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Christin Asia Bibi darf Pakistan verlassen – Radikale schäumen vor Wut



epa07132775 Supporters of Islamic political party Tehrik Labaik Ya RasoolAllah (TLP) protest after the Supreme Court acquitted Asia Bibi, a Christian accused of blasphemy, in Lahore, Pakistan, 31 October 2018. The Supreme Court of Pakistan on 31 October acquitted Asia Bibi, a Christian accused of blasphemy, and annulled her death sentence for allegedly insulting the Prophet Muhammad in 2009, amid threats from Islamist groups demanding her execution.  EPA/RAHAT DAR

Bild: EPA/EPA

Der Weg für eine Ausreise der Christin Asia Bibi aus Pakistan ist frei: Das Oberste Gericht Pakistans hat am Dienstag einen Berufungsantrag gegen ihren Freispruch für unzulässig erklärt.

«Der Berufungsantrag ist abgelehnt», sagte Richter Asif Saeed Khosa am Dienstag in Islamabad. Islamisten hatten den Antrag eingereicht, nachdem das Gericht ein im Jahr 2010 verhängtes Todesurteil wegen Gotteslästerung gegen Bibi aufgehoben hatte.

epa07151103 People shout slogans as they protest the release of Asia Bibi, a Christian accused of blasphemy, whose death sentence was annulled by the Supreme court, in Lahore, Pakistan, 08 November 2018. Pakistan's foreign office said 08 November that Asia Bibi can leave the country only if the Supreme Court rejects an appeal challenging her acquittal in a blasphemy case. Radical Islamist has been protesting in a number of Pakistan cities against the Supreme Court's decision to overturn the death sentence of Christian woman Asia Bibi, who had been convicted in 2010 of blasphemy.  EPA/RAHAT DAR

Bild: EPA/EPA

Der Richterspruch vom Dienstag dürfte den jahrelangen Rechtsstreit beenden und die Voraussetzung dafür schaffen, dass Bibi das Land verlassen kann. Unterstützter verlangten eine sofortige Ausreiseerlaubnis aus Pakistan, weil die Christin in ihrem Heimatland nach wie vor in Gefahr ist. Die Regierung weigert sich, ihren Aufenthaltsort bekannt zu geben, islamistische Extremisten fordern ihren Tod.

Bibis Anwalt Saif-ul-Mulook deutete an, dass seine Mandantin schon sehr bald ausser Landes sein könnte. «Ich denke, derzeit ist sie hier (in Pakistan) - aber bis heute Abend, ich weiss nicht», sagte er vor dem Gerichtsgebäude.

Obwohl das Oberste Gericht Bibi von allen Vorwürfen freisprach und das gegen sie verhängte Todesurteil aufhob, konnte sie wegen massiver Proteste von Islamisten ihre Heimat bisher nicht verlassen. Die Islamistenpartei Tehreek-e-Labaik (TLP) erreichte bei der Regierung, gegen das Urteil in Berufung gehen zu dürfen.

Asyl in Europa oder Nordamerika

Es wird erwartet, dass Bibi Asyl in einem europäischen oder nordamerikanischen Land beantragt. Als mögliches Aufnahmeland für die Christin ist auch Deutschland im Gespräch. Einem unbestätigten Bericht zufolge sind ihre Kinder bereits nach Kanada geflohen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte, Bibi sollte nun ungehindert mit ihrer Familie zusammenkommen und «Sicherheit in einem Land ihrer Wahl» finden.

Die TLP, die Demonstrationen für Bibis Hinrichtung angeführt hatte, rief ihre Anhänger nach dem Gerichtsurteil vom Dienstag auf, sich für Aktionen bereit zu halten.

Ein der Roten Moschee in Islamabad nahe stehender islamistischer Aktivist, Hafiz Ehtisham Ahmed, sagte der Nachrichtenagentur AFP, Bibi verdiene den Tod gemäss dem islamischen Recht der Scharia. Selbst im Ausland werde sie nicht sicher sein. «Leben dort keine Muslime? Jeder kann sie dort töten», fügte er hinzu.

Der Fall Bibi reicht in das Jahr 2009 zurück. Damals wurde die fünffache Mutter während ihrer Arbeit auf einem Feld darum gebeten, Wasser zu holen. Mehrere muslimische Arbeiterinnen wandten jedoch ein, dass sie als Nicht-Muslimin die Wasserschüssel nicht berühren dürfe.

Einige Tage später beschwerten sich die Frauen bei einem Dorf-Imam darüber, dass sich Bibi beleidigend über den Propheten Mohammed geäussert habe. Dieser ging daraufhin zur Polizei, die Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Blasphemie einleitete. Ein Gericht im Bezirk Nankana in der zentralpakistanischen Provinz Punjab verurteilte sie im November 2010 zum Tode durch den Strang.

Internationales Aufsehen

Bibi wies die Vorwürfe gegen sie stets zurück. Das Todesurteil gegen sie sorgte international für Empörung. Papst Benedikt XVI. hatte sich im Jahr 2010 für Bibis Freilassung eingesetzt. 2015 traf eine ihrer Töchter Benedikts Nachfolger Franziskus.

