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epa07421350 Members of the 'Women of the Wall' feminist organization wearing shawls pray as they gather for the monthly Rosh Hodesh, or 'New Jewish Month', prayers inside the women's section of the Western Wall, Judaism's holiest site, in Jerusalem's Old City, 08 March 2019. The Women of the Wall marking 30 years of activism on the International Women's Day in a special prayer as they run an ongoing legal battle against the Israeli government and the rabbi of the Western Wall, Shmuel Rabinowitz, to allow them to perform their prayer on the women's section with a Torah scroll tallit, tefillin and kippah, customs that according to Jewish tradition are reserved for men.  EPA/ABIR SULTAN

Die «Frauen der Mauer» liessen sich nicht beirren und setzten die Gebete fort. Bild: EPA/EPA

«Frauen der Mauer» von strengreligiösen Juden in Jerusalem bespuckt und beschimpft



Tausende strengreligiöse Juden haben an der Klagemauer in Jerusalem gegen die Gebete jüdischer Frauen einer liberalen Strömung protestiert. Dabei kam es nach Angaben der Frauen von Neschot Hakotel (Frauen der Mauer) auch zu gewaltsamen Übergriffen.

Zwei Frauen seien verletzt worden, hiess es in einer Stellungnahme am Freitag. Die Polizei sprach dagegen lediglich von «Spannungen» und «Flüchen». Sie habe die Gruppen getrennt. Die «Frauen der Mauer» hätten daraufhin am südlichen Teil der Klagemauer ihre Gebete fortgesetzt. Der Ort ist die heiligste Stätte für Juden weltweit.

epa07421379 Israeli border police scruffle with ultra-Orthodox Jews protesting against members of the 'Women of the Wall' feminist organization gathering for the monthly Rosh Hodesh, or 'New Jewish Month', prayers inside the women's section of the Western Wall, Judaism's holiest site, in Jerusalem's Old City, 08 March 2019. The Women of the Wall marking 30 years of activism on the International Women's Day in a special prayer as they run an ongoing legal battle against the Israeli government and the rabbi of the Western Wall, Shmuel Rabinowitz, to allow them to perform their prayer on the women's section with a Torah scroll tallit, tefillin and kippah, customs that according to Jewish tradition are reserved for men.  EPA/ABIR SULTAN

Strengreligiöse Juden versuchten die Polizeibarrikaden zu durchbrechen. Bild: EPA/EPA

Bespuckt und bedroht

Die linksliberale Zeitung «Haaretz» berichtete von Hunderten strengreligiöser Juden, die versucht haben sollen, Polizeibarrikaden zu durchbrechen, und dann Unterstützer der Frauengruppe attackiert, bespuckt und bedrohten hätten.

Die Gruppe «Frauen der Mauer» kämpft seit Jahrzehnten darum, an der Klagemauer wie Männer beten zu dürfen, und zwar laut singend, mit Gebetsschal und eigenen Tora-Rollen. Die Gruppe, die auch strengreligiöse Mitglieder hat, beging am Freitag – dem Weltfrauentag – den 30. Jahrestag ihres monatlichen Gebetsdienstes an der Klagemauer.

Wie die «Haaretz» schrieb, waren bereits am Morgen Tausende strengreligiöser Schülerinnen nach Aufforderung durch ihre Rabbiner zur Klagemauer gekommen, um den Platz zu besetzen und die Gebete der «Frauen der Mauer» zu behindern.

epa07421383 Members of the 'Women of the Wall' feminist organization react after facing ultra-Orthodox Jews protesting against them during a gathering for the monthly Rosh Hodesh, or 'New Jewish Month', prayers inside the women's section of the Western Wall, Judaism's holiest site, in Jerusalem's Old City, 08 March 2019. The Women of the Wall marking 30 years of activism on the International Women's Day in a special prayer as they run an ongoing legal battle against the Israeli government and the rabbi of the Western Wall, Shmuel Rabinowitz, to allow them to perform their prayer on the women's section with a Torah scroll tallit, tefillin and kippah, customs that according to Jewish tradition are reserved for men.  EPA/ABIR SULTAN

Die Gruppe «Frauen der Mauer» kämpft seit Jahrzehnten darum, an der Klagemauer wie Männer beten zu dürfen. Bild: EPA/EPA

Jahrelanger Streit

Nach jahrelangem Streit hatte Israel Anfang 2018 mit dem Bau eines gemeinsamen Gebetsbereiches für Frauen und Männer an der Klagemauer begonnen. Anfang 2016 hatte die Regierung beschlossen, dass neben den getrennten Bereichen auch ein gemeinsamer Gebetsbereich eingerichtet werden solle.

Dort sollten alle die gleichen Gebetsrechte haben. Doch aufgrund des Drucks ultra-orthodoxer Koalitionspartner war die Vereinbarung längere Zeit auf Eis gelegt geworden. (whr/sda/dpa)

«Marsch der Schlampen» in ירושלים. Jerusalem? Jerusalem!

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«Marsch der Schlampen» in ירושלים. Jerusalem? Jerusalem!
quelle: epa/epa / abir sultan
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Wie entstand der Konflikt im Nahen Osten?

Video: www.explain-it.ch

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