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Trotz eingestelltem Verfahren: Fifa-Chefermittler muss per sofort gehen

16.11.2018, 14:0416.11.2018, 14:06

Olivier Thormann ermittelte gegen die Fifa, bis er selber verdächtigt wurde. Eine Untersuchung wäscht ihn nun rein. Trotzdem kann er nicht an seinen Arbeitsplatz zurückkehren. Dies sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft auf Anfrage der Redaktion CH Media.

Die Vorwürfe gegen Olivier Thormann wurden entkräftet.
Die Vorwürfe gegen Olivier Thormann wurden entkräftet.
Bild: KEYSTONE

«Bundesanwalt Michael Lauber und Olivier Thormann sind gemeinsam übereingekommen, das Arbeitsverhältnis aufzulösen. Dieser Schritt erfolgt nach einem bilateralen Gespräch und einer eingehenden Lagebeurteilung», schreibt die Sprecherin in einer E-Mail.

Strafverfahren eingestellt

Das Strafverfahren gegen den Chefermittler für Wirtschaftsdelikte bei der Bundesanwaltschaft ist eingestellt worden. Entsprechende Ermittlungen hätten einen Anfangsverdacht entkräftet, teilte der ausserordentliche Staatsanwalt des Bundes am Freitag mit.

Vor einer Woche war bekannt geworden, dass Olivier Thormann, leitender Staatsanwalt und Abteilungsleiter Wirtschaftskriminalität bei der Bundesanwaltschaft, vom Amt suspendiert worden war.

Mit den entsprechenden Ermittlungen und Untersuchungen ist der ehemalige Zürcher Staatsanwalt Ulrich Weder als ausserordentlicher Staatsanwalt betraut worden. Dieser teilte nun mit, dass der Anfangsverdacht in der Untersuchung entkräftet worden sei. Deshalb werde das Strafverfahren gegen Olivier Thormann vollumfänglich eingestellt, heisst es in der Mitteilung.

Gegenstand der Abklärungen waren verschiedene Tatbestände: Amtsgeheimnisverletzung, Begünstigung, Vorteilsannahme und der Verdacht, Thormann habe sich bestechen lassen, schreibt Weder weiter.

Da Weder lediglich für den strafrechtlichen Aspekt dieser Untersuchung verantwortlich war, äussert er sich nicht darüber, ob Thormann künftig wieder in seiner alten Funktion arbeiten werde, wie er auf Anfrage von Keystone-SDA sagte.

Thormann verantwortete bei der Bundesanwaltschaft als Abteilungsleiter Wirtschaftskriminalität grosse Schweizer Strafverfahren von internationalem Ausmass. Dazu zählten etwa die Korruptionsfälle um den malaysischen Staatsfonds 1MDB, den brasilianischen Energiekonzern Petrobras sowie Ermittlungen gegen den Weltfussballverband Fifa. (sda)

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Video: watson/nico franzoni, sandro zapella, Jodok Meier
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