Altersvorsorge

Die Parteipräsidenten Albert Rösti (SVP), Gerhard Pfister (CVP) und Petra Gössi sind sich nicht in allen Punkten einig. Bild: KEYSTONE

0,3, 0,6 oder 1 Prozent? Bei einer neuen Rentenreform ist Zoff programmiert

Nach dem Scheitern der Altersvorsorge 2020 soll möglichst rasch eine neue Reform beschlossen werden. Das aber ist leichter gesagt als getan. In zentralen Punkten herrscht grosse Uneinigkeit.

25.09.17, 13:53 26.09.17, 05:33

Nach geschlagener Schlacht herrschte bei den Siegern keine Feierstimmung. Kein Wunder: Mit dem Nein zur Rentenreform am Sonntag ist kein einziges Problem gelöst. Die AHV schreibt schon heute rote Zahlen, und die grosse Pensionierungswelle bei den Babyboomern steht erst bevor. Wenn nichts geschieht, geht dem AHV-Fonds spätestens 2031 das Geld aus.

Die Pensionskassen müssen mit einem Umwandlungssatz leben, der sich mit der gestiegenen Lebenserwartung nicht mehr vereinbaren lässt. Deshalb wird es weiterhin zu systemwidrigen Umverteilungen von Beitragszahlern zu Rentnern kommen, und zu fragwürdigen Mischrechnungen mit dem überobligatorischen Kapital, das nicht an gesetzliche Vorgaben gebunden ist.

Die bürgerlichen Gegner der nun gescheiterten Reform sind sich bewusst, dass Handlungsbedarf besteht. Die FDP will «mit anderen konstruktiven Kräften im Parlament einen echten Kompromiss erarbeiten», wie sie am Sonntag mitteilte. Sie verweist auf den Plan B, mit dem die erste und die zweite Säule mit separaten Vorlagen saniert werden sollen.

Selbst wenn man die «extremen» Lösungsvorschläge ausklammert, bleibt die Herausforderung enorm. In groben Zügen ist Plan B bekannt, doch der Teufel liegt bekanntlich im Detail. Und da gehen die Meinungen bei wichtigen Punkten teilweise weit auseinander.

Frauenrentenalter

Mit der abgelehnten Reform sollte das Frauenrentenalter auf 65 Jahre erhöht und die Flexibilisierung des Rentenbezugs ermöglicht werden. Die Bürgerlichen wollen beide Elemente wieder aufnehmen. SP-Präsident Christian Levrat sagte am Sonntag jedoch, dass ein Frauenrentenalter 65 ohne Kompensation eine «rote Linie» darstellt.

Bei der FDP zeigt man sich offen. Die St.Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter regte im «Tages-Anzeiger» eine «gezielte soziale Abfederung» an. Der Staat solle bedürftigen Frauen eine vorzeitige Pensionierung ermöglichen. Martin Kaiser vom Arbeitgeberverband deutete im Gespräch mit watson zudem an, man könne «etwas bei den Minimalrenten» machen.

Für die Linke dürfte dies kaum genügen. Die SP-Frauen betonten in einer Mitteilung, eine Erhöhung des Frauenrentenalters sei nur akzeptabel, «wenn es substanzielle Kompensationsmassnahmen gibt». Co-Präsidentin Natascha Wey wollte auf Anfrage nicht ins Detail gehen. Die Altersvorsorge 2020 sei für die SP-Frauen bereits «der äusserste Kompromiss» gewesen, das Frauenrentenalter sei «nicht vollständig kompensiert worden».

Die SP könnte auch Zugeständnisse in anderen Bereichen fordern, etwa bei der umstrittenen «Lohnpolizei». Ob eine AHV-Reform gegen linken Widerstand erfolgreich sein wird, scheint nach den früheren Erfahrungen zweifelhaft. Karin Keller-Sutter gab sich im «Tages-Anzeiger» optimistisch: «Wenn wir eine gezielte soziale Abfederung einbauen, können wir es schaffen.»

Mehrwertsteuer

Zur Finanzierung der AHV soll die Mehrwertsteuer erhöht werden. In diesem Punkt herrscht weitgehende Übereinstimmung, obwohl auch diese Vorlage am Sonntag gescheitert ist. Über das Ausmass der Erhöhung sind sich jedoch nicht einmal die bürgerlichen Bundesratsparteien einig.

