wenn ich’s dann habe unds danach bei allen Arbeitskollegen bimmelt? Betrieb einstellen, bis das Gegenteil bewiesen ist? Was, wenn ich gar nicht mehr angesteckt werden kann, aber nicht weiss, dass ich Covid schon hatte?
      Jedes Mal wenn bimmelt wieder Qurantäne? Was macht ein selbstständiger Coiffeur? Immer wieder nach 14 Tagen offen 14 Tage zu, weil ein Kunde positiv getestet wurde?...

      Technisch ist die App kein Problem, ok. Aber was nützt die Info letztlich wirklich?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Satan Claws 05.05.2020 14:00
    Highlight Highlight "Wenn Bluetooth-Sicherheitslücken publik werden, die iPhones und Android-Smartphones im grossen Stil angreifbar machen, müssen sie Apple und Google umgehend mit einem Notfall-Update schliessen. "

    Etwa so:

    Jedes Android 8 oder 9 Gerät mit einem Sicherheitsupdate tiefer als Februar 2020 ist angreifbar. Ob tiefere Versionen auch betroffen sind, wurde nicht geprüft.

    Die Entdecker raten allen Betroffenen davon ab, Bluetooth einzuschalten und sagen sogar, man solle die Kopfhörer per Kabel verbinden.

    https://insinuator.net/2020/02/critical-bluetooth-vulnerability-in-android-cve-2020-0022/
    • Sarkasmusdetektor 06.05.2020 09:53
      Highlight Highlight Natürlich ist Bluetooth nicht 100% sicher. Aber schau dich mal um, überall laufen die Leute mit Bluetooth-Kopfhörern herum, die meisten wissen doch gar nicht, dass man BT deaktivieren kann oder sollte. Dennoch gab es bisher nie grössere Angriffe auf diese Lücken. Für Kriminelle ist es schlicht uninteressant. Es ist viel zu aufwendig, die angreifbaren alten Smartphones in der realen Welt suchen zu gehen, wenn es viel effektivere Angriffe über das Internet gibt. Daher ist das Risiko definitiv überschaubar.
    • Satan Claws 06.05.2020 10:33
      Highlight Highlight @Sarkasmusdetektor

      Wenn so viele die App installieren, dass es auf den Lockdown einen Einfluss hat, ist es durchaus interessant für Hacker. Wenn es weniger Installationen sind, dann ist es uninteressant sowohl für sie als auch für uns.

      Bei einem öffentlichen Platz, oder an einem Bahnhof, oder in einem Gefährt vom öffentlichen Verkehr ist es doch einfach ein Gerät zu verstecken, das die Vorübergehenden hackt. Man muss sich ein Nadelöhr suchen, wo viele Menschen durch müssen.
  • Enrica1 05.05.2020 13:25
    Highlight Highlight Ich kann all diejenigen nicht verstehen, welche den Datenschutz jetzt so hoch halten und sich gleichzeitig in Google Maps das Verlaufstracing eingeschaltet haben. Die Amerikaner wissen dadurch exakt wann ihr wo seid.
    Jetzt, wenn es um unsere Gesundheit geht, trauen viele einer umsichtig designten App nicht. Beim analogen Tracing durch die Kantonsärzte ist man auch nicht anonym.
    Ich fände es gut, dass man im Falle einer positiven Warnung durch die App freiwillig seine Daten der Gesundheitsbehörde übermitteln könnte. Im Gegenzug würde man Unterstützung beim Testen und in der Quarantäne erhalten.
    • Satan Claws 05.05.2020 15:40
      Highlight Highlight @Enrica1

      Google Maps nimmt an, dass ich in Frankreich bin, aber psst nicht verraten, man kann auch ohne GPS wunderbar navigieren ohne sich zu verfahren.

      "Beim analogen Tracing durch die Kantonsärzte ist man auch nicht anonym."

      Bis es soweit ist schon. Bluetooth hingegen ist immer unsicher.
  • leed 05.05.2020 12:39
    Highlight Highlight Die Krise hat mir gut gezeigt, wie toll unsere Regierung ist, im Gegenzug zu anderen Ländern. Ist aber kein Grund auf Datensicherheit zu verzichten. Regierungen ändern sich, Daten können gestohlen werden etc.

    Den Ansatz mit BT dezentral Daten zu sammeln finde ich super. Funktioniert aber nur, bis es zu einer Erkrankung kommt. Denn dies muss zentral gemeldet werden, zusammen mit der Identifikation, die via BT benutzt wird. Ab diesem Zeitpunkt, ist die Person hinter der Erkrankung eindeutig identifizierbar.

