Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Militaer Pilot auf dem Flug zu der Unfallstelle der abgestuerzten F/A-18 auf dem Sustenpass, aufgenommen am Mittwoch, 31. August 2016. Beim Absturz eines F/A-18-Kampfjets im Sustengebiet ist der Pilot ums Leben gekommen. Der Berufsmilitaerpilot wurde am Mittwochmorgen an der Absturzstelle identifiziert, wie das Verteidigungsdepartement (VBS) mitteilte. Beim Opfer handelt es sich um einen 27-jaehrigen Piloten der Schweizer Luftwaffe, wie das VBS weiter schreibt. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Ein Pilot der Schweizer Luftwaffe im Cockpit. Bild: KEYSTONE

Schneller ins Cockpit: Die Schweizer Luftwaffe verkürzt Piloten-Ausbildung um zwei Jahre

Wer Pilot der Schweizer Luftwaffe werden will, kommt zukünftig schneller zu seinem Traumberuf. Neu dauert die Ausbildung nur noch fünf statt sieben Jahre – der theoretische Teil fällt weg. Das passt nicht allen.



Über 300 junge Männer und Frauen bewerben sich jedes Jahr bei der Schweizer Luftwaffe – sie wollen Pilot oder Pilotin werden. Auf die wenigen, die die Eignungsprüfung bestehen, wartete bisher eine sehr lange Ausbildung. Sieben Jahre dauerte es bis zum vollwertigen Kampfjet- oder Helikopter-Piloten. Doch: Das war einmal.

Die Führung der Schweizer Armee hat entschieden, die Ausbildung um zwei Jahre zu verkürzen und umzustrukturieren. Und zwar beinahe ab sofort: Bereits jene, die im September ihre Ausbildung beginnen, werden nur noch fünf Jahre ausgebildet. Die Verkürzung erfolgt komplett zulasten der theoretischen Ausbildung. Bislang musste jeder zukünftige Militärpilot drei Jahre Aviatik an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) studieren – eine akademische Ausbildung, die zukünftig wegfällt.

«Die Luftwaffe reagiert auf die sich wandelnden Bedürfnisse der Jugendlichen, um auch zukünftig genügend motivierte junge Schweizerinnen und Schweizer für den Beruf der Militäraviatik zu begeistern», schreibt Armeesprecherin Delphine Allemand auf Anfrage von watson. Anders ausgedrückt: Wer heute Pilot werden will, möchte möglichst schnell im Cockpit sitzen und abheben.

«Die Luftwaffe braucht die Piloten in ihrem besten Alter. Studieren können sie auch nachher noch.»

Thomas Hurter, SVP-Nationalrat – früherer Kampfjetpilot und heutiger Fluglehrer

Von einem Nachwuchsproblem will die Luftwaffe zwar nichts wissen. Die Anzahl Bewerber sei in den letzten zehn Jahren stabil geblieben, so Allemand. Es gebe nach wie vor ein grosses Interesse an der Luftfahrt

Die verkürzte Ausbildung ist in erster Linie wohl vor allem für die Armee selber attraktiv. Oder wie es Thomas Hurter, Nationalrat der SVP und früher selber Kampfjetpilot, formuliert: «Wer Pilot werden will, muss ins Cockpit und nicht seine besten Jahre, in denen er körperlich am leistungsfähigsten ist, mehrheitlich auf der Schulbank verbringen. Die Luftwaffe braucht die Piloten in ihrem besten Alter. Studieren können sie auch nachher noch.»

Denn vielfach würde bereits ab dem 35. Lebensjahr die körperliche Leistung eines Piloten abnehmen, so Hurter, der in der Schweizer Armee Aufgaben als Fluglehrer wahrnimmt.

Auch GLP-Nationalrat Beat Flach begrüsst den Entscheid. Der Vergleich mit anderen Ländern zeige, dass eine Ausbildung von fünf Jahren durchaus genüge. Zweifel hegt SP-Nationalrätin Priska Seiler Graf, die wie Flach und Hurter in der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats sitzt. «Ein Kampfjet ist immer mit mehr Technologie ausgestattet. In dem Wissen habe ich gewisse Zweifel, ob es geschickt ist, bei der theoretischen Ausbildung zu sparen.»

Die Armee selber verneint, dass durch die Änderung zukünftig schlechtere Piloten den Steuerknüppel in der Hand halten. Ganz im Gegenteil: Die Armeesprecherin spricht von einem qualitativen Mehrwert. Denn durch den Wegfall der akademischen Ausbildung hätten nun auch zukünftige Helikopterpiloten die Möglichkeiten, umfassendere Erfahrungen im Schulflugzeug PC7 zu sammeln.

