Blogs
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

FragFrauFreitag

Kafi, haben Sie mir effiziente Haushaltstipps?

Liebe Kafi. Ich bin eine schreckliche Haushälterin und ich steh dazu (so halb). Ich wohne mit meiner Familie auf einem Bauernhof, bin aber nicht die klassische Bäuerin. Es käme mir nie in den Sinn, jeden Morgen die Bettwäsche rauszuhängen, es gibt Stellen, die hab ich seit Monaten nicht mehr gesaugt, Wäsche mach ich nur wenn es keine mehr hat und dann leg ich sie zerknittert in den Schrank, Kühlschrank dauernd unordentlich ... Haben Sie mir effiziente Haushaltstipps? Muriel, 34



Liebe Muriel

Nein. Habe ich nicht.

Während ich Ihnen diese Antwort schreibe, stapelt sich bei mir nämlich die saubere Wäsche in unzähligen geklauten IKEA-Taschen und die Bettwäsche müsste ich auch endlich mal wieder wechseln, bevor mir der Putzmann wieder mit vorwurfsvollem Unter-, Über- und Mittelton sagt, man sollte diese eigentlich wöchentlich wechseln. Und in allen Ecken sauber ist es auch nur, weil ich ebendiesem meinen Hightech-Kärcher in die Hand drücke, ansonsten hätte ich mit Sicherheit auch solch verwaiste Stellen in meiner Wohnung. Kurzum: ich bin eine Schlampe. Und ich stehe dazu.

Es ist nicht meine Kernkompetenz, die Wohnung in Schuss zu halten. Das war es noch nie. Aber seit ich selbstständig bin und sehr viel arbeite, interessiert es mich noch weniger. Ihr Leben auf dem Hof mit Familie wird sicher mindestens so dicht sein und ich kann Ihnen sehr gut nachfühlen, wenn es tausend Dinge gibt, die Ihnen wichtiger sind.

Gerade gestern habe ich mit einer Topmanagerin telefoniert und mit Ihr über Ihren beruflichen Aufstieg gesprochen. Sie hat mir erzählt, dass die Jahre als alleinerziehende Mutter mit Kleinkind und Karriere wahnsinnig streng für sie waren. Dass sie aber gottlob die grosse Gabe hat, mit einem unperfekten Haushalt zu leben. So war es ihr möglich, die knappe Zeit malend oder spielend mit ihrer Tochter zu verbringen, anstatt Schubladen rauszuputzen. Sie hatte es wirklich als grosse Kernkompetenz hervorgehoben, keine perfekte Hausfrau zu sein! Und genau dort liegt meiner Meinung nach der Schlüssel zum Glück, liebe Muriel.

Wenn einem das Haushalten halbwegs liegt, dann geht es einem auch halbwegs flott von der Hand. Wenn nicht, dann nicht. Dann hat man die Wahl, sich daran aufzuhängen und seinen Fokus auf die ungeputzten Ecken zu legen oder aber, sich auf anderes zu konzentrieren und damit zu leben. Ich habe mich dafür entscheiden, etwas mehr zu arbeiten und mir einen Putzmann zu leisten. Das können aber nicht alle, das weiss ich. Und ich konnte es auch nicht immer und habe darum auch lernen müssen, grosszügig mit mir zu sein.

Ein perfekter Haushalt ist mit Sicherheit etwas Schönes. Aber wenn ich all die Frauen (und ja, es sind immer Frauen) in meinem Umfeld anschaue, die aus lauter Perfektionismus keine Wahl haben zwischen Putzen/Aufräumen und auf dem Sofa liegend Schundheftli lesen, dann finde ich es wüki alarmierend. Und noch alarmierender finde ich, dass ich sehr gut imstande bin, das Schundheftli zu lesen und dann selbst darin mit Haushaltstipps genötigt werde. Wo früher der Ratgeber für das perfekte Make-up (decken Sie Ihr Gesicht mit viel Foundation ab und schminken Sie dann eine ungeschminkte natürliche Fresse darüber) und die Anleitung, wie ich zur perfekten Sexpartnerin werde (schnurren Sie auch mal wie eine Katze und zeigen Sie Ihrem Partner beim Sex die Krallen) zu finden waren, sind heute zusätzlich grossartige Tipps, wie man auch noch zur Bree-van-de-Kamp-Kopie mutieren kann (sehen Sie das Putzen als eine Art Fitness an und freuen Sie sich darüber, Ihren Liebsten am Abend gestählt in der blitzblanken Küche zu vernaschen), abgedruckt.