SVP-Präsident Albert Rösti will nur jene 0,3 Prozent akzeptieren, um die die Mehrwertsteuer per 1. Januar 2018 gesenkt wird. Die FDP scheint an den 0,6 Prozent festhalten zu wollen, die in der abgelehnten Reform enthalten waren. Für die Aargauer CVP-Nationalrätin Ruth Humbel genügt dies nicht, wie sie dem «Tages-Anzeiger» erklärte. Nötig sei mindestens 1 Prozent. Eine Einigung ist nicht unmöglich, doch harte Auseinandersetzungen sind programmiert.

Presseschau zum Nein zur AHV-Reform.

Umwandlungssatz

Die Bürgerlichen wollten 2010 den Umwandlungssatz bei der beruflichen Vorsorge ohne Kompensation von 6,8 auf 6,4 Prozent senken und scheiterten in der Volksabstimmung kläglich. Eine neue «Rentenklau»-Debatte wollen sie vermeiden. Gleichzeitig betonen sie, dass die Kompensation nur innerhalb der zweiten Säule erfolgen dürfe.

Dies kann nur gelingen, wenn die Versicherten mehr in die Pensionskassen einzahlen. Auf welche Weise dies geschehen soll, ist umstritten. Der Arbeitgeberverband will den Koordinationsabzug abschaffen, der Gewerbeverband hingegen die Altersgutschriften erhöhen. Die beiden Konzepte unterscheiden sich diametral, ein Kompromiss dürfte schwierig sein.

Teuer wird es auf jeden Fall, sowohl für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer. Besonders hart werden die höheren Lohnabzüge die Geringverdiener treffen. Sie können nicht darauf hoffen, dass ihre Arbeitgeber den Lohnverlust ausgleichen werden. Auch die Jungen werden zur Kasse gebeten, die angeblich Leidtragenden der nun abgelehnten Rentenreform. Dies wird zu reden geben.

Diese Beispiele zeigen, dass der Weg zu einer neuen Reform nicht so einfach ist, wie die Gegner der Altersvorsorge 2020 im Abstimmungskampf suggeriert haben. CVP-Präsident Gerhard Pfister will eine neue Vorlage bis Ende 2018 durchs Parlament bringen, sodass 2019 darüber abgestimmt werden kann. Skeptiker glauben, dass dies nicht vor 2021 der Fall sein wird.

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • iSoldier 26.09.2017 16:57
    Highlight Keine Mathematik Kenntnisse mehr?

    Es gibt einen Unterschied zwischen Prozent und Prozentpunkten.

    Nur mal so als Beispiel. Von 8% auf 8.6% entspricht einer Erhöhung von 7.5%!

    1 0 Melden
  • piedone lo sbirro 26.09.2017 13:54
    Highlight die wirtschaftsparteien FDP/SVP wollen sonntags das rentenalter erhöhen um dann am darauffolgenden montag die ü50 aus kostengründen mit jüngeren (ausländern) zu ersetzen.

    banken entlassen mit 50:
    https://insideparadeplatz.ch/2016/10/04/schweiz-will-rente-67-banken-entlassen-mit-50/

    https://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/Credit-Suisse-ersetzt-Schweizer-durch-Inder/story/13926982

    http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/abb-kauft-indische-it-hilfe-fuer-450-millionen-dollar-721545
    6 0 Melden
    • rodolofo 27.09.2017 08:00
      Highlight Die Rentenreform-BefürworterInnen warnten:
      "Wenn diese Reform abgelehnt wird, kommen die Gegner mit Rentenalter 67!"
      Petra Gössi: "Sie müssen doch nicht Dinge von uns behaupten, die Sie gar nicht wissen können!"
      Gleich nach der Ablehnung der Initiative meint ein Arbeitgeber-Vertreter:
      "Eine Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre wird unumgänglich!"
      ...
      4 0 Melden
  • inmi 25.09.2017 21:56
    Highlight Vielleicht sollten sich die Bürgerlichen nicht mehr so von der Linken herumschubsen lassen. Das #AV2020 ein Kompromis war, ist ein Märchen der Linken. Mit AHVPlus und AV2020 haben wir jetzt 2 mal über eine linke Initiative mit Mehrausgaben abgestimmt. Und abgelehnt.