    Nutzung und Meldung müssen freiwillig bleiben.
    • MeinSenf 05.05.2020 21:31
      Highlight Highlight Die Person mit der Infizierung ist so oder so eindeutig identifizierbar, da zur Bestätigung ein Test gemacht werden muss🙄
  • RalpH_himself 05.05.2020 12:38
    Highlight Highlight Wieso muss eine App freiwillig bleiben, während alle anderen Massnahmen obligatorisch/verpflichtend sind?
    • bruuslii 05.05.2020 13:38
      Highlight Highlight Wegen demokratischer / rechtsstaatlicher Standards, die uns vor "1984" schützen sollen.
    • landre 05.05.2020 13:44
      Highlight Highlight Weil die anderen Massnahmen soweit kein Individuum als solches direkt "diskriminieren", sondern, falls, nur Interessen oder Interessensgruppen...

      Oder wollen Sie jeden Mitmenschen zwingen ein Smartphone besitzen und gewisse Apps nützen zu müssen?

      Lesen Sie doch bitte nochmals den Artikel hier oben, denn inhaltlich leistet der Autor (nebenbei nicht nur hier oben; Danke! @schurt3er) eine informative top Leistung.
    • Nick Name 05.05.2020 13:46
      Highlight Highlight Weil der Besitz (oder nicht) eines persönlichen Smartphones hoffentlich bis in alle Ewigkeit die freie Entscheidung jedes Individuums bleibt.
  • michiOW 05.05.2020 12:38
    Highlight Highlight Für mich zeigt das Ganze vor allem, wie wichtig staatliche Forschung ist. Die ETH und EPFL haben keine Gewinnvorgaben, was sie viel zielorientierter arbeiten lässt. Ich befürworte keine Verstaatlichung aller Forschungseinrichtungen, aber bei wichtigen Problemen sollte der Staat sich vielleicht überlegen, in Zukunft mehr den Lead zu übernehmen in der Forschung, statt immer privaten Unternehmen Aufträge zu vergeben.
  • EnnoConda 05.05.2020 12:37
    Highlight Highlight Super Artikel! Aktuell überzeugt mich die Performance des Virus in der Schweiz nicht... In 20 Tagen ist das Ding wohl ausgerottet und die Contact-Tracing-App ist überflüssig. Werde sie aber sicher installieren, wenn die Panik wieder um sich greift hilft jeder Datenschnipsel.
    • Wiesler 05.05.2020 13:33
      Highlight Highlight Ich liebe hoffnungslose Optimisten.
      Kriegst ein ❤ von mir.
  • Ohniznachtisbett 05.05.2020 11:54
    Highlight Highlight Erst einmal danke für diesen wirklich lesenswerten Artikel. Ich bleibe dennoch skeptisch. Es ist bis jetzt nicht geregelt, wie Infizierte dies verifiziert in der App eingeben (Stichwort: Leute, die sich aus Spass als infiziert anmelden). Dies ist mitunter eine der grössten Herausforderungen für den Datenschutz, weil wohl eine Drittstelle dies freigeben muss und dafür medizinische Daten braucht. Die gesetzliche Grundlage, sollte neben all dem Erwähnten auch zeitlich limitiert sein. Und dann ist immer noch das unsichere Bluetooth. Ich aktiviere schon jetzt BT nur im Auto und in der Wohnung.
    • @schurt3r 05.05.2020 12:42
      Highlight Highlight Der Bund wird erst noch kommunizieren, wie das im Detail organisiert ist. Grundsätzlich vorgesehen ist die Verifizierung über einen Code. DP-3T hat verschiedene Möglichkeiten skizziert. Infos dazu findest du in meinem letzten Artikel:

