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Zuerich, 14.06.2015, Abstimmung, das Schweizer Stimmvolk entscheidet am heutigen Abstimmungssonntag ueber vier nationale Vorlagen: Praeimplantationsdiagnostik,Vereinheitlichung der Stipendien, Erbschaftssteuer-Initiative und Aenderung des RTVG (Bundesgesetz ueber Radio und Fernsehen) (Gonzalo Garcia/EQ Images)

Politische Beteiligung der Bürger: Volksabstimmungen tragen zur Stabilität bei. Bild: Gonzalo Garcia

Auf der Welt gibt es noch vier Inseln der Stabilität – und du wohnst auf einer davon



Trump im Weissen Haus, Populisten auf dem Vormarsch und die EU im Brexit-Schock – die westliche Welt segelt derzeit durch unsichere politische Gewässer. Das widerspiegelt sich in der interaktiven Risiko-Weltkarte, die der Versicherungsmakler Marsh alljährlich publiziert. Immerhin vier Inseln der Stabilität gibt es in dieser unruhigen Zeit – und drei davon liegen in Europa.  

Den aktuellen Index der Stabilität führt die Schweiz mit 82,8 von 100 möglichen Punkten an, vor Norwegen (82,5), Singapur (81,1) und Schweden (80,7). Am andere Ende der Skala befindet sich der Süd-Sudan (20,1), der zusammen mit sechs weiteren afrikanischen Ländern sowie Haiti, Jemen und Syrien die Gruppe der zehn instabilsten Länder bildet. 

Staabilität: Welt-Risikokarte 2017, Political Risk Map, Marsh

Nur zwei skandinavische Länder, die Schweiz und Singapur haben mehr als 80 Punkte auf dem Stabilitätsindex erhalten. Am instabilsten sind neben mehreren afrikanischen Ländern Syrien, Haiti und Jemen. Sehr instabil sind in Europa die Länder Bosnien, Kosovo, Weissrussland, Ukraine und Moldawien.  Karte: Marsh.com

Volksabstimmungen tragen zur Stabilität bei

In der Schweiz gewährleiste der «breite politische Konsens» ein hohes Mass an Stabilität, sagte ein Vertreter von Marsh dem deutschen Nachrichtenportal Welt.de. Die Beteiligung der Bürger am politischen Prozess durch Volksabstimmungen trage ebenfalls zur Stabilität bei. Weiter wird die «Unabhängigkeit des Landes von internationalen Organisationen» genannt, was der Regierung erlaube, frei zu agieren. 

Weltweit sorgten letztes Jahr gemäss Marsh vornehmlich zwei Ereignisse – die auch in den nächsten Jahren nachwirken werden – für Unsicherheit: Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten und der britische Entscheid, der EU den Rücken zu kehren. Auch in Staaten wie Frankreich, den Niederlanden oder Italien wirke sich der Vormarsch von «nationalistischen Anti-Establishment-Parteien» stabilitätsvermindernd aus.

«Politisch unsichere Zeiten» in Deutschland

In Deutschland, das vor der Bundestagswahl vor «politisch unsicheren Zeiten» stehe, sieht Marsh entsprechend die Möglichkeit von grossen Zugewinnen der AfD bei den Wahlen. Zudem seien aufgrund der Flüchtlingskrise starke soziale Spannungen vorhanden. 

Die New Yorker Risikoberatungsfirma Marsh erstellt ihre «Political Risk Map» jeweils mit Daten von Business Monitor International (BMI), das Länder- und Kreditrisiken in über 200 Ländern analysiert. Im Vordergrund stehen dabei politische und makroökonomische Risiken. In der letztjährigen Ausgabe der Risiko-Weltkarte war die Spitzengruppe noch etwas grösser: Österreich und Kanada wiesen 2016 ebenfalls einen Index von 80 Punkten oder mehr auf. 

(dhr)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bucky 13.02.2017 23:46
    Highlight Highlight Irgendwie habe ich Mühe mit Artikeln (und Medien), die völlig unkritisch eine sogenannte Analyse eines börsenkotierten, profitorientierten Unternehmens runterleiern. Mit dem Hinweis auf die Datenquelle, derer sich der Konzern zur Erstellung der Analyse bedient, nämlich das ebenfalls börsenkotierte und profitorientierte Unternehmen Business Monitor International, ist es jedenfalls nicht getan. Das ist höchstens Scheintransparenz. Das ganze Gejodel nur weil man Helvetia feiert? Braver Patriotismus auch bei Watson... Solche Analysen gibt es noch und nöcher: warum gerade über diese berichten?
  • ostpol76 13.02.2017 23:12
    Highlight Highlight Auf Platz 1 und 2 Länder aus Europa die nicht Mitglied der EU sind und ich hoffe dies wird noch sehr lange so bleiben.
    • Luca Brasi 14.02.2017 08:33
      Highlight Highlight Und auf Platz 3: Singapur. Ebenfalls kein EU-Mitglied. Das wird wohl in naher Zukunft so bleiben. ;D
  • Raphfa 13.02.2017 21:58
    Highlight Highlight Die direkte Demokratie hat bestimmt einen stabilisierenden Einfluss. Allerdings ist die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit auch nicht besonders weise.
    Lässt man aber einmal das patriotische Gewäsch unserer Politiker aussen vor, kommt man der Sache näher.
    In der Schweiz liegen pro Kopf wohl die grössten Vermögen der Welt. Dazu noch die BIZ in Basel, die schon in anderen Glanzzeiten für die Plutokratie (Weltkrieg II) gute Verdienstmöglichkeiten ermöglichte.

