DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
1 / 5
Wie in Nordkorea: Trump lässt sich von seinen Top-Mitarbeitern loben
quelle: epa/sipa pool / olivier douliery / pool
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Szenen wie in Nordkorea: Trump lässt sich von Top-Mitarbeitern mit Lob überhäufen

Loyalität! Loyalität! Loyalität! Die erste Kabinettssitzung im Weissen Haus in Vollbesetzung nahm bizarre Züge an. Die besten Aussagen.
13.06.2017, 03:1913.06.2017, 15:26

Donald Trump hat die Nase voll von der ewigen Kritik. Ob der Vize-Präsident oder die UN-Botschafterin: Sie alle mussten den US-Präsidenten an der ersten Kabinettssitzung in Vollbesetzung mit Lob huldigen. Das taten die Minister ganz brav vor laufenden Kameras.

Rex Tillerson (links) und Jeff Sessions hören sich die Ausführungen von Trump an. Video: YouTube/iBankCoin.com

Zuerst klopfte sich Trump gleich mal selbst auf die Schulter. Seine politische Agenda treibe er im «Rekordtempo» voran. Es habe – mit «wenigen Ausnahmen» – noch nie einen Präsidenten gegeben, der so viel erreicht habe im Oval Office. 

Keine «Tapes» von Trumps Gesprächen

Secret Service hat keine Aufzeichnungen gefunden
Der Sicherheitsdienst des Weissen Hauses besitzt nach eigenen Angaben keine Mitschnitte oder Abschriften der Gespräche von US-Präsident Donald Trump im Weissen Haus. Eine Überprüfung habe ergeben, dass solche Aufzeichnungen nicht existierten, sagte der Secret Service auf Anfrage der «Washington Post». 

Comey war im Mai von Trump gefeuert worden. Nach der Entlassung drohte Trump dem Ex-FBI-Chef mit angeblichen Gesprächsmitschnitten. Comey solle «besser hoffen, dass es keine ‹Aufzeichnungen› unserer Gespräche gibt», schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter – und deutete damit ominös an, dass der Inhalt dieser Gespräche nicht für ihn selbst, sondern für Comey gefährlich sein könnte. (sda)

Trump ging dann um den grossen Sitzungstisch herum und rief jeden seiner Minister auf, ein kurzes Statement abzugeben. Die Top-Mitarbeiter versuchten sich alle, mit netten Aussagen über ihren Chef zu übertreffen. «Das sind Szenen wie aus Nordkorea», schreibt die Huffington Post dazu. 

Mike Pence, Vizepräsident

«Es ist das grösste Privileg meines Lebens, als Vizepräsident einem Präsidenten zu dienen, der sein Wort an das amerikanische Volk hält und ein Team zusammenbringt, das unserer Nation echten Wohlstand und echte Veränderung bringt und den USA die Stärke zurückgibt.»

Elaine Chao, Verkehrsministerin

«Unsere Infrastruktur-Woche war ein voller Erfolg. Hunderte Menschen waren so begeistert vom Besuch des Präsidenten in der Verkehrsabteilung.»

Staabschef Reince Priebus ist massiv unter Druck, er  könnte seinen Job jederzeit verlieren. Kein Wunder, kroch er Trump gehörig in den Hintern: 

«Ich danke Ihnen für die Gelegenheit und den Segen, Ihnen und Ihrer Agenda zu dienen.»

Landwirtschaftsminister Sonny Perdue erzählte Trump von seiner letzten Reise in die Pampa: 

«Ich bin gerade aus Mississippi zurückgekommen. Sie mögen dich dort sehr.»

Handelsminister Robert Lightizer entschuldigte sich erst für die Verspätung der Pendenzenliste. Er gab einen simplen Grund an: 

«Ich bin vier Monate im Sumpf festgesteckt, den du trocken legen wirst.»

Dann beendete Trump den öffentlichen Teil der Kabinettssitzung. Als Journalisten Fragen zum ehemaligen FBI-Direktor Comey stellen wollten, antwortete der US-Präsident nicht. 

(amü)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Peking 2022 – die grösste Heuchelei der Sportgeschichte
Gibt es eine andere Idee, die so oft schon missverstanden und missbraucht worden ist wie die olympische Idee im Sport? Wahrscheinlich nicht. Der diplomatische Boykott der Spiele von Peking übertrifft alles, was es bisher an Heuchelei im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen gegeben hat.

Längst ist die Idee der modernen Olympischen Spiele im Nebel der Geschichte entschwunden. Baron Pierre de Coubertin war tief in seiner Seele wohl ein Romantiker. Es ging ihm einerseits um die Wiederbelebung des antiken Sportspektakels und andererseits um die Völkerverständigung. Unter dem Pseudonym «Georges Hohrod und Martin Eschbach» verfasste er zudem eine Ode an den Sport und wurde damit der erste Olympiasieger in der Disziplin Literatur. Der Chronist bedauert, dass es diese Disziplin seit 1948 nicht mehr gibt.

Zur Story