Gesellschaft & Politik
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LimeBike Teaser 2

In Zürich stellt die US-Firma LimeBike ab dieser Woche rund 400 Velos zur Verfügung.  bild: watson / wikimedia / limebike

Auf gelb folgt grün: Neuer Anbieter flutet Zürich mit 480 Leih-Bikes

Neben den umstrittenen, gelben O-Bikes prägen bald auch grüne Velos das Zürcher Stadtbild. Ein US-Unternehmen platziert ab heute fast 500 Bikes in der ganzen Stadt.



Die O-Bikes bekommt Konkurrenz: Ab heute stellt auch das US-Unternehmen LimeBike quer in der Stadt Zürich seine Velos auf. Ganze 480 Bikes mehr können Velo-Fans so in der Limmatstadt mieten – und abstellen, wo sie wollen.

Wie die umstrittenen O-Bikes baut auch LimeBike auf dem ‹Free-Floating-Sharing›-Prinzip auf: Die Benutzer müssen ihr Velo nicht an einem fixen Standort zurückgeben, sie können es einfach an ihrem Zielort stehen lassen. Per App wird dem Benutzer angezeigt, wo sich das nächste freie Velo befindet. Das sorgte bei den O-Bikes für Zündstoff. Der Grund: Häufig werden die Fahrräder irgendwo abgestellt oder sie verstopfen die bestehenden Velo-Abstellplätze. Schlussendlich musste die Bikesharing-Firma aus Singapur unter Druck des Stadtrates Filippo Leutenegger von ihren 900 Velos 400 wieder vom Stadtgebiet entfernen. 

Blockierte Parkplätze oder überstellte Trot­toirs müssten die Zürcher und Zürcherinnen nun aber nicht wieder befürchten, sagt der Schweizer Country-Manager von LimeBike, Estuardo Escobar: «Andere Firmen hatten hier keinen guten Start– wir wollen es besser machen.» Deshalb kommuniziere das Unternehmen auch proaktiv, dass die Bikes kommen. Das Ganze soll ein «Soft-Launch» sein: Die Mitarbeiter des Unternehmens verteilen die Velos ab heute über rund zwei Wochen in der Stadt – es würden also keine Bikes «in einer Nacht und Nebelaktion» aufgestellt.

Je nach Reaktionen und Nachfrage werde die Firma das Angebot anpassen. Escobar: «Um Probleme zu vermeiden, führen wir zudem seit Monaten Gespräche über die Umsetzung mit der Stadtregierung und haben vor, einen 24/7 Kundenservice aufzubauen. Steht ein Velo an einem unerlaubten Platz, werden wir schnell vor Ort sein und es umstellen.»  

GPS-Daten gehen an die Behörden

Er und sein Team führten auch Gespräche mit anderen Schweizer Stadtregierungen, so Escobar. «Doch spruchreif ist noch nichts.» Das Unternehmen expandiert seit Sommer 2017 fleissig. In den USA ist die Firma inzwischen der grösste Velo-Verleih mit einem ‹Free-Floating-Sharing›-Konzept. Ihr Erfolgsgeheimnis sei unter anderem die enge Zusammenarbeit mit den Behörden, erzählt Escobar.

Mit der Nutzung der App oder des Velos werden die Bewegungen des Zweirads erfasst. Das heisst, wenn man mit dem Velo von A nach B fährt, wird dies via GPS aufgezeichnet. Die Daten werden laut Limebike ausschliesslich städtischen Behörden zur Verfügung gestellt, damit diese ihre Infrastruktur optimieren können.

Günstiger als Konkurrez

O-Bike und LimeBike müssen sich den Markt nicht nur zu zweit teilen. Verleih-Systeme, bei denen die Velos irgendwo abgestellt werden, sind stark im Kommen. Escobar ist dennoch überzeugt, dass es noch Nachfrage gibt: «Das Bedürfnis, günstig und gesund von A nach B zu kommen, ist da. Ausserdem sind wir mit einem Preis von einem Franken für 30 Minuten billiger als die Konkurrenz – das qualitativ beste Angebot wird sich durchsetzten.» Er pokert ausserdem auf eine gesellschaftliche Veränderung: «Je mehr es solche Angebote gibt, desto weniger werden die Menschen ein privates Fahrrad haben.»

Das US-Unternehmen hat bisher drei Büro-Mitarbeiter angestellt und drei Operations Specialists – Mitarbeitende, die die Velos jeweils wieder an die passenden Stellen bringen. Zürich ist dabei neben Frankfurt der erste Ableger von LimeBike in Europa.

«oBikes sind der McDonalds der Velos!!»

