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President Donald Trump speaks during the 2018 Ohio Republican Party State Dinner, Friday, Aug. 24, 2018, in Columbus, Ohio. (AP Photo/John Minchillo)

Trump steht in der Kritik, den verstorbenen John McCain nicht gebührend gewürdigt zu haben.   Bild: AP/AP

Shitstorm gegen Trump – wegen verstorbenem McCain



US-Präsident Donald Trump hat es einem Bericht zufolge abgelehnt, das Leben und Wirken des verstorbenen US-Republikaners John McCain in einer offiziellen Mitteilung zu würdigen. Der Präsident habe hochrangigen Beratern gesagt, er ziehe es stattdessen vor, einen kurzen Tweet zum Tod seines scharfen Kritikers zu publizieren.

FILE- This June 3, 2016, file photo shows Sen. John McCain, R-Ariz., delivering his speech titled

John McCain verstarb am vergangenen Samstag im Kreis seiner Familie.  Bild: AP/AP

Wie die «Washington Post» am Sonntag unter Berufung auf ehemalige und aktuelle Berater im Weissen Haus berichtete, hätten unter anderem Trumps Sprecherin Sarah Sanders und sein Stabschef John Kelly für eine offizielle Würdigung plädiert und McCain einen «Helden» genannt. Sanders habe am Wochenende sogar eine Endfassung einer Mitteilung für Trump fertig gestellt – die dann aber nicht veröffentlicht worden sei.

Trumps Tweet

Denn Trump zog es tatsächlich vor, kurz nach McCains Tod am Samstag eine knappe, unpersönliche Nachricht auf Twitter zu veröffentlichen. In ihr sprach er McCains Familie sein Mitgefühl aus. Würdigende Worte fand Trump nicht, auch das Weisse Haus schickte keine längere Erklärung heraus.

Auf Twitter löste Trumps Nachricht einen Sturm der Kritik aus. Andere Politiker in den USA und im Ausland reagierten dagegen mit Bestürzung und Trauer auf den Tod. McCain starb im Alter von 81 Jahren auf seiner Ranch in Arizona. Er litt an einem Gehirntumor.

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Reaktionen

Mark Corallo, ehemaliger Sprecher von Trumps Anwaltsteam, sagte laut Zeitung über Trumps Reaktion: «Es ist grässlich.» Zu einem solchen Zeitpunkt würde man von einem US-Präsidenten mehr erwarten, wenn er über den Tod eines wahren amerikanischen Helden spreche.

Fox-News-Journalist Brit Hume ist gleicher Meinung wie Corallo. Auch wenn sich McCain und Trump nicht mochten, so sollte man am Ende Feindseligkeiten beiseitelegen.

Ein User drückt seine Kritik gegenüber Trump in einem Tweet, der an die Tochter der Präsidenten gerichtet ist, aus. 

«Es ist eine Schande, dass dein Vater nicht dein Gefühl teilt. Wieso? Weil er etliche Male gegen Senator McCain verlor. 

Donald Trump sollte über sich selber beschämt sein. Selbst Melania postete eine bessere Anteilnahme.»

«Gratuliere, Trump. Sie haben alles getan, um den Kriegshelden John McCain in seinem letzten Lebensjahr zu erniedrigen.

Ihre Anteilnahme bedeutet nichts nach Ihren dummen, verleumderischen Bemerkungen.

Ich hoffe, mein 5-Jähriger wird nie wissen, wer Sie sind oder die Dinge hören, die Sie gesagt haben.»

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Empört über Trumps verhaltene Reaktion sind aber längst nicht alle. Viele seiner Anhänger sind der Meinung, dass der Präsident genau richtig reagiert hat. 

«Trump und McCain hassten sich. Sie sprachen bei jeder Gelegenheit schlecht über einander. Die Anteilnahme, die Trump sandte, war perfekt. Wir haben diesen Mann gewählt, weil er nicht ‹fake ›ist.»

«Lasst uns ehrlich sein. McCain hasste Präsident Trump so sehr und machte klar, dass er ihn nicht an seiner Beerdigung haben will. Er sagte nie etwas Positives über den Präsidenten und bot ihm bei jeder Gelegenheit die Stirn. Der Präsident sandte sein Beileid. Genug!»

(sda/dpa/vom)

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Baba 27.08.2018 23:30
    Highlight Highlight Zur exakt gleichen Zeit wie 45 hat die FLOTUS ihren eigenen Tweet zum Tod von John McCain abgesetzt. SIE dankt ihm für den Dienst an der Nation.

    Ob der Vater ihres Sohnes darüber wohl erfreut war?
    Benutzer Bild
  • einkritischer 27.08.2018 14:54
    Highlight Highlight Wir erfahren immer neue (schlechte) Seiten des US Amerikanischen Präsidenten. Leider sehen das noch immer die Mehrheit der Aerikaner selbst nicht. Schade! So kann Herr Trump weiter "wüten" mit seinen nichtpassenden Aktionen. Eine Leserin schrieb, dass er wohl lieblos aufgewachsen ist. Das könnte durchaus sein, denn er sucht noch immer in seinen (teuren) Sex-Eskapaden die Geborgenheit. Vielleicht sollte man ihm das mitteilen und ihm empfehlen, endlich zu einem guten Psychiater zu gehen, statt seinen Machtgelüsten und seinem Geltungsdrang nachzurennen.

