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4 Konflikte um Wasser, die du unbedingt kennen musst



«Es geht um Leben und Tod ... das ist unser Land, und das Wasser muss für unsere Bürger von Assuan bis Alexandria gesichert werden.»

Abdel Fattah al-Sisi, Präsident Ägyptens 

Die Angst in Ägypten ist gross. In Äthiopien steht ein gigantisches Staudamm-Projekt kurz vor dem Abschluss. Für das Land der Pharaonen ist das brandgefährlich.

Entscheidet sich Äthiopien dazu, Wasser des blauen Nils abzuzweigen, hätte das für einen Grossteil der rund 90 Millionen Ägypter einschneidende Konsequenzen. Der Nil ist die Lebensgrundlage des ansonsten staubtrockenen Landes. 

Nicht nur am Nil wird derzeit um jeden Tropfen gekämpft. Streitigkeiten um Wasser werden rund um den Globus ausgetragen und dürften von immer grösserer Bedeutung werden.

«Wenn die Voraussagen betreffend des Klimawandels eintreffen, wird das Potential für Konflikte um Wasser in den nächsten Jahren zunehmen», sagt Bestseller-Autor Tim Marshall, mit dem watson sprechen konnte.

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Tim Marshall.  bild: wikipedia.org

Tim Marshall

Marshall ist Autor mehrer Bücher, etwa des New-York-Times-Bestsellers «Die Macht der Geographie – wie sich Weltpolitik anhand von 10 Karten erklären lässt». Er gilt als einer der führenden Experten in Sachen Geopolitik. 

Marshall lebt in Grossbritannien, betreibt einen Podcast und schreibt Bücher. Im März 2018 erschien sein letztes Werk: «Abschottung: Die neue Macht der Mauern». Für watson nahm er sich Zeit, die wichtigsten Konflikte um Wasser zu anlaysieren.

Der Kampf um Wasser könnte unter Umständen dereinst gar intensiver geführt werden als jener ums Öl, meint der 59-Jährige.

Zusammen mit Marshall hat watson vier Krisenherde erörtert, welche in den kommenden Jahren eine besonders wichtige Rolle spielen werden – und im schlimmsten Fall im Krieg enden könnten.

Euphrat und Tigris

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karte: lea senn

«Das ist alles Geografie. Die Türkei befindet sich zuoberst. Alle, die sich weiter flussabwärts befinden, sind in Gefahr.»

Tim Marshall

In Mesopotamien bildete sich einst die erste Hochkultur der Menschheitsgeschichte. Das fruchtbare Zweistromland um die grossen Flüsse Euphrat und Tigris war Heimat der Sumerer, Akkader und Babylonier. Dank der Wasserverfügbarkeit war das Gebiet während Jahrhunderten eines der wichtigsten kulturellen Entwicklungszentren der Welt. 

Nun, einige tausend Jahre später, gibt es Einschätzungen von Experten, wonach im Jahr 2040 die beiden Flüsse nicht einmal mehr das Meer erreichen werden. Mit verheerenden Konsequenzen für die Bevölkerung, die entlang der Flussläufe lebt.

Für dieses Kratastophen-Szenario gibt es zwei Gründe:

Die grösste Bedrohung für die irakische Wasserversorgung stellt momentan der Ilisu-Staudamm dar. Das Bauwerk ist 130 Meter hoch, zwei Kilometer breit und befindet sich wenige Kilometer nördlich des Iraks in der Türkei. Dank des Damms soll in Südostanatolien ein wirtschaftlicher Entwicklungssprung stattfinden. Die türkische Regierung verspricht sich tausende Jobs, eine zuverlässige Stromversorgung und Schub für die Landwirtschaft in einer der ärmsten Regionen des Landes.

130 Meter hoch, zwei Kilometer breit: Der Ilisu-Damm in Südostanatolien.

Doch dafür muss erst einmal jede Menge Wasser aufgestaut werden. Das Reservoir soll dereinst bis zu 400 Kilometer lang werden und zahlreiche Dörfer fluten. Dies lässt nicht nur türkische Anwohner und Umweltaktivsten aufschreien, sondern auch die Regierung im Irak.

Das kriegsgeplagte Land kämpfte bereits im Sommer 2018 mit der schlimmsten Dürre seit 80 Jahren. Bewohner der Hauptstadt Bagdads schilderten, wie sie erstmals in ihrem Leben durch den Tigris waten konnten. Schnell wurde die Türkei für den tiefen Wasserstand beschuldigt. Doch die Regierung Erdogan versicherte, dass man Rücksicht auf den Irak genommen und noch nicht mit dem Aufstauen begonnen habe. 