      https://www.watson.ch/!485691969

      Dort gehst du zur Frage:
      «Wie läuft die Verifizierung von Covid-19-Fällen ab?»
  • Malt-Whisky 05.05.2020 11:46
    Highlight Highlight Man kann dem Autor nur gratulieren. Und allen Nationen, die sich nun mal zusammengerauft haben und ein Weltprojekt als OpenSource zustande gebracht haben. Vielleicht lernen dann die Grosmütter und Grossväter in den Schulen, dass IT NICHT Anwenden von Migrosaft-Programmen bedeutet, sondern genau das, was hier vorexerziert wird: Codieren, Analysieren, Organisieren. Und zwar so, dass anfallende Fehler blitzschnell erkannt werden, weil nicht eine geschlossene Gruppe von vielleicht 500 Leuten diese sucht, sondern weil 100tausende Fehler sofort an die Quellen melden. Darum nutze ich Linux seit 10 Jahren.
    • Nick Name 05.05.2020 13:42
      Highlight Highlight Könnten ein paar Blitzende ihre Blitze erklären? Interessiert mich echt ...
    • KYBI60 05.05.2020 21:09
      Highlight Highlight Yep, Linux nutze ich sogar auf meinem Smartphone und komme ohne Google, Android aus. Datensicherheit ist hier viel besser, Frage mich allerdings ob die neue App ausser auf iOS und Android OS auch laufen wird?
  • Rellik 05.05.2020 11:43
    Highlight Highlight Eine etwas andere gesundheitliche Frage: Ich habe im Moment Bluetooth immer aus, da ich früher mal gehört habe, wenn man das Handy in der Jeans hat und Bluetooth an, dass das schlecht für die Fruchtbarkeit sein soll. War das eine Urban-Legend oder ist da was dran? Falls ja, wäre es wohl gut sobald die App da ist, das Handy in der Jacke oder Tasche zu tragen...
    •  Baloo 05.05.2020 15:27
      Highlight Highlight Die Frage der Schädlichkeit von Strahlung ist noch nicht abschliessend geklärt, in dem Bereich wird auch sehr viel Mist erzählt.
      Mit Sicherheit kann man jedoch sagen, dass die Bluetooth Strahlung deutlich schwächer ausfällt als dies bei WLAN und Mobilfunk der Fall ist. Ausserdem funken WLAN und Bluetooth im gleichen Frequenzbereich.
      Wenn Sie also bisher nicht ständig mit ausgeschaltetem Gerät unterwegs waren, ist die Bluetooth Strahlung vernachlässigbar.
    • Rellik 05.05.2020 21:28
      Highlight Highlight Ah so ist das. Merci für die Erklärung.
  • Oliver (3) 05.05.2020 11:39
    Highlight Highlight Was ich auch noch entscheidend finde: Wie sieht es arbeitsrechtlich aus?
    Wenn ich den Alarm bekomme, darf ich zuhause bleiben und werde weiterhin bezahlt, wie bei einer behördlich verordneten Quarantäne?
    • bruuslii 05.05.2020 13:42
      Highlight Highlight Ich nehme mal an, dass wenn du schon einen Code von einem Arzt brauchst, um dich als infiziert zu melden, dieser dich auch gleich für 2 Wochen krankschreiben wird.
    • Dubio 05.05.2020 16:37
      Highlight Highlight Hab's oben auch geschrieben. Sehe diesen Punkt als einen der grössten Herausforderungen der App. Nicht Datenschutz oder Hacker. Dieses Problem muss gelöst werden und ich befürchte, das geht nur mittels Verordnung vom BR (bspw wer einen Alarm erhält ist automatisch krankgeschrieben und profitiert von Lohnfortzahlung und Kündigungsschutz). Ich glaube nicht, dass da allzu viele Arbeitgeber einfach mal 10 Tage Quarantäne für die betroffenen MA gratis hergeben, da wird sicher unbezahlt verlangt oder Ferienguthaben. Dann macht natürlich niemand mehr mit.
    • bruuslii 05.05.2020 16:40
      Highlight Highlight yomozoo: berechtigter einwand 🤔
    Weitere Antworten anzeigen
  • landre 05.05.2020 11:39
    Highlight Highlight So viel man verstehen kann, wird diese App im aktivem/ aktiviertem "Notrecht" lanciert.

    "Niemand darf einen Nachteil erfahren, weil die App nicht genutzt wird oder kein Smartphone vorhanden ist."

    Das setzt aber voraus dass die Legislative eine entsprechende Gesetzesgrundlage (falls es diese nicht schon gibt?) verabschieden und die Exekutive diese strikt umsetzen und garantieren müsste...

    Oder gewährleistet der Bundesrat dies nun per Dekret?

    ...Ansonsten sind das nur leere Worte bzw ein Einlullen und wir können direkt 1 zu 1 das "System China" übernehmen...
    • ubu 05.05.2020 13:26
      Highlight Highlight Geez, so heftig wie Du reagierst, will ich gar nicht wissen, was Du von Sicherheitsgurten und anderen totalitären Folterinstrumenten hältst.
    • landre 05.05.2020 14:26
      Highlight Highlight @ubu

      Inwiefern foltert Sie ein Sicherheitsgurt?

      (Dessen Obligatorium nebenbei nicht totalitär, sondern durch einen rechtsstaatlichen Prozess eingeführt wurde...)
    • ubu 05.05.2020 15:36
      Highlight Highlight Überhaupt nicht, landre, das ist ja gerade der Punkt.

      Der Gurt schützt mich und wie Du richtig sagst, ist das Obligatorium demokratisch legitimiert.

