Schweiz
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Abdul Wasi Kadir Lehrling Aarau Flüchtling

Abdul Wasi Kadir in den Räumen der Schule für unbegleitete minderjährige Asylsuchende, wo er als Hilfslehrer im Einsatz steht. Bild: Aargauer Zeitung

Dieser Flüchtling hat eine Lehrstelle – und darf sie nicht annehmen

Ein junger Äthiopier erhält einen Lehrvertrag, muss das Angebot des Aarauer Restaurants «Schützen» aber ausschlagen. Ihm wird das Arbeitsverbot zum Verhängnis.

Manuel Bühlmann / az Aargauer Zeitung



Der Lehrvertrag ist unterschrieben. Doch Abdul Wasi Kadir steht nicht in der Küche des Restaurants Schützen in Aarau, so gerne er das auch würde. Er darf seine Lehrstelle als Koch nicht antreten. Der 19-jährige Äthiopier hat ein generelles Arbeitsverbot.

Daran ändert auch nichts, dass er bei einem fünftägigen Praktikum mit seinem Einsatz zu überzeugen vermochte und sich Wirt Peter Schneider für ihn einsetzte. «Herr Kadir ist sehr freundlich, aufnahmefähig, lernbegierig und intelligent», schrieb er dem kantonalen Migrationsamt. Vergeblich.

Der Entscheid bedeutet für den jungen Mann: Nothilfe von 7.50 Franken im Tag statt Lehrlingslohn von 1020 Franken pro Monat, Schule für unbegleitete minderjährige Asylsuchende statt Berufsschule, untätig in der Unterkunft sitzen statt arbeiten in der Küche.

«Der Kanton verfügt hier über kein Ermessen»

Idil Abdulle, Sprecherin des Staatssekretariats für Migration

Abdul Wasi Kadir muss in sein Heimatland zurück, sein Asylgesuch wurde abgelehnt. Wem eine Ausreisefrist gesetzt ist, dem ist es nicht erlaubt, einer bezahlten Arbeit nachzugehen, so schreibt es das Asylgesetz vor. Eine Lehre gilt als Erwerbstätigkeit und ist deshalb verboten; der Besuch einer Schule hingegen wäre möglich.

Spielraum bestehe nicht, heisst es beim kantonalen Migrationsamt. Die Kantone könnten sich nicht darüber hinwegsetzen. «Der Kanton verfügt hier über kein Ermessen», bestätigt Idil Abdulle, Sprecherin des Staatssekretariats für Migration (SEM). «Für abgewiesene Asylsuchende besteht folglich keine Möglichkeit, zu arbeiten beziehungsweise eine Lehre zu absolvieren, auch wenn ein Lehr- oder Arbeitsvertrag vorliegt.» Eine Rückkehr nach Äthiopien hält das SEM für möglich.

Doch der 19-Jährige befürchtet Repressionen, weil er sich politisch für die Oromo-Bewegung engagiert. Gegen deren Vertreter geht die Regierung mit aller Härte vor. Amnesty International berichtet von willkürlichen Festnahmen, Folter und anderen Misshandlungen sowie unfairen Gerichtsprozessen. Familienmitglieder wurden verhaftet, Kadir selbst sass als Jugendlicher vorübergehend hinter Gittern.

Abdul Wasi Kadir Lehrling Aarau Flüchtling

Der 19-Jährige  Abdul Wasi Kadir engagiert sich in der Bewegung der Oromo, deren Exponenten in Äthiopien Repressionen drohen.

Ungewissheit bestimmt den Alltag

Auch beim SEM weiss man von Menschenrechtsverletzungen, hält aber fest: «Gemäss allgemein zugänglichen Informationen betreibt die äthiopische Regierung keine Politik der gezielten Verfolgung der Oromo.»

«Abdul Wasi Kadir ist einer von vielen Jugendlichen, die keine Ausbildung machen können, aber wahrscheinlich noch lange hier bleiben werden. Das wird zu einem sozialen Problem, wenn wir es nicht bald lösen.»