In Bagdad und in den nördlichen Kurdengebieten kann man den Versicherungen Ankaras indes wenig abgewinnen. Im Sommer war das Wasser des Tigris schon derart tief, dass ein Aufstauen keinen Sinn gemacht hätte. Vermutet wird nun, dass Erdogan die Schneeschmelze im kommenden Frühling nutzt, um das Reservoir voll laufen zu lassen. Der Sommer für die Bevölkerung flussabwärts dürfte dieses Jahr hart werden. 

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Der Tigris bei Bagdad: Im Sommer 2018 erreichte der Wasserpegel historische Tiefstände. bild: shutterstock

Nicht nur der Damm in der Türkei bereitet dem Irak Kopfschmerzen. Auch der «Daryan Damm» im Iran, der 2018 fertiggestellt wurde, wird dem Tigris arg zusetzen. Der Damm staut den «Diyala»-Fluss und benutzt das Wasser für die lokale Bewässerung. Schätzungen gehen davon aus, dass der Diyala-Fluss bis zu 60 Prozent weniger Wasser tragen wird. Da der Strom ein wichtiger Zufluss zum Tigris ist, wird Irak auch dieses Bauwerk deutlich zu spüren bekommen.

Die Wasserknappheit in der Region ist für Tim Marshall besorgniserregend. «Die Türkei, Syrien und der Irak haben viele Spannungen wegen des Wassers. Der Euphrat fliesst durch alle drei Länder und war bereits während der Regierungszeit von Hafez Assad fast einmal Grund für einen bewaffneten Konflikt.»

Indus

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karte: lea senn

«Pakistan und Indien haben mehrere Kriege geführt, aber keiner war über den Indus-Vertrag, weil beide wissen, wie wichtig dieser ist.»

Tim Marshall

Seit 1960 haben Indien und Pakistan mit dem «Indus Water Treaty» (IWT) geregelt, wer am Strom und seinen Nebenflüssen welche Rechte hat. Obschon der Fluss quer durch den Kaschmir fliesst, welcher steter Brandherd zwischen den beiden Atommächten ist, wurde am Wasservertrag bisher nicht gerüttelt.

Im Indus-Becken leben rund 235 Millionen Menschen, Tendenz stark steigend. Für sie ist der 3180 Kilometer lange Fluss und seine Nebenflüsse lebenswichtig. Mit dementsprechender Vorsicht hielten sich die beiden Länder an den IWT. 

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Der Indus bei Ladakh im indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir.  bild: shutterstock

Doch die Situation ist heute eine andere als vor knapp 60 Jahren. Der Klimawandel setzt die beiden Länder zunehmend unter Druck. Das Schmelzen der Gletscher erhöht das Risiko für Überflutungen. Zudem verändert sich der Monsun in Südostasien, was zu weniger Regen in Pakistan und Indien führen könnte.

Wie Studien belegen, ist zudem immer weniger Grundwasser im Indus-Becken vorhanden. Jedes Jahr wird weitaus mehr Wasser entnommen, als durch Regen und andere Quellen wieder aufgefüllt wird. 

Inmitten dieser Herausforderungen hat Indien mit dem Bau diverser Staudämme auf Nebenflüssen begonnen, die von Pakistan genaustens beobachtet werden.

Bis jetzt ist es noch zu keinem Krieg wegen Wassers gekommen zwischen den beiden Grossmächten. Doch der Vertrag von 1960 hat angesichts des Klimawandels und des Bevölkerungswachstums sein Fälligkeitsdatum überschritten. Diese Entwicklungen wurden damals noch nicht antizipiert.

Es wäre Zeit, das Papier neu auszuhandeln. Am besten mit China und Afghanistan am Tisch. Denn dort entspringen der Indus und der Kabul-Fluss, welche wichtige Zulieferer für den Indus sind. 

Gelingt ein solches Abkommen nicht, könnten die zunehmend unter Druck kommenden Länder vermehrt auf eigene Faust handeln. Mit gefährlichen Folgen für die ohnehin schon fragilen Beziehungen zwischen den Staaten in der Region.