      Die App hat dasselbe Ziel. Sie entsteht in einer Zeit der Notverordnungen, dafür ist sie aber auch nicht obligatorisch.

      Ich frage mich echt, wie sich einige Leute ab einem zur freiwilligen Nutzung zur Verfügung gestellten Tool so erhitzen können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • wasps 05.05.2020 11:35
    Highlight Highlight Ein Familienmitglied in der Bekanntschaft wurde im März positiv getestet, die ganze Familie erkrankte und war bis zur Genesung 14 Tage in Quarantäne. Nur: Die Familienmitglieder wurden nicht getestet, da a) die Tests noch knapp waren und b) die Ärztin meinte, es macht eh keinen Sinn, da die ganze Familie ja auch krank, ergo positiv war. Im Fall False Positiv ist die Lust natürlich gering, nochmals in Quarantäne zu gehen. Die Behörden bestehen aber darauf. Was tun?
  • ZimmiZug 05.05.2020 11:33
    Highlight Highlight Ich werde die App sicherlich installieren und so hoffen, dass es hilft den R-Wert etwas zu senken.
    Was ich mich aber frage bezüglich Tracing allgemein (ob App oder mit Menschenhand):
    Man geht ja davon aus, dass die Dunkelziffer ca. 90% beträgt. Davon sind wieder ein grosser Teil symptomlos. Sagen wir 50%. Wenn diese 50% oder eine Teilmenge zwar symptomlos ist, aber dennoch ansteckend, sehe ich schwarz, dass ein Tracing allzuviel bringt. Ohne Symptome keine Tests, ohne Tests, keine Info meiner Kontaktpersonen. Weiss man da mehr, ob symptomlose auch übertragen können?
  • Safuhr 05.05.2020 11:33
    Highlight Highlight Wird die App obligatorisch für alle? Wen ja, was ist mit denen, die kein Smartphone besitzen? Müssen diese sich eins kaufen? Oder reicht das wenn die grosse Merheit diese App benutzt?
    • @schurt3r 05.05.2020 12:07
      Highlight Highlight Lieber Safuhr, es sei dir für einmal verziehen, dass du den Artikel nicht gelesen hast ;-)

      Die Schweizer App ist freiwillig. Zwang kommt nicht infrage. Wer kein Smartphone besitzt, muss keins kaufen, profitiert aber trotzdem vom erwarteten Effekt: weniger unbemerkte Infektionen.

      Je mehr App-User, desto besser.
    • landre 05.05.2020 12:19
      Highlight Highlight @schurt3r

      Wo ist juristisch festgesetzt, dass z.B. ein Detailhändler oder eine Arztpraxis kein "App-Obligatorium" einführen darf?
    • Brummbaer76 05.05.2020 12:37
      Highlight Highlight Nein, sie wird freiwillig sein. Es reicht wenn eine "kleine" Mehrheit diese App benutzt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nick Name 05.05.2020 11:31
    Highlight Highlight Bei aller wichtigen bzw. nötigen und angebrachten Skepsis gegenüber allem elektronischen Datenaustausch allgemein und Tracing-Apps (und deren effektiven Sinn) im Besonderen: Da scheint die «Schweizer» Lösung jetzt doch mal wirklich gut durchdacht zu sein.
  • Stinkstiefel 05.05.2020 11:24
    Highlight Highlight Hinter den technischen Aspekt könnte man auch noch ein Fragezeichen setzen.
    Gerade auf einem Tech-Blog (Fefe‘s Blog) gelesen, dass die Distanzmessung über Bluetooth LE aus technischer Sicht ziemlich fragwürdig ist. Der Eintrag schliesst mit dem Kurzfazit:

    „Kurz: Schon die technische Ausgangsbasis der meisten Tracing Apps (Distanzmessung über BTLE-Signalstärkemessung) kann nicht funktionieren. Grundlegende physikalische Effekte führen zu Lokalisierungsfehlern deren Größenordnung (!) bereits den Ansatz irrelevant macht.“
    • @schurt3r 05.05.2020 12:16
      Highlight Highlight Ich tue mich schwer mit Pauschalurteilen à la «kann nicht funktionieren», vor allem wenn sie von Leuten stammen, die dann auch noch Verschwörungstheorien dazu pappen. (wobei sich Fefe auf die deutsche App bezieht, die tatsächlich eine fragwürdige Entstehungsgeschichte hat).