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Video: watson/Laurent Aeberli, Emily Engkent

Mark Beaumont fährt mit dem Velo in 80 Tagen um die Welt

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • The Writer Formerly Known as Peter 11.12.2017 19:09
    Highlight Highlight Da steht nichts davon ob die Depot wollen oder nicht. OBike will immerhin CHF 129 von den Kunden. Für mich DAS Killerkriterium! Ich übernehme nicht als Kunde deren geschäftlichen Risiken oder eine (Vor-)Finanzierung der Bikes. Wenn die Firma pleite geht, sehe ich von diesem Geld nichts mehr.
    • Evan 11.12.2017 20:41
      Highlight Highlight Wenn der Service gut wäre könnte man auch läppische 130 Franken Depot ertragen. Wenn...
    • The Writer Formerly Known as Peter 11.12.2017 22:38
      Highlight Highlight Nein könnte man nicht. Weil du verstehst nicht, dass sie damit ihr Risiko auf die Kunden abwälzen. Was kostet so ein Bike? Genau etwa die Gebühr des Depot. Damit finanziert man deren Bikes und trägt als Kunde das Risiko, wenn der Laden einmal hopps geht. Das alles ohne Rendite! Sauberer Trick.
    • Evan 12.12.2017 09:58
      Highlight Highlight Ich verstehe dein Argument ^^ Doch wenn «die Qualität stimmen würde» wäre ein Bike wohl auch ein wenig mehr als 50 oder 100 Franken wert. Bei O-Bike stimmt das Gesamtpaket nicht, das fängt nicht erst bei den 130 Franken an.
  • Don Alejandro 11.12.2017 17:44
    Highlight Highlight Die arme Limmat.....😉
  • Evan 11.12.2017 16:10
    Highlight Highlight Würde ich begrüssen wenn die Qualität stimmen würde.
    • Meromero 11.12.2017 17:27
      Highlight Highlight +1 lieber eine Gangschaltung und vernünftige Qualität.
    • Evan 11.12.2017 19:50
      Highlight Highlight Immerhin gibts in Zürich Smide. Nur ein paar mehr Bikes bräuchten sie und ein grösseres Einsatzgebiet.
  • N. Y. P. D. 11.12.2017 16:09
    Highlight Highlight Hey, was machst Du so ?

    Ich bin Operations Specialist !

    Wow Hammer ! CIA ?

    Äh nein.

    Aha, demfall Nachrichtendienst der Schweiz?

    Äh, Schweiz stimmt.

    Jetzt steh ich auf dem Schlauch.

    Ich stelle Velos um.

    Du bist Spezialist für äh... Nun gut, ich muss noch in den Coop. Viel Spass dann, Adalbert Baptist Johannes.
    • ponebone 11.12.2017 19:02
      Highlight Highlight Ich dachte mir spontan, jobs im Wandel der Zeit:
      Früher: Bimbo für alles
      Heute: Operation specialist
  • Maragia 11.12.2017 15:40
    Highlight Highlight Noch mehr Müll der bald auf den Troittoirs steht
    • salamandino 11.12.2017 16:08
      Highlight Highlight Oder in der Limmat.
  • Scaros_2 11.12.2017 15:23
    Highlight Highlight Noch mehr Leute die den Strassenverkehr nicht kennen. übel!
  • Alterssturheit 11.12.2017 15:11
    Highlight Highlight Noch mehr von diesen Sch---vermietvelos die überall im Weg rumstehen und jetzt im Winter sowieso praktisch niemand benötigt.
  • N. Y. P. D. 11.12.2017 15:11
    Highlight Highlight Blockierte Parkplätze oder überstellte Trot­toirs müssten die Zürcher und Zürcherinnen nun aber nicht wieder befürchten...

    Wenn die Chinesen 400 Räder zurückziehen wegen des Puffs auf den Trottoirs und die Amerikaner jetzt wieder mehrere 100 Räder hinstellen...

    Ja dann frage ich mich, wieso es diesmal kein Puff gegen soll. Wieso soll es jetzt plötzlich mehr Platz haben ?

    Diese Veloumstellerei wird kaum was nützen.

    Wann kommen die roten Velos ?
  • Cmo 11.12.2017 15:07
    Highlight Highlight "Auf gelb folgt grün: Neuer Anbieter flutet Zürich mit 480 Leih-Bikes

    Neben den umstrittenen, gelben O-Bikes prägen bald auch grüne Velos das Zürcher Stadtbild. Ein US-Unternehmen platziert ab heute rund 400 Bikes in der ganzen Stadt."

    480 Bikes sind für mich rund 500 Bikes, nicht 400 oder wie seht ihr das?
    • Cmo 11.12.2017 17:08
      Highlight Highlight Danke für die Änderung :)

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

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