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FILE - In this Monday, Jan. 28, 2013 file photo, Karl Lagerfeld poses for photographers prior to the start of a press conference, in Rome. Chanel's iconic couturier, Karl Lagerfeld, whose accomplished designs as well as trademark white ponytail, high starched collars and dark enigmatic glasses dominated high fashion for the last 50 years, has died. He was around 85 years old. (AP Photo/Gregorio Borgia, File)

Bild: AP/AP

Models streiten über «Frauenhasser» Karl Lagerfeld – der Schlagabtausch in 11 Tweets



Der bekannte deutsche Modeschöpfer Karl Lagerfeld ist am 19. Februar in einem Pariser Spital gestorben. Der Designer hatte die Mode-Branche über Jahre hinweg geprägt. Die Betroffenheit war gross.

Aber nicht bei allen. Jameela Jamil, Model und britische Fernsehmoderatorin, stört sich, dass Lagerfeld – «ein skrupelloser Frauenhasser» – als «Heiliger, der zu früh gegangen ist» dargestellt wird. Er sei gewiss talentiert gewesen, «aber nicht die beste Person», schrieb sie auf Twitter.

Wenig Freude an Jamils Kritik verspürte das Model Cara Delevingne – eine langjährige Freundin und Muse des Modedesigners.

«Es ist nicht möglich durchs Leben zu gehen, ohne Menschen zu verletzten. Lagerfeld ist kein Heiliger gewesen, doch er war ein Mensch, der wie wir alle Fehler machte und wir alle sollten die Möglichkeit haben, diese zu vergeben.»

Jamil hatte die perfekte Antwort für Delevingne und jene anderen parat, die Lagerfelds Aussagen in Schutz nahmen.

«Wir können nicht Jahrzehnte von verletzender Rhetorik gegenüber Minderheiten als ‹menschlich sein› oder ‹Fehler machen› bezeichnen». Dies einmal als Witz zu tun und sich dann zu entschuldigen, ist eine Sache. Wer es immer und immer wieder tut – trotz der öffentlichen Empörung – ist ein schlechter Mensch. Es tut mir leid, schlecht über jemanden zu sprechen, den du magst.»

Delevingne versuchte vom Thema abzulenken ...

«Ich stimme dir zu, aber bitte nenne ihn nicht einen schlechten Menschen, das ist einfach nicht fair. Wir sollten über diejenigen Menschen sprechen, die am Leben sind, die an der Macht sind, die die Welt regieren, die verletzt werden, und weit mehr Leben zerstören als dieser Mann, der erst gestern gestorben ist.»

... doch Jamil blieb hartnäckig.

«Aber Cara, seine grausamen Worte richteten sich nicht gegen dich, weil du dünn, weiss und unglaublich privilegiert bist. Deshalb spürst du den Schmerz seines schlechten Verhaltens nicht. Es gibt nie eine gute Zeit, um wirklich darüber zu sprechen.»

Jamil wies weiter darauf hin, dass Delevingne den Verstorbenen nicht in Schutz nehmen würde, hätte er sich «notorisch wild homophob» geäussert. Lagerfelds Freundin war schon mit Männern und Frauen Beziehungen eingegangen. «Es ist wichtig, dass man einfach ehrlich ist», fügte Jamil an.

Delevingne ihrerseits verteidigt Lagerfeld weiter.

«Ehrlich ja und das sollte eine allgemeine Diskussion sein, über die nicht nur von ihm gesprochen werden sollte. Er ist nicht das Problem. Die Art und Weise, wie die Welt ist.... und die Art und Weise, wie die Branche seit langem ist. Es ist Zeit für Veränderungen und ich stimme dem zu.»

Eine schlagfertige Antwort folgte prompt. Jamil argumentierte, dass nicht Hollywood den ehemaligen Filmproduzenten Harvey Weinstein zu dem gemacht hat, was er ist. Gegen ihn wurden von mehreren Frauen Vorwürfe sexueller Übergriffe erhoben.

«Das ist als würde man sagen, dass nicht Harvey das Problem ist, sondern Hollywood. Wir alle sind für unser Verhalten verantwortlich. Ich bin es. Du bist es. Und wir müssen respektvoll zu denjenigen sein, die verletzt wurden, indem wir nicht die extrem unfreundlichen Worte eines ‹sehr› mächtigen Mannes herunterspielen oder diese entschuldigen.»

Lagerfelds Muse verstand nicht, worauf Jamil aus war.

«Du kannst Harvey nicht mit Karl vergleicht. Besonders nicht gegenüber mir.»

Die Antwort:

«Ich vergleiche ihre Taten nicht. Ich meine, dass wir die Verbrechen einer Person nicht auf die Branche abschieben können, in der sie arbeitet. Wir müssen sehr mächtige Menschen, die andere Menschen verletzen, zur Verantwortung ziehen.»

Erstmals stimmte Delevingne zu – doch hat sie auch verstanden, was Jamil sagen wollte?