    Wieso jetzt nicht mal eine vernünftige Initiative, welche die AHV sichert?
    7 18 Melden
    • FrancoL 26.09.2017 00:09
      Highlight Und wie sähe diese Initiative aus, eine Initiative die für einmal mit weniger als 50% Quorum angenommen werden kann, damit die Bürgerlichen diese auch durch kriegen?
      3 4 Melden
    • rodolofo 26.09.2017 08:27
      Highlight Soso, dass die Frauen eine Rentenalter-Erhöhung auf das gleiche Niveau wie die Männer hätten schlucken müssen, obwohl es nach wie vor keine Lohngleichheit für gleichwertige Arbeit von Männern und Frauen gibt, war also kein Entgegenkommen...
      DAS meine ich ja:
      Ihr wollt keinen Centimeter nachgeben und das Maximum aus den Leuten herauspressen!
      Darum sind diese Leute heute so misstrauisch und verhalten sich genau so Rappenspalterisch und egoistisch wie ihr!
      Der Unterschied heute:
      Den Knallharten Chefs stellen sich knallharte linke Gewerkschafter entgegen!
      Und ich habe grosse Sympathien für sie!
      6 7 Melden
  • rodolofo 25.09.2017 21:43
    Highlight Als endloses Feilschen zwischen unnachgiebigen, knallharten Verhandlern haben wir uns die Demokratie nicht vorgestellt!
    Aber so ist es!
    Im Grunde ist es, wie auf einem Türkischen Basar:
    Der Verkäufer verlangt viel zu viel, weil er damit rechnet, dass der Interessent herunterzuhandeln versucht.
    Und der Interessent macht ein viel zu tiefes Angebot, weil er damit rechnet, dass der Verkäufer viel zu viel verlangt.
    Und dann verlieren beide sehr viel Zeit mit bejubeln des Produkts (Verkäufer) und mit mies machen des Produkts (Interessent), bis es endlich zu einem Abschluss kommt.
    Marktwirtschaft...
    11 1 Melden
  • faustus 25.09.2017 19:00
    Highlight Herr Blunschi kann grännen wie er will, Tatsache ist, die Vorlage ist durchgefallen und das ist gut so. Es bietet sich jetzt die Gelegenheit die Sozialwerke aus dem industriellen ins digitale Zeitalter zu überführen. In 20-30 Jahren wird sich unsere Arbeitswelt vollkommen verändert haben. Die Arbeitswelt, für die unsere Sozialwerke geschaffen wurden, wird es so nicht mehr geben. Keine Frage die Pensionskassen und die AHV werden zusammengelegt und zu einem bedingungslosen Grundeinkommen oder etwas ähnlichem ergänzt werden müssen. Bei der Finanzierung gilt es neue Wege zu gehen.
    12 5 Melden
    • FrancoL 26.09.2017 00:18
      Highlight Und was stand mit der zugegebenermassen nicht optimalen Reform dieser zukünftigen Umwandlung im Wege? Sind nun die Fristen länger oder besser oder die Ideen klarer für die Zukunft, wohl kaum.
      Aber was sicher ist dass nun zeitlich viel mehr Druck besteht, doch das scheint Ihnen ja keinen Kummer zu bereiten, denn diese Wandlung, von der Sie kaum eine Ahnung haben, ist ja kurzfristig abrufbar.
      Ja Fachleute wie sie braucht die Rentengestaltung dann kommt es gut und vor allem wächst da das Loch in der Kasse kaum weil sie das wohl zu verhindern wissen. Eine solide Zukunft baut man ohne Zeitdruck.
      3 4 Melden
  • Thomas Rieder 25.09.2017 18:07
    Highlight 0% mwst erhöhung, damit wir jungen noch etwas übrig habe um privat vorzusorgen. zb. 3a, bitcoin oder aktien.
    Mehr freiheit, mehr eigenverantwortung!!!
    5 24 Melden
    • FrancoL 25.09.2017 19:55
      Highlight Mehr Freiheit und mehr Eigenverantwortung? Bestens, dann aber das Wort Verantwortung auch richtig interpretieren. Verantwortung ist nicht eine Einwegübung, Verantwortung ist Ganzheitlich und dazu gehört auch die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen die gesellschaftliche Verantwortung die Übermorgen auch Euch gegenüber zu übernehmen ist.
      11 2 Melden
  • Posersalami 25.09.2017 17:59
    Highlight Als ersten Schritt würde ich wirklich meine PKZ selbst aussuchen. Dass ich einfach fressen muss was der Arbeitgeber mir vorsetzt passt mir schon lange nicht mehr. Bei allen anderen Versicherungen klappt es ja auch!
    27 2 Melden
  • äti 25.09.2017 17:28
    Highlight Ich bin mir sicher, die 'neue' Lösung wird wesentlich schlechter sein. Der Grund, es geht nicht mehr um die AHV, sondern um persönliche und parteiliche Profilierung mit entsprechenden finanziellen Vorteilen. Weder SVP noch FDP haben ein grosses Interesse an der Erhöhung/Stabilität des AHV-Vermögens, vielmehr, wer kann noch schnell, vor dem Disaster, ein Stück abzwacken. Böse? Vielleicht, aber Raiders bleiben Raiders.
    28 6 Melden
    • Ass 25.09.2017 19:57
      Highlight Ja ein so guten Deal wird es sicht nicht mehr geben. Aber das Volk weiss das und hat sich für diesen Weg entschieden.
      2 1 Melden
    • FrancoL 25.09.2017 19:58
      Highlight Nicht böse sondern eine klare, reale Sicht der Situation, wäre die richtige Grundlage um eine gute Reform auf den Weg zu bringen. Aber es wird nicht GUT gesucht sondern zur Klientel passend und das ist selten bis gar nie GUT.
      5 0 Melden
  • Adrian Bühlmann 25.09.2017 16:26
    Highlight "Deshalb wird es weiterhin zu (..) kommen, und zu fragwürdigen Mischrechnungen mit dem überobligatorischen Kapital, das nicht an gesetzliche Vorgaben gebunden ist."