Die Anforderungen, der Auswahlprozess und die Offiziersausbildung zukünftiger Piloten blieben in der heutigen Form bestehen. Auch die Gesamtkosten bleiben nach Angaben der Armee «etwa gleich», wobei sich die Investitionen in die Piloten jedoch schneller auszahlten.

«Ein abgeschlossenes Studium ist sicher eine gute Voraussetzung, um später mehr Verantwortung zu übernehmen.»

Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

«Ein akademisches Studium ist keine Voraussetzung für gute fliegerische Fähigkeiten», heisst es auch an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, an der die zukünftigen
Armeepiloten bisher studierten. Ein abgeschlossenes Studium sei aber sicher eine gute Voraussetzung, um später mehr Verantwortung zu übernehmen. 

Der Aviatik-Studiengang an der ZHAW ist durch den Wegfall der zukünftigen Armeepiloten nicht gefährdet. Rund 90 Personen schreiben sich jedes Jahr neu für den Studiengang ein, der sich mehrheitlich an zukünftige Ingenieure richtet. Darunter waren bisher jeweils zwischen fünf und 16 Militärfluganwärter der Luftwaffe.

Du möchtest Pilot werden? Dann ist Flugangst suboptimal

Play Icon

Video: watson

Auch Tiere stehen im Dienst des Staates

Das könnte dich auch interessieren:

7 ausgefallene Punsch-Rezepte, die du diesen Winter unbedingt ausprobieren solltest!

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

In diesem Land wohnt nur ein einziger Schweizer. Wir haben mit ihm gesprochen

Link to Article

Brennende Leichen und blühender Aberglaube – ein Besuch in Indiens heiligster Stadt

Link to Article

Miet-Weihnachtsbäume sind in Hipster-Hochburgen in – doch die Sache hat einen Haken

Link to Article

So läuft das Weihnachtsessen mit den Arbeitskollegen ab. Immer. Jedes Jahr. Die Timeline

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Knatsch im Bundesrat? Das zähe Ringen um die Schlüsseldepartemente

Link to Article

Herzschmerz pur! 15 Leute erzählen, wie sie vom Seitensprung ihres Partners erfuhren

Link to Article

«Meine 20 Jahre ältere Affäre erniedrigt mich»

Link to Article

Über Zürich fliegen jetzt die Viren-Drohnen

Link to Article

Doch noch geeinigt! 30 Minuten vor Ablauf der Deadline rief Nylander in Toronto an

Link to Article

Der Super-Beau, der in weniger als 15 Minuten alles verkackt!

Link to Article

Welche dieser absolut dämlichen Studien gibt es tatsächlich?

Link to Article

7 Duschmomente, die uns (vermutlich) allen bekannt vorkommen 

Link to Article

Viva la nonna! – weshalb ich mega Fan vom neuen Jamie-Oliver-Buch bin (dazu 5 Rezepte)

Link to Article

Nach SBI-Niederlage: Jetzt beginnt der nächste Streit in der Aussenpolitik

Link to Article

«Es war alles ein verdammter Fake»: Schweizer Adoptiveltern packen aus

Link to Article

Ade Pelz: Schweizer zeigen Canada Goose die kalte Schulter

Link to Article

Queen Ariana Grande singt sich mit neuem Song auf den YouTube-Thron 👀

Link to Article

Du regst dich über die Migros-Suppe auf? Dann kennst du diese Gender-Produkte noch nicht!

Link to Article

Wutbürger nehmen Grossrätin wegen Baby ins Visier– und so reagiert der Grossvater 

Link to Article

Netflix killt die nächste Superhelden-Serie

Link to Article

Die Weihnachtswünsche dieser alten Leute sind so bescheiden, dass es dir das Herz bricht

Link to Article

Warum die Chinesen die Amerikaner im KI-Wettrennen schlagen werden

Link to Article

11 Dinge, die du schon immer von einem orthodoxen Juden wissen wolltest

Link to Article

Führerscheinentzug nach 49 Minuten – so witzelt die Polizei über den «Tagesschnellsten»

Link to Article

Das Sexismus-Dinner des FC Basel sorgt weltweit für Schlagzeilen

Link to Article

Diese 13 Bilder zeigen, wieso «Doppeladler» völlig zu Recht das Wort des Jahres ist

Link to Article

Jetzt ist es da! Das geilste Polizeiauto der Schweiz

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

21
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sheez Gagoo 12.08.2017 17:10
    Highlight Highlight Ich finde es wichtig, dass sie lernen höher zu fliegen als die hiesigen Berge. Viele Unfälle liessen sich so vermeiden.
    • Unclemitch 12.08.2017 20:59
      Highlight Highlight Haha... Richtig
  • rodolofo 12.08.2017 10:11
    Highlight Highlight Aber werden dann nicht noch mehr Schweizer Militärflugzeuge abstürzen?
    Wollen die mit vollendeten Tatsachen den Druck zu Neubeschaffungen von Düsenjets erhöhen?
  • Silas89 12.08.2017 06:29
    Highlight Highlight Theorie wird ganz allgemein überbewertet. - Bei mir auf jeden Fall. Ich lerne am effizientesten, indem ich es einfach mal versuche.
    • Unclemitch 12.08.2017 21:00
      Highlight Highlight Dann versuch doch einfach mal eine F18 zu fliegen... Klappt bestimmt 😉
    • Silas89 13.08.2017 06:11
      Highlight Highlight Im Simulator kann ja nichts passieren 😉
  • pamayer 12.08.2017 03:43
    Highlight Highlight BRAVO! alle reden vom sparen, unsere Armee macht was.

