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Nach Petry-Abgang: AfD wählt Gauland und Weidel zu Fraktionsvorsitzenden



Die AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland und Alice Weidel sind zu Vorsitzenden der Bundestagsfraktion der rechtspopulistischen Partei gewählt worden. Bei der konstituierenden Sitzung der ersten Bundestagsfraktion der AfD stimmten am Dienstag in Berlin 86 Prozent für das Spitzenduo, wie Weidel mitteilte.

epa06227606 The co-top candidates for the general elections of the Alternative for Germany (AfD), Alice Weidel (R) and Alexander Gauland (L), address the media at the beginning of the first parliamentary group meeting of the party, in Berlin, Germany, 26 September 2017. With a 13 percent of the vote in the general elections the AfD as a far right party moves into German parliament for the first time in half a century.  EPA/FELIPE TRUEBA

Neue AfD-Fraktionsvorsitzende: Alexander Gauland und Alice Weidel Bild: EPA/EPA

Gauland ist ein bekennender Anhänger des Rechtsauslegers und Anhängers des Thüringer Landeschefs Björn Höcke. Höcke steht für eine zunehmende Radikalisierung der AfD. Er wird wegen fremdenfeindlicher Äusserungen, unscharfer Abgrenzung zur NPD und abwertender Äusserungen zum Berliner Holocaust-Mahnmal bundesweit kritisiert.

epaselect epa06226040 Joerg Meuthen (L), federal co-chairman of the German 'Alternative for Germany' (AfD) party, Alexander Gauland (2-L), co-top candidate for the general elections of the AfD, Alice Weidel (2-R), co-top candidate for the general elections of the AfD, and Frauke Petry (R), chairwoman of AfD, pose for the media prior to a news conference in Berlin, Germany, 25 September 2017. The right-wing populist AfD party became the third strongest party in the next German federal parliament, the Bundestag, following the 24 September general elections.  EPA/CLEMENS BILAN

Sie (hinten) geht. Bild: EPA/EPA

Weidel zählte ursprünglich zu den Gegnern Höckes, hat sich zuletzt aber mit Kritik an ihm zurückgehalten.Gauland sagte, er begrüsse den Rücktritt von AfD-Co-Chefin Frauke Petry von der Parteispitze. «Ich bin dankbar, dass sie diesen Weg jetzt gegangen ist.»

Er halte nicht viel von Parteiausschlussverfahren: «Es ist gut, dass sie das Problem jetzt auf diese Weise gelöst hat.»

Frauke Petry machte am Dienstag Nägel mit Köpfen: Einen Tag, nachdem Frauke Petry sich in aller Öffentlichkeit mit der AfD-Parteispitze überworfen hat, will sie nun die komplette Trennung von der Partei vollziehen.

«Klar ist, dass dieser Schritt erfolgen wird», sagte sie am Dienstag in Dresden, allerdings ohne einen genauen Zeitpunkt zu nennen.

Zuvor hatte sie bereits zusammen mit dem Parlamentarischen Geschäftsführer Uwe Wurlitzer und der stellvertretende Fraktionsvorsitzenden Kirsten Muster ihr Amt als Fraktionsvorsitzende im Sächsischen Landtag niedergelegt. Als Grund wurden grundsätzliche Meinungsunterschiede mit Teilen der Partei genannt, die ihnen eine Fortführung der Arbeit in der Fraktion unmöglich machten.

Nach ihrer Wahl in den Bundestag hatte Petry bereits am Montag in Berlin mitgeteilt, auch dort nicht der AfD-Fraktion angehören zu wollen und eine gemeinsame Pressekonferenz mit den Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland verlassen. Die 42-Jährige hatte bei der Bundestagswahl am Sonntag ein Direktmandat in Sachsen gewonnen.

Auch ihr Ehemann, der Partei- und Fraktionschef in Nordrhein-Westfalen, Marcus Pretzell, will die AfD und ihre Landtagsfraktion verlassen. 

«Ich habe dafür überhaupt kein Verständnis.»

Weidel: Petry soll Parteivorsitz niederlegen

Weidel hatte daraufhin Petry aufgefordert, den Parteivorsitz niederzulegen und die AfD zu verlassen. AfD-Vorstandsmitglied André Poggenburg sagte, nur so könne Petry «einem Antrag auf Parteiausschluss zuvorkommen». Auch der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen legte ihr den Austritt aus der Partei nahe.

epaselect epa06225487 Alexander Gauland (L) and Alice Weidel (R), the two co-top candidates for the general elections of the right-wing German 'Alternative for Germany' (AfD) party, attend a news conference after Frauke Petry (unseen), the chairwoman of the AfD, announced that she will be not be part of the party's parliamentary group in the Parliament, in Berlin, Germany, 25 September 2017. The right-wing populist AfD party became the third strongest party in the next German federal parliament, the Bundestag, following the 24 September general elections.  EPA/CLEMENS BILAN

Gauland und Weidel. Bild: EPA/EPA

Zunächst will Petry als fraktionslose Abgeordnete im Bundestag arbeiten. Ob sie die Gründung einer eigenen Fraktion oder Parlamentariergruppe anstrebt, hatte sie am Montag nicht gesagt.

Bisher keine weiteren «Abtrünnigen»

Die neue AfD-Fraktion kam am Dienstag im Bundestag zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Auf die Frage, ob er mit weiteren «Abtrünnigen» rechne, sagte Spitzenkandidat Alexander Gauland am Dienstag vor Sitzungsbeginn in Berlin: «Ich hoffe nicht.» Weidel, die im Wahlkampf gemeinsam mit ihm das AfD-Spitzenteam gebildet hatte, sagte, bislang seien keine entsprechenden Tendenzen erkennbar.