Benno Straumann, Abduls Lehrer

Diesen Sommer entschied allerdings das Bundesverwaltungsgericht im Fall eines abgewiesenen Landsmanns, der sich ebenfalls mit seinem politischen Engagement exponiert hat, seine Furcht vor Repression sei begründet. Der Mann wird deshalb vorläufig aufgenommen.

Welche Folgen das Urteil für Abdul Wasi Kadir haben könnte, ist ungewiss. Weil er nicht arbeiten darf, verbringt er seine Tage in der Unterkunft oder in der Schule für unbegleitete minderjährige Asylsuchende als Schüler und Hilfslehrer.

Unterrichtet wird er dort von Benno Straumann, der über die verbotene Lehre sagt: «Es ist fatal, dass ihm jene Ausbildung verwehrt wird, die ihm am meisten Optionen für die Zukunft bieten würde.» Straumann sind weitere ähnliche Fälle bekannt. «Abdul Wasi Kadir ist einer von vielen Jugendlichen, die keine Ausbildung machen können, aber wahrscheinlich noch lange hier bleiben werden. Das wird zu einem sozialen Problem, wenn wir es nicht bald lösen.»

Straumann spricht von einem grundlegenden Fehler im System. Der Kanton halte sich an die geltenden Gesetze, dennoch habe er auf ein Schlupfloch gehofft, schliesslich komme es allen zugute, wenn junge Leute wie Abdul Wasi Kadir ihren Lebensunterhalt selbst verdienten und nicht von Nothilfe abhängig seien. Eine Ausbildung sei auch eine wertvolle Rückkehrhilfe, wenn sich die Verhältnisse in Äthiopien ändern und er in die Heimat zurückkehren kann.

Die Wünsche eines 19-Jährigen

Die Hoffnung hat Kadir noch nicht aufgegeben, trotz verpasster Lehre. Inzwischen hat er in einer Zahnarztpraxis geschnuppert – und überzeugt. «Wir waren begeistert von ihm», heisst es aus der Praxis, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Sollte nächstes Jahr eine Lehrstelle verfügbar sein, würde man ihm dort gerne eine Chance geben. Der 19-Jährige glaubt weiter daran, dass seine Zukunftswünsche in Erfüllung gehen: «Erst eine Ausbildung, dann eine Arbeit.» (aargauerzeitung.ch)

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105Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • stamm 09.10.2017 23:36
    Highlight Highlight Gebt ihm Arbeit! Er ist zwar abgewiesen, aber er möchte arbeiten. Aber eine Lehre in einem schweizer Restaurant nützt ihm wohl kaum was. Ob er verfolgt wird in seinem Land, weiss ich nicht. Es gibt genügend Arbeiten, die ein ``rumhängen`` verhindern. Wisst ihr, wenn ich vom Staat her was zu tun hab, was mir nicht ganz einleuchtet, fragt sich auch nicht die halbe Schweiz, ob das gut oder schlecht ist. IST EINFACH SO! Und im Gegensatz dazu: wenn so jemand ein schwere Straftat begeht, ist es ein Einzelfall. Ich höre aber mehr darüber, als dass Einer eine Lehrstelle will. Ist vielleicht das ein...
  • Spooky 09.10.2017 21:41
    Highlight Highlight Da die echten Flüchtlinge sowieso keine Chance haben, in der Schweiz als Flüchtlinge anerkannt zu werden, nehmen wir doch die unechten Flüchtlinge. Darum hoffe ich, dass Abdul Wasi Kadir in der Schweiz bleiben darf.

