DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
French President Emmanuel Macron gestures as he is introduced before speaking to a joint meeting of Congress on Capitol Hill in Washington, Wednesday, April 25, 2018. Standing behind him are Vice President Mike Pence and House Speaker Paul Ryan of Wis., (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)

Emmanuel Macron lieferte vor dem US-Kongress eine grosse Show ab. Bild: AP/AP

Bromance? Macron hat Trump gerade so richtig die Stirn geboten

Emmanuel Macron hielt vor dem US-Kongress eine flammende Rede – und erhielt dafür viel Applaus.



Die ersten zwei Tage von Emmanuel Macrons Staatsbesuch bei Donald Trump waren von Nettigkeiten und gegenseitigen Sympathiebekundungen geprägt. Küsschen hier, Händchenhalten da – schnell war in den Medien von einer «Bromance» die Rede, der französische Präsident avancierte zum «Trump Whisperer». 

Diese Bilder zeigen, weshalb: 

Dass Macron jedoch nicht nur in die Vereinigten Staaten reiste, um Donald Trump Honig um den Mund zu schmieren, wurde spätestens heute Mittwoch klar. Der Franzose hielt eine Rede vor dem US-Kongress und richtete Scharfe Worte an die Adresse Trumps.

Drei Themen betonte Macron besonders. Wobei Punkt 1 die Grundlage für die beiden weiteren Anliegen bildet.

Multilateralismus 

Donald Trump ist ein Fan von bilateralen Beziehungen. Deals zwischen zwei Parteien, das mag der US-Präsident. Mit multilateralen Konstrukten kann der 71-Jährige indes wenig anfangen, auch mit der EU. Gestern meinte Trump, er würde eigentlich lieber nur mit Macron verhandeln als mit der Europäischen Union.

Im Elysée-Palast sieht man das jedoch anders. Dies machte Macron heute deutlich. «Das 21. Jahrhundert hat eine Reihe neuer Bedrohungen und neuer Herausforderungen mit sich gebracht, die sich unsere Vorfahren nie hätten vorstellen können», so der 40-Jährige. Dies erfordere mehr denn je das Engagement der Vereinigten Staaten, denn Ihre Rolle sei entscheidend gewesen für die Schaffung und Sicherung der freien Welt.

Macron warnte die USA vor zu viel Nationalismus und Isolationismus. «Die Vereinigten Staaten haben den Multilateralismus erfunden. Sie sind diejenigen, die jetzt helfen müssen, ihn zu erhalten und neu zu erfinden.» Die Antwort auf die drängendsten Probleme des 21. Jahrhunderts könne man nur in Zusammenarbeit lösen. 

Iran-Deal

Dann kam Macron auf den Iran-Deal zu sprechen, ebenfalls ein Abkommen zwischen mehreren Parteien. Gestern von Trump noch abschätzig als «Desaster» bezeichnet. 

Macron rief Trump nun zur Vernunft auf. «Wir sollten den Deal nicht aufgeben, wenn wir nicht stattdessen etwas Substantielleres haben.» «Ihr Präsident und Ihr Land», fügte Macron hinzu, «werden Ihre eigene Verantwortung in dieser Sache übernehmen müssen.»

Bis zum 12. Mai muss sich Trump entscheiden, ob die USA die Sanktionen gegen den Iran weiterhin aussetzen werden. Entscheidet sich der US-Präsident dagegen, steigen die Vereinigten Staaten de facto aus dem Atomdeal aus.

Klimawandel

Auch beim Thema Klimawandel bot Macron Trump die Stirn. Dass der US-Präsident während seiner Amtszeit das Pariser Klimaabkommen aufkündete und den Kohleabbau fördern möchte, stösst bei Macron auf wenig Verständnis. 

«Wir müssen einen reibungsloseren Übergang zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft finden», sagte er. «Denn was ist der Sinn unseres Lebens, wenn wir arbeiten und leben, den Planeten zerstören und gleichzeitig die Zukunft unserer Kinder opfern?»

Weiter sagte Macron: «Ich bin sicher, eines Tages werden die USA zurückkommen und dem Pariser Abkommen beitreten.» Und: «Lasst uns dem ins Auge sehen: Es gibt keinen Planeten B.»

Der Kongress goutierte die klaren Worte mit einer Standing Ovation und einem tosenden Applaus. 

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Kreml reagiert mit Ausweisungen auf Sanktionen

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Macrons ungewöhnliche Liebesgeschichte

Video: srf

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Wie Trump seinen Wählern über 100 Millionen Dollar abzockte

Donald Trumps Wahlkampagne verleitete Unterstützer mittels vormarkierten Checkboxen dazu, nicht nur einmalig einen Betrag zu spenden, sondern jede Woche. Über 100 Millionen Dollar wurden so gegen den Willen von Spendern generiert.

Stacy Blatt, ein 63-Jähriger aus Kansas City, lag im September letzten Jahres im Spital wegen seiner Krebserkrankung, als er sich entschied, Donald Trump 500 Dollar zu spenden. Weniger als 30 Tage später wurde sein Konto gesperrt. Als er sich nach dem Grund erkundigte, fand er heraus: Die Trump-Kampagne hatte ihm in knapp einem Monat 3000 Dollar verrechnet. Blatt, der von weniger als 1000 Dollar im Monat lebte, war pleite.

So wie Stacy Blatt erging es letztes Jahr hunderttausenden Unterstützern …

Artikel lesen
Link zum Artikel