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Italiens Innenminister Matteo Salvini hat in letzter Zeit mit seinen fremdenfeindlichen Aussagen für Aufsehen gesorgt.
Italiens Innenminister Matteo Salvini hat in letzter Zeit mit seinen fremdenfeindlichen Aussagen für Aufsehen gesorgt.Bild: EPA/ANSA

Italiens und Maltas Innenminister streiten sich wegen Flüchtlingen auf Twitter 

01.07.2018, 02:5401.07.2018, 08:39

Ein Rettungsschiff mit 59 Flüchtlingen an Bord ist auf dem Weg nach Spanien. Nachdem Italien und Malta das Schiff zurückwiesen, erhielt es die Genehmigung zum Anlegen in Barcelona, wie die Hilfsorganisation Proactiva Open Arms am Samstagabend erklärte.

Dort werde es voraussichtlich am Mittwoch eintreffen. Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte zuvor auf Facebook und Twitter erklärt, das Schiff habe die Migranten innerhalb der libyschen Sicherheitszone aufgegriffen.

«Der nächstgelegene Hafen ist Malta, die Organisation und die Flagge des Schiffes sind spanisch», schrieb der Politiker der fremdenfeindlichen Lega-Partei. «Sie können es vergessen, in einen italienischen Hafen einzulaufen.»

Maltas Innenminister Michael Farrugia schrieb daraufhin auf Twitter, die Flüchtlinge seien im Gebiet zwischen Libyen und der italienischen Insel Lampedusa gerettet worden. «Hören Sie auf, nicht korrekte Informationen zu verbreiten und grundlos mit dem Finger auf Malta zu weisen.»

Italienische Häfen zu

Salvini wirft den im Mittelmeer kreuzenden Schiffen von Hilfsorganisationen vor, Schlepper dabei zu unterstützen, Flüchtlinge nach Europa zu bringen. Am Freitag hatte er gesagt, die italienischen Häfen würden «den ganzen Sommer über» für Hilfsorganisationen geschlossen bleiben.

Italiens neue Regierung hatte bereits in den vergangenen Wochen Hilfsschiffe mit Flüchtlingen abgewiesen, auch Malta hatte das Rettungsschiff «Aquarius» mit 630 Flüchtlingen an Bord zurückgewiesen. Am Mittwoch hatte Malta ein Hilfsschiff der deutschen Organisation «Lifeline» dagegen im Hafen von Valletta anlegen lassen.

Hilfsorganisationen geben nicht auf

Proactiva Open Arms erklärte, die Organisation werde trotz der zahlreichen «Hürden» daran festhalten, «das Leben unsichtbarer Menschen zu retten». «Ihre Berichte über das, was sie in Libyen erlebt haben, sind erschreckend», erklärte die Organisation. Hilfsorganisationen zufolge werden Flüchtlinge in Libyen unter unmenschlichen Bedingungen in Lagern untergebracht und sind häufig Opfer von Gewalt, Vergewaltigungen und Sklaverei.

Die EU-Staaten haben sich bei ihrem Gipfel am Donnerstag und Freitag auf eine verstärkte Abwehr von Flüchtlingen an den Aussengrenzen geeinigt. Sie wollen zudem Migranten in Aufnahmezentren ausserhalb der EU unterbringen. (sda/afp)

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