    Mit Verlaub: Es gibt keine "Mischrechnungen". Es ist einfach so, dass sog. "umhüllende Kassen" es selber in der Hand haben, für ihre Versicherten planmässig mehr Kapital anzusparen und dann mit dem Gesamt-Kapital die vorgeschriebenen Mindest-Renten zu erreichen. Wegen dem Anrechnungsprinzip:
    https://abuehl.ch/begriffe/anrechnungsprinzip

    Das Gesetz (BVG) hat faktisch wenig Einfluss. PKs können im Reglement davon abweichen.
    6 0 Melden
  • Phrosch 25.09.2017 15:48
    Highlight Ich finde, dass die unheilige Allianz, die diese Vorlage versenkt hat, nun gefordert ist. FDP, SVP und Juso sollten gemeinsam in Klausur gehen, bis sie einen mehrheitsfähigen Vorschlag unterbreiten können.
    33 6 Melden
    • rodolofo 25.09.2017 21:47
      Highlight Ich stelle mir das gerade bildlich vor:
      Das wäre wie bei Felix und Oskar...
      8 0 Melden
  • demian 25.09.2017 15:44
    Highlight Statt alles wieder in ein Riesenpaket zu stopfen, könnte man über die einzelnen Punkte abstimmen lassen. Dann sieht man ja, wie weit die Stimmbürger gehen wollen.

