Das Einbruchswerkzeug, das zwei Journalisten vom «Kassensturz» für ihren Test verwendeten, hat einen Wert von bescheidenen 100 Franken. Es braucht lediglich einen Funkstreckenverlängerer und einen Empfänger und schon ist es – wie der SRF-Bericht zeigt – ein Kinderspiel, Autos mit Keyless-System zu knacken. Fahrzeuge also, bei denen die Tür aufspringt, sobald sich der Besitzer mit dem Schlüssel in der Tasche in der Nähe aufhält.
«Die Kommunikation zwischen Auto und Schlüssel funktioniert mit Funksignal. Dieses kann man mit Geräten ganz einfach abfangen. Man macht dem Auto vor, der Schlüssel sei ganz in der Nähe, innert Sekunden ist es gestohlen.»
Erich Schwizer vom Touring Club Schweiz
Erich Schwizer vom TCS im SRF-Interview.bild: screenshot srf
So funktioniert's: Der Autobesitzer bewegt sich von seinem parkierten, abgeschlossenen Auto weg. Dieb A befindet sich in der Nähe des Besitzers, der den Schlüssel in der Tasche trägt. Mit dem angesprochenen Funkstreckenverlängerer verstärkt Dieb A das Funksignal des Schlüssels zu Dieb B. Dieser gaukelt dem Auto mit seinem Empfänger vor, der Schlüssel befinde sich in seiner unmittelbaren Nähe – und schon ist die Türe offen. Das beste Alarmsystem der Welt ist hier keine Hilfe.
«Wenn ein gestohlenes Auto wieder gefunden wird, hat es keinerlei Einbruchspuren. Unter