  • Toni.Stark 27.08.2018 12:38
    Highlight Highlight Das kurze Statement genügt. Alles andere wäre heuchlerisch gewesen. Ganz im gegensatz zu allen Lobhudeleien die nun daherkommen.
  • Rim 27.08.2018 11:38
    Highlight Highlight Die Empörung entspringt wohl der Tatsache, dass Trump sich einmal mehr als stilloser Rüpel outet. Aber Hand aufs Herz: McCain und seine Familie würden wohl einen Pfifferling auf eine Würdigung von Trump geben. Zu recht: Wie sollte eine Maus einen Adler "würdigen" können. Das würde unglaublich peinlich, finde ich ;-)
  • Gummibär 27.08.2018 11:13
    Highlight Highlight Dass ein missgünstiger General Fersensporn, der seiner Dienstpflicht ausgewichen ist, die Grösse nicht aufbringt, nicht aufbringen kann, einen Kriegsveteranen der mit 4 Jahren Kriegsgefangenschaft einen hohen Preis bezahlt hat, überrascht wohl niemanden.
    Donald Trump hat es selbst deutlich gesagt. Er umgibt sich mit und ist Teil von "low life"
  • Hans Jürg 27.08.2018 10:22
    Highlight Highlight Von Trump nicht gewürdigt zu werden, ist eine sehr grosse Ehre.
  • Paddiesli 27.08.2018 10:19
    Highlight Highlight Wäre ich McCain, wollte ich Trump auch nicht an meiner Beerdigung. Ich würde es ihm testamentarisch sogar verbieten.
  • sowhat 27.08.2018 08:14
    Highlight Highlight Ich glaube McCain kann auf eine Würdigung durch Trump gut und gerne verzichten.
    • Fulehung1950 27.08.2018 09:32
      Highlight Highlight Soweit ich gelesen habe, hat er sich eine Teilnahme des Orangeblondierten an den Trauerfeierlichkeiten verbete.
    • ChiliForever 27.08.2018 09:45
      Highlight Highlight McCain kann das sicher, aber die Amerikaner?
      Trump hat leider wieder bewiesen, das er besser spalten als einen kann. Letzteres muß aber das Talent eines Präsidenten sein.
  • Vanessa_2107 27.08.2018 08:03
    Highlight Highlight Schlussendlich, was will man von einem psychopathischen, egoistischen, empathielosen Narzisten, der verm. nie Liebe empfangenn hat auch erwarten? Ihm fehlt einfach die Grösse über seinen Schatten springen zu können. Wie ihm auch sonst ganz andere, für uns total normale Dinge fehlen. Trump ist zu bedauern, im Grunde gesehen. Das Problem ist ja eigentlich nur, wie entledigt man sich dieses kranken Menschen? (und das seit Amtsbeginn).
    • Mischa Müller 27.08.2018 17:42
      Highlight Highlight Mit psychiatrischen Gutachten.
  • Trompete 27.08.2018 07:46
    Highlight Highlight Offenbar reicht es heutzutage gegen Trump zu sein, um bei einem Grossteil der Bevölkerung beliebt zu sein. Ich persönlich werde die verstörenden Aussagen zum illegalen Irakkrieg, dem Syrienkrieg und der Todesstrafe von McCain nicht vergessen. Aus meiner Sicht war er definitiv kein Held, viel eher ein Kriegstreiber.
    • Hoopsie 27.08.2018 12:51
      Highlight Highlight Darum geht es eigentlich auch nicht.

      Es geht darum, dass Trump nicht einmal nach dem Tod eines "Parteikollegen" die Grösse hat, dessen Arbeit zu würdigen, ob man sie nun geschätzt hat oder nicht. Immerhin der Bundesstaat hat McCain mehrfach gewählt. Es ist verd... nochmal die Pflicht eines Präsidenten in so einem Fall zu reagieren und die richtigen Worte zu finden. Aber sogar dafür ist dieser Präsi zu eitel und zu dumm. Alles, aber auch wirklich alles, macht dieser Kerl falsch. Eine Schande, wer immernoch zu ihm steht.
    • Markus86 27.08.2018 13:08
      Highlight Highlight Agree. The Intercept hat die "durchwachsene" Bilanz von McCain zusammengefasst. https://theintercept.com/2017/07/27/john-mccain-fake-maverick-horrible-record/
    • Trompete 27.08.2018 14:29
      Highlight Highlight @Sportfan: Ja, dieser Umstand ist auch aus meiner Sicht nicht erklärbar.
      ABER: McCain hat als starker Kritiker von Trump enorm viel Sympathien bei der Presse gesammelt, welche nun McCain grösstenteils als grossen Mann, ja sogar als Helden darstellen. Kritische Berichte wie jener von Markus86 sind spärlich, gerade im deutschsprachigen Raum. Dieser Umstand stört mich persönlich wesentlich mehr.
  • lilie 27.08.2018 07:13
    Highlight Highlight Ich habe nun einen Blick erhascht auf die Seele der Trumpanhänger, deren Weltsicht mir bisher verschlossen war: Sie sehen in Trump einen gewöhnlichen Mann, einer wie sie, der halt angefeindet wird und deshalb auch keine Notwendigkeit sieht, höflich oder sogar anständig zu sein.

    Dass er sich selbst die Feinde schafft, weil er NIEMANDEN mit Respekt behandelt, haben sie übersehen.

    Aber es reicht nun mal nicht, dass irgendein Dahergelaufener Präsident wird. Da muss schon jemand her, der eben gerade mehr Anstand und Integrität besitzt als der Durchschnitt.

    Die USA hat genau das Gegenteil getan.

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