    Nett wäre, wenn wir demnächst nochmal darüber abstimmen können und nicht erst in ein paar Jahren...
    22 6 Melden
    • Fastadi 25.09.2017 16:35
      Highlight Dann nimmt jeder nur das an was am Schluss seinem Portemonnaie gut tut, dann geht die AHV definitiv bankrott...
      11 3 Melden
    • FrancoL 25.09.2017 20:02
      Highlight Wir sollten genügend mündig sein um auch über Zusammenhänge abstimmen zu können. Wir sind nicht in der 1.Klasse wo Buchstabe für Buchstabe und Zahl für Zahl abgehandelt wird. Es gibt klare Zusammenhänge zwischen den Renten ob AHV oder PK und diese können gemeinsam abgehandelt werden, ausser man wolle die Reform erst in 4 x 5 Jahren durch kriegen.
      5 0 Melden
  • Phipsli 25.09.2017 15:38
    Highlight @bürgerliche #liefere statt lafere
    26 6 Melden
  • chicadeltren 25.09.2017 15:00
    Highlight Eine Erhöhung der Lohnbeiträge in Pensionskasse bittet die Jungen nicht zur Kasse, wenn gleichzeitig wieder garantiert wird, dass die 2. Säule einem persönlich zusteht und die elende Subventionierung der aktuellen Renten durch die Jungen so wieder abgeschafft wird. Wenn die Lebenserwartung steigt MUSS sich im kapitaldeckungsverfahren entweder Beitrag oder Rentenalter erhöhen sonst klappts mathematisch nicht.
    21 1 Melden
    • Fulehung1950 25.09.2017 17:05
      Highlight Zur sog. "Quersubventionierung": was jemand in seine 2. Säule einzahlt, steht ihm plus Verzinsung auch zu. Die Querfinanzierung äussert sich darin, dass die flüssigen Mittel, von Jüngeren einbezahlt, dazu verwendet werden (müssen), die Renten an die aktuellen Rentner auszuzahlen. Daraus gibt der Deckungsgrad Auskunft. Es ist nicht so, dass einem Jungen von seinem Altersguthaben etwas abgebucht wird, um das Altersguthaben eines Alten aufzustocken.

      Reduziert die Kosten/Versicherten von z.T. über CHF 700 auf ein vernünftiges Mass (< CHF 200), die die Taschen der Versicherer überquellen lassen.
      6 2 Melden
    • FrancoL 25.09.2017 20:07
      Highlight Da haben Sie aber etwas wirklich falsch verstanden, JEDE KAPITALEINZAHLUNG wird der betreffenden Person gutgeschrieben und nicht etwa einer anderen Person.
      Das Geld das nach der Gutschrift im Umlauf der PK ist wird teilweise nicht investiert sondern als laufende Rente ausbezahlt. Also Ihre Einzahlung bleibt inkl. allen Renditen für Sie erhalten.
      3 3 Melden
    • chicadeltren 26.09.2017 11:05
      Highlight @fulehung: das stimmt theoretisch, da aber die Rentner von heute dank der gesetzlich vorgeschriebenen umwandlugssätzen mehr bekommen als ihr Kapital über die Jahre erwirtschaftet hat wird die Differenz von den Zahlungen der Jungen genommen und nicht wie geplant angelegt. Es gibt kaum PK mit Deckungsgrad von 100 und das obwohl die Deckungsgrade dank absurder Finanztricksereien künstlich hochgehalten werden. Die tatsächliche Situation ist um einiges prekärer...
      1 0 Melden
    • FrancoL 26.09.2017 12:00
      Highlight @Chicadeltren; Schaute sie sich die PKs genauer an, dann werden Sie das Wort "prekärer" nur stützen können, wenn die Wirtschaft und vor allem der Immobilienmarkt eine ernsthafte Flexion erfährt. Die Liegenschaften (als Beispiel) sind in den Büchern nicht überbewertet, ganz und gar nicht. Auch wird nicht mit einer Wertberichtigung gearbeitet, was wiederum den Umwandlungssatz abfedern würde. Es ist genügend Speck vorhanden, man müsste nur die PKs anhalten zB nicht aus Bequemlichkeit in Immobilien-Fonds zu investieren, die bereits abgerahmt wurden.
      0 0 Melden
  • gnp286 25.09.2017 14:33
    Highlight "Bei einer neuen Rentenreform ist Zoff programmiert"

