International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Eine Gefangene erscheint vor einem US-Gericht ohne Hosen – die Richterin kann's nicht fassen



Bild

«Ist das echt?» – die Reaktion dieser Richterin sorgt für einen viralen Hit.   bild. screenshot/youtube

Richterin Wolf traut ihren Augen kaum, als die Angeklagte am vergangenen Freitag im Gerichtssaal erscheint. Abgesehen von einem T-Shirt scheint die junge Frau nichts zu tragen. Im Gespräch mit der Richterin erklärt sie, dass sie seit drei Tagen im Gefängnis sitze, ohne dass sie Gefängniskleidung erhalten habe. Auch sei ihr der Zugang zu Hygieneprodukten verweigert worden.

Wolf ist sichtlich geschockt. «Bitte? Das ist unerhört. Ist das echt?». Die Richterin am Jefferson District Court in Louisville greift zum Telefon und stellt die Gefängnisleitung zur Rede. 

Bild

bild: screenshot/youtube

«Es tut mir ausserordentlich Leid, Ich will sie nicht in Verlegenheit bringen», entschuldigt sich Wolf bei der Angeklagten. Die Frau musste vor Gericht antraben, weil sie bei einem Resozialisierungsprogramm wegen Ladendiebstahls geschwänzt hatte.

«Können wir ihr irgendwas zum Anziehen geben? Irgendwas, irgendwas, irgendwas. Es ist mir egal, was.»

«Ich behalte sie hier, bis sie angemessen bekleidet ist, um ins Gefängnis zurück zu gehen. Das ist unerhört.»

«Was zur Hölle läuft hier eigentlich?»

In den sozialen Netzwerken wird die Reaktion der Richterin gefeiert. 

Bild

Bild

Bild

Gegenüber der Washington Post sagte der stellvertretende Gefängnisdirektor, dass es üblich sei, Gefängnisinsassen erst ab einer Haft von mehr als 72 Stunden mit Gefängniskleidung auszustatten. Ansonsten lasse man sie in den Kleidern, mit denen sie gekommen sind.

Die Vorwürfe, dass der jungen Frau Hygieneprodukte verweigert worden seien, wies der Direktor zurück. Es gebe in den Schlafräumen des Gefängnisses eine «Vielzahl» von Hygieneprodukten und es sei nicht erwiesen, dass sie [die Frau] überhaupt um irgendwas gebeten habe.

Anstelle der geforderten 75 Tage Haft verurteilt die Richterin die Frau zu einer Busse von 100 Dollar. Am Ende entschuldigt sie sich noch einmal bei der jungen Frau.

«Dass sie sich im Strafvollzug befinden, ist Ihre Schuld. Der Rest ist absolut unmenschlich und es tut mir unglaublich Leid, dass Sie das durchmachen mussten.» 

(wst)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Trump schürt weiter Zweifel an Machtübergabe

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

14
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Thanatos 02.08.2016 20:37
    Highlight Highlight Das ist das Resultat, wenn auch Gefängnisse vom Kapitalismus gesteuert werden...
  • lilie 02.08.2016 20:07
    Highlight Highlight Mir hat der Schlusssatz der Richterin gefallen: "Dass Sie sich im Strafvollzug befinden, ist Ihre Schuld. (...) Der Rest ist absolut unmenschlich, und es tut mir leid, dass Sie das durchmachen mussten".

    Sowas nenne ich diffetentiertes Denken (und Handeln).

    Es scheint in den USA (und anderswo auch) Usus zu sein, Gefangene als Menschen zweiter Klasse zu behandeln.

    Ich finde das daneben.

    Wenn jemand was angestellt hat, muss er dafür büssen, das ist klar. Aber es geht nicht an, solche Menschen in ihrer Würde zu verletzen!
  • Asmodeus 02.08.2016 14:24
    Highlight Highlight Erster Gedanke: "Muss ein privat geführter Knast gewesen sein"

    Googeln hat nichts ergeben, aber dafür mehr Infos über das Louisville Metro Corrections.

    Im April wurden dort Gefangene in Turnhallen untergebracht, respektive in einem illegalen Gefängnis aus den 50er Jahren.

    Die Zustände in amerikanischen Gefängnissen sind ein absoluter Witz. Aber nicht verwunderlich wenn man bereits für Drogenbesitz in der Nähe einer Schule für mehrere Jahre in den Bau wandern kann.

    http://www.wdrb.com/story/32317827/metro-corrections-to-house-inmates-in-gyms-because-of-overcrowding
    • Scaros_2 02.08.2016 15:41
      Highlight Highlight Noch als Zusatz: Viele Polizisten in Amerika unterlaufen einer Quote "Leute ins Gefängnis" zu bringen. Will heissen das wegen solchen Vorschriften die Handlung jemanden in den Knast zu stekcen deutlich grösser ist als hier. Gäbe es so was nicht würden auch weniger in den Knast wandern.
    • Charlie Brown 02.08.2016 21:09
      Highlight Highlight @Scaros: In den USA schicken die Polizisten die Leute ins Gefängnis? Mann, mann, mann... Ich dachte, die hätten da auch schon Gerichte? So kann man sich täuschen.
  • Marco Rohr 02.08.2016 14:22
    Highlight Highlight Wahrscheinlich ein Fake, aber gute Reaktion der Richterin.
    • Fabio74 02.08.2016 14:58
      Highlight Highlight Eherdaily business in der US-Gefängnis-Industrie
  • Maragia 02.08.2016 14:21
    Highlight Highlight 75 Tage Haft für Ladendiebstahl? Die spinnen doch die Amerikaner. Obwohl teilweise etwas härtere Strafen bei uns auch nicht schlecht wären.
    • Asmodeus 02.08.2016 15:25
      Highlight Highlight Das Problem bei härteren Strafen ist, dass sie oft nicht abschrecken sondern mehr Gewalt fördern.

      In den USA gibt es oft die 3-Strike-Regel. Das heisst bei 3 "schweren" Verbrechen landet man automatisch lebenslänglich im Knast.

      Wenn ich also schon 2 mal gesessen habe, werde ich beim dritten Mal eher auf Polizisten oder Unschuldige schiessen. Ich bekomme so oder so lebenslänglich wenn sie mich erwischen.

      Auch weil die Definition von "schweres Verbrechen" in den USA sehr sehr flexibel ist.
    • Toerpe Zwerg 02.08.2016 16:31
      Highlight Highlight http://countercurrentnews.com/2015/07/supreme-court-strikes-down-unconstitutional/
    • Ton 02.08.2016 17:55
      Highlight Highlight Diese scharfe Bestrafung stammt aus der Clinton Regierung. Geworben dafür hat Hillary damals mit Ausdrücken wie "Super predators" und "We have to bring them to heel", in Bezug auf schwarze Jugentdliche. Ich weiss, ich trolle etwas mit all dem Wahlkampf Zeugs, aber interessant ist es doch. :-D
    Weitere Antworten anzeigen

Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in der Schweiz und der internationale Vergleich

Die Corona-Pandemie wütet weiter. Die Neuansteckungen steigen auch in Schweizer Kantonen erneut. Hier findest du alle relevanten Statistiken und die aktuellen Corona-Fallzahlen von Corona-Data und dem BAG zur Schweiz sowie im internationalen Vergleich.

Das Coronavirus hält die Schweiz weiterhin in Atem. Die Zahl der Neuansteckung steigt in den unterschiedlichen Kantonen seit dem August wieder und viele sprechen bereits von einer zweiten Corona-Welle in Europa und in der Schweiz.

Damit du den Überblick über die sich stetig verändernde epidemiologische Lage behältst, zeigen wir dir hier alle relevanten Statistiken zu den Neuansteckungen, Positivitätsrate, Hospitalisierungen und Todesfällen in den Schweizer Kantonen sowie im internationalen …

Artikel lesen
Link zum Artikel