    Ohne Ironie
  • Tropfnase 09.10.2017 20:29
    Highlight Highlight Wusste er den nicht vorher dass er nicht arbeiten darf?
  • Muster Mustermann 09.10.2017 20:18
    Highlight Highlight Für was habe wir hier noch Gesetze wenn jeder denkt er sei ein Ausnahmefall?
    Wenn er das Land verlassen muss, dann muss er es halt verlassen. So einfach ist das. Was gibts noch zu diskutieren?
  • Gregor Oliver 09.10.2017 19:56
    Highlight Highlight Ich kenne Äthiopien sehr gut und der Junge ist mit 100% Sicherheit nicht verfolgt. Sondern ein Migrant der aus Wirtschaftlichen Gründen sein Land verlassen hat.
    • fischolg 10.10.2017 00:17
      Highlight Highlight Ist doch sowas vo egal was der Grund ist, der Junge will sich integrieren und nicht einfah auf Kosten des Staats leben. Da sollte er das doch auch dürfen und Basta.
    • Snowy 10.10.2017 10:46
      Highlight Highlight Ist der Grund wirklich völlig egal? Das Gesetz sagt, dass Wirtschaftsmigranten kein Asyl erhalten... auf dieser Basis hat er einen negativen Bescheid erhalten und muss das Land verlassen. Würden wir diese Praxis ändern, hätten auf einen Schlag Millionen von Menschen in Drittweltländern Anrecht auf Asyl in der Schweiz.
      Das kann man so für gut befinden. Ich persönlich finde es löst überhaupt keine Probleme in den betroffenen Staaten - schafft aber immens grosse hier in der Schweiz. So müssten wir z.B uns vom Sozialstaat wie wir ihn heute kennen verabschieden.
  • Thinktank 09.10.2017 16:10
    Highlight Highlight Typischer Fall eines Nichtflüchtlinges. Dass Gastro- und Kleibetriebe solche für eine Lehre viel zu alten Billigarbeiter gerne ausbeuten ist nachvollziebar.
    • Chefs United 09.10.2017 18:16
      Highlight Highlight Erstens für eine Lehre im Gastgewerbe ist man nie zu alt. Zweitens was du ihr Ausbeutung nennst, ist unser tägliches Brot.
    • Griffin 09.10.2017 23:39
      Highlight Highlight Ausbeutung bleibt Ausbeutung, auch wenn sie alltäglich ist.
  • Phrosch 09.10.2017 15:26
    Highlight Highlight Diesem Jungen Mann eine Ausbildung zu erlauben wäre doch die bestmögliche Entwicklungshilfe, die man sich vorstellen kann. Wer gut ausgebildet in sein Heimatland zurück geht, kann sich dort eine Existenz aufbauen und womöglich noch Arbeitsplätze schaffen, was anderen eine Alternative zur Flucht zu uns gäbe. Man könnte die Rückkehr nach Ende der Ausbildung ja vertraglich vereinbaren.
  • rohypnoel 09.10.2017 12:07
    Highlight Highlight Bei all den Kommentaren hier ala „ja und?“ und „alles läuft hier goldrichtig.“ muss man sich fragen ob es Flüchtlinge überhaupt iergendjemandem recht machen können. Schade dass es überhaupt zur Diskussion steht, ob ein so interessierter und engagierter Mensch hier eine Ausbildung machen kann, damit er seinen Teil am Ganzen leisten kann. Schon klar fühlt man sich dann als zweitklassiger Mensch und rutscht dann allenfalls in die falsche Spur. Aber hauptsache immer schön das (auf dem Papier) „richtige“ tun.
    • MacB 09.10.2017 13:41
      Highlight Highlight Er macht aus seiner Sicht sicher das Beste. Nur, er ist abgewiesen und sollte eher schnellstmöglich zurückkehren. Es gibt keinen Grund, mit der Integration zu beginnen, so hart das klingt. Die INtegration soll bei denjenigen greifen, die erlaubterweise hier sind und bleiben dürfen. Diese Flüchtlinge sollen Ausbildungen, Sprachkurse machen können, usw.
    • rohypnoel 09.10.2017 14:41
      Highlight Highlight Ich kann dein Argument gut verstehen, weil das nun mal so Gesetz ist, nur denkst du nicht auch, dass man die Ausschaffung bei solchen Fällen hinterfragen sollte?
    • MacB 09.10.2017 14:53
      Highlight Highlight Eine schwierige Frage!

      Einerseits ist das Gesetz klar, andererseits kann er nicht zurück (im Moment).

      Einerseits geht es ja auch nicht, jedem der es bis hierher schafft, Asyl zu gewähren, andererseits ist man auch in humanitärer Pflicht.