Tibet

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karte: lea senn

«Die wichtigsten chinesischen Flüsse kommen aus Tibet. Deshalb ist das Gebiet strategisch gesehen massiv wichtig.»

Tim Marshall

Geht es nach Tim Marshall, gibt es drei wesentliche Gründe, weshalb China unbedingt die Kontrolle über Tibet haben will. 

Letzteres wird dabei immer wichtiger. Seit 1981 ist die Bevölkerung Chinas um 37 Prozent auf 1,38 Milliarden Menschen angestiegen. Ebenso rasant verlief das Wachstum der Wirtschaft. Der Boom hat den Druck auf die Ressourcen der Region stark erhöht. Mitte des vergangenen Jahrhunderts annektierte China Tibet, heute ist das Gebiet, welches rund 30 Mal grösser als die Schweiz ist, für die Supermacht so wichtig wie nie.

In Tibet entspringen nicht nur der Gelbe Fluss und der Jangtse, welche quer durch China fliessen, sondern auch zahlreiche weitere Flüsse, die für ganz Südostasien eine ökologisch, ökonomisch und auch kulturell entscheidende Rolle spielen. Etwa der Brahmaputra, der Irrawady oder der Mekong. Der Himalaja wird nicht umsonst «dritter Pol» der Welt genannt. Nur am Süd- und Nordpol gibt es eine höhere Konzentration an Gletschern und Eis.

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Der Brahmaputra in Tibet. Auf tibetischem Gebiet wird er auch Yarlung Tsangpo genannt. bild: shutterstock

Aus dem tibetischen Plateau fliessen zehn der grössten Flüsse Asiens. Diese füllen Flussbecken, welche mehr als 1,35 Milliarden Menschen mit Wasser versorgen.

Im tibetischen Hochplateau treibt China derzeit mit Hochdruck Staudamm-Projekte voran. Diese sollen das bevölkerungsreichste Land der Welt mit Strom versorgen. Doch der Bau dieser Kraftwerke hat bereits für viele Spannungen gesorgt. Etwa im Oberlauf des lange ungestauten Brahmaputra. Dort sind gleich mehrere Projekte geplant oder bereits in Betrieb.

Dies hat zu Auseinandersetzungen mit Indien und Bangladesch geführt, welche um die Wasserführung des Flusses fürchten. Denn China baut nicht nur Dämme, sondern soll auch an einem 1000 Kilometer langen Tunnel dran sein, der das Wasser des Brahmaputras in die chinesische Provinz Xinjiang umleiten soll. 

Der Brahmaputra ist für Bangladesch die Lebensader. Würde China dereinst Wasser abzweigen, käme das einer Katastrophe für das bevölkerungsmässig achtgrösste Land der Welt gleich. 

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Bauern im Mekong-Delta in Vietnam: China kontrolliert den Oberlauf des Stroms und hat somit ein Druckmittel auf seinen Nachbarn. bild: shutterstock

Was der Brahmaputra für Bangladesch ist, ist der Mekong für Laos und Teile von Thailand und Vietnam. Durch die Kontrolle des Oberlaufes des über 4000 Kilometer langen Stroms hat China ein starkes Druckmittel gegenüber diesen Staaten. Das kommt Peking ziemlich gelegen, wie Marshall feststellt. «China wird alle Mittel brauchen, um diese Länder unter seine Kontrolle zu bringen, denn es will sich die Vorherrschaft im südchinesischen Meer von den USA zurückholen. Und ein Punkt, mit dem es Druck ausüben kann, ist Wasser.»

Äthiopien und Ägypten

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«Mittlerweile hat sich der Streit etwas gelegt, es wurde ein Abkommen erreicht. Doch das heisst nicht, dass die Situation nicht mehr gefährlich ist.»

Tim Marshall

Kommen wir zurück zum eingangs erwähnten Staudamm-Projekt am blauen Nil. Dieses soll gemäss äthiopischen Angaben im Jahr 2020 teilweise in Betrieb gehen. Bei Fertigstellung ist der «Grand Ethiopian Renaissance Dam» der siebentgrösste der Welt und die grösste Wasserkraftanlage Afrikas.

Im Juni des vergangenen Jahres schwor der frischgewählte Äthiopische Premierminister Abiy Ahmed gegenüber dem ägyptischen Präsidenten, dass er Ägyptens Anteil am Nil nicht verletzen werde. Doch die Sorgen in Kairo bleiben gross.  

