Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

In Zürich stellt die US-Firma LimeBike ab dieser Woche rund 400 Velos zur Verfügung.  bild: watson / wikimedia / limebike

Auf gelb folgt grün: Neuer Anbieter flutet Zürich mit 480 Leih-Bikes

Neben den umstrittenen, gelben O-Bikes prägen bald auch grüne Velos das Zürcher Stadtbild. Ein US-Unternehmen platziert ab heute fast 500 Bikes in der ganzen Stadt.

11.12.17, 15:00 11.12.17, 19:00


Die O-Bikes bekommt Konkurrenz: Ab heute stellt auch das US-Unternehmen LimeBike quer in der Stadt Zürich seine Velos auf. Ganze 480 Bikes mehr können Velo-Fans so in der Limmatstadt mieten – und abstellen, wo sie wollen.

Wie die umstrittenen O-Bikes baut auch LimeBike auf dem ‹Free-Floating-Sharing›-Prinzip auf: Die Benutzer müssen ihr Velo nicht an einem fixen Standort zurückgeben, sie können es einfach an ihrem Zielort stehen lassen. Per App wird dem Benutzer angezeigt, wo sich das nächste freie Velo befindet. Das sorgte bei den O-Bikes für Zündstoff. Der Grund: Häufig werden die Fahrräder irgendwo abgestellt oder sie verstopfen die bestehenden Velo-Abstellplätze. Schlussendlich musste die Bikesharing-Firma aus Singapur unter Druck des Stadtrates Filippo Leutenegger von ihren 900 Velos 400 wieder vom Stadtgebiet entfernen. 

Blockierte Parkplätze oder überstellte Trot­toirs müssten die Zürcher und Zürcherinnen nun aber nicht wieder befürchten, sagt der Schweizer Country-Manager von LimeBike, Estuardo Escobar: «Andere Firmen hatten hier keinen guten Start– wir wollen es besser machen.» Deshalb kommuniziere das Unternehmen auch proaktiv, dass die Bikes kommen. Das Ganze soll ein «Soft-Launch» sein: Die Mitarbeiter des Unternehmens verteilen die Velos ab heute über rund zwei Wochen in der Stadt – es würden also keine Bikes «in einer Nacht und Nebelaktion» aufgestellt.

Je nach Reaktionen und Nachfrage werde die Firma das Angebot anpassen. Escobar: «Um Probleme zu vermeiden, führen wir zudem seit Monaten Gespräche über die Umsetzung mit der Stadtregierung und haben vor, einen 24/7 Kundenservice aufzubauen. Steht ein Velo an einem unerlaubten Platz, werden wir schnell vor Ort sein und es umstellen.»  

GPS-Daten gehen an die Behörden

Er und sein Team führten auch Gespräche mit anderen Schweizer Stadtregierungen, so Escobar. «Doch spruchreif ist noch nichts.» Das Unternehmen expandiert seit Sommer 2017 fleissig. In den USA ist die Firma inzwischen der grösste Velo-Verleih mit einem ‹Free-Floating-Sharing›-Konzept. Ihr Erfolgsgeheimnis sei unter anderem die enge Zusammenarbeit mit den Behörden, erzählt Escobar.

Mit der Nutzung der App oder des Velos werden die Bewegungen des Zweirads erfasst. Das heisst, wenn man mit dem Velo von A nach B fährt, wird dies via GPS aufgezeichnet. Die Daten werden laut Limebike ausschliesslich städtischen Behörden zur Verfügung gestellt, damit diese ihre Infrastruktur optimieren können.

Günstiger als Konkurrez

O-Bike und LimeBike müssen sich den Markt nicht nur zu zweit teilen. Verleih-Systeme, bei denen die Velos irgendwo abgestellt werden, sind stark im Kommen. Escobar ist dennoch überzeugt, dass es noch Nachfrage gibt: «Das Bedürfnis, günstig und gesund von A nach B zu kommen, ist da. Ausserdem sind wir mit einem Preis von einem Franken für 30 Minuten billiger als die Konkurrenz – das qualitativ beste Angebot wird sich durchsetzten.» Er pokert ausserdem auf eine gesellschaftliche Veränderung: «Je mehr es solche Angebote gibt, desto weniger werden die Menschen ein privates Fahrrad haben.»

Das US-Unternehmen hat bisher drei Büro-Mitarbeiter angestellt und drei Operations Specialists – Mitarbeitende, die die Velos jeweils wieder an die passenden Stellen bringen. Zürich ist dabei neben Frankfurt der erste Ableger von LimeBike in Europa.

«oBikes sind der McDonalds der Velos!!»

