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Alicia Vikander, die neue Lara Croft, war in Zürich am ZFF und blendete uns

epa06234496 Swedish actress Alicia Vikander (2-R) gives autographs at the 13th Zurich Film Festival (ZFF) in Zurich, Switzerland, 29 September 2017. The festival runs from 28 September to 08 October 2 ...
So sieht der typische Zürcher Alicia-Vikander-Fan aus.Bild: EPA/KEYSTONE

Die neue Lara Croft ist gar keine Giraffe! Und: Deshalb stinken Filmkritiker am ZFF

Alicia Vikander bringt am Zurich Film Festival (ZFF) alles zum Erblassen, besonders Wohngemeinschaften.
30.09.2017, 13:3214.11.2017, 13:41
Simone Meier
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Liebe Wohngemeinschaften, die ihr jetzt noch unschuldige Träume von einer Zukunft in der Zuckerwatte des Glamours habt – vergesst es! Denn so erfolgreich wie eine ganz bestimmte Schweden-WG werdet ihr niemals werden. Und das kam so: Ein paar Schwedinnen zogen zusammen nach London in eine winzig kleine Wohnung, in deren Küche so viele Schädlinge hausten, dass die Küchentür so gut wie immer geschlossen blieb. Eine der Schwedinnen ist Schauspielerin, die andern sind Musikerinnen. Alle wollen Karriere machen und tun's auch. Musikalisch kommt dieser Hit dabei heraus:

Icona Pop: «I Love It»

Und filmisch dieser Superstar, die neue Lara Croft mit dem Photoshop-Giraffenhals:

alicia vikander lara croft tomb raider photoshop giraffenhals wtf action games https://pbs.twimg.com/media/DKBJS2oUQAAzkje.jpg
Bild: twimg.com

Alicia Vikander also. Ein Name, der gewiss vom harten, goldfarbenen Kandiszucker kommt ... Oder wie die «Schweizer Illustrierte» einmal schwärmte:

 «Alicia Amanda Vikander: Schon der Name klingt nach Rundungen und Kanten, nach Wildheit und Sanftheit, nach Energie und Eigensinn. Und dann der Blick, der einem all dies entgegen zu schleudern scheint.»
Quelle: «Schweizer Illustrierte»

Aber kommen wir zur Sache: Alicia Vikander war in Zürich. Wenige Stunden lang, sie liess ihren Hinflug nach hinten legen und sagte kurzerhand alle Interviews ab, was ein bisschen unanständig war, aber auch verständlich.

Denn, so zeigte das schöne Wetter am ZFF wieder ganz betrüblich: Wenn sich der Filmkritiker mal aus der dunklen Höhle des Kinos hinausbewegt und ein Sonnenstrahl auf ihn fällt, beginnt er mit wenigen Ausnahmen sofort zu stinken. Wahrscheinlich ist es der Verwesungsgeruch der allmählich abgeschafft werdenden Feuilletons.

epa06235048 Swedish actress/cast member Alicia Vikander poses on the Green Carpet before the screening of 'Euphoria' during the at the 13th Zurich Film Festival (ZFF) in Zurich, Switzerland, ...
Her Graciousness am Freitagabend in Zürich.Bild: EPA/KEYSTONE

Für die Fans dagegen plauderte A.V. im vollen Filmpodium über Kindheit und Karriere, über die Sucht nach rosa Tutus, die sie als Vierjährige entwickelte, was in einer Profiausbildung zur Ballerina gipfelte, die ihr jetzt wiederum als Lara Croft zu Gute kam. Ballett, so beweist sie, ist die beste Grundlage für protofeministische Kampfbräute. 

Und wie entwarf sie ihre Rolle als verführerische Roboterfrau Ava in «Ex Machina»? «Ich wollte ihre Bewegungen nicht mechanisch machen, sondern geschmeidig, vollkommener. Ein Mensch 2.0, erhaben, einfach ein bisschen besser als wir.» Ein Ballett-Roboter also. Den besten Trick gegen Paparazzi, erzählt sie, lernte sie von Keira Knightley beim Dreh zu «Anna Karenina»: «Keira kam jeden Tag in den gleichen Kleidern zum Dreh. Sie sagte: ‹So fotografieren sie dich nicht. Immer der gleiche Pulli ist für die völlig uninteressant.›» Das merken wir uns.

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Eddie Redmayne und Alicia Vikander in «The Danish Girl».Bild: AP/Focus Features

Bei «Anna Karenina» war es auch, dass in A.V. plötzlich das Bedürfnis erwachte, Produzentin zu werden: «Ich spielte eine Szene mit einer Kollegin und dachte plötzlich: Oh mein Gott, das ist das erste Mal in vier Filmen, dass ich eine Szene mit einer Frau spiele.» Damals war sie 24, und die Idee, eine Produktionsfirma zu gründen, die Frauen vor und hinter der Kamera fördert, war geboren. Nachdem sie 2016 ihren Oscar für ihre Rolle als Frau des Mannes, der zur Frau wird, in «The Danish Girl» gewonnen hatte, ging sie mit Vikarious Productions («vicarious» heisst «stellvertretend») an die Öffentlichkeit. In Zürich stellte sie nun den ersten Film vor, den sie als Produzentin verantwortet.

Der Film heisst «Euphoria». Sagen wir so: Ich war drin, die Euphorie blieb draussen.

In «Euphoria» diskutierten Menschen in einem Hippie-Hospiz im Wald, ob das Leben erst wertvoll werde, wenn man mit dem Tod rechnen müsse. Ich schlief ein und träumte irgendwas über Hugh Hefner. Als ich erwachte, dachte ich: Oh! Gleich gibt's eine Sexszene zwischen A.V. und Eva Green, die schöne Schwestern mit grossen Problemen spielen! Gab's aber nicht, dafür Sterbehilfe. Es war deprimierend in seiner Banalität und ein esoterischer Riesenblödsinn. 

«Euphoria» Alicia Vikander
Alicia Vikander und Eva Green in «Euphoria».Bild: ZFF

Zum Kino kam A.V. übrigens so: Als sie ein Frühteenie war, tuschelten ihre Mutter und deren Freundinnen über den intellektuellen Sadomaso-Film «Die Klavierspielerin» von Michael Haneke. Heimlich schlich sich A.V. ins Kino. Und verknallte sich sofort in die verstörende und verstörte Isabelle Huppert und deren Kunst. Genau das wollte sie auch. Doch zuerst tanzte sie noch ein paar Jahre lang Ballett und spielte in ihrer Freizeit ganz zufrieden «Tomb Raider».

Abgesehen von ihrem Anfängerinnen-Versagen als Produzentin war die Frau, die jetzt gerade in unseren Kinos in «Tulip Fever» (der Film soll grottenschlecht sein) aufs Brutalste von Christoph Waltz terrorisiert wird und privat eine gewiss wundervolle und beneidenswerte Beziehung mit dem Schauspieler Michael Fassbender führt, ein holder Traum, eine frische Brise. Und von jeder Seite so schön, dass wir multipel geblendet von dannen gingen.

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6 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Luca Brasi
30.09.2017 16:53registriert November 2015
Sind es eigentlich nur die männlichen Filmkritiker, die stinken? *Curious George mode off*
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