      Bluetooth LE ist ganz sicher nicht optimal, aber die derzeit geeignete Funkttechnik, weil auf fast allen Handys verfügbar. UWB (Ultraweitband) wäre super, gibts aber erst auf dem iPhone 11.
    • Urs457 05.05.2020 12:45
      Highlight Highlight Es wir auch nicht die normale Bluetooth Verbindung verwendet, die würde ja sonst viel zu viele Kontakte erfassen. Hier sehr gut beschrieben: https://www.republik.ch/2020/04/16/so-funktioniert-eine-corona-tracing-app-die-ihre-privatsphaere-schuetzt
    • Randen 05.05.2020 12:48
      Highlight Highlight Man nutzt nicht einfach das Signal, ohne dass die Daten aufbereitet und optimiert werden. Denken sie nicht, dass es an der ETH Menschen gibt, die sich mit Technologie auskennen? Skeptisch sein ist gut, aber man sollte das nicht übertreiben....
    Weitere Antworten anzeigen
  • picco 05.05.2020 11:23
    Highlight Highlight @schurt3r
    Weiss man schon, ob der Testprozess (also die Anmeldung für einen Test – sowohl Virusnachweis wie auch Antikörper) mit der App verknüpft sein wird in der Schweiz?
    • @schurt3r 05.05.2020 12:16
      Highlight Highlight Ist mir nicht bekannt.
  • one0one 05.05.2020 10:50
    Highlight Highlight Viele Menschen haben nicht Angst vor dieser App. Es sind die Mechanismen und die Toleranz zur Ueberwachung, die mit dieser App geschafft werden, die vielen Sorge bereiten.
    Das alles obwohl man nicht einmal weiss, ob es hilft...
    • @schurt3r 05.05.2020 12:18
      Highlight Highlight Warum soll mit einer App, die als freiwilliges Hilfsmittel von Forschern entwickelt wird und Privacy by Design vorbildlich umsetzt, Toleranz für staatliche Überwachung geschaffen werden?
    • one0one 05.05.2020 12:32
      Highlight Highlight Weil es, wenn auch dezentral, eine Ueberwachung ist. Einverstanden?

      Toleranz ist die Definition, dass man eine Gewoehnung entwickelt gegenueber etwas ungewolltem.

      Also werden wir toleranter gegenueber Formen der Ueberwachung. Das sind Mechanismen, die so funktionieren. Egal was die Intention war.
    • smoking gun 05.05.2020 12:43
      Highlight Highlight @schurt3r: Vielleicht, weil vor Snowden auch alle gedacht haben, dass die weltweite Überwachung der modernen Kommunikationstechnologie bloss eine Spinnerei von Verschwörungstheoretikern ist?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dong 05.05.2020 10:49
    Highlight Highlight Ich bin etwas verwundert, dass man jetzt plötzlich dem Staat gegenüber so grosse Datenschutz-Bedenken hat, während man seit Jahren notorisch wesentlich sensibleres als Bewegungsdaten an private (Apple/Google/Swisscom/Chinesen, ...) und diverse Geheimdienste (man denke an Echelon) verschleudert.

    Im übrigen sollten wir unsere Erwartungen an Bluetooth Proximity Tracing bescheiden halten, das war nie für sowas gedacht und die Präzision ist möglicherweise schlicht zu schlecht für die Praxis.
    • Urs457 05.05.2020 12:46
      Highlight Highlight Die Funktionsweise und Präzision wird hier beschrieben. Es arbeiten ja keine Deppen bei der ETH. https://www.republik.ch/2020/04/16/so-funktioniert-eine-corona-tracing-app-die-ihre-privatsphaere-schuetzt
    • Dong 05.05.2020 14:58
      Highlight Highlight @Urs457: Ich meine dabei die Physik, den Hardware-Teil: also Antennen-Ausrichtung, Reflexionen und so, unterschiedliche Bluetooth-Antennen... Hab das hier aufgeschnappt:

      http://blog.fefe.de/?ts=a0510f53

      Soll keine Kritik am DT-3T-Ansatz sein, der sicher der beste verfügbare ist.
    • sowhat 05.05.2020 21:19
      Highlight Highlight Fefe scheint sich darüber auszulassen, dass es nicht immer funktioniert auf Grund von Hindernissen.
      1. Sind Hindernisse auch Barrieren für das Virus und
      2. Ist keine Meldung nicht schlimmer als keine App auf dem Phone.
      Es wird, wenn auch nicht absolut dichtmaschig, immerhin einen Grossteil der eingeschalteten warnen. Das sind mehr als wenn niemand gewarnt wurde.
  • _andreas 05.05.2020 10:45
    Highlight Highlight Überall lese ich, dass der Code dieser App Opensource sein soll und für jedermann einsehbar. Leider habe ich bislang noch nirgens gesehen, wo dieser einsehbar ist. Auch der Link hier im Artikel auf Github enthält nur PDFs, aber keinen Code. Kann mir da jemand weiterhelfen?
    • @schurt3r 05.05.2020 12:23
      Highlight Highlight Schau nochmal genau nach ;-)