Als Äthiopien die Unruhen inmitten des arabischen Frühlings ausnutzte und 2011 mit dem Bau des Damms begann, ohne die betroffenen Länder zu konsultieren, erwägten einzelne ägyptische Minister gar eine Bombardierung des Projektes. 

Dazu kam es jedoch nie. Unter anderem, weil Äthiopien versicherte, den Stausee so langsam zu füllen, dass der Wasserpegel im ägyptischen Teils des Nils sich nicht bedeutend verändere.

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Der Nil ist die Lebensader Ägyptens: Was, wenn Äthiopien den Hahn zudreht?   bild: shutterstock

Ägypten pocht deshalb darauf, dass dieser Prozess 10 bis 20 Jahre dauern soll. Doch Äthiopien hat fünf Milliarden US-Dollar in den Bau investiert und einen Milliarden-Kredit von China aufgenommen. Ob da der Druck nicht schnell zu gross wird, das Potenzial des Damms ganz auszuschöpfen?

Wird das Reservoir in einer kürzeren Zeitspanne aufgefüllt, könnte der Pegel des Nils sich gefährlich verändern. Lässt Addis Abeba den Stausee in nur fünf Jahren füllen, würde sich der Wasserpegel des Nils Berechnungen zufolge bis zu 20 Prozent senken. 

Und dies zu einem Zeitpunkt, zu dem Ägypten sowieso schon vor einer grossen Wasserkrise steht. Der Bevölkerungswachstum, Misswirtschaft und fehlende Investitionen haben dazu geführt, dass das Wasser in Ägypten so knapp ist wie in sonst kaum einem Land der Welt.

Die Regierung in Kairo investiert deshalb in gigantische Entsalzungsanlagen, welche die weltweit grössten ihrer Art werden sollen. Bis zu 50 Milliarden US-Dollar will Ägypten in den kommenden 20 Jahren für Wasserprojekte in die Hand nehmen. Der Erfolg ist jedoch ungewiss. 

In der Zwischenzeit sind rund 90 Prozent der Bevölkerung vom Nil abhängig. Sei es wegen des Trinkwassers oder wegen Bewässerungsanlagen. Deshalb bleibt die Situation entlang des Nil äusserst ernst, meint Marshall, auch wenn sich Äthiopien an den Auffüllplan halten sollte.

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Der Nil bei Kairo: Rund 90 Prozent der Bevölkerung Ägyptens sind vom Wasser des Nils abhängig. bild: shutterstock

Käme es in Zukunft zu Dürren in der Region, was sich wegen des Klimawandels immer öfters ereignen würde, so Marshall, dann könnte Äthiopien sich gezwungen sehen, entgegen aller Abmachungen dennoch Wasser vom Nil abzuzweigen. «Und das würde wahrscheinlich zu einem Krieg führen, weil Ägypten umgehend austrocknen und sterben würde.»

Kleine Anmerkung: Diese Liste ist natürlich nicht vollständig. Die Konflikte um Wasser dürften nicht nur in der internationalen Politik eine immer grössere Rolle spielen. Marshall weist darauf hin, dass Streitigkeiten um Wasser vor allem auch lokal zunehmen dürften.

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    Alle Leser-Kommentare
  • jafa8 24.01.2019 10:44
    Highlight Highlight Vor lauter Trump Twitter-Diarröh, Macron Gelaber oder Mauerbau vergessen wir, dass es eigentlich viel wichtigere und bald dringendere Herausforderungen gibt.

    spannender Artikel! mehr davon bitte :-)
  • murrayB 23.01.2019 13:05
    Highlight Highlight Was ist die Grundursache dafür? Zu viele Menschen bevölkern diese Gegenden... Wohin führt das, wenn man nichts macht?

    Die einzige Lösung wäre eine Weltweite Geburtenkontrolle - maximal 2 Kinder pro Frau!