      Einerseits werden viele weltwei verfolgt, andererseits können wir nicht alle aufnehmen.

      Es ist schwierig, eine für alle faire Lösung zu finden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • 4kant 09.10.2017 10:00
    Highlight Highlight Alles läuft hier goldrichtig.
  • Tropfnase 09.10.2017 09:48
    Highlight Highlight Ja, und?
  • sherpa 09.10.2017 09:28
    Highlight Highlight Sturer geht es wohl nimmer! Da fordern Verbände und Parteien die Integration und Hand kehr um, wiehert der Amtsschimmel, wenn jemand sich wirklich integrieren will. Sorry, aber mit solchen Amtsstuben und deren "Bewohner" ist nicht viel anzufangen.
    • Corahund 09.10.2017 09:44
      Highlight Highlight Solltest mal die Kommentare lesen, dann weisst Du um was es geht. Oder willst Du unser Rechtssystem abschaffen?
    • demokrit 09.10.2017 10:20
      Highlight Highlight "Abdul Wasi Kadir muss in sein Heimatland zurück, sein Asylgesuch wurde abgelehnt." - Er muss also nicht integriert werden, sondern hat seinen Koffer zu packen.
  • atomschlaf 09.10.2017 09:09
    Highlight Highlight Da hatte ich schon einen Kommentar über die Sturheit der Behörden im Kopf, als ich diesen Satz lese:

    "Abdul Wasi Kadir muss in sein Heimatland zurück, sein Asylgesuch wurde abgelehnt."

    Dann ist der Fall ja wohl klar und ich verstehe nicht, was es hier zu lamentieren gibt. Ausreisen und gut ist.
    • Roterriese 09.10.2017 09:21
      Highlight Highlight Er ist eben auch kein "Flüchtling" im Sinne der Genfer Konvention. Hier wird billig versucht, mit diesem Begriff Emotionen zu schüren. Klar, dass die linken "Gutmenschen" darauf anspringen.
    • mogad 09.10.2017 09:25
      Highlight Highlight Sollte man meinen, funktioniert aber nicht solange unser Staat naiv glaubt, die Leute würden das Land freiwillig verlassen. Die Sippe hat ihr ganzes Geld zusammengekratzt um dem Jungen die "Flucht" zu ermöglichen. Wenn er mit leeren Händen zurückkehrt gilt er als Versager und wird von der Sippe verstossen. Also geht er nicht. Nicht freiwillig. Oder er versucht es im Nachbarland.
    • Chefs United 09.10.2017 09:28
      Highlight Highlight Aber was spricht denn dagegen dass er solange er hier ist eine Ausbildung beginnt?
      Und nebenbei: wir haben langsam Fachkräfte Mangel in der Küche.
      Es wäre dem Betrieb und dem Flüchtling wenigstens für einen gewissen Zeitraum geholfen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Theor 09.10.2017 08:59
    Highlight Highlight Das Problem liegt doch primär bei denjenigen, die das Recht hier anwenden. All die Büroangestellten, die Asylanträge bearbeiten, Aufenthaltsbewilligungen erteilen und Wiedererwägungsgesuche beurteilen.

    Diese Leute machen und wollen auch nicht jeden Anwärter individuell beurteilen. Für sie sind solche Schiksale ein Abarbeiten von Checklisten.
    Sie sind aber auch dauernd dem medialen Shitstorm ausgesetzt. Wird einer nicht zurückgeschickt, ist es ein Skandal und findet sich einer, der trotz Fleiss keine Aufenthaltsbewilligung erteilt wird, werden die Behördenangestellten ebenfalls kritisiert.
  • Snowy 09.10.2017 08:40
    Highlight Highlight Abgewiesenen Migranten hier eine Ausbildung zu finanzieren setzt völlig falsche Signale, bindet Mittel am falschen Ort und erhöht die Enttäuschung/Frust bei allen Beteiligten bei der späteren Rückführung.