      https://github.com/DP-3T

      Ubique stellt Code zur Verfügung:
      - iOS-Client (Swift)
      - Android-Client (SDK)
      Referenz-Implementation
      etc.
    • _andreas 05.05.2020 15:19
      Highlight Highlight Vielen Dank, hab nicht bemerkt das Documents ein Unterortner ist... Habe den Code mal bisschen überflogen und das ganze sieht ziemlich gut aus. Bis auf das die ApplicationInfo ins SDK übergeben wird, die eine user-ID enthält (muss ich mir nochmals genauer anschauen).
      (Aluhut auf) Die Frage ist halt auch immer, ob die publizierte Version dann auch wirklich dem Repo enspricht, die man offen einsehen kann, das kann man aber kaum bzw nicht prüfen(Jedenfalls nicht ohne reverse engineering). Da gehört halt schlussendlich immer trotz allem noch ein wenig Vertrauen dazu.
  • ubu 05.05.2020 10:42
    Highlight Highlight Was ich bisher über die Schweizer Anti-Corona-App gelesen habe, überzeugt mich. Ich habe Google Maps, Facebook, Instagram ja sogar die Watson-App auf meinem Handy installiert. Die saugen Daten ab für kommerzielle Zwecke.

    Die Anti-Corona-App ist so gut gemacht, wie irgendwie möglich. Was nun noch kritisiert wird, sind für mich Spiegelfechtereien. Wenn's jemand besser kann, soll er eine eigene App bringen. Und es wird Zeit, dass wir auch mal über den Nutzen der App diskutieren.

    Wenn ich mit einer simplen Gratis-App helfen kann, mich und andere Leute zu schützen, dann werde ich das auch tun.
    • bruuslii 05.05.2020 13:55
      Highlight Highlight datenschutz und freiwilligkeit sind sehr wichtige rechtsstaatliche aspekte und in keinster weise "spiegelfechtereien".

      es ist irrelevant, wie 💩 private datenkraken wie google, fb und co. mit deinen daten umgehen.
      nur weil diese das verkacken, muss das der staat nicht auch noch verkacken.

      als vergleich: schau mal herr der ringe und darin gandalf an, wie er mit dem ring umgeht - er fasst diesen nicht an, weil er weiss, dass er mit seinen fähigkeiten das nicht darf. auch wenn er noch so stark ist, besteht das risiko, dass er sich nicht ewig zurückhalten kann, diesen zu nutzen.
    • ubu 05.05.2020 15:09
      Highlight Highlight - Datenschutz: Wenn Du einen konkreten Vorschlag zur Verbesserung hast, meld' Dich bei den Entwicklern. Hast du was Besseres, als voll transparente Open Source & alle Daten bleiben beim User?

      - Freiwilligkeit: Die App ist freiwillig. Du hast ein Brötchen gekriegt und rufst grad "Ich will aber ein Brötchen!"

      - Und nein, ich finds nicht irrelevant wie Kacke die andern mit unsern Daten umgehen. Die überdrehte Skepsis gegen eine App, die wirklich was nützen kann (im Gegensatz zu FB, etc) ist heuchlerisch.
      ("Ja, aber FB muss ja keiner installieren!" – "Die Corona-App auch nicht!").

      Spiegelfechter.
    • bruuslii 05.05.2020 16:52
      Highlight Highlight ubu: die diskussion hier dreht sich darum, ob die app freiwillig ist UND bleibt, ob es einschränkungen für NICHTnutzer geben wird (z.b. ob man im restaurant noch bedient wird oder so) und was mit den daten passiert.
      das sind eben KEINE spiegelfechtereien.

      den "andere apps sind genau so schlimm whataboutism" finde ich nicht angebracht, weil es weniger um den "sorglosen" nutzer geht, sondern um die rolle des anbieters. der staat hat da eine höhere verantwortung!

      das ist es, was ich an deinem post kritisiere.