    Damit wären auch die Klima-, Ernährungs- und Einkommensprobleme gelöst!
    • Echo der Zeit 23.01.2019 19:36
      Highlight Highlight Mann kann es sich auch einfach machen.
    • Dragona 23.01.2019 19:47
      Highlight Highlight Funktioniert nicht. Es ist erwiesen dass Entwicklung die natürlichste und beste "Geburtenkontrolle" und gleichzeitig auch der besten Umweltschutz ist. Also Infrastrukturen bauen, die Menschen aus der Armut holen und wir haben die Probleme schneller gelöst als mit all den ganzen reduktionistischen Ideologien.
  • Rhabarber 23.01.2019 12:53
    Highlight Highlight EU-Druck auf CH ist auch Wasserkrieg. Das denke ich seit Jahren! Wichtige Flüsse aus der CH für Europa =

    Rhein --> Nordsee: fliesst durch D, F, A und NL

    Rhone --> Mittelmeer: wasserreichster Fluss in F

    Ticino --> Adria: Der Po ist erst ab der Ticino-Mündung beschiffbar

    Inn via Donau --> Schwarzes Meer: fliesst durch D+A: In Passau, wo die Inn in die Donau mündet, bringt die Inn insgesamt mehr Wasser mit als die Donau.

    Hab ich andere wichtige vergessen?

    Man nennt die Schweiz nicht umsonst das Wasserschloss Europas. Macht doch mal einen Artikel dazu, bitte!
  • SUF 23.01.2019 12:52
    Highlight Highlight Hoffentlich bleibt dieser Artikel lange stegen, denn es dürfte sich um den wichtigsten von Watson überhaupt handeln.

    Bereits 2002 war ich an einem Vortrag, der genau das thematisiert hat. Damals rechnete man hoch, dass 2050 darob 1 Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser hat.

    DAS WIRD massive Migrationswelken auslösen!

    Die Schweiz ist mit Rhein und Rohne das Wasserschloss Europas. Wir sind also mitten drin im künftigen Brennpunkt, den keine Armee lösen kann.

    Hier spielt die Politik! Also.... sollte sie zumindest!!!
    • SUF 23.01.2019 16:01
      Highlight Highlight vielleicht noch als Ergänzung: Das ist nicht als „Wasser auf die SVP-Mühlen“ zu verstehen. Im Gegenteil, deren Abschottuns-Politik ist mMn ein Teil des Problems, wir brauchen dringendst internationale Lösungen!
  • Hexentanz 23.01.2019 10:03
    Highlight Highlight Blöde Frage an dieser Stelle, aber vielleicht klärt mich ja jemand auf:

    1.) Staudämme Stauen doch Wasser und entfernen es nicht, oder? Sprich, wenn die Seen gefüllt sind, dann entspricht der Durchfluss am Damm (und dem Fluss darunter) dem gleichen Volumen, wie oben am Damm in den See läuft, nicht?

    2.) Im Nil und den anderen Flüssen wird extrem viel Abfall entsorgt. Es wäre ja technisch kaum realisierbar, unten am Fluss solche Dämme zu bauen, oder? Die Rechen wären ja die ganze Zeit voller Abfall?

    3.) Wasser wird nicht "verbraucht" bei der Stromerzeugung über Turbinen? Nur Durchfluss?
    • Triple 23.01.2019 11:44
      Highlight Highlight Zu deinem Punkt 1. Doch, so ein Staudamm ist problematisch. Erstens muss er gefüllt werden und zweitens hat der See die höhere Verdunstung wie der Fluss. Ausserdem wirkt sich dieser bestimmt negativ auf Flora und Fauna aus. Gehe nicht davon aus, dass Fischtreppen installiert werden.
    • Third_Lanark 23.01.2019 12:09
      Highlight Highlight 1) Wie im Ägyptenbericht erklärt wurde, gehts v.a. darum wie schnell der Stausee gefüllt wird. Je schneller, desto stärker sinkt der Flusspegel während der Zeit der Füllung weiter stromabwärts ab. Wenn der Stausee gefüllt ist und der Spiegel des Sees konstant bleiben soll, dann sollte der Flusspegel stromabwärts gleich bleiben wie ohne Stausee. Das Wasser, das durch den Stausee "geklaut" wird entspricht also der Menge, die benötigt wird, um den Stausee bei Inbetriebnahme einmalig zu füllen. Ein Stausee gibt aber dem Land, das diesen gebaut hat, die Macht, das Wasser auf Knopfdruck abzustellen.
    • swisskiss 23.01.2019 12:31
      Highlight Highlight Hexentanz: Ein Staudamm hat ja nicht den Zweck nur Wasser aufzustauen, sondern dieses Wasser wird für Stromerzeugung oder Bewässerung verwendet.