    In der Schweiz aufgenommene Flüchtlinge (gemäss Genfer Konventionen) sollen bestmöglich integriert und schnellstmöglich in den Arbeitsprozess aufgenommen werden. Überhaupt sollen sie die alle erdenkliche Unterstützung erhalten.
    • MacB 09.10.2017 08:59
      Highlight Highlight Verstehe deine blitzer nicht.
    • Snowy 09.10.2017 13:52
      Highlight Highlight Verstehe Deine Frage nicht.
    • Snowy 09.10.2017 13:58
      Highlight Highlight Du verstehst die Menschen nicht, die meinen Beitrag "angeblitzt" haben...

      Dieser Vorfall ist nur ein Nebenschauplatz: Sind wohl Menschen, die deswegen empört sind, weil sie es prinzipiell falsch finden, dass Menschen aus wirtschaftlicher Not/nicht geleistetem Militärdienst kein Asyl bei uns erhalten.

      Weil man mit diesem Standpunkt aber keine neuen Parteimitglieder und erst recht keine Wahlen gewinnt, versucht man es mit einem emotionalen Leitartikel über einen armen "Flüchtling", dem es fieserweise verboten wurde hier zu arbeiten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • kettcar #lina4weindoch 09.10.2017 08:39
    Highlight Highlight «Der Kanton verfügt hier über kein Ermessen»