    Chirurgen können mittels japanischen Scherenschnitten die wichtigsten Schnitte lernen. Biologie reicht auch noch mit 50.

    Priester können das wichtigste an ihren kleinen Geschwistern üben, den Rest, so wissen wir, gibt ihnen der Herr im Schlaf.

    Lehrer müssen einen Crash Kurs im Zeugnis unterschreiben absolvieren und sich ansonsten auf die Prügelstrafe verlassen.

    Und Mütter sollten vor allem den Bauch regelmässig einölen, und ganz wichtig: die Zigarettenasche nicht in's Weinglas abschnippen. Geht fast nicht mehr aus.

    So spart man gut.

    • Midnight 12.08.2017 11:24
      Highlight Highlight Der mit den Scherenschnitten klappt sicher 😉😂😂😂😂
  • spotterlifestyle 12.08.2017 00:41
    Highlight Highlight Ist schon lange bekannt...
  • 7immi 11.08.2017 22:07
    Highlight Highlight mal schauen wie es sich bewährt. das aviatikstudium vermittelte den angehenden piloten viel hintergrundwissen technischer und betrieblicher art. wissen, das sicher nützlich ist, allerdings die ausbildungsqualität nicht zwingend verschlechter, sofern man das gewonnene jahr sinnvoll einsetzt, was aber scheinbar geplant ist.
  • metall 11.08.2017 21:35
    Highlight Highlight Das ist vernünftig, sonst wären die letzten Flieger kaputt bevor die Piloten ausgebildet sind.
  • Thanatos 11.08.2017 21:10
    Highlight Highlight Da die technische Ausrüstung immer wie komplexer wird, gewinnt die praktische Ausbildung an Bedeutung. Aber ob das nötige theoretische Wissen auf diesem Weg auch übermittelt werden kann, das kann ich nicht beurteilen.
    • Eine_win_ig 11.08.2017 22:00
      Highlight Highlight Thanatos: Die Berufsmilitärpiloten absolvierten einen Bachelor in Aviatik https://www.zhaw.ch/de/engineering/studium/bachelorstudium/aviatik/#c326
      Der Studienonhalt ist zwar (auch) auf Linienpilot ausgelegt, bringt aber nicht viel im Vergleich zur praktischen Ausbildung. Zudem gibt es auch heute schon BMP die z.B einen Master an der ETH abschlossen und somit fast den ganzen Teil Studium weglassen konnten. Hoffe hat dir ein wenig geholfen :)
  • moedesty 11.08.2017 21:03
    Highlight Highlight es gibt 300 freiwillige jedes jahr die freiwillig im falle eines krieges in einen blechflieger einsteigen und riskieren abgeknallt zu werden.

    oder es gibt 300 freiwillige die genau wissen dass sie nie im erstfall fliegen müssen und ihr hobby als job haben werden.
    • spotterlifestyle 12.08.2017 00:40
      Highlight Highlight Beides ist wahr ;-)
      Spreche aus Erfahrung
  • Buganer 11.08.2017 19:34
    Highlight Highlight Find ich unbedenklich, da die ja nur zu Bürozeiten fliegen.
    • Miikee 11.08.2017 20:45
      Highlight Highlight Der Witz ist langsam so was von ausgelutscht.
    • Calvin Whatison 11.08.2017 21:41
      Highlight Highlight Merci @Mikee 👍🏻
    • Mia_san_mia 12.08.2017 03:01
      Highlight Highlight Jep, den haben wir jetzt gehört.
  • Ass 11.08.2017 19:22
    Highlight Highlight Die Unfälle nehmen zu und nun....

    Mal wieder am falschen Ort gespart. Aber die Apéros müssen halt finanziert werden.
    • Mia_san_mia 12.08.2017 03:02
      Highlight Highlight Haha so ein Seich 😄

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

Mitglieder der Revolutionären Jugend Bern schreiben auf Facebook, sie hätten sich in Paris ein Bild der Bewegung machen können, das «sehr positiv und motivierend» ausfalle. Darunter publizieren sie ein Foto eines brennenden Autos. 

Auch die Zürcher Sektion der Bewegung berichtet von …

Artikel lesen
Link to Article