      Das besonders das Bewässern grösserer Flächen durch Austauung ein massives Problem darstellt, sollte klar sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • LaktoseintoleranterVeganerLGBT 23.01.2019 09:49
    Highlight Highlight Kann das Buch "Die Macht der Geographie – wie sich Weltpolitik anhand von 10 Karten erklären lässt" nur jedem empfehlen.
    • Rhabarber 23.01.2019 12:33
      Highlight Highlight Hol ich mir. Danke :-)
  • Triple 23.01.2019 09:32
    Highlight Highlight Eigentlich ein Thema welches bei der UNO viel mehr im Brennpunkt sein müsste. Irgendwie kann es ja nicht sein, dass ein Land am Anfang eines Flusses einfach einen Damm baut und damit die Länder danach schädigt. Für was benötigen eigentlich Länder in Afrika solche riesigen Staudämme? Sind das nur Prestigebauten oder steckt dahinter ein ökonomischer Grund?
    • Third_Lanark 23.01.2019 12:11
      Highlight Highlight Ich denke, es geht vordergründig allem um die Stromproduktion und/oder ein Trinkwasserreservoir. Hintergründig gehts sicher auch um die im Artikel erwähnten Machtspielchen.
  • Pinhead 23.01.2019 09:22
    Highlight Highlight Kleine Anmerkung: Tibet ist 60 Mal so gross wie die Schweiz (2,5 Mio km2).
    • corsin.manser 23.01.2019 09:29
      Highlight Highlight Das geographische Tibet ist tatsächlich 2,5 Mio km2 gross. Dazu zählen aber etwa auch Gebiete in Indien. Ich habe mich deshalb auf die Angaben des Autonomen Gebiets Tibet in China bezogen. Dieses ist rund 1,2 Mio km2 gross und somit 30 Mal grösser als die Schweiz.
    • Pinhead 23.01.2019 09:49
      Highlight Highlight Ich habe mich auf das historische Tibet (vor Oktober 1950) bezogen, Quelle: https://freetibet.org/about/location
      Benutzer Bild
  • #Technium# 23.01.2019 09:17
    Highlight Highlight Wasser ist das Öl der Zukunft. Kriege vorgeplant...
  • Militia 23.01.2019 08:55
    Highlight Highlight Der nächste grosse Krieg wird wahrscheinlich um das Wasser geführt werden. Auch in Europa werden wir uns mit diesen Problemen auseinandersetzen müssen. Im letzten Sommer war der Rhein in Deutschland stellenweise nur noch eine Pfütze. Unsere Nachbarländer, insbesondere Deutschland und Frankreich, werden dann wohl kaum akzeptieren, dass die Schweiz Wasserreserven zurückhält, es ist schliesslich ein Allgemeingut. Eine militärische Intervention wird die Folge sein... Aber wir wollen ja nicht schwarzmalen, noch kann ja etwas unternommen werden.
    • Militia 23.01.2019 12:07
      Highlight Highlight Ja genau, mann muss nur fest genug blitzen, dann wird die unliebsame Wahrheit einfach verschwinden und alle kriegen rosa Zuckerwatte.
    • Ohniznachtisbett 23.01.2019 13:02
      Highlight Highlight Wann hat denn die Schweiz Wasser nach Deutschland zurückgehalten? So einen Mist muss einem ja erst in den Sinn kommen... Am Rhein unterhalb des Bodensees gibt es keinen Stausee. Beim Bodensee ist zudem nicht mal der Abfluss reguliert, weshalb man bei Trockenheit häufig sehr weit rauslaufen kann. An der Aare gibts m.W. nur den Wohlensee, mit einer Speicherkapazität von 25Mio m3... In Basel beträgt der Abfluss durchschnittlich 1000 m3/s. Der Wohlensee hat also soviel Wasser gespeichert, wie in Basel in 7h nach DE/FR fliessen. Merkst du deine absurde Theorie...
    • DomKi 23.01.2019 14:33
      Highlight Highlight Ich bin mit dir einverstanden. Im Moment gibt es ja Überfluss was dann zum Abfluss führt. Aber was wenn dann einmal über längere Perioden k. Wasser da ist oder zu wenig? Und klar, I, D, F und NL haben noch den Meer- bzw. Binnenzugang unter Kontrolle, d.h. Waren in die/aus der CH zu transportieren kann tricky werden. Da wird dann wohl irgendwas gedreht werden müssen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scaros_2 23.01.2019 08:49
    Highlight Highlight Schon im 2001 meinte damals mein Sekundarlehrer, dass der 3. Weltkrieg nicht wegen Gold, Geld oder Ethnien, Rassismus oder so geführt wird. Nein wer werde wegen Wasser geführt.