    Nun stelle man sich vor, dieser Satz würde als Begründung bei einem dieser Onken-Jenny-Schwander-KESB-Fälle kommen... Da wär dann aber was los. Aber stimmt... Bei der KESB geht es ja um Menschen...
    • mogad 09.10.2017 08:50
      Highlight Highlight @Genau. Überall Widersprüchlichkeiten, und es werden immer mehr. Und die meisten wird man nicht auflösen wollen/können.
    • demokrit 09.10.2017 10:27
      Highlight Highlight Wenn das Gesetz keinen Ermessensraum zulässt (und hier wohl auch zurecht, denn er ist abgewiesen), ist das so. Ist beim Kindes und Erwachsenenschutzgesetz i.R. auch nicht anders.
    • fischolg 10.10.2017 00:45
      Highlight Highlight Sollte es aber, wenn sich ein Mensch bemüht. Es gibt schliesslich auch Einwanderer, die keine Flüchtlinge sind und diese können ja hier bleiben. Wenn das eine Gesetz nicht funktioniert (Asylgesetz), dann sollte ein anderes zu Rate gezogen werden (zB Einwanderung), bis es klappt oder bis es keine Alternativen mehr gibt. Aber es wird keine Alternative gesucht und das ist falsch.
  • mogad 09.10.2017 08:22
    Highlight Highlight Die Ursachen der Völkerwanderungen nach Europa: Die Bevölkerungsexplosion prallt auf den Klimawandel. Kommt die ungerechte Verteilung von Ressourcen hinzu. Es leben z.Z. 8,5 Milliarden Menschen auf der Erde. Diese Anzahl wächst immer schneller, während Dürren und Ueberschwemmungen, sowie die Vergiftung von Boden und Gewässer durch die Plünderung von Bodenschätzen Alles noch schlimmer machen. MMn sollte man als kurzfristige Massnahme bei der Geburtenkontrolle ansetzen. Dann sollten alle "Handelsverträge" der EU mit Afrika unter die Lupe genommen werden.
    • Gummibär 09.10.2017 09:23
      Highlight Highlight Die Geburtenkontrolle lässt sich deshalb überhaupt nicht verkaufen, weil in Ländern ohne jede Krankheits- und Altersfürsorge Kinder die einzige Hoffnung für Eltern darstellen im Alter jemanden zu haben der für einen sorgt.
      Von 8 überleben 4. Von den vieren ist hoffentlich einer erfolgreich, bringt es zu etwas und kümmert sich um die Eltern.
      Geburtenrückgang folgt auf Wohlstand, nicht umgekehrt.
    • mogad 09.10.2017 09:49
      Highlight Highlight @Gummibär. Stimmt. Dann frag ich jetzt (zugegeben etwas provokativ) weshalb die afrikanischen Frauen immer noch viele Kinder kriegen, wenn sie schon längst in der reichen Schweiz als anerkannte Flüchtlinge leben? Hat es auch etwas mit der fehlenden Gleichberechtigung in ihren Herkunftsländern zu tun? Denke das ist auch ein Aspekt.
    • rodolofo 09.10.2017 09:57
      Highlight Highlight Quintessenz:
      Für das, was ist, gibt es sehr viele GRÜNDE!
      Wer also eine Situation verbessern will, sollte sich zuerst einmal für diese GRÜNDE interessieren, also einfach beobachten, lesen, reisen, forschen, reflektieren.
      Aber diese "Vorarbeiten" sind den Allermeisten viel zu mühsam.
      Ich nehme mich da gar nicht aus!
      Ich möchte auch am liebsten ein Instrument spielen können, ohne täglich stundenlang üben zu müssen!
      Aber ohne dieses Üben kommt auch mit viel Musikalität bestenfalls Katzenmusik heraus!
      Geht mal für längere Zeit nach Afrika!
      Heiratet ein in eine Afrikanische Grossfamilie!
    Weitere Antworten anzeigen
  • mogad 09.10.2017 07:56
    Highlight Highlight 2.2Das Gesetz sollte einfach viel flexibler sein. Wer z.B. Ausweis F hat und eine Stelle findet wird nicht ausgewiesen, solange er die Stelle hat. Hat er, sagen wir 3 Jahre "durchgearbeitet" wird er für 1 weiteres Jahr wieder auf Nothilfe gesetzt, weil sich an seinem Status nichts geändert hat. Wenn er innerhalb dieses Jahres keine neue Stelle findet, wird er ausgeschafft, wenn er nicht freiwillig geht. Dann würde er immerhin nicht mit leeren Händen in seine Heimat zurückkehren.
    • demokrit 09.10.2017 10:30
      Highlight Highlight Ausweis F ist eine vorläufige Aufnahme, da wird man sowieso nicht ausgewiesen.
    • fischolg 10.10.2017 00:58
      Highlight Highlight @wölfli True, bro
  • mogad 09.10.2017 07:50
    Highlight Highlight 1.2Die meisten mit Ausweis F rekurrieren so lange bis sie nach 15 Jahren aus humanitären Gründen (Kinder hier geboren, im Gymi oder in der Lehre) nicht mehr "ausgewiesen" werden können. Solange das so ist, sollten wir jene, die sich anstrengen, etwas aus ihrem Leben machen wollen fördern, egal welchen Status sie haben und uns um die kriminellen Nordafrikaner kümmern. Denn das ist der Punkt, wer jahrelang auf Nothilfe ist (7.50 am Tag) ist und nicht arbeiten darf, arbeitet entweder schwarz oder wird kriminell. Was ist teurer und ein Risiko für unsere Sicherheit?
  • Bijouxly 09.10.2017 07:35
    Highlight Highlight Asylgesuch abgelehnt. Diskussion erübrigt sich also. Sonst kann man das ganze auch gleich lassen.
    • Fabio74 09.10.2017 08:02
      Highlight Highlight Nun leben wir in einem Rechtstaat
    • Lukas Küng (1) 09.10.2017 08:16
      Highlight Highlight Aber er geht nicht gleich zurück. Ohne Perspektive rutscht er in die Kriminalität. Und das ist ja auch nicht eine so schlaue Lösung des von Ihnen angesprochenen Problems.
    • rodolofo 09.10.2017 09:11
      Highlight Highlight @ Fabio74
      Wir leben in einem von Rechten dominierten Rechtsstaat!
      In einem solchen Staat haben Ausländer weniger Rechte und sind Migranten beinahe rechtlos.
      Dennoch halten die Mächtigen bei uns mit viel Propaganda die Illusion aufrecht, dass wir in einem demokratischen Rechtsstaat leben.
      Sie legen die Betonung auf die Werte der Nationalen Unabhängigkeit und bodigen dann aber jede ihnen nicht genehme Volksinitiative mit der Drohung, dass bei einer Annahme dieser Initiativen Unternehmen, Kapital und Arbeitskräfte ins Ausland abwandern würden.
      Äusserst raffiniert, diese Raffer...
    Weitere Antworten anzeigen
  • MaxHeiri 09.10.2017 07:29
    Highlight Highlight Vielleicht wäre es an der Zeit, den juristischen Flüchtlingsbegriff zu ersetzen. Mit einem guten Anwalt und einer gut ausgedachten Geschichte hat ein immenser Anteil der dritte Welt eine Chance juristisch ein Flüchtling zu sein .Hochmotivierte junge Leute wie er aber sollen eine Chance erhalten. Deshalb wäre ich für die beschränkte Vergabe von Visa an Leute aus der dritten Welt, die allerdings an eine Arbeitsaufnahme geknüpft sind. Vermutlich stärke ich damit auch massiv den Anreiz für Leute aus Eritrea arbeiten zu gehen.
    • atomschlaf 09.10.2017 09:12
      Highlight Highlight Ja, da wäre ich auch dafür.