«Ich stimme dir zu, aber du musst verstehen, dass es mich sehr wütend macht, was du da sagst. Ich trauere um jemanden, der etwas Besonderes für mich war. Es ist sehr schwierig, dieses Gespräch zu führen, ohne emotional zu werden.»

Einen Konsens erreichten die beiden nicht. Laut «HuffPost» neigte Lagerfeld dazu, während Interviews frauenfeindliche und diskriminierende Kommentare abzugeben. Besonders übergewichtige Menschen beleidigte der Modekönig offenbar regelmässig.

So sagte er beispielsweise 2009 in einem Interview, dass «niemand kurvige Frauen sehen will». Sängerin Adele nannte er 2012 «ein bisschen zu dick». Auch für russische Männer hatte er nicht viel übrig: «Wäre ich eine Frau in Russland, wäre ich lesbisch, da die Männer sehr hässlich sind». Zur verstorbenen Prinzessin Diana meinte er, sie sei zwar «hübsch und süss», aber auch «sehr dumm».

Lagerfeld nahm aber auch bei anderen Themen kein Blatt vor den Mund. Er schockierte in einer französischen TV-Show mit einer Aussage über Flüchtlinge: «Ich kenne jemanden in Deutschland, der einen jungen Syrer aufnahm und vier Tage später sagte: ‹Das Beste, was Deutschland erfunden hat, war der Holocaust.›» Und zu Griechenland meinte er: «Niemand will, dass Griechenland verschwindet, aber sie haben wirklich ekelhafte Gewohnheiten – auch in Italien.» (vom)

Die Musen des Karl Lagerfeld:

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Die Modewelt trauert – Karl Lagerfeld ist tot:

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Video: undefined/Keystone SDA

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hüendli 21.02.2019 19:54
    Highlight Highlight Team Cara — inspirierende Persönlichkeiten haben stets Ecken und Kanten, sonst wären sie nämlich Durchschnitt und man kannte sie nicht.
    Im Übrigen gehe ich mit den Kritikern des Clickbait-Titels einig.
  • Gubbe 21.02.2019 13:22
    Highlight Highlight Man sollte mit den 'Verflossenen' sprechen, bevor sie tot sind. Es kommt sonst nur schwer eine Diskussion auf.
  • TheDoctor 21.02.2019 10:40
    Highlight Highlight Ich mag Tommy Hilfiger.
  • Barb 21.02.2019 09:49
    Highlight Highlight Sie haben sehr anständig aneinander vorbeigeredet. Delevigne hat pro forma immer mit "ich stimme dir zu, aber" begonnen. Wie ein wohlerzogenes, aber hohles Mädchen. Eine Debatte, in der die form wichtiger ist als der inhalt, bringt auch nicht viel.
  • lilie 21.02.2019 09:30
    Highlight Highlight Ich finde es auch sehr schade, dass hier journalistisch die Chance verpasst wurde, darauf hinzuweisen, wie man ein sehr emotionales, ja sogar explosives Thema auch respektvoll, sachlich und doch ehrlich führen kann.

    Das sollte als Vorbild für Interaktionen auf Social Media dargestellt werden und nicht als "Schlagabtausch" abgewertet werden!

    Aus meiner Sicht wäre das sogar ein Good News-Artikel wert!
  • kosmokrator 21.02.2019 08:43
    Highlight Highlight Google Translate not your friend is.
  • Bijouxly 21.02.2019 08:34
    Highlight Highlight Auch für russische Männer hatte er nicht viel übrig: «Wäre ich eine Frau in Russland, wäre ich lesbisch, da die Männer sehr hässlich sind». Zur verstorbenen Prinzessin Diana meinte er, sie sei zwar «hübsch und süss», aber auch «sehr dumm».

    Gilt keine freie Meinungsäusserung mehr? Immer fühlt sich jemand auf den Scjlips getreten in der heutigen Zeit. Aber im Ernst : Es war halt einfach seine Meinung!
  • Adumdum 21.02.2019 08:34
    Highlight Highlight Finde auch der Titel sollte geändert werden - was angesichts des sonst so üblichen Gekreische auf Social Media so besonders ist an dieser Nachricht ist die absolut krasse, extrem vorbildliche Diskussionskultur die hier die beiden Models an den Tag legen, obwohl - oder gerade weil - beide emotional ziemlich involviert sind.

    Sollte sich 99% des Internet mal eine riesengrosse Scheibe abschneiden.
  • Janis Joplin 21.02.2019 07:28
    Highlight Highlight Nützt doch jetzt alles auch nix mehr, der wird nicht mehr auferstehen und eine Sinneswandlung durchziehen.
    Seien wir doch lieber darauf bedacht, in Zukunft nicht dieselben Fehler wie er zu machen.
  • Cédric Wermutstropfen 21.02.2019 07:12
    Highlight Highlight Jamil ist ja schliesslich völlig unterprivilegiert und musste sich immer gegen die ach so böse Welt behaupten. Aus ihrem Mund einfach nur lächerlich. Wenn man schon von Privilegien anderer spricht, und ich hasse die Art, wie es SJWs zu tun pflegen, dann sollte man nicht vergessen, dass Schönheit durch Geburt ebenso ein Privileg ist. Das unterschlägt sie aber, oder aber sie denkt einfach nicht so weit, was ich mir anhand der plumpen SJW-Mainstreamparolen, die sie verwendet gut vorstellen kann.