      mit dem rest bin ich einverstanden und den habe ich ja auch nicht kritisiert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Räuber&Liebhaber 05.05.2020 10:41
    Highlight Highlight Gedankenspiel und Frage:
    Mein Bürogspändli muss in Quarantäne, weil Sie vor Rund einer Woche mit einem Positiven Kontakt hatte. Sie hatte aber die letzten vier Tage, mit den geltenden Hygieneregeln, neben uns gearbeitet. Muss folglich das ganze Büro dann in Quarantäne?
    • BerriVonHut 05.05.2020 17:33
      Highlight Highlight Nein müsst ihr nicht, wenn die Hygieneregeln eingehalten wurden. Denn dann ist eine Übertragung sehr unwahrscheinlich. Deswegen ist es wichtig dies Regeln immer und überall einzuhalten. Ist auch für dich, da du dann allenfalls nicht in Quarantäne musst ;)
  • Richard Oberle 05.05.2020 10:34
    Highlight Highlight Was ist mit meinem Bluetooth-Kopfhörer? Beisst sich das nicht?
  • Hiker 05.05.2020 10:31
    Highlight Highlight Wird durch die Plattform-übergreifende Architektur der App nicht eine Türe geöffnet, um feindlichen Programmen Zugang zu den entsprechenden Betriebssystemen zu ermöglichen? Soviel ich verstanden habe ist diese Kooperation einmalig und wurde so noch nie praktiziert.
    • @schurt3r 05.05.2020 12:29
      Highlight Highlight Ich denken nicht.

      Die Schnittstellen (Exposure Notification) werden ja von den Betriebssystem-Herstellern selbst entwickelt, und es gilt das Prinzip Datenminimierung, zudem soll der Code frei einsehbar sein.
  • Elpolloloco 05.05.2020 10:31
    Highlight Highlight Findi super. Im positiven Sinne typisch Schweizerisch: freiwillig, dezentral und klare Vorgaben zu Datenschutz und Datensicherheit.

    Ich stelle aber schon fest: privatwirtschaftliche Anwendungen: anything goes, nützliche Anwendungen für Bürgerinnen und Bürger ersticken in Anforderungen an eine idealtypische, absolut sichere Umsetzung, die a) nicht erreicht werden kann und b) sinnvolle Nutzung verhindert.

    Ich finde es wichtig, eine Balance zwischen beidem zu finden. Das scheint für mich in diesem Fall gelungen.
  • Dave1974 05.05.2020 10:21
    Highlight Highlight "unverhandelbare Freiwilligkeit" sollte fett und soooo gross geschrieben sein.

    Daran hängt alles, insbesondere die Diskriminierung.
    Fehlte ja noch, dass es plötzlich eine Tragpflicht für "moderne" tragbare Kommunikationsmittel gäbe, denn genau das wäre dann eine Voraussetzung.

    Sollte man eine Installation erzwingen wollen, werde ich mein Smartphone aber sowas von Zuhause lassen und wenn nötig im Stadtbach versenken. Mal schauen, woher ich dann ein neues bekomme.
    Einfach nur so als Denkanstoss für diejenigen, die meinen, dass alle so ein Ding mit sich herumtragen.
    • lilie 05.05.2020 11:20
      Highlight Highlight @Dave1974: Der Bund hat nie über etwas als über eine freiwillige App geredet. Er sieht die Hauptarbeit beim direkten Contact Tracing per Telefon durch die Kantone.

      Ich würde mich wundern, wenn das nun auf einmal geändert würde.
    • Eiswalzer 05.05.2020 11:24
      Highlight Highlight Das ist so. Die Schweizer Lösung scheint mir gut und ausgewogen zu sein. Die Problematik liegt aber leider in den internationalen Entwicklungen und darin, was die Nutzung solcher Tools und die Bereitstellung der Daten mittel- bis langfristig bedeuten werden. Und da gibt es leider bereits äusserst beunruhigende Tendenzen. Es muss sichergestellt werden, gerade auch in einer gesellschaftlichen Diskussion, dass die Gesundheit eben NICHT der Verzicht auf Privatsphäre und Zwang zur Datenbereitstellung bedeuten darf. Das gilt vor allem auch für die Zeit nach Corona.
    • Eifach_öpis 05.05.2020 12:42
      Highlight Highlight Ich stimme dir grundsätzlich zu.

      Aber wenn wir ehrlich sind gehen unsere Daten doch längst zu Google, Apple, nach China oder zu allen drei zusammen.