    Wenn man das liest sieht man sich bestätigt.
    • Anded 24.01.2019 08:47
      Highlight Highlight „Schon“ 2001... :-)
      Das ist nich „schon“ sondern „kürzlich“.
  • öpfeli 23.01.2019 08:10
    Highlight Highlight Und hier baden gewisse mehrmals wöchentlich in der Badewanne. 🤦
    Wir haben schon Glück in der Schweiz.

    Beängstigend was die Zukunft noch alles bringen könnte.
    • Nelson Muntz 23.01.2019 08:51
      Highlight Highlight Ob man badet oder nicht ändert die Situation im Irak nicht...
    • Yummy 23.01.2019 10:10
      Highlight Highlight Genau öpfeli, besser ungenutzt den Rhein runterlaufen lassen😂 hier haben wir Wasser zum Versauen... Sollen wir aus Solidarität sparen?
    • öpfeli 23.01.2019 10:11
      Highlight Highlight Das wollte ich damit auch nicht sagen 😉
      Es geht um die Wertschätzung und Verbrauch, der bei uns manchmal falsch läuft.
    Weitere Antworten anzeigen
  • plaga versus 23.01.2019 08:06
    Highlight Highlight Da kommen dürre Zeiten auf die Welt zu.

  • Mutbürgerin 23.01.2019 07:44
    Highlight Highlight Vielleicht kann die Schweiz die bilateralen Verträge besser verhandeln, wenn sie den Rhein staut oder den Bodensee entleert.
    • Charlie B. 23.01.2019 09:46
      Highlight Highlight Und wo würdest den Rhein genau stauen wollen ohne, dass ganze Dörfer oder Städte überflutet werden?
    • Mutbürgerin 23.01.2019 12:00
      Highlight Highlight Das Bündnerland ist noch ziemlich unbesiedelt
    • bittefüllensiediesesfeldaus 23.01.2019 12:21
      Highlight Highlight @Charlie B.: Ist doch klar: In die Aare umleiten...😏
  • DasEchteGipfeli 23.01.2019 07:32
    Highlight Highlight Und bei uns bewässert Nachbar Meier 3x am Tag seinen Rasen, obwohl es auch bei uns nicht rosig aussieht. Egozentrisches Weltbild...
    • NotWhatYouExpect 23.01.2019 08:56
      Highlight Highlight Du kennst den Kreislauf des Wassers?
    • DasEchteGipfeli 23.01.2019 11:24
      Highlight Highlight Alles klar, deiner Logik nach kann man auch in einem trockenen Sommer (wie letztes Jahr) so viel Wasser verschwenden wie nur möglich, kommt ja eh wieder im Herbst/Winter. Klimaveränderung kennst du?
    • NotWhatYouExpect 23.01.2019 13:01
      Highlight Highlight Man muss schon zwischen Kontinentalen Wasserproblemen unterscheiden.

      Wenn wir Lokal Probleme haben müssen wir hier schauen, dass wir den Verbrauch reduzieren.

      Aber, dass wir hier Wasser sparen sollen weil Sie z.B. in Afrika zu wenig haben ist Schwachsinn.
  • MacB 23.01.2019 07:24
    Highlight Highlight Spannender Artikel. Ein weiterer, erwähnenswerter Brennpunkt um Wasser sind die Golanhöhen. Ohne die wird es eng für Israel, weshalb sie das eigentlich syrische Gebiet seit 1967 besetzen. (wenn ich das so auf die Schnelle zusammenbringe)
    • Hexentanz 23.01.2019 10:00
      Highlight Highlight Hätten einige Staaten 1967 nicht die Idee gehabt, Israel auszulöschen, wären vielleicht diese Golanhöhen heute nicht israelisch.

      Schau doch mal auf Google Maps, was sonst noch alles grün in Israel ist, und wie karg und ungepflegt es nebenan ist, da keine Infrastruktur aufgebaut wird.