Video: watson/Laurent Aeberli, Emily Engkent

Mark Beaumont fährt mit dem Velo in 80 Tagen um die Welt

Das könnte dich auch interessieren:

«Wieso sagen Schweizer gemeine Dinge über meine Schwester?»

13 seltsame Dinge, die uns am Trump-Kim-Gipfel aufgefallen sind

Erdogans Schlägertrupp auf dem Vormarsch in die Schweiz

Fertig mit Rosinenpicken: Es ist Zeit, dass auch Frauen bis 65 arbeiten

15 Jahre ist es her: Das wurde aus den «DSDS»-Stars der 1. Stunde

33 unfassbar miese Hotels, die so richtig den Vogel abgeschossen haben

Diese 19 Fails für bessere Laune sind alles, was du heute brauchst

Die Bernerin, die für den Sonnenkönig spionierte

Wegen hoher Verletzungsgefahr: Diese Sportarten mögen Versicherungen gar nicht

Diese 18 genialen Cartoons über die Liebe und das Leben haben uns kalt erwischt 😥😍

Diese Frau stellt absurde Promi-Fotos nach – 17 Lektionen, die wir von ihr lernen

Du weisst noch nicht, wem du an der WM helfen sollst? Hier findest du DEIN Team!

präsentiert von

Als muslimische Piraten Europäer zu Sklaven machten 

«Pöbel-Sina» scheitert bei «Wer wird Millionär» an dieser super einfachen Frage – und du?

Schweizer Fussballfans verirren sich an die ukrainische Front

Diese 7 Zeichnungen zeigen dir, wie es am Open Air wirklich wird

«Die roten Linien werden eher dunkelrot»: Wie man in Brüssel die Schweiz sieht

Eine Szene – viele Wahrheiten 

Anschnallen bitte! So sieht der Formel-E-Prix von Zürich aus der Fahrerperspektive aus

Warum das Kämpfchen gegen Netzsperren erst der Anfang war

Netta sang zum Abschluss der Pride – aber vorher gab es wüste Szenen

Shaqiri ist der «dickste» Feldspieler – und 9 weitere spannende Grafiken zur Fussball-WM

Unerträgliche Regelschmerzen: Melanies Kampf gegen Endometriose

Haris Seferovic: «Irgendwann ist genug und dann platzt der Kragen»

EXKLUSIV: Hier erfährst du, wer die WM gewinnen wird! (Spoiler: Ich, der Picdump 😒)

Plastik ist das neue Rauchen – wie ein Material all seine Freunde verlor

Was vom Bordmenü übrig bleibt – das kannst du gegen den Abfallwahnsinn im Flugzeug tun

Mit dieser Begründung brechen 37 Studenten Prüfung ab

Familientrennungen an der US-Grenze: TV-Moderatorin bricht in Tränen aus

Traum oder Albtraum? So ist es, als CH-Rock'n'Roll-Band in den USA auf Tour zu sein

Das absurdeste Museum der Welt und wir waren da – und bereuen es jetzt noch

Die ausgefallensten Hotelzimmer der Schweiz

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

18
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zend 11.12.2017 19:35
    Highlight Höret doch e mol uf mit dem Scheiss. Wie soll ich den nun mit meinem Elekto-SUV durch die Stadt kommen, wenn die alles verstopfen.
    14 1 Melden
  • The Writer Formerly Known as Peter 11.12.2017 19:09
    Highlight Da steht nichts davon ob die Depot wollen oder nicht. OBike will immerhin CHF 129 von den Kunden. Für mich DAS Killerkriterium! Ich übernehme nicht als Kunde deren geschäftlichen Risiken oder eine (Vor-)Finanzierung der Bikes. Wenn die Firma pleite geht, sehe ich von diesem Geld nichts mehr.
    7 1 Melden
    • Evan 11.12.2017 20:41
      Highlight Wenn der Service gut wäre könnte man auch läppische 130 Franken Depot ertragen. Wenn...
      5 4 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 11.12.2017 22:38
      Highlight Nein könnte man nicht. Weil du verstehst nicht, dass sie damit ihr Risiko auf die Kunden abwälzen. Was kostet so ein Bike? Genau etwa die Gebühr des Depot. Damit finanziert man deren Bikes und trägt als Kunde das Risiko, wenn der Laden einmal hopps geht. Das alles ohne Rendite! Sauberer Trick.
      5 0 Melden
    • Evan 12.12.2017 09:58
      Highlight Ich verstehe dein Argument ^^ Doch wenn «die Qualität stimmen würde» wäre ein Bike wohl auch ein wenig mehr als 50 oder 100 Franken wert. Bei O-Bike stimmt das Gesamtpaket nicht, das fängt nicht erst bei den 130 Franken an.
      1 0 Melden
  • Don Alejandro 11.12.2017 17:44
    Highlight Die arme Limmat.....😉
    17 2 Melden
  • Evan 11.12.2017 16:10
    Highlight Würde ich begrüssen wenn die Qualität stimmen würde.
    16 2 Melden
    • Meromero 11.12.2017 17:27
      Highlight +1 lieber eine Gangschaltung und vernünftige Qualität.
      7 0 Melden
    • Evan 11.12.2017 19:50
      Highlight Immerhin gibts in Zürich Smide. Nur ein paar mehr Bikes bräuchten sie und ein grösseres Einsatzgebiet.
      6 0 Melden
  • N. Y. P. 11.12.2017 16:09
    Highlight Hey, was machst Du so ?