      Endlich das Asylrecht wieder hart und konsequent anwenden und dafür eine gewisse Anzahl Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten für Arbeits- und Integrations-willige und -fähige schaffen.
  • Corahund 09.10.2017 07:11
    Highlight Highlight Die meisten Wirtschaftsemigranten sind junge Männer. Ich nenne das mal die „Substanz des Landes“ aus dem sie herkommen. Die Mädchen, Frauen und die Alten bleiben im Land allein zurück. Das ist doch auch ein Problem für diese Länder. Wenn die jungen Männer im Herkunftsland nicht bedroht sind, also keine Flüchtlinge im humanitären Sinne, sollte man konsequent sein und sie zurück schicken. Sie sollen dort helfen, das Land vorwärts zu bringen.
    • seventhinkingsteps 09.10.2017 07:49
      Highlight Highlight Was heisst bedroht? Militärdienst mit unbestimmter Dauer und Gefängnisstrafe bei Verweigern ist ja an sich keine Drohung, aber dennoch eine Menschenrechtsverletzung
    • Posersalami 09.10.2017 07:49
      Highlight Highlight Nein ist es nicht. Migranten überweisen teils viel Geld (für die Verhältnisse dort) nach Hause. Mir einem beschissenen Job hier ernähren die ihre Familie im Heimatland.
    • rodolofo 09.10.2017 09:20
      Highlight Highlight Der "Männer-Überhang" hat auch damit zu tun, dass die lange "Reise der letzten Hoffnung" aus Afrika durch die Sahara und übers Mittelmeer äusserst strapaziös und gefährlich ist!
      Die Familien und Dörfer in Afrika, die jemanden losschicken auf der Suche nach Arbeit und Verdienst, können sich gut ausrechnen, wer da grössere Chancen hat, durchzukommen!
      Anders ist es mit der legalen Migration von ausgebildeten Männern und Frauen.
      Aus den Philippinen arbeiten schätzungsweise ebenso viele "overseas workers" in der ganzen Welt, als Hausangestellte, Pflege-Fachkräfte, Matrosen, Bauarbeiter, usw.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Corahund 09.10.2017 07:09
    Highlight Highlight Kann denn dieser junge Mann genug Deutsch und hat der die schulische Grundbildung, um an der Gewerbeschule dem unterricht folgen zu können? Wenn dies nicht der Fall ist, ist der Antritt einer beruflichen Grundbildung nicht zu empfehlen.
    Es gibt nur eine Lösung für all diese jungen Männer: entweder müssen sie umgehend in ihr Land zurück oder sie werden bei uns integriert. Integrieren geschieht durch Bildung, sonst klappt das nicht.
    • Morph 09.10.2017 07:37
      Highlight Highlight Also wenn sich der Wirt einsetzt, macht er das nicht nur aus Goodwill...
  • derEchteElch 09.10.2017 06:51
    Highlight Highlight „Abdul Wasi Kadir muss in sein Heimatland zurück, sein Asylgesuch wurde abgelehnt... der 19-Jährige befürchtet Repressionen, weil er sich politisch für die Oromo-Bewegung engagiert.“

    Zurecht, folglich ist er kein richtiger Flüchtling sondern Wirtschaftsflüchtling. Zudem ist doch ein politisches Engagement im Ausland verboten?

