DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06978989 Italian Interior Minister Matteo Salvini (R) with Hungarian Prime Minister, Viktor Orban (L), during their meeting at the Prefecture of Milan, Italy, 28 August 2018.  EPA/DANIEL DAL ZENNARO

Viktor Orban und Matteo Salvini in Mailand: Gemeinsam gegen Emmanuel Macron. Bild: EPA/ANSA

Salvini und Orban attackieren Macron scharf – so reagiert der Franzose

Die Regierungen Italiens und Ungarns bezeichnen Macron als ihren «Hauptgegner». Der Franzose reagiert entschlossen. 



Da haben sich zwei gefunden. Beim gestrigen Treffen in Mailand kamen Viktor Orban und Matteo Salvini gar nicht mehr aus dem Schwärmen füreinander heraus. Bereits im Vorfeld zeigte sich der ungarische Regierungschef hocherfreut über das Kennenlernen mit dem italienischen Innenminister. «Salvini ist mein Held», jubelte Orban.

Auf der gemeinsamen Pressekonferenz nach dem Treffen bekräftigten die rechtskonservativen Politiker ihr gutes Verhältnis. Der ungarische Ministerpräsident lobte vor allem die restriktive Einwanderungspolitik des Italieners. «Vom Erfolg Salvinis hängt die Sicherheit Europas ab», so Orban. «Salvini beweist, dass die Migration über das Mittelmeer gestoppt werden kann. Bisher hatte dies kein Land getan».

Orban forderte den Mann von der Lega Nord dazu auf, am Kurs festzuhalten: «Wir rufen ihn auf, nicht nachzugeben und die europäischen Grenzen weiter zu verteidigen. Wir sind bereit, ihm all unsere Unterstützung zuzusichern.»

Salvini fordert auf Twitter: «Fertig mit der Finanzdiktatur und der Immigration.»

Angriff auf Macron

Gleichzeit rissen die beiden Politiker einen Graben auf, der die europäische Politik in zwei Lager teilen soll. Zum einen wären da gemäss Orban und Salvini diejenigen, welche die Einwanderung konsequent unterbinden und zum anderen diejenigen, welche «die Tür für illegale Migration weit öffnen» wollen. 

Auch einen Hauptgegner haben der Ungare und der Italiener bereits auserkoren. Es ist der französische Präsident Emmanuel Macron. Orban sagte über Macron: «Er ist der Anführer jener Parteien, die die Migration nach Europa unterstützen, und auf der anderen Seite gibt es uns, die wir die illegale Migration stoppen wollen.»

Salvini stilisiert Macron bereits seit längerem als Feindbild hoch. Attacken des italienischen Innenministers in Richtung des Elysée-Palasts erfolgen fast schon täglich. Salvini vermisst die Unterstützung des französischen Präsidenten, wenn es um die Verteilung der Migranten geht.

Italien habe wegen der Einwanderung mehrmals um Hilfe bei seinem Nachbarn gefragt, so Salvini in Mailand, «aber Präsident Macron, dessen Popularität zuhause auf einem Rekordtief ist, verbringt seine Zeit damit, anderen Regierungen Lektionen zu erteilen, anstatt Rom zu helfen.» Salvini bezeichnete Macron deswegen als «Heuchler».

Vermutet wird gemeinhin, dass die Attacken der rechtskonservativen Parteien an die Adresse Macrons noch ein Jahr anhalten werden. Denn dann stehen in Europa Parlamentswahlen an. Der französische Präsident versucht, eine starke Mitte-Koalition zu schmieden, während die Rechtspopulisten auf eine starke gemeinsame Front hoffen. 

Wie reagiert Macron?

Macron nahm den Fehdehandschuh heute Mittwoch auf. «Ich werde Nationalisten und denjenigen, die Hassreden halten, nichts zugestehen», kündete der französische Präsident bei einem Besuch in Kopenhagen an. «Wenn sie in meiner Person ihren Hauptgegner sehen wollen, dann haben sie Recht.»

epa06980614 French president Emmanuel Macron delivers a speech at the French-Danish Business Forum at the Confederation of Danish Industri in Copenhagen, Denmark, 29 August 2018. The French president is on a two day visit in Copenhagen.  EPA/NILS MEILVANG  DENMARK OUT

Bestätigt den Graben zwischen «Progressiven und Nationalisten»: Emmanuel Macron in Kopenhagen.  Bild: EPA/RITZAU SCANPIX

Es zeichne sich ein starker Gegensatz «zwischen Progressiven und Nationalisten» ab, so Macron. In den kommenden Wochen stünden wichtige Entscheidungen und Diskussionen zum Thema Einwanderung an, meinte der 40-Jährige. Dies setze Ernsthaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein voraus, jedoch auch eine Verbundenheit mit den europäischen Werten.

Macron forderte in Kopenhagen eine «echte Politik» mit den Herkunftsländern, dies sei jedoch «nicht das, was Herr Orbán oder Herr Salvini vorschlagen».

Affaire à suivre ...

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

So erzieht Emmanuel Macron einen Teenager

Video: srf

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Roger de Weck wird Seenotretter: «Sollte deswegen mein Ruf leiden, wäre mir das eine Ehre»

Der bekannte Publizist und Autor Roger de Weck engagiert sich neu als Vorstandsmitglied bei SOS Méditerranée, einer Organisation zur Rettung von Geflüchteten im Mittelmeer. Im Interview spricht er über seine Beweggründe.

Herr de Weck, man kennt sie als Medienmann, als Ex-Chef vom «Tages-Anzeiger» und «Die Zeit». Zuletzt waren Sie Generaldirektor der SRG. Nun wollen Sie Flüchtlingshelfer werden. Warum? Flüchtlingshelfer? Das sehe ich allerdings ganz anders: SOS Méditerranée bewahrt Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche vor dem Ertrinken. Tausende Menschen wie Sie und ich wären heute tot ohne unser Schiff Ocean Viking und andere Rettungsschiffe, ohne die hochprofessionellen Besatzungen. Genau darum …

Artikel lesen
Link zum Artikel