    No shit, Sherlock? Wer die letzten Wochen nicht im Koma lag kann sich sehr gut vorstellen, dass es nicht einfach wird eine mehrheitsfähige Vorlage zu produzieren. In den letzten 7 Jahren ist es ja offensichtlich nicht gelungen, zwischen den Lölis von Links und den bürgerlichen Lölis einen mehrheitsfähigen Konsens zu finden. Jetzt sowieso, nachdem mit den Abstimmungsresultaten wieder heruminterpretiert wird. Oh man... Die jetzige Generation im Bundeshaus bekommt die Rente ja sowieso, also kein Grund sich zu bemühen...
    23 2 Melden
    • Juliet Bravo 25.09.2017 18:23
      Highlight Welche Lölis die Vorlage ganz konkret in Mehrheit bachab geschickt haben, sehen wir bei der Selecta Studie.
      Tippe darauf, die FDP verfing und in geringerem Mass die SVP. Wäre es den Befürwortern gelungen, gerade die Bauern klarer einzubinden, wäre der Riss in der SVP klar geworden: Bauern dafür. Blocher-Rösti-Linie dagegen.
      4 0 Melden
  • Theor 25.09.2017 14:33
    Highlight Mir gefällt die Idee, dass Akademiker ein wenig länger arbeiten sollten (bin selber einer).

    - Erstens ist man als Akademiker in den meisten Berufen auch noch mit 65+ sehr gefragt und meistens macht die Arbeit in solchen Berufen auch durchaus mehr Spass.

    - Zweitens zahlen die Akademiker rechnerisch mehr in der AHV ein.

    - Was sie sich Drittens dank signifikant höheren Löhnen auch leichter leisten können.

    Ich musste 30 werden, bis ich ins Arbeitsleben richtig einsteigen konnte. Bis dahin wurde ich von der Sozialgemeinschaft unterstützt. Warum nicht etwas zurückgeben?
    52 9 Melden
    • Fulehung1950 25.09.2017 17:09
      Highlight Völlig korrekt! Und dann streichen wir noch die AHV-Rente bei jenen, die ein Vermögen von mehr als CHF 10 Mio. haben. Die brauchen diese nämlich nicht. Das wäre ein bürgerlicher Beitrag an die Sanierung! Aber das wäre dann ja "Umverteilung", welch böses kommunistisches Ansinnen!

      Da lassen wir den Multimillionären doch lieber die Steuerschlupflöcher. Damit lässt sich bei den Wahlen doch punkten!
      19 5 Melden
  • G-Man 25.09.2017 14:28
    Highlight Wenn wir mal wieder aufhören können nur auf einzelne individuen rücksicht zu nehmen könnten endlich wieder brauchbare vorlagen geschaffen werden. Beispiel Frauenrentenalter, nur weil das bei ein paar extremen eine rote linie darstellt heisst das ja nicht dass die Mehrheit das nicht angepasst haben will.
    28 8 Melden
    • Adrian Bühlmann 25.09.2017 18:07
      Highlight Man wird noch sehen, wie stark die Ablehnung der Erhöhung des Frauenrentenalters war. Es ist aber so, dass es bei möglichen Reformen der Altersvorsorge stets relativ einfach ist, unheilige Mehrheiten für einen Absturz zu finden.

      Bei der FDP wird nun dieser Andri Silberschmidt als Held gefeiert, der es geschafft habe, diese Vorlage zum Absturz zu bringen.

      Geschafft hat er es aber nur in Allianz mit den ganz Linken. Diese haben erreicht, was sie wollten: Es bleibt beim Rentenalter 64 für Frauen. Womöglich für recht lange Zeit. Andri hat's ermöglicht.
      4 1 Melden
  • Sheldon 25.09.2017 14:11
    Highlight Ich dachte mich laust der Affe. Als ob man sowas wirklich spürt im Portemonnaie. Eine glaubhafte Reform muss folgendes beinhalten:
    a) Der Umwandlungssatz in den Pensionskasse muss auf die aktuelle Berechnung der künftigen Demographie angepasst werden.
    b) Das Rentenalter 65 soll als Richtschnur bleiben, aber soweit aufgeweicht werden, dass, wer will und gebraucht wird, länger arbeiten kann und dafür belohnt und nicht bestraft wird.
    c) Die Ergänzungsleistungen der AHV sollen bei Bedarf erhöht werden. Dazu kann die Mehrwertsteuer eingesetzt werden.
    18 5 Melden
    • Rendel 25.09.2017 15:55
      Highlight Bei den Ergänzungsleistungen soll aber weiter gespart werden. Das interessiert aber kaum wen.

