International
Italien

In Italien werden keine Roma gezählt

«Verfassungswidrige Forderung»: In Italien werden keine Roma gezählt 

20.06.2018, 05:1720.06.2018, 08:49

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat der umstrittenen Forderung von Innenminister Matteo Salvini nach einer Zählung der Angehörigen der Roma-Minderheit eine Absage erteilt. «Niemand plant, eine Datei anzulegen oder einen Zensus auf Basis der ethnischen Zugehörigkeit durchzuführen», erklärte Conte am Dienstag.

epa06804120 Italian Interior Minister Matteo Salvini delivers a speech about the rescue ship Aquarius at the Lower Chamber of the Italian Parliament, in Rome, Italy, 13 June 2018. Media reported that  ...
Lega-Chef Matteo Salvini hat keine Freude am Entscheid von Italiens Regierungschef Giuseppe Conte.Bild: EPA/ANSA

Dies würde gegen die Verfassung verstossen, weil «es klar diskriminierend» wäre. Conte forderte zugleich ein Prüfung, ob Kinder von Roma-Familien Zugang zum Schulsystem haben.

Salvini hatte am Montag erklärt, ein Zensus ermögliche die Ausweisung von Ausländern ohne gültigen Aufenthaltsstatus. Roma mit italienischer Staatsangehörigkeit müsse das Land «leider behalten», fügte er hinzu.

Die Forderung des Innenministers, welcher der fremdenfeindlichen Lega-Partei angehört, sorgte im In- und Ausland für Empörung: Die Opposition und die Jüdische Gemeinde in Italien zogen Parallelen zur Zeit des Faschismus. Ein EU-Kommissionssprecher sagte am Dienstag vor Journalisten, europäische Bürger könnten «generell nicht auf Basis ethnischer Kriterien ausgewiesen werden».

Salvini verteidigte sein Vorgehen am Dienstag: «Ich gebe nicht auf und mache weiter! Die Italiener und ihre Sicherheit zuerst», schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. (sda/afp/vom)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Tödliche Schüsse kurz vor Halloween in US-Kostümgeschäften
Tödliche Schüsse in Verkleidungsgeschäften kurz vor Halloween: In zwei Filialen einer US-Kostümkette sind zwei Menschen getötet und mehrere verletzt worden. In beiden Fällen fielen die Schüsse in Geschäften der Kette Spirit Halloween, in denen Kostüme und Dekoration für Halloween verkauft werden. Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen beiden Vorfällen gab es laut US-Medien zunächst nicht. Kurz vor dem Fest, das in den USA gross gefeiert wird, treffen viele Menschen letzte Vorbereitungen.
Zur Story