Darum nochmals liebe Muriel: Das Leben ist zu kurz, um sich mit dem Haushalt aufzuhalten. Es schläft sich in ungemachter Bettwäsche wunderbar und das Leben kann auch mit zerknitterter Wäsche erobert werden.

Ganz herzlich, Ihre Kafi

Kafi Freitag - Das Buch

Die 222 besten Fragen und Antworten in einem schön gestalteten und aufwendig hergestellten Geschenkband.

www.fragfraufreitag.ch
www.salisverlag.com

Fragen an Frau Freitag? ​

Hier stellen!

Kafi Freitag (41!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 12-jährigen Sohn in Zürich.

Haben Sie Artikel von FRAG FRAU FREITAG verpasst?
Sälber tschuld! Hier nachlesen!

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

28
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ShadowSoul 16.03.2017 10:35
    Highlight Highlight 1 Buch: the life-changing Magic of Tidying :)
    <3
  • pamayer 16.03.2017 00:29
    Highlight Highlight Meine Worte.
    Danke Kafi.
  • OkeyKeny 16.03.2017 00:17
    Highlight Highlight Zieh in ein Hotel.
    U welcome 💁
  • Toerpe Zwerg 15.03.2017 21:08
    Highlight Highlight Es muss ja nicht Perfektion sein ... aber gute Ordnung und Sauberkeit verursachen keineswegs mehr Aufwand als Liederlichkeit und Nachlässigkeit.
  • lilie 15.03.2017 21:05
    Highlight Highlight Ganz einfach: Am nächsten Familientisch ein kleines Plänli machen: Was sind die dringendsten Arbeiten diese Woche und wer macht was? Mami, Papi und jedes Kind übernehmen je ein Ärbetli.

    Schlägt wie weiland das Tapfere Schneiderlein sieben Fliegen auf einen Streich: Man spricht miteinander, packt Probleme gemeinsam an, die wichtigen Sachen werden erledigt, die Kinder lernen Verantwortung, Teamarbeit und Haushaltsarbeit - und was eine ganze Familie in einer Woche nicht erledigen kann, ist den Aufwand eh nicht wert!

    Es gibt schliesslich einen Mittelweg zwischen Ordnungswahn und Schlamperei.
  • Trouble 15.03.2017 20:17
    Highlight Highlight Vielen Dank für diesen Text 🙂 Er hat mir gerade wirklich geholfen 👍
  • Lami23 15.03.2017 20:02
    Highlight Highlight Wenns total schlimmeret und einem das Geld nicht reut/man es hat: Putzfrau.
    Ansonsten, weniger ist mehr.
  • Spooky 15.03.2017 19:42
    Highlight Highlight "Stricken kann Kafi bedeutend besser als putzen."

    Der Pulli mit den lustigen Totenköpfen 😀
  • Sleepimust 15.03.2017 19:13
    Highlight Highlight Das Gefühl, frisch geduscht in frisch gewaschener Bettwäsche zu schlafen, ist bei mir Motivation genug, sie regelmässig zu wechseln.

    Dieses Schlafen-wie-eine-Prinzessin-Gefühl😊
  • RobinBayne 15.03.2017 18:25
    Highlight Highlight IKEA-Taschen zum Stapeln der gewaschenen, noch nicht gefaltet- verräumten Wäsche. Genial. Danke für den Haushaltstipp ;-)

    Starke Antwort, danke Kafi!
    • SJ_California 15.03.2017 19:01
      Highlight Highlight Machen wir auch so. Irgendwie muss die saubere Wäsche ja vom Keller in die Wohnung, und da ist eine IKEA Tasche halt echt praktisch. Wir haben sie allerdings nicht geklaut 😉
  • Spooky 15.03.2017 18:09
    Highlight Highlight "...dass ich sehr gut imstande bin, das Schundheftli zu lesen..."

    Ich auch. Ich behaupte, dass sich heutzutage die starke Literatur in die Schundheftli hinein verzogen hat. Der Literaturclub ist nur noch für arrogante Angeber - die haben ja keine Ahnung. Aber ich sage nicht, welchen Schund ich lese, sonst heisst es sowieso: Der hat ja keine Ahnung.
    • pamayer 16.03.2017 00:31
      Highlight Highlight Na ja...
      Wer A sagt, könnte auch B sagen.
      Oder C.


      Oder einfach mal daraus vorlesen.
    • Spooky 16.03.2017 02:09
      Highlight Highlight Okay, pamayer, ich bin im Moment guter Laune, und darum lese ich mal vor:

      Also: Ich habe fast alle Bücher von Camilleri und von Gérard de Villiers und von San-Antonio gelesen. Nur so zum Beispiel. In ihren eigenen Sprachen, schon klar.

      Patricia Highsmith lasse ich aussen vor, weil es ihr total egal ist, ob ich sie gelesen habe oder nicht.

      (Obwohl ich fast alle Bücher von Patricia Highsmith verschlungen habe - verschlungen, nicht gelesen.)

      Vielleicht verstehst du jetzt, warum ich nicht alles so ganz Ernst nehmen kann, was so in der Welt und auf Watson passiert.
    • pamayer 16.03.2017 07:00
      Highlight Highlight Danke.
      Dass es P Highsmith egal ist, ob du sie gelesen hast... die spürt doch jedes umblättern aus ihren Büchern auf tausende Kilometer Entfernung.
      Camillieri, de Villiers und San Antonio sagen mir nicht viel. Um ehrlich zu sein, nichts.

      Werde mich mal klug machen.

      Und hoffe sehr, dass deine gute Laune weiter anhält. Ist drum ansteckend.😀
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bruno Wüthrich 15.03.2017 18:04
    Highlight Highlight Liebe Muriel - fragen Sie doch Frau Freitag, wo sie denn ihren Putzmann her hat. Das wäre nämlich schon mal ein Tipp, den sie Ihnen geben könnte, den sie aber verweigert.

    Ansonsten finde ich die Frage noch witzig: Frau Freitag outete sich vor geraumer Zeit, vom Land in die Stadt gezogen zu sein, von den Landleuten nichts zu halten (alles SVP-Gesindel - gut, sie hat nicht Gesindel gesagt, aber bei mir ist es so angekommen), und jetzt kommt die «Landpommeranze» Muriel, und möchte von der «Stadtlady» Haushalttipps. Am besten nehmen Sie einfach Meister Proper, Ajax Glasrein, Finish und OMO.
    • RobinBayne 15.03.2017 18:31
      Highlight Highlight Ach Brünu, du warst aber auch schon besser.
    • Bruno Wüthrich 15.03.2017 19:46
      Highlight Highlight @ Robin - Herzlichen Dank für die Lorbeeren (wobei wir uns beide bewusst sind, dass «besser» in diesem Fall nicht automatisch mit «gut» gleichzusetzen ist).

      Trotzdem eine Frage: Was an meinem Kommentar stimmt deiner Meinung nach nicht?
    • Bruno Wüthrich 16.03.2017 10:16
      Highlight Highlight Wieso Maso? Mit Sado geht es viel besser!

      Im Ernst: Wenn ich auf einen Kommentar nicht wenigstens ein paar Blitze erhalte, mache ich mir echt Sorgen (wirklich, kein Witz!). Denn dann frage ich mich, ob ich jetzt mit meinen Meinungen derart «Mainstreem» geworden bin, dass ich niergendwo mehr anecke.

      So leid es mir tut: Aber so möchte ich nie werden! Ich habs nicht so mit dem Mainstreem. Gegen den Strom ist lustiger, interessanter und - wenns nicht gerade ums Kommentarschreiben geht - auch abenteuerlicher.

      Deshalb freue ich mich, wenn sich die Leser meiner Kommentare manchmal etwas ärgern.
    Weitere Antworten anzeigen

Kafi, meine Freundin verdient 3 Mal mehr als ich ... Lukas, 41

Ich hoffe, Frau Freitag hat Rat parat. Meine neue Freundin verdient mehr als das 3-Fache meines Gehalts. Ok, ich verdiene auch ganz gut. Ich bin sparsam, sie gibt gerne das Geld aus. Bis jetzt teilen wir die Rechnung durch zwei. Aber sie könnte jedes Weekend irgendwohin Business jetten, in den teuersten Hotels logieren. Ich könnte es mir zwar gelegentlich leisten, aber nie in dem Ausmass. Ich bin nicht so hedonistisch. Wie soll ein moderner Mann mit so einem krassen Lohnunterschied umgehen? Lukas, 41

Lieber LukasWas für eine geile Frage, danke dafür! Das ist ja wirklich ein riesen Gefälle, fuck. Das ist wirklich nicht einfach. Auch nicht, wenn es umgekehrt wäre. Denn mit diesem grossen Gap ist der Lebensstandard einfach nicht der Gleiche. Und trotzdem will man ein Leben zusammen führen. Das wird einiges zu besprechen geben, darauf müssen Sie sich gefasst machen.

Die meisten Männer hätten ein grosses Ego-Problem, wenn die eigene Frau mehr verdient. Und wehe, es ist drei Mal soviel! Da …

Artikel lesen
Link zum Artikel