      Die künftige Demografie, ist noch schwer hervorzusagen. Man weiss auch noch nicht, wie alt die Babyboomer werden. Auf jeden Fall nicht immer älter.

      Es gibt Berufe, da kann man nicht länger arbeiten, oder muss frühzeitig aufhören, weil körperlich nicht mehr schaffbar, diese Leute sollten auch nicht bestraft werden. Wer länger arbeitet aus Freude, braucht keine Zusatzbelohnung. Es gibt auch viel freiwillige Hilfe die man leisten kann und sich engagieren und sein Können einbringen.
      6 3 Melden
  • Makatitom 25.09.2017 14:08
    Highlight Was sind das hier für miese Prozentzahlen.
    Kapitalgewinnsteuer 50%
    Finanztransaktionssteuer 75%
    Hochfrequenzhandelssteuer 75%
    Automatensteuer pro 10 wegautomatisierte Arbeitsplätze zahlt der AG Sozialabgaben für 8 Fachkräfte
    Und schon können wir alle mit 55 in Pension, mit einer lebensstandarderhaltenden Rente
    26 17 Melden
    • _haebi 25.09.2017 16:39
      Highlight Adieu Marktplatz Schweiz. Bin zwar auch manchmal gegenüber radikalen Ideen nicht abgeneigt, aber mit dieser Idee fahren Sie die Schweiz an die Wand.
      13 6 Melden
    • Arutha 25.09.2017 17:56
      Highlight Und tschüss Arbeitsplätze und Steuersubstrat der Firmen.
      4 4 Melden
    • FrancoL 25.09.2017 20:12
      Highlight Utopien die nur in einem geschlossenen Gefäss funktionieren. und wer liebt denn schon geschlossene Gefässe, Werder linke noch Bürgerliche.
      1 0 Melden
    • Makatitom 26.09.2017 09:20
      Highlight OK, ich gebe zu: Das sind ein bisschen sehr maximale Maximalforderungen. Aber wieso wird das nicht einmal angedacht, wenigstens im Promillebereich?
      So lange wie Ueli "kä Luscht" hat, die Panamapapers aufzuarbeiten. So lange das Parlament nicht gewillt ist, die oben genannten Vorschläge nicht einmal anzudenken, so lange werde ich jede Reform, die das Rentenalter und die MwSt erhöhen, den Umwandlungssatz kürzt von mir abgelehnt
      1 0 Melden
  • baBIELon 25.09.2017 14:08
    Highlight Stell ich mir das zu einfach vor oder könnten wir nicht einfach das Cannabis legalisieren und die MwsT sowie sonstige Steuern darauf in die AHV stecken?😄
    30 2 Melden
  • FrancoL 25.09.2017 14:01
    Highlight Es herrscht Uneinigkeit was für eine Überraschung. Da bin ich mal gespannt wie der bürgerliche Schnellzug nun das Tempo halten will, oder am Ende doch ein Bummler mit vielen Haltestellen und unterschiedlichen Fahrgästen, sprich Lösungen und Kompromissen, wird.
    15 5 Melden
  • simiimi 25.09.2017 13:59
    Highlight Egal wer hinter diesem Kompromiss steht: Die Legalisierung von Cannabis muss jetzt da zwingend mit rein! Gibt wohl keine andere Finanzierungsquelle, die so leicht anzuzapfen wäre.
    25 3 Melden
    • äti 25.09.2017 17:33
      Highlight Nicht nur als Finanzquelle, sondern sowieso.
      8 1 Melden

Darum lehnt der Bundesrat «No Billag» ab – die 5 wichtigsten Argumente im Überblick

Für ein kleinräumiges, mehrsprachiges Land wie die Schweiz mit ihrer direkten Demokratie sei ein vielfältiges Medienangebot wichtig, argumentiert der Bundesrat. Die Initiative nehme in Kauf, dass nur noch produziert werde, was rentiere.

In eine besonders schwierige Situation kämen die Randregionen und Sprachminderheiten, hält der Bundesrat weiter fest. Je kleiner das Einzugsgebiet, desto unrealistischer sei es, ein Angebot rein kommerziell zu finanzieren. Die Schweiz wäre das erste Land …

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