      Da ist doch die Eidgenossenschaft direkt vertrauenswürdig dagegen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zing1973 05.05.2020 10:19
    Highlight Highlight Damit die App Sinn macht, müssten doch auch asymptomatische Träger des Virus getestet werden. Denn jemand der keine Symptome hat und nicht getestet wird, kann in der App nicht angeben, dass er/sie den Virus hat.
    • picco 05.05.2020 11:22
      Highlight Highlight oder der Testprozess direkt in die App eingebunden werden. Würde bedeuten, dass alle Personen die mit einer positiv getesteten Person in Kontakt sind, sehr rasch einen Test bekommen würden. Würde sicher auch interessante Informationen für die Wissenschaft geben.
    • @schurt3r 05.05.2020 12:30
      Highlight Highlight Das Motto muss tatsächlich lauten: Testen, testen, testen. Wenn Personen von der App einen Warnhinweis erhalten, sollten sie sich möglichst rasch testen lassen können, das stimmt.
  • lilie 05.05.2020 10:09
    Highlight Highlight Danke, @Daniel, für den sehr gründlichen und fundierten Artikel! 👍

    Mich würde etwas komplett anderes interessieren: Bei der App wird wie die Häftlimacher auf Datensicherheit, Schutz der Privatsphäre und Pipapo diskutiert.

    Nun aber scheint es so zu sein, dass man in Zukunft Name, Adresse und Telefonnummer im Restaurant hinterlassen muss.

    Was ist dort mit Datensicherheit und Schutz der Privatsphäre??? Ich bin total entsetzt, dass das nicht einmal diskutiert wird!
    • chandler 05.05.2020 10:25
      Highlight Highlight Mir ging genau dasselbe durch den Kopf, ein riesen Theater betreffend Datensicherheit der App, aber im Restaurant Name und Telefonnummer hinterlegen, absolut kein Problem und nicht der Rede wert...
    • lilie 05.05.2020 10:49
      Highlight Highlight @chandler: Mir fiel gerade ein, dass Leute, welche die App haben, eigentlich von dieser Pflicht befreit werden könnten.

      Nur: Ist das dann nicht wieder eine Diskriminierung? Lad die App runter, sonst verwenden wir deine Daten ungeschützt? Überhaupt nicht gut. Da fehlt noch was.
    • eldorak 05.05.2020 10:54
      Highlight Highlight Ist ja nicht so, als ob das bei einem Restaurant was Neues wäre. Jeder, der im voraus reserviert, gibt diese Daten an.
      Da dürfte derselbe Datenschutz greifen wie bisher.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Erklärbart. 05.05.2020 10:04
    Highlight Highlight Nehmt alle Punkte von "Was nicht verhandelbar ist" einfach in die AGB's und stellt Rechtssicherheit sicher. Bussenkatalog gleich miterstellen und gut ist.
  • Else 05.05.2020 09:49
    Highlight Highlight Für mich als Laie hört sich das alles sinnvoll und gut an. Natürlich werde ich mitmachen und helfen wo ich kann.
    Ich habe keine Zweifel an der Technologie.
    Was mir aber Kopfzerbrechen macht, ist das Verhalten der Leute, resp. deren Umgang mit der App: Wenn einer beim kleinsten Husten einfach mal eingibt, er wäre positiv getestet worden, würden dann unter Umständen dutzende Personen unnötig in Selbstquarantäne geschickt? Wird die Akzeptanz sinken, wenn eine Person zum dritten Mal aufgrund der App-Meldung in Quarantäne muss? Werden die Leute dann nachlässig? Wie werden Arbeitgeber reagieren?
    • @schurt3r 05.05.2020 10:00
      Highlight Highlight Es gibt eine Verifzierung, um solche Fehlalarme zu verhindern. Covid-19-Fälle (Tests/ärztliche Diagnose) werden vor dem Verschicken von Warnhinweisen an andere User verifiziert, durch das Eingeben eines einmaligen Codes in der App.
    • Maya Eldorado 05.05.2020 10:13
      Highlight Highlight Und wie ist das wenn Wände oder andere Hindernisse dazwischen sind?
      Gibt das auch Signale durch solche Schranken?

      Und was hilft das überhaupt? Wer sich angesteckt hat, sollte ja eigentlich in Selbstquarantäne sein.
      Also sind aus dieser Sicht alle Alarme von Menschen, die verbotenerweise draussen sind.

      Hilfe, ich seh den Sinn nicht ein!
    • bärn 05.05.2020 10:14
      Highlight Highlight Die Leute werden verantwortlich handeln... das bisherige Verhalten der Bevölkerung stimmt mich positiv. Die Technik wird so sein, dass es nicht möglich sein wird, einfach mal so "ich bin positiv getestet" zu übermitteln. Dazu ist ein einmaliger Code des Arztes oder Testinstituts notwendig. Also deine Befürchtung ist nicht angebracht.

      Wir werden sehen. Ich werde die App nutzen. Arbeitgeber werden per se ein Eigeninteresse haben, dass die Mitarbeiter die App nutzen. Alles andere wäre dumm, wer will denn seinen eigenen Betrieb verseuchen und somit in den Konkurs schicken?
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