    Um die Legende zu ehren: Mir ist Jamil einfach zu fett.
    • Ivana101 21.02.2019 13:02
      Highlight Highlight Du denkst also, dass Weisse in der westlichen Welt nicht privilegierter sind als Minderheiten?
    • Cédric Wermutstropfen 21.02.2019 18:19
      Highlight Highlight In gewissen Bereichen sicher, aber 1. kotzt es mich an, wenn ein Model derart rumheult, wie böse alle sind, denn sie ist selber „privilegiert“ von Geburt. 2. stört es mich nicht in meiner Heimat, bzw. in meinem Kulturkreis privilegierter zu sein als andere, ich finde es nicht stossend sondern gerecht. Das wohl einzige Ziel im Leben ist es die eigenen Gene weiterzugeben. Was unsere Vorfahren aufgebaut haben, steht also daher mehr uns zu als anderen, sonst würden wir ihr Erbe nicht ehren. 3. Habe ich das Gefühl, es wird dann oft sehr schnell übertrieben bzgl. der Diskriminierung.
  • no-Name 21.02.2019 06:36
    Highlight Highlight Hmmmm.... ich habe mal gelernt im angesicht des Todes hätte jeder einen würdevollen und Pietätvollen Umgang verdient?

    Es ist einfach über Tote die keine Stimme mehr haben herzuziehen...

  • goschi 21.02.2019 06:34
    Highlight Highlight Positiv zu sehen, beide haben sehr anständig und mit Argumenten und in dem sie aufeinander eingingen Diskutiert.

    Das sollte in der aktuellen Lage, wo kein Interesse mehr an Diskurs besteht, sondern nur noch am polarisierten raushauen der eigenen Parolen, noch möglichst aggressiv und despektierloch, gelobt und hervorgehoben werden.
    Auch im Titel!
    Denn ein "Schlagabtausch" ist negativ konnotiert und vermittelt aggressiv, nennt es doch einfach mal "zwei Modells diskutieren miteinander über...."

    Aber ist mir klar, das klickt nicht, ihr profitiert ja von Polarisierung, Diskurs ist unpraktisch...
    • Baba 21.02.2019 07:24
      Highlight Highlight Der "Schlagabtausch" und "streiten" hat mich auch sehr gestört. Es wird der fair geführten Twitter-Diskussion dieser beiden Damen nicht gerecht! Schade :(
    • goschi 21.02.2019 07:51
      Highlight Highlight es ist leider wirklich bezeichnend, dass eine Diskussion schon als Streit zu etablieren versucht wird....
    • LeChef 21.02.2019 08:10
      Highlight Highlight Also ich sehe ehrlich gesagt nur Buzzwords auf beiden Seiten.

      Das typische privilege, minority, pain, accountability, etc. Gejammer.

      Anständig? Offensichtlich, und das ist ja schon mal etwas. Aber eine sinnvolle Diskussion? Da stelle ich mir etwas anderes darunter vor.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Randy Orton 21.02.2019 06:17
    Highlight Highlight Wenn Models auf Twitter sachlicher politische Themen diskutieren als Politiker im realen Leben...
  • Raphael Stein 21.02.2019 06:04
    Highlight Highlight Wie passt die Lobhudelei von Simone Meier hier ins Bild?
    • DieFeuerlilie 21.02.2019 15:08
      Highlight Highlight Danke. Daran habe ich mich auch sehr gestört.
      Lagerfeld war nie der Heilige, als der er nun -auch bei Watson..- dargestellt wurde.

      Er war sicherlich ein Genie in Bezug auf Mode, aber genauso sicher äusserte er sich immer und immer wieder extrem abfällig, bösartig und widerlich über andere.

      Und all das wurde in dem Nachruf, der Beweihräucherung schlicht ignoriert.

      “Über Tote nur Gutes“ klingt zwar gut, ist aber bis zu einem gewissen Grad halt auch nur Heuchelei..
  • Todesstern 21.02.2019 03:50
    Highlight Highlight Er war kein Frauen hasser, ok vielleicht schon. Sagen wir es so er beleidigte jeden welcher nicht absolut makellos war.

    Und trug zu diesem verkorksten Weltbild von Schönheit, welches wir Heute haben ,dazu bei wie kein anderer.

    Ich mochte den Typ nie, aber seis drum, am Ende sind wir alle gleich.

    R.I.P
  • Nicolas D 21.02.2019 02:19
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