      Bin bei weitem kein Israel Fan, aber die Golanhöhen wurden 1967 bestimmt nicht wegen Wasser besetzt, dass sollte man schon richtigstellen.
    • murrayB 23.01.2019 13:02
      Highlight Highlight Nicht nur, strategisch auch sehr wichtig, denn damit kann Israel nach Syrien blicken und hat zudem endlich am See Genezareth ruhe (vor 1967 hat Syrien immer wieder mal eine Mörsergranate oder ähnliches nach Israel gefeuert)...
    • Bud Spencer 23.01.2019 18:30
      Highlight Highlight @MacB sicher ein wichtiger Punkt. Ein wichtiger Grund ist auch die strategisch wichtige Position der Golan-Höhen in Bezug auf die Landesverteidigung, so zumindest die offizielle Begründung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hugeyun 23.01.2019 07:17
    Highlight Highlight Im Grunde dreht sich doch alles nur um (unnötige?) Staudammprojekte...
    • DonChaote 23.01.2019 11:43
      Highlight Highlight @hugeyun
      ‚unnötige‘ staudammprojekte können, wie man in diesem artikel auch sehen kann, auch strategisch geplant sein. Für macht und einflussnahme in nachbarländern über das medium wasser.
      Oder man kann auch ‚unnötige‘ staudämme nutzen um gebiete zu räumen (sind die projekte in der türkei nicht hauptsächlich in kurdengebieten?)

      Aber alles in allem: besser staudämme als kohlekraftwerke oder ähnliches, oder? Nur mit der übermässigen grösse einiger projekte habe ich so meine mühe...
  • Raphael Conca 23.01.2019 07:15
    Highlight Highlight Das sind beängstigende Aussichten.
    Hoffentlich wird sich die Technik zur Wasseraufbereitung aus Abwasser oder Trinkwassergewinnung aus der Luft so weiterentwickelten, dass sie für ein Grossteil der Bevölkerung zahlbar ist.
    Auch die Landwirtschaft muss wassersparende, bezahlbare Konzepte für die Bewässerung ausdenken. Gezielte Bewässerung mit Robotern; verhindern respektive einfangen der Verdunstung.
    Es gibt viel zu tun, um die Auswirkungen des Klimawandels zu managen.
    • Beat-Galli 23.01.2019 08:02
      Highlight Highlight Besser ist es so schnell wie möglich so wenig Abwasser wie möglich zi verhindern.
      Aber dies geht nicht, wenn mann nir 20.- für Jans ausgeben will.
      Somit bleiben Chinesische Flüsse blau wie Blue Jeans...
  • Mittelpunkt 23.01.2019 07:12
    Highlight Highlight Was mir hier fehlt sind die innerindischen Konflikte, die Regelmässig zu Ausschreitungen und auch Toten führen. Z. B. der Kaveri Water Dispute
  • Domino 23.01.2019 07:00
    Highlight Highlight Irgendwie traurig: Gleichzeitig sind diese Flüsse in den Top Ten welche am meisten Plastikmüll ins Meer transportieren (Nil, Indus und Flüsse die im Tibet entspringen und durch China fliessen).
    Man fragt sich ob es um Trinkwasserversorgung oder Abfallentsorgung geht...
  • Nelson Muntz 23.01.2019 07:00
    Highlight Highlight Der Nil ist Lebensquelle und Müllhalde zugleich für die Ägypter...
  • WID 23.01.2019 06:58
    Highlight Highlight Interessanter Bericht, danke.
  • pamayer 23.01.2019 06:44
    Highlight Highlight Danke für den sehr informativen und ausführlichen Artikel.

    Mir kommen hierzulande (frühere?) Streitigkeiten im Wallis um die Bewässerungssysteme in den Sinn.

    "Einander das Wasser abgraben" ist keine moderne Erfindung.
    • Hallo I bims. Ein AfterEightUmViertelVorAchtEsser 23.01.2019 09:52
      Highlight Highlight Ich sage dazu nur: BKW gegen die Kantone in Sachen Wasserzins.

Liebe Jugend, merci für den Klimastreik, du bist verdammt grossartig!

Die Demonstrationswelle, die am Samstag die Schweiz erfasste, war in jeder Hinsicht jung. Und gerade deshalb vorbildlich. 

Ich war am Samstag auch an der Klimademo. In Zürich. Im Block der ultrastolzen Eltern quasi. Da waren junge und sehr junge Menschen, die ihre Transparente hochhielten, oft mit einem kleinen Eisbären, oft mit einem Satz über Greta («Greta hat Recht und sie ist erst 16, gopfnomol!»), selten mit einem Scherz («Die Erde ist der einzige Planet mit Bier!»). Wer keine Stecken gefunden hatte, um damit ein Transparent zu basteln, hatte Laserschwerter genommen. 

Ich fragte mich einen Moment lang, …

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