International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Mindestens 36 Tote bei verheerenden Bränden in Portugal und Spanien

Extreme Dürre und vermutlich Brandstiftung: Auf der iberischen Halbinsel sind bei Waldbränden mindestens 36 Menschen ums Leben gekommen. Besonders betroffen waren Nord- und Mittelportugal, wo die Brände zum zweiten Mal in diesem Jahr katastrophale Ausmasse erreichten.



epa06268835 A man fights with a forest fire in Vieira de Leiria, Marinha Grande, center of Portugal, 16 October 2017. 6,000 firemen supported by 1,800 land vehicules are fighting several wildfires all over the country.  EPA/RICARDO GRACA

Kampf gegen die Flammen in Portugal Bild: EPA/LUSA

Allein dort verloren nach Behördenangaben mindestens 32 Menschen ihr Leben, darunter ein Säugling. Sieben Menschen wurden vermisst, 56 Bewohner wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

Viele Menschen klagten, sie seien von den Behörden ihrem Schicksal überlassen worden. Die Behörden riefen die Menschen am Montag dazu auf, selbst gegen die Flammen vorzugehen, da nicht überall auf die Feuerwehrleute gewartet werden könne.

epaselect epa06268326 Residents looks to the fire in Praia da Vieira, Marinha Grande, Portugal, 15 October 2017.  The National Civil Protection Authority (ANPC) said that today 'was the worst day of the year in terms of fires' having exceeded 300 forest fires.  EPA/RICARDO GRAÇA

Bild: EPA/LUSA

Ein Sprecher der Zivilschutzbehörde wies Kritik an den Behörden zurück: Grund für die Eskalation sei nicht eine falsche Strategie der Brandbekämpfung, sondern die Heftigkeit der Brände und die besonders grosse Trockenheit in diesem Jahr.

Nach Angaben der Behörde sind weit mehr als 5000 Feuerwehrleute im Einsatz. Südwind fachte die Brände an. Die Einsatzkräfte hoffen auf ein Atlantiktief, das für die kommenden Tage Regen bringen soll.

Besonders betroffen waren die Bezirke Coimbra und Castelo Branco in der Mitte Portugals sowie weiter nördlich der Bezirk Viseu. Ein Sprecher der Zivilschutzbehörde nannte am Abend noch 50 aktive Brandherde, davon 31 besonders heftig wütende Feuer.

Der Bürgermeister von Vila Nova de Poiares im Bezirk Coimbra, João Miguel Henriques, schätzte nach einer Meldung der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa, dass in diesem Sommer etwa 70 Prozent der Umgebung verbrannt und einige Dutzend Häuser zerstört wurden.

Viele Schulen wurden nach Angaben des Bildungsministeriums geschlossen. Zahlreiche Strassen waren nicht mehr passierbar.

Fischerdörfer betroffen

Die Flammenwände erreichten am Montag Fischerdörfer an der Atlantikküste. In der Kleinstadt Mira im Bezirk Cuimbra wurden zahlreiche Häuser ein Raub der Flammen, wie die Zeitung «O Público» in einem Live-Ticker berichtete.

Auch in der Umgebung seien die Flammen in die Dörfer eingedrungen, sagte der Präsident des Stadtrats von Mira, Raúl Almeida, der Nachrichtenagentur Lusa. Nur mit Hilfe von 40 freiwilligen Helfern sei es den Feuerwehrkräften in Mira gelungen, ein weiteres Vordringen der Flammen zu stoppen.

Nach einem Hilfsgesuch Portugals konnte die EU-Kommission zunächst nicht helfen. Die Regierung in Lissabon habe am Sonntagabend um Löschflugzeuge gebeten, sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde am Montag. Man sei aber abhängig von dem Gerät, das andere EU-Staaten zur Verfügung stellten.

Vermutlich Brandstiftung

Bei Wald- und Buschbränden in der nordwestspanischen Provinz Galicien starben derweil vier Menschen. Etliche Brände sind nach offiziellen Angaben das Werk von Brandstiftern.

Trotz der ungelösten Krise um Katalonien fuhr der spanische Regierungschef Mariano Rajoy am Montag nach Galicien, um sich ein Bild zu machen. Anschliessend sagte er, es werde alles getan, um die Urheber der Brände festzunehmen. «Was wir hier erleben, ist kein Zufall», sagte Rajoy. «Das wurde bewusst verursacht.»

Etwa 20 von den Bränden bedrohte Ortschaften wurden evakuiert. Auch ein Studentenwohnheim der Universität Vigo und eine Fabrik des Automobilherstellers PSA Peugeot Citröen wurden geräumt. Insgesamt wurden in der Region bis zu 200 Brandherde registriert, 60 Feuer brachen am Sonntagnachmittag aus. Betroffen war eine Fläche von mehr als 4000 Hektar.

Auch in der nordspanischen Region Asturien flammten Waldbrände auf. Verletzt wurde dort zunächst niemand.

Im Juni waren bei Bränden im Bezirk Leira in der Mitte Portugals mindestens 63 Menschen ums Leben gekommen. Das Zentrum lag bei Pedrógão Grande, etwa 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon. Im August brachen in der Mitte Portugals erneut mehr als 150 Waldbrände aus. (dwi/aegsda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Messerattacke in Paris – zwei Verletzte

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Portugals Präsident Rebelo de Sousa mit einem Heimspiel auf dem Berner Bundesplatz

Der Gesamtbundesrat hat am Montag Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa in Bern empfangen. Er und Bundespräsident Johann Schneider-Amman schritten auf dem Bundesplatz gemeinsam eine Ehrenformation der Schweizer Armee ab.

Der leichte Nieselregen hielt wohl viele davon ab, dem Empfang beizuwohnen. Rund 300 Personen säumten den Bundesplatz - viele von ihnen Portugiesinnen und Portugiesen, die während der Zeremonie Rebelo de Sousa zuriefen.

Der portugiesische Präsident nutzte die Gelegenheit: …

Artikel lesen
Link zum Artikel