Die Frage, wer den Fraktionsvorsitz übernimmt, soll spätestens am Mittwoch geklärt werden. Gauland und Weidel hatten durchblicken lassen, dass sie diese Aufgabe gerne gemeinsam übernehmen würden.

Die AfD hatte bei der Bundestagswahl am Sonntag 12,6 Prozent der Stimmen erhalten. Ihr fallen damit 94 Mandate zu. (aeg/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sauäschnörrli 26.09.2017 22:59
    Highlight Highlight Die in einer eingetragenen Partnerschaft mit einer Sri Lankerin/Inderin lebende, mit (Zweit-)Wohnsitz in Biel, die Flüchtlinge bei Behördengängen unterstützt und ihre, in einer homosexuellen Beziehung grosswerdenden Kinder, in die staatliche Kita bringt, ist jetzt Vorsitzende. Nicht dass mich irgendwas von dem stören würde, nur zeigt das deutlich, die AFD verbindet nur die Islamophobie.
  • zombie woof 26.09.2017 20:16
    Highlight Highlight Wenn das der Führer wüsste....
  • seventhinkingsteps 26.09.2017 20:09
    Highlight Highlight Damit ist die Partei offiziell als rechtsextrem einzustufen. Ich hoffe, der Bund prüft bald auf verfassungsfeindliche Inhalte.
  • Karl33 26.09.2017 20:01
    Highlight Highlight Ein Land, in dem linke und feministische Kreise bereits leugnen, dass die Übergriffe an der Sylvesternacht von Köln von Männergruppen ausländischer Herkunft verbrochen wurden, braucht wohl eine AfD. Unvermeidlich.
    • Fabio74 26.09.2017 22:21
      Highlight Highlight Jetzt sag doch einfach mal wer genau diese Aussagen wann genau machte
      Und ein klares NEIN. Es gibt NIE eine Legitimation, Faschisten zu wählen
      1933-45 sollte jedem mit klarem Kopf Mahmal genug sein!
    • Watson - die Weltwoche der SP 28.09.2017 10:08
      Highlight Highlight @Fabiio 74, die wahren Faschisten sitzen links.
  • äti 26.09.2017 19:08
    Highlight Highlight Mann, bin ich froh sind Weidel und Gauland noch dabei. Da freue ich mich auf eine tolle 'Jagdsaison'.
    • Firefly 26.09.2017 19:41
      Highlight Highlight Na denen beiden würde eine Burka auch besser stehen als das beworbene Bikini.
  • De Hans-Ueli vom Pragel 26.09.2017 18:51
    Highlight Highlight walahi bilahi, diese Entwicklung macht mir Angst.
    Alexander Gauleiter hätte sich vor 10 Jahren Äusserungen wie „Stolz auf Leistung deutscher Soldaten im WW2“ nie öffentlich zu sagen getraut. Es scheint mir, als sei die Generation, welche die Leiden des WW2 miterlebt hat, ausgestorben. Ich hoffe, man begeht dieselben Fehler wie damals nicht noch einmals :(
  • TanookiStormtrooper 26.09.2017 16:19
    Highlight Highlight Erst wurde Lucke von Petry aus der Partei geworfen, weil er nicht Rechts genug war und jetzt geht Petry aus den selben Gründen.
    Wem wird die Partei wohl als nächstes zu Rechts?
    Wann nehmen sie die restlichen Mitglieder der total abgeschifften NPD auf?
    Fragen über Fragen...
  • Wehrli 26.09.2017 13:21
    Highlight Highlight Sie hat die braune Welle perfekt geritten, muss sich aber damit abfinden, dass immer etwas Scheisse an den Schenkeln kleben wird, egal wie oft Sie sich politisch reinwäscht.
    Das ist der Preis von Shit-Surfing.
    • dorfne 26.09.2017 16:04
      Highlight Highlight Satire pur!
  • Makatitom 26.09.2017 13:06
    Highlight Highlight Ich halte nicht nichts, sondern rein gar nichts von der AfD. Hier sieht man aber deutlich, wie gerne sich defen Wähler verarschen lassen. Frau Keptery kassiert jetzt für 4 jahre Diäten, ohne dass sie den Willen ihrer Wähler vertritt
    • grünerantifaschist #blm 26.09.2017 15:44
      Highlight Highlight hä?
    • 4kant 26.09.2017 16:57
      Highlight Highlight Gepriesen sei der Prophet Makatitom!
  • Samurai Gra 26.09.2017 13:03
    Highlight Highlight Sie bekam ein Direktmandat, sie kann das Rechtlich gesehen.

    Tja, nun wurde sie von jenen Geistern vertrieben die sie rief
    • loplop717 26.09.2017 17:09
      Highlight Highlight 5% für Die PARTEI würde niemandem schaden und unser leben viel lustiger machen.
  • Lowend 26.09.2017 12:57
    Highlight Highlight Sie tut genau dass, was die AfD am besten kann;
    Spalten und davonlaufen.

    Das Verhalten dieser rechtspopulistischen Schreihälse wäre fast zum Lachen, wenn es nicht so himmeltraurig für die Demokratie wäre!
  • FrancoL 26.09.2017 12:54
    Highlight Highlight Interessant! Es wird sehr aufschlussreich sein zu sehen welche Programmpunkt Petry in ihrer Einzelweg-Deklaration von der AfD noch übernehmen wird und wie sie tatsächlich politisieren wird. Ebenso interessant wird es sein zu sehen wie die AfD versuchen wird sich von der Petry abzugrenzen. Spannende Zukunft rechts von der CDU.
  • 4kant 26.09.2017 12:47
    Highlight Highlight Petry heil!

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