    Seine Stellenbewerbung und Zusage vom Restaurant hatten zur Folge, dass ein einheimischer Schüler, welche eine Lehre als Koch antreten will, keine Zusage erhielt. Noch ein Grund, warum er weg muss, er nimmt anderen den Ausbildungsplatz weg.
    • thefreshgandalf 09.10.2017 07:03
      Highlight Highlight Wenn du ein bisschen informiert wärst, würdest du wissen, dass es in der Gastronomie viel zu wenig Arbeiter gibt. Ausserdem brechen extrem viele Kochlehrlinge ihre Lehre ab. Die Asylsuchende wissen um was es geht und sind dementsprechend auch Motiviert. Vielleicht motivierter als die einheimischen Lehrlinge.
    • Anam.Cara 09.10.2017 07:12
      Highlight Highlight EchterElch: Du hast den Arikel schon gelesen, oder? Dent Teil mit dem Bundesgericht und jenen mit der Aussage, dass Rückkehrer, die hier etwas gelernt haben, zuhause einen Unterschied machen können.
      Ach ja: aus dem Artikel geht nicht hervor, ob sich auch CH-Jugendliche für die Lehrstelle interessiert haben. Und ob sie für den Job geeignet gewesen wären.
    • Maruel 09.10.2017 07:13
      Highlight Highlight Wenn jemand, der im Land völlig fremd ist , alleine hier ist, vermutlich auch noch mit der Sprache zu kämpfen hat... Wenn so jemand einem einheimischen den Job wegnimmt, ist der Einheimischen wohl einfach nicht gut genug. Das Problem liegt dann höchstwahrscheinlich bei Einheimischen selbst und nicht beim Asylsuchenden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 09.10.2017 06:48
    Highlight Highlight De Facto ist dieser Mann also kein Flüchtling, sondern ein illegaler Immigrant. Klar soll der nicht arbeiten - er muss ja zurückgehen, tut es aber nicht. Da macht es doch Sinn, die Arbeitsstelle stattdessen einem echten Flüchtling der eben nicht zurückkehren kann zu geben?
    • Morph 09.10.2017 07:39
      Highlight Highlight http://www.watson.ch/!303016029
    • mogad 09.10.2017 07:41
      Highlight Highlight Ich nehm an, er hat Ausweis F und kann z.Z. nicht zurückgeschafft werden? Kann man da von einem illegalen Aufenthalt reden?
    • Ökonometriker 09.10.2017 08:13
      Highlight Highlight @Wölfli guter Punkt - illegal ist der Aufenthalt ja erst wenn die Ausreisefrist abgelaufen ist.
      Er ist aber auf jeden Fall ohne Visum in die Schweiz gekommen. Hat dann aber ein Antrag auf Asyl gestellt. War damit die Einreise und der Aufenthalt vor dem Antrag illegal? Könnte somit jeder illegale Immigrant Asyl beantragen? Was wäre bei Visa overstays?

      So trocken die Materie ist, die Juristerei ist unter dem Gesichtspunkt noch überraschend interessant...

Wie AfD-Weidel mit falschen Schweizer Asylzahlen Hetze gegen Ausländer macht

Alice Weidel schiesst aus allen möglichen Rohren gegen Kanzlerin Angela Merkel. Die Schweiz führt sie dabei als Vorbild ins Feld – und nimmt es mit den Fakten nicht so genau. 

Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel mag die Schweiz. Sie wohnt mit ihrer Familie nicht nur zeitweise in Biel, sondern macht mit dem Schweizer Kreuz Wahlkampf für die Landtagswahlen in Bayern vom 14. Oktober. Seit Jahren schon schiesst die 39-Jährige wenn immer möglich gegen die Asyl- und Integrationspolitik der Regierung von Kanzlerin Angela Merkel. Und führt dabei die Schweiz als Vorbild ins Feld. 

Am Dienstag setzte das AfD-Aushängeschild folgenden Tweet ab: «60 Prozent …

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