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Fact oder Fake? Experte hält Rätsel um MH370-Verschwinden für gelöst



Mehr als vier Jahre ist Flug MH370 schon verschwunden. Jetzt behauptet ein Experte, das Rätsel gelöst zu haben. Demnach beging der Pilot Selbstmord und riss alle anderen mit sich – wie beim Germanwings-Absturz 2015 in Frankreich.

Das Verschwinden von Flug MH370 im März 2014 gehört zu den grössten Rätseln der Luftfahrtgeschichte – der kanadische Experte Larry Vance glaubt nun, es gelöst zu haben. Der Absturzermittler ist überzeugt davon, dass der Pilot der Malaysia Airlines das Flugzeug mit Absicht ins Meer steuerte. Demnach wäre dies ein Selbstmord, bei dem der Pilot 238 Menschen mit in den Tod riss – oder auch 238-facher Mord.

epa06576669 A girl with the letters 'MH370' painted on her cheek looks on during a remembrance ceremony to mark the fourth anniversary of the Malaysian Airlines flight MH370 plane's disappearance, in Kuala Lumpur, Malaysia, 03 March 2018. The plane went missing on its way from Kuala Lumpur to Beijing with all 239 people on board on 08 March 2014.  EPA/FAZRY ISMAIL

Trauer am vierten Jahrestag des Absturzes. Bild: EPA/EPA

Beliebte Theorie

Der 69-Jährige vertritt seine Meinung in einem Buch, das an diesem Mittwoch in den USA erscheint: «MH370 – Mystery Solved» («MH370 - Rätsel gelöst»). Die These vom Selbstmord-Piloten gehört seit dem Verschwinden der Maschine kurz nach dem Start in Kuala Lumpur zu den beliebtesten Theorien.

Auch Vance ist schon länger Anhänger davon. Vom Zustand von Wrackteilen der Boeing 777, die nach und nach aus dem Indischen Ozean gefischt wurden, sieht er sich nun bestätigt.

Gewassert und gesunken

Die Teile – darunter eine fast 2.50 Meter lange Flügelklappe (Flaperon) – sind verhältnismässig gut erhalten. Vance schliesst deshalb aus, dass die Maschine ungesteuert mit grossem Tempo ins Meer stürzte – dann wäre sie in Millionen Teile zersplittert, die auch noch länger auf dem Wasser getrieben seien. Er kommt zu dem Schluss, dass der Pilot die Boeing einigermassen kontrolliert, fast wie bei einer normalen Landung, aufs Wasser setzte und untergehen liess.

Wenn dem so wäre, läge die Boeing vermutlich noch relativ ganz irgendwo auf dem Meeresboden. Trotz intensiver Suche fehlt vom Rumpf bislang jedoch jede Spur. Vance, ein erfahrener Ermittler, präsentierte seine Theorie bereits im australischen Fernsehen – ohne allerdings alle zu überzeugen.

Andere Fachleute werfen ihm vor, nur aus der Ferne zu ermitteln und sich die Fakten herauszupicken, die zu seiner Theorie passen. Die Maschine war auf dem Weg nach Peking mitten in der Nacht plötzlich vom Radar verschwunden.

Keine Antwort zum Motiv

Vance äussert sich auch nicht dazu, warum der Pilot Selbstmord begangen haben soll – und wenn ja, warum er zuvor noch sieben Stunden übers Meer flog. Der Kanadier meint, für die Klärung des Motivs seien andere zuständig.

Unklar ist auch, warum der Rest der Besatzung und die Passagiere stundenlang still geblieben sein sollen. Vance vermutet, dass sie bald nach dem Start starben, weil ihnen der Pilot den Sauerstoff abschnitt. Das Cockpit wird gesondert versorgt.

Chef-Ermittler widerspricht

Der Leiter der australischen Ermittlungskommission, Peter Foley von der australischen Flugsicherheitsbehörde ATSB, schloss am Dienstag bei einer Anhörung des Senats eine Selbsttötung des Piloten aus. Er bekräftigte die These von einem Absturz, bei dem der Pilot bewusstlos gewesen sei.

Nach Foleys Darstellung wäre er auch mit einer Sauerstoff-Notversorgung wegen des schnellen Druckverlusts allenfalls wenige Minuten bei Bewusstsein geblieben. «Wir haben ziemlich viele Beweise, dass am Schluss niemand mehr die Kontrolle hatte.»

Gegen die Theorie spricht, dass die Lebensumstände des Piloten Zaharie Ahmad Shah und seines Copiloten Fariq Abdul Hamid genau untersucht wurden. Demnach gibt es weder Hinweise auf Selbstmord-Gefährdung noch einen Abschiedsbrief.

Die gross angelegte Suche nach dem Wrack wurde Anfang 2017 eingestellt. In Kürze will ein privates Suchteam das Ergebnis einer eigenen Suche bekanntgeben. Bislang gibt es keine Hinweise, dass sie Erfolg hatte. (sda/dpa)

MH370

Forscher entdecken Katastrophe am tiefsten Punkt der Erde

Video: srf

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Toerpe Zwerg 22.05.2018 13:29
    Highlight Highlight Der Pilot hat gemäss dieser Theorie alle seine Anstrengungen darauf ausgerichtet, die Maschine verschwinden zu lassen und so das grösste Rätsel in der Geschichte der zivilen Luftfahrt zu kreieren - immerhin wurde bislang noch jeder Flieger gefunden.

    In 60min Australia wird diese Theorie ziemlich überzeugend dargelegt.
    • Jakal 22.05.2018 14:55
      Highlight Highlight Diese Theorie steht auf genau 2 (wackeligen) Beinen: 1. die nicht besonders sorgfältig gelöschten Daten auf dem Home-Sim des Kapitäns und 2. die Tatsache, dass es kein anderes Szenario gibt, welches auch nur halbwegs einen Sinn ergibt
    • lilie 22.05.2018 18:57
      Highlight Highlight @Toerpe: Es stimmt nicht, das bisher jedes verschwundene Flugzrug gefunden wurde. Wikipedia führt eine Liste von verschwundenen Verkehrsflugzeugen, und das waren allein in den letzten 50 Jahren nochmals 17 andere Flugzeuge, die bis heute nicht gefunden wurden.

      Ein weiteres vermisstes Flugzeug aus diesem Zeitraum wurde erst nach 26 Jahren gefunden.

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liste_verschollener_Verkehrsflugzeuge
    • Toerpe Zwerg 23.05.2018 09:31
      Highlight Highlight Ok, das war zu unpräzise. Jedes Passagierflugzeug in der Neuzeit der Aviatik wurde gefunden.

      M.E. spricht schon sehr vieles für die Suizid these mit geplantem Vorgehen des Piloten zwecks generieren maximaler Aufmeksamkeit und Verwirrung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nelson Muntz 22.05.2018 13:28
    Highlight Highlight Kann es wirklich sein, dass es auf dem Planeten schwarze Löcher gibt, die von keiner einzigen Millitärmacht überwacht werden? Mir scheint es einfach unerklärlich, dass dieser Teil vom Ozean nicht per Satelit oder Radar überwacht wird.
    • Toerpe Zwerg 22.05.2018 13:42
      Highlight Highlight Radar kommt bei dieser Lage nicht in Frage und weshalb man einen teuren Satelliten zur Überwachung eines riesigen und komplett leeren Meeresgebietes abstellen sollte, erschliesst sich mir nicht.
  • Janis Joplin 22.05.2018 13:20
    Highlight Highlight Ich verfolge das Ganze ja nun schon eine Weile - schön und gut dass diese (Selbstmord)-Theorie mal wieder aufgegriffen wurde - aber damit wird das Wrack auch nicht schneller gefunden. Ich sage immer noch, dass man auf die (angeblich alle inexistenten) maledivischen Augenzeugen hätte hören sollen.
    • Toerpe Zwerg 22.05.2018 13:43
      Highlight Highlight Doch, diese Information hilft sehr dabei, das Suchgebiet einzugrenzen.
    • Janis Joplin 22.05.2018 15:02
      Highlight Highlight Inwiefern? Deswegen suchen sie ja schon seit 4 Jahren vergeblich!
    • Toerpe Zwerg 22.05.2018 15:15
      Highlight Highlight Insofern als dass die kontrollierte Wasserung mit vorangegangenem Segelflug das Luchgebiet um 100km südlich verschiebt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • lilie 22.05.2018 12:37
    Highlight Highlight Die Selbstmordtheorie überzeugt mich nicht. Neben den bereits im Artikel erwähnten Gegenargumenten spricht für mich auch gerade die Tatsache dagegen, dass die gefundenen Teile recht gut erhalten sind.

    Hätte nämlich der Pilot ernsthaft einen (erweiterten) Suizid geplant, hätte er die Maschine doch nicht (wie vermutet) sanft auf die Oberfläche aufgesetzt, um sie langsam absinken zu lassen. Das klingt für mich nämlich nach einem sehrv viel qualvolleren Tod im Vergleich zum Germanwings-Piolten, der seine Maschine ungebremst an einer Bergflanke zerschellen liess.
  • Paternoster 22.05.2018 12:18
    Highlight Highlight Bei aller Tragik, ich kann die Logik nicht ganz nachvollziehen. Klappen ausgefahren heisst ja, möglichst kontrolliert "wassern", also bei Selbstmord wär mir das ziemlich egal. Also waren sie eben drin, und daher nicht zersplittert und somit mit grösserem Tempo aufgeschlagen, das spricht ja eher für Selbstmord. Hinkeverstand...
    • Toerpe Zwerg 22.05.2018 13:30
      Highlight Highlight Sie waren eben nachweislich draussen.
    • Paternoster 22.05.2018 15:47
      Highlight Highlight @Toerpe
      Ja eben, nachweislich draussen heisst, mehr Widerstand auf diese Ruder beim Aufschlag, d.h. zersplittern... Aber sie waren ja eben kaum defekt.
      Und eben, warum Landeklappen wenn Selbstmord, naja egal....
    • Toerpe Zwerg 22.05.2018 16:29
      Highlight Highlight Landeklappen draussen heisst kontrollierte Wasserung mit 1/4 der Geschwindigkeit.
    Weitere Antworten anzeigen
  • McStem 22.05.2018 11:49
    Highlight Highlight Schliesst eine Notwasserung einen Selbstmord nicht aus?

    Ich meine wenn ich Selbstmord mittels Flugzeug begehen würde, würde ich versuchen, es in einem 90° Winkel in den Boden/das Wasser zu rammen. Wenn ich aber hingegen möglichst viele Menschen retten möchte würde ich eine Notwasserung/-landung versuchen.

    Da ich aber kein Experte bin: Expertenmeinung dazu?
    • Toerpe Zwerg 22.05.2018 13:30
      Highlight Highlight Kommt auf das Motiv an.

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