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Das wird Trump stinken – Werbung mit seinem Kritiker lässt bei Nike die Kassen klingeln

26.09.2018, 11:4826.09.2018, 12:17

Die umstrittene Werbekampagne mit dem Football-Spieler und Trump-Kritiker Colin Kaepernick macht sich für den Adidas-Rivalen Nike offenbar bezahlt.

«Wir haben in Nordamerika sogar schneller als wir erwartet haben wieder ein starkes, nachhaltiges Wachstum erreicht»
Nike-Finanzchef Andrew Campion

Nachforschungen von Thomson Reuters zufolge trieb die Kampagne die Verkäufe aber zeitweise um rund 60 Prozent nach oben. Analysten zufolge punktet Nike mit der Kampagne genau bei der Kern-Zielgruppe in den USA.

Nike-Werbung mit Colin Kaepernick in New York.
Nike-Werbung mit Colin Kaepernick in New York.Bild: AP/AP

Schneller als erwartet gewachsen

Im laufenden Quartal, in dem die Werbung mit dem früheren NFL-Star an den Start ging, werde der Umsatz voraussichtlich wie bereits in den vergangenen drei Monaten in einer Grössenordnung von neun Prozent zulegen, teilte der weltgrösste Sportartikel-Hersteller am Dienstag mit.

«Wir haben in Nordamerika sogar schneller als wir erwartet haben wieder ein starkes, nachhaltiges Wachstum erreicht», sagte Finanzchef Andrew Campion nach Vorlage der Zahlen. Die neue «Just Do It»-Werbekampagne habe starken Widerhall gefunden, betonte Nike-Chef Mark Parker.

Colin Kaepernick (mitte), der ehemalige Quarterback der San Francisco 49ers hatte 2016 eine landesweite Debatte ausgelöst, als er aus Protest gegen Polizeigewalt und Rassismus gegen Afroamerikaner beim Erklingen der Nationalhymne im Stadion auf die Knie ging.
Colin Kaepernick (mitte), der ehemalige Quarterback der San Francisco 49ers hatte 2016 eine landesweite Debatte ausgelöst, als er aus Protest gegen Polizeigewalt und Rassismus gegen Afroamerikaner beim Erklingen der Nationalhymne im Stadion auf die Knie ging.Bild: AP/AP

Boykottaufrufe sorgten Anleger

Die Verpflichtung des von US-Präsident Donald Trump scharf kritisierten Football-Spielers als Werbeträger hatte Anleger zuletzt nervös gemacht. Der ehemalige Quarterback der San Francisco 49ers hatte 2016 eine landesweite Debatte ausgelöst, als er aus Protest gegen Polizeigewalt und Rassismus gegen Afroamerikaner beim Erklingen der Nationalhymne im Stadion auf die Knie ging.

Ihm schlossen sich weitere Spieler an. Die Praxis wurde von Trump wiederholt scharf kritisiert. Nach Bekanntgabe von Kaepernicks Werbetätigkeit bei Nike kam es im Internet zunächst zu Boykott-Aufrufen.

Einigen stiess der Werbedeal derart sauer auf, dass sie sogleich ihre Nike-Produkte vernichteten und zum Boykott aufriefen. Auf Social Media kursierten brennende Nike-Schuhe und zerschnittene Socken.

Kernzielgruppe mit Kampagne erreicht

Die Werbung mit Kaepernick stärke das respektlose und rebellische Image des Sportunternehmens, hatten einige Experten bereits vorausgesagt. Nike wirbt mit dem Zitat, «Glaube an etwas. Auch wenn es bedeutet, alles zu opfern.» Der frühere NFL-Star hat keinen Vertrag mehr bei einer der 32 Mannschaften des Football-Verbandes NFL.

«Glaube an etwas. Auch wenn es bedeutet, alles zu opfern.»
«Glaube an etwas. Auch wenn es bedeutet, alles zu opfern.»Bild: AP/Twitter

Im Ende August abgelaufenen ersten Geschäftsquartal trieb der auf rund zehn Milliarden Dollar gestiegene Umsatz auch den Gewinn um 15 Prozent auf 1.1 Milliarden Dollar nach oben. Nike-Aktien gerieten nach Börsenschluss dennoch zunächst unter Druck. Analysten zeigten sich unter anderem enttäuscht darüber, dass Nike trotz der erfolgreichen Werbekampagne die Prognosen für 2019 unverändert liess. (whr/awp/sda/reu)

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3 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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AfterEightUmViertelVorAchtEsser___________________
26.09.2018 12:15registriert August 2017
Vielleicht gingen die Umsatzzahlen wegen den Trump-Anhängern hoch, die sich extra Nike-Schuhe kauften, um sie zu verbrennen.

🤔
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