    Ich bin Operations Specialist !

    Wow Hammer ! CIA ?

    Äh nein.

    Aha, demfall Nachrichtendienst der Schweiz?

    Äh, Schweiz stimmt.

    Jetzt steh ich auf dem Schlauch.

    Ich stelle Velos um.

    Du bist Spezialist für äh... Nun gut, ich muss noch in den Coop. Viel Spass dann, Adalbert Baptist Johannes.
    51 5 Melden
    • ponebone 11.12.2017 19:02
      Highlight Ich dachte mir spontan, jobs im Wandel der Zeit:
      Früher: Bimbo für alles
      Heute: Operation specialist
      16 0 Melden
  • Maragia 11.12.2017 15:40
    Highlight Noch mehr Müll der bald auf den Troittoirs steht
    73 8 Melden
    • salamandino 11.12.2017 16:08
      Highlight Oder in der Limmat.
      25 0 Melden
  • Scaros_2 11.12.2017 15:23
    Highlight Noch mehr Leute die den Strassenverkehr nicht kennen. übel!
    25 10 Melden
  • Alterssturheit 11.12.2017 15:11
    Highlight Noch mehr von diesen Sch---vermietvelos die überall im Weg rumstehen und jetzt im Winter sowieso praktisch niemand benötigt.
    31 5 Melden
  • N. Y. P. 11.12.2017 15:11
    Highlight Blockierte Parkplätze oder überstellte Trot­toirs müssten die Zürcher und Zürcherinnen nun aber nicht wieder befürchten...

    Wenn die Chinesen 400 Räder zurückziehen wegen des Puffs auf den Trottoirs und die Amerikaner jetzt wieder mehrere 100 Räder hinstellen...

    Ja dann frage ich mich, wieso es diesmal kein Puff gegen soll. Wieso soll es jetzt plötzlich mehr Platz haben ?

    Diese Veloumstellerei wird kaum was nützen.

    Wann kommen die roten Velos ?
    56 4 Melden
  • Cmo 11.12.2017 15:07
    Highlight "Auf gelb folgt grün: Neuer Anbieter flutet Zürich mit 480 Leih-Bikes

    Neben den umstrittenen, gelben O-Bikes prägen bald auch grüne Velos das Zürcher Stadtbild. Ein US-Unternehmen platziert ab heute rund 400 Bikes in der ganzen Stadt."

    480 Bikes sind für mich rund 500 Bikes, nicht 400 oder wie seht ihr das?
    64 3 Melden
    • Cmo 11.12.2017 17:08
      Highlight Danke für die Änderung :)
      4 0 Melden

Valon Behrami und Ignazio Cassis – eine Tessiner Geschichte von Kampf, Krieg und Mitschuld

Fussballstar Valon Behrami floh einst vor der Gewalt im Kosovo ins Tessin. Der Tessiner Bundesrat Ignazio Cassis ermöglicht nun, dass mit Schweizer Waffen Gewalt in Bürgerkriegen ausgeübt wird. Ein Blick auf zwei Leben.

Das ist die Geschichte eines Kriegers, eines Kriegs und eines Fehlentscheids. Ihre Hauptfiguren sind zwei Tessiner. Sie spielt im kosovarischen Mitrovica, in Bellinzona, im russischen Rostow am Don und im Sitzungszimmer des Bundesrats im 1. Obergeschoss, Bundeshaus-West, Bern.

Die Geschichte beginnt am 4. Dezember 1990. Die Familie Behrami, Vater Ragip, Mutter Halime, der damals 5-jährige Valon und seine 7-jährige Schwester Valentina überqueren in einem Bus aus Mitrovica im Kosovo kommend …

Artikel lesen