Migration
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epa06809960 Italian Interior Minister Matteo Salvini holds a press conference in Genoa, Italy, 15 June 2018. There are 'cynical and irresponsible' French officials pushing back migrants at the border at Ventimiglia, Salvini said on 15 June, using terms attributed to French President Emmanuel Macron about Italy's rejecting a migrant ship last weekend. 'From the premier's summit in France I expect respect and concrete help. At Ventimiglia the cynical and irresponsible ones are over the border,' he said as Premier Giuseppe Conte met Macron in Paris on the day.  EPA/LUCA ZENNARO

Italiens Innenminister Matteo Salvini hat in letzter Zeit mit seinen fremdenfeindlichen Aussagen für Aufsehen gesorgt. Bild: EPA/ANSA

Italiens und Maltas Innenminister streiten sich wegen Flüchtlingen auf Twitter 



Ein Rettungsschiff mit 59 Flüchtlingen an Bord ist auf dem Weg nach Spanien. Nachdem Italien und Malta das Schiff zurückwiesen, erhielt es die Genehmigung zum Anlegen in Barcelona, wie die Hilfsorganisation Proactiva Open Arms am Samstagabend erklärte.

Dort werde es voraussichtlich am Mittwoch eintreffen. Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte zuvor auf Facebook und Twitter erklärt, das Schiff habe die Migranten innerhalb der libyschen Sicherheitszone aufgegriffen.

«Der nächstgelegene Hafen ist Malta, die Organisation und die Flagge des Schiffes sind spanisch», schrieb der Politiker der fremdenfeindlichen Lega-Partei. «Sie können es vergessen, in einen italienischen Hafen einzulaufen.»

Maltas Innenminister Michael Farrugia schrieb daraufhin auf Twitter, die Flüchtlinge seien im Gebiet zwischen Libyen und der italienischen Insel Lampedusa gerettet worden. «Hören Sie auf, nicht korrekte Informationen zu verbreiten und grundlos mit dem Finger auf Malta zu weisen.»

Italienische Häfen zu

Salvini wirft den im Mittelmeer kreuzenden Schiffen von Hilfsorganisationen vor, Schlepper dabei zu unterstützen, Flüchtlinge nach Europa zu bringen. Am Freitag hatte er gesagt, die italienischen Häfen würden «den ganzen Sommer über» für Hilfsorganisationen geschlossen bleiben.

Italiens neue Regierung hatte bereits in den vergangenen Wochen Hilfsschiffe mit Flüchtlingen abgewiesen, auch Malta hatte das Rettungsschiff «Aquarius» mit 630 Flüchtlingen an Bord zurückgewiesen. Am Mittwoch hatte Malta ein Hilfsschiff der deutschen Organisation «Lifeline» dagegen im Hafen von Valletta anlegen lassen.

Hilfsorganisationen geben nicht auf

Proactiva Open Arms erklärte, die Organisation werde trotz der zahlreichen «Hürden» daran festhalten, «das Leben unsichtbarer Menschen zu retten». «Ihre Berichte über das, was sie in Libyen erlebt haben, sind erschreckend», erklärte die Organisation. Hilfsorganisationen zufolge werden Flüchtlinge in Libyen unter unmenschlichen Bedingungen in Lagern untergebracht und sind häufig Opfer von Gewalt, Vergewaltigungen und Sklaverei.

Die EU-Staaten haben sich bei ihrem Gipfel am Donnerstag und Freitag auf eine verstärkte Abwehr von Flüchtlingen an den Aussengrenzen geeinigt. Sie wollen zudem Migranten in Aufnahmezentren ausserhalb der EU unterbringen. (sda/afp)

Mehr als 5000 Schiffbrüchige im Mittelmeer gerettet

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    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 01.07.2018 14:08
    Highlight Highlight Italiens späte Reaktion ist absolut nachvollziehbar. Punkt.

    Die Schiffe der den Schleppern zudienenden NGOs, welche auch nicht gefährdete Bootsinsassen „retten“ und nach Europa shippern, sollten in den Anrainerstaaten beschlagnahmt, gegen die Betreiber juristisch vorgegangen werden.

    Nun hat nach Marokko, Tunesien und Algerien heute auch Ägypten solche Zentrallager auf ihrem Territorium kategorisch abgelehnt (Quelle : Teletext SF von heute).