    Die Schweiz ist ein Hot Spot der Vermögenden. Die modernen Sklaven werden hier besser behandelt, im eigenen Gärtchen will man Ruhe.
    • Pirat der dritte 13.02.2017 23:08
      Highlight Highlight Deine ersten zwei Sätze finde ich gut und genau in diesem Punkt müsste sich die Demokratie weiterentwickeln.
    • Posersalami 13.02.2017 23:23
      Highlight Highlight "Allerdings ist die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit auch nicht besonders weise."
      Und aus diesem Grund wird das hier auch nicht sogemacht! Das ist eben schon besonders an unserem System, das viele (nicht alle!) Entscheidungen von einem breiten Konsens getragen werden, dazu das Volk als Korrektiv. Dafür ist das System unglaublich träge..
  • Tropfnase 13.02.2017 20:23
    Highlight Highlight Es wäre mir wichtig dass es auch so bleibt! Desshalb sollte die NATO nicht an der russischen Grenze aufmarschieren!
    • Tikvaw 13.02.2017 22:00
      Highlight Highlight Da muss ich dich enttäuschen. Die Nato ist zurzeit am Aufrüsten und gerade weil Trump ausgesagt hat, dass er finanziell weniger beitragen will, haben die Vertreter von Ländern wie Deutschland und Frankreich schon Diskussionen angeregt um ihre Beteiligungen zu erhöhen. Ebenfalls wird innerhalb der Nato weiterhin verstärkt auf bessere Mobilität gesetzt. So das eben Natotruppen künftig einfacher und schneller an die Ost- und Südgrenzen "deployed" werden können. Somit werden auch öfters "Panzer" durch Europa wandern. Tldr: Die Nato rüstet auf und verstärkt ihre Präsenz an der Ostgrenze
    • Tropfnase 13.02.2017 22:16
      Highlight Highlight Mir ist eigentlich scheissegal, wer wie wo was! Einfach aufhören mit dem Scheiss! Keiner will Krieg!
    • stan1993 13.02.2017 22:28
      Highlight Highlight Ehm Russland grenzt an die baltischen Staaten?!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tepesch 13.02.2017 19:00
    Highlight Highlight @Redaktion
    Ein Vergleich mit den letzten Jahren wäre noch hilfreich.
  • pamayer 13.02.2017 18:58
    Highlight Highlight Ist ein Privileg, in der Schweiz zu wohnen. Also schauen wir dafür, die Schweiz vor den staatszersetzenden Kräften am rechten Flügel zu schützen.
    Und reagieren trotz allem offen und durchlässig. Mauern schaffen nur Enge und Konflikte.
    • Alnothur 13.02.2017 20:24
      Highlight Highlight Dachten die Schweden auch. Jetzt haben sie den Salat. Grenzen dicht, Probleme im Land.
    • lilie 13.02.2017 20:59
      Highlight Highlight Schweden ist auch eine der vier Inseln...
    • G. Schmidt 13.02.2017 21:46
      Highlight Highlight @lilie
      Na dann viel Spass in Rosengård...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thinktank 13.02.2017 18:40
    Highlight Highlight Stabilität ist gut? Sag das mal einem Griechen. Stetig ist der Wandel. Wer sich nicht bewegt, wird bewegt etc.
    Am besten gefällt mir für die Schweiz folgender Satz: «Unabhängigkeit des Landes von internationalen Organisationen». Die Linken und die Wirtschaft plärren permanent, dass wir ohne die EU nicht überleben könnten. Die Schweiz ist kaum unabhängig.
    • Alnothur 13.02.2017 20:39
      Highlight Highlight Das Gegenteil von Stabilität ist Instabilität, nicht Wandel.
    • Gummibär 13.02.2017 20:53
      Highlight Highlight Also die Griechen würde ich jetzt unbedingt als Referenz für erfolgreichen Wandel anführen .
    • lilie 13.02.2017 21:02
      Highlight Highlight Stabilität kann man nur gewährleisten, wenn man sich ständig verändert. Deshalb denken wir in der Schweiz voraus und gehen viermal im Jahr über Veränderungen abstimmen.

      Und Differenzieren ist gefragt: Niemand hat gesagt, dass die Schweiz als einsame Insel überleben könnte. Aber da wir nicht in der EU sind, sind wir flexibler und können besser auf Veränderungen reagieren.
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