DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
SwissCovid funktioniert dezentral wie das Covid-Zertifikat, ist aber absolut freiwillig. Wer mit dem Handy unterwegs ist, sollte gemäss BAG beide Apps nutzen.
SwissCovid funktioniert dezentral wie das Covid-Zertifikat, ist aber absolut freiwillig. Wer mit dem Handy unterwegs ist, sollte gemäss BAG beide Apps nutzen.
bild: watson / keystone

Jetzt ist SwissCovid 2.0 verfügbar – das sind die wichtigsten Fragen und Antworten

Die Schweizer Corona-Warn-App bietet eine neue Funktion im Kampf gegen Superspreader. Das Check-in-Feature soll privat und beruflich genutzt werden, hat aber nichts mit «Social Pass» und Co. zu tun.
05.07.2021, 12:4405.07.2021, 16:25

Dieser Beitrag dreht sich um die wichtigsten Fragen und Antworten zu SwissCovid 2.0. Die neue App-Version wird dieser Tage für iPhones und Android-Geräte ausgerollt.

Was ist neu?

Die SwissCovid-App bietet in der Version 2.0 eine Check-in-Funktion. Diese hilft im Kampf gegen Superspreader-Events und warnt nach einer möglichen Übertragung des Coronavirus über grössere Distanzen, speziell in Räumen.

Wo soll die Check-in-Funktion verwendet werden?

«Mögliche Einsatzorte» sind laut BAG-Website:

  • «bei privaten Zusammenkünften wie Geburtstagsfesten oder Hochzeiten,
  • an kulturellen Kleinanlässen wie Musikproben oder kleineren Konzerten,
  • bei sportlichen Kleinanlässen wie Trainings oder Wettkämpfen in Turnhallen,
  • am Arbeitsplatz, wie zum Beispiel in Sitzungsräumen oder Cafeterias,
  • an Universitäten und Hochschulen für Vorlesungen oder Seminare.»

Wie läuft das im Büro oder in der Kantine?

Wer die SwissCovid-App auf dem Smartphone installiert hat, kann selbstständig QR-Codes fürs Check-in generieren. Das funktioniert ganz einfach und in wenigen Schritten.

1 / 12
SwissCovid bietet neu eine Check-in-Funktion
quelle: keystone / laurent gillieron
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Was ist mit Restaurants und Clubs?

Die gesetzlich vorgeschriebene Gäste-Registrierungspflicht bleibt für Gastrobetriebe bestehen. Die Besucherinnen und Besucher müssen demnach weiterhin ihre Kontaktdaten über eine separate Check-in-App oder auf Papier hinterlassen, um notfalls für das Contact Tracing erreichbar zu sein.

Hingegen ist die Nutzung von SwissCovid auch weiterhin freiwillig und funktioniert ohne persönliche Daten. Dies gilt auch für die neue Check-in-Funktion:

«Für die SwissCovid-Check-ins müssen keine persönlichen Daten wie Name, Adresse oder Telefonnummer angegeben werden und es werden auch keine GPS-Standortdaten erfasst.»
quelle: swisscovid-app

Selbstverständlich können Wirtinnen und Wirte ihren Gästen zusätzlich das (anonyme) Check-in über die SwissCovid-App anbieten. Dies, indem sie entsprechende QR-Codes (mit der App) generieren und diese im Lokal anbringen.

Superspreader
Ein Superspreader trägt Coronaviren in sich und zeigt kaum oder keine Covid-19-Symptome, ist also nicht krank. Solche Person können fit, mobil und aktiv in einer Gruppe sein und speziell in Räumen unbemerkt viele Leute anstecken. Dies gilt auch für die neue, hochansteckende und gefährlichere Delta-Variante, die sich nicht gleichmässig verbreitet.

Solche Superverbreiter sind relativ selten, aber sie können überall in Erscheinung treten. Von Auge erkennt man sie nicht, gerade auch weil sie keine Symptome zeigen. Angenommen wird, dass sie grössere Virusmengen absondern als andere, weil sie mehr Rezeptoren für das Virus haben oder eine andere Immunantwort aufs Virus.

Was hat das mit dem Covid-Zertifikat zu tun?

Wie SwissCovid sind die beiden Schweizer Covid-Zertifikats-Apps («COVID Certificate» und «COVID Certificate Check») von der Schweizer Firma Ubique entwickelt worden. Die drei Apps erfüllen hohe Ansprüche bezüglich Datenschutz und sind von unabhängigen IT-Sicherheitsexperten geprüft worden.

Die drei Apps werden alle vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) herausgegeben. Sie erfüllen aber unterschiedliche Zwecke und darum kam es für die Verantwortlichen nicht infrage, die Funktionen in einer App zusammenzulegen.

Wie kriegt man die neue Funktion?

SwissCovid 2.0 ist als iPhone-App im App Store von Apple (iOS) verfügbar. Sie läuft auf dem iPhone 6 und allen neueren iPhone-Modellen. Bisherige SwissCovid-User können die Aktualisierung im App Store selbst anstossen.

Die neue Android-Version wurde am Montag noch nicht im Google Play Store angezeigt (Stand: 5. Juli, 9.30 Uhr). Bisherige SwissCovid-User erhalten die Aktualisierung automatisch oder können sie aus dem Google-Play-Store holen, sobald sie von Google freigeschaltet wurde. Das «automatische Rollout» soll bis Ende dieser Woche abgeschlossen sein.

Wie funktioniert es?

Das Erklär-Video des Bundes:

Kommt Bundesrat Ueli Maurer nun draus?

Davon ist auszugehen.

Kommt die Check-in-Funktion zu spät?

Nein, definitiv nicht.

SwissCovid hilft, Infektionsketten schnell zu unterbrechen, was angesichts der sich stark verbreitenden Delta-Variante in den kommenden Wochen immer wichtiger werden dürfte. Dank der neuen Check-in-Funktion können insbesondere auch die möglicherweise gravierenden Folgen von Superspreader-Events rasch eingedämmt werden.

Das Virus sei immer noch da, betonten die SwissCovid-Macher an einem Hintergrundgespräch letzte Woche. Ziel sei nun, möglichst viel zu testen. Dies gelte vor allem auch für Leute, die keine Covid-Krankheitssymptome bemerken.

Wer einen Warnhinweis erhält, sollte demnach unbedingt einen Corona-Test machen und sich vorsichtig verhalten, was den Umgang mit anderen Menschen betrifft.

Warum hat es so lange gedauert?

An der Software respektive den App-Entwicklern lag es definitiv nicht. Die an der eidgenössischen Hochschule in Lausanne (EPFL) getestete Technik war seit Monaten verfügbar. Offenbar brauchte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) länger, um die rechtlichen Rahmenbedingungen abzuklären.

Der Bundesrat hat erst letzte Woche entschieden, die Swiss-Covid-App um die Check-in-Funktion zu erweitern, wie er am vergangenen Mittwoch vor den Medien erklärte.

Wie viele aktive User hat die SwissCovid-App?

1,68 Millionen, gemäss Statistik-Website des Bundes. (Stand: 5. Juli 2021)

Quellen

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So einfach lassen sich Covidcodes ausstellen

1 / 9
So einfach lassen sich Covidcodes ausstellen
quelle: keystone / jean-christophe bott
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Wenn Google Schweizer Memes vorliest ...

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kommentar

Wer glaubt, SwissCovid sei eine Spionage-App, hat diese Tweets noch nicht gesehen

Seit Donnerstag steht die Corona-Warn-App SwissCovid offiziell zum Download bereit. Anders gesagt: Nun sind WhatsApp-Gruppen-Benachrichtigungen nicht mehr die schlimmsten Notifications...

Die Schweizer Corona-Warn-App SwissCovid ist endlich am Start. Sie soll mithelfen, eine potenzielle zweite Corona-Welle möglichst flach zu halten. Mit der vom Bund lancierten App sollen Covid-19-Infektionen rasch erkannt und Ansteckungsketten nachverfolgt werden können.

Die Nutzung der Corona-Warn-App geschieht anonym und sie greift zu keinem Zeitpunkt auf den Standort zu. Da alle sensitiven Informationen stets auf dem eigenen Smartphone bleiben, sprich nicht auf einem fremden Server zentral …

Artikel lesen
Link zum Artikel