    Bleibt das verarmte Griechenland, das eh schon von Migranten, die in Parks nächtigen, überschwemmt ist.

    Nun sei EU-Kandidat Albanien im Gespräch 🙄!
  • Tikvaw 01.07.2018 12:08
    Highlight Highlight Wer wird "die Mauer" wohl als erstes fertig gebaut haben, die USA oder EU? Ich hoffe Donald wäre beim letzteren Fall nicht beleidigt, sonst erhöht er noch die Zölle auf IKEAs Flüchtlings-Hütten.
  • nödganz.klar #161 01.07.2018 09:58
    Highlight Highlight In vielen Jahren werden unsere Enkel uns fragen, warum wir nichts gegen die tausenden Toten im Mittelmeer unternommen haben. Sie werden fragen, warum wir Afrikas Rohstoffe ausgebeutet haben, brutale Landlords und Regimes unterstützt haben und warum uns die Illusion vom eigenen Reichtum daran gehindert hat, humanitär und nachhaltig zu helfen. Wir sitzen im Elfenbeinpalast Europa, und verweigern aus Egoismus und Angst, hilfsuchenden Menschen den Zutritt. Eine Lösung für das Problem habe ich nicht, aber es tut mir weh, ungewollt ein Teil dieser humanitären Katastrophe zu sein.
  • G.Oreb 01.07.2018 09:19
    Highlight Highlight Das ist alles viel zu schrecklich und für uns garnicht wirklich fassbar.

    Aufgefallen sind mir die weissen Anzüge auf den Hifsschiffen. Wieso haben die Helfer Schutzanzüge an? Kann das jemand erklären? Geht es da um Krankheiten welche bei uns kein Thema sind und wir deshalb keinen natürlichen Schutz haben oder wofür sind die?
  • N. Y. P. D. 01.07.2018 07:05
    Highlight Highlight Die EU-Staaten haben sich auf eine verstärkte Abwehr von Flüchtlingen an den Aussengrenzen geeinigt. Sie wollen Migranten in Aufnahmezentren ausserhalb der EU unterbringen.

    Man könnte auch sagen : Die EU hat kapituliert. Sie kann die Flüchtlinge nicht mehr aufnehmen. Die EU hat keine Antworten auf die Flüchtlingsströme.

    Und die Zukunft :
    Sobald der Klimawandel anfängt zu wirken, werden Millionen Menschen den Weg in den Norden suchen. Und die EU wird mit dem Militär die Grenzen dicht machen.
    • FrancoL 01.07.2018 09:03
      Highlight Highlight Hast Du denn eine klare Antwort für die Flüchtlingsströme oder schreibst Du einfach gerne Kommentare?
      Die Auffanglager ausserhalb der EU-Grenzen sind eine Antwort, für mich eine falsche, aber immerhin eine Antwort.
      Sie ist falsch weil sie nicht realisiert werden kann und solche Auffanglager mehr als nur gefährdet sind. Die Lösung war und ist die Länder vor Ort zu befrieden und deren Entwicklung zu fördern. Dazu braucht es einen Schulterschluss der Länder die die Ausbeutung vor Ort zu verantworten haben.
    • Hierundjetzt 01.07.2018 11:03
      Highlight Highlight Frontex ist schon seit geraumer Zeit in der Subsahara aktiv. Die EU hat dort Büros, Grenzschützer und Flottenstützpunkte der Küstenwache in Senegal, Mali, Tschad, Niger, Sudan und Eritrea.

      Zudem wird Hilfsgelder mit Migrationsbekämpfung verknüpft. DAS ist der Grund das immer weniger kommen.

      Ob das auf Dauer die Lösung ist? Ich weis es nicht. Die Alternative (keine Frontex in der Subsahara) ist dagegen politisch nicht mehr mehrheitsfähig durchführbar.
    • reaper54 01.07.2018 11:49
      Highlight Highlight Die Bevölkerung von Afrika wächst auch in extremem Tempo und das obwohl sie sich nicht selbst ernähren kann. Die hilfsorganisationen unterstützten diesen Prozess in der Vergangenheit. Europa kann und soll nicht alle aufnehmen und/oder durchfuttern.
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