Blasphemie kann im streng konservativ-islamischen Pakistan mit dem Tod bestraft werden. Dutzende Menschen verbüssen dort wegen entsprechender Anschuldigungen nach Schätzungen eines US-Ausschusses zur Religionsfreiheit lebenslange Gefängnisstrafen oder warten auf ihre Hinrichtung. Besonders betroffen sind religiöse Minderheiten, insbesondere Christen. Immer wieder kommt es auch zu Lynchmorden. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Knäckebrot 29.01.2019 15:04
    Highlight Highlight Das sind ja langsam schon Zustände, wie in gewissen Teilen Londons!
  • saukaibli 29.01.2019 14:32
    Highlight Highlight Das Mittelalter lässt grüssen. Zum Glück haben wir hier in Europa die Religion mehr oder weniger überwunden. Diese primitiven Extremisten erinnern doch irgendwie sehr an die Zeiten der Inquisition. Damals waren die Moslems noch die liberalen und fortschrittlichen Menschen und die Christen die ungebildeten, religiösen Extremisten. Ich hoffe, die Moslems überwinden die Religion auch noch (und ja, es gibt natürlich auch gemässigte Moslems).
  • Kritiker 2.0 29.01.2019 14:06
    Highlight Highlight Die Werbung ist etwas „ungünstig“ platziert... 😏
    Benutzer Bild
    • kettcar #lina4weindoch 29.01.2019 14:41
      Highlight Highlight Bei mir ist da ne Concordia Werbung... Die Werbung wird auf dein Surfverhalten usw. abgestimmt...
      Gratuliere somit zu deinem geschäftlichen Erfolg ;)
      Aber mit geschmacklos hat das wenig zu tun... Ist im "Layout" halt einfach ein leeres Feld, welches für Werbung reserviert ist.
    • Kritiker 2.0 29.01.2019 18:16
      Highlight Highlight Aber ich will nicht nach Zürich... 😅😅😅
  • Kubod 29.01.2019 13:54
    Highlight Highlight Zum Heulen, die Pakis.
    Christen sind die weltweit am Stärksten verfolgte Gruppe Menschen.
    Meist verfolgt von Moslems, denen, wie in Pakistan, von Kindesbeinen an beigebracht wird, sie seien die besseren und Christen und andere Ungläubige hätten zu tun, was ihnen von den Moslems gesagt wird, sonst seien sie zu bestrafen.
    Mit diesem Mindset kommen viele nach Europa und begreifen nicht, wieso die Christen nicht wie befohlen Haus, Geld und Auto zur Verfügung stellen. Sozialhilfe wird als gerechte Zahlung von im Koran festgeschriebenem Schutzgeld gesehen. Ein Mindset, das in Paki stan bleiben kann
    • Ich hol jetzt das Schwein 29.01.2019 14:15
      Highlight Highlight So viel Meinung und so wenig Ahnung in so kurzem Text ist auch eine Kunst...
    • Kubod 29.01.2019 15:51
      Highlight Highlight @Ich hol jetzt das Schwein
      In einem Fernsehinterview, ich glaub im Katarischen Fernsehen war das, haben sich der Interviewer und der interviewte Moslembrüder genau darüber amüsiert, dass die Europäer diese Sichtweise nicht kennen.
      Mal sehen, ob ich den Link darauf noch finde.
      Thema war ziemlich unverblümt die naive Sicht Europäer gegenüber der moslemischen Einwanderung. Der Moslembruder hat offen darüber räsoniert, wielange es brauchen werde, um die Sharia einzuführen. Tja. Die haben eben noch Ziele. Während wir uns das Denken verbieten lassen und unsere Feigheit Toleranz nennen.
    • Knäckebrot 29.01.2019 17:16
      Highlight Highlight Kubod: Link gefunden?
      IhjdS: In dem isl. Land in dem ich lebte, steht im normalen Religionsunterrichtsbuch für Kinder, dass die nicht Muslime unrein seinen. Es gäbe auch Muslime, die nicht gut leben, aber es ist im immer noch besser, als ein nicht Muslim zu sein. Was ich nicht mehr weiss ist, ob Nicht-Muslim oder Christ/Jude stand.
      Das schreibe ich nicht, um gegen Muslime zu hetzen. Ich mag sie sogar sehr. Aber ich finde, dass heikle Dinge angesprochen werden müssen und das Gegenüber wertgeschätzt bleibt.
      Ich selbst wurde in einem viel kritisierten System sozialisiert und bin froh darum.
    Weitere Antworten anzeigen
  • tryeen 29.01.2019 13:06
    Highlight Highlight Und hilft der Familie nun auch jemand heil von da weg zu kommen? Sonst stelle ich mir das eher schwierig vor!?
    • MSpeaker 29.01.2019 18:08
      Highlight Highlight Ich bezweifle dass die Famimie in Gefahr ist. (Kenne den Fall aber zu wenig). Im Normalfall ist es die Familie selbst, die den Tod des Konvertiten möchte und durchführt. Aber selbst wenn nicht, solange die Familie nicht auch dem Isöman abgeschworen hat, besteht kaum Gefahr.
  • El Pepedente 29.01.2019 12:41
    Highlight Highlight Islam religion of peace.....
  • Hallo I bims. Ein AfterEightUmViertelVorAchtEsser 29.01.2019 11:40
    Highlight Highlight Schön zu sehen, dass sich Pakistan langsam in Richtung zu einem Rechtsstaat entwickelt.
    • Bündn0r 29.01.2019 12:03
      Highlight Highlight Traurig zu sehen, wie sich der (politische) Islam dagegen wehrt.

      Ganz nach Sure 2: "Tötet die Ungläubigen, wo immer ihr sie trefft."
    • malee 29.01.2019 13:53
      Highlight Highlight Mit Betonung auf langsam, aber immerhin
    • Kubod 30.01.2019 09:29
      Highlight Highlight @
      Hallo I bims

      Du meinst zu einem Shariarechtsstaat.
      Der Unterschied zwischen Sharia und Recht wie wir es kennen ist gewaltig.
      Aber man kann es sich schönreden.
      Oder war das jetzt Ironie?
      Du hast schon beinahe 100 Herzchen.
      Sind das die Fans aus Peshavar? Oder hast Du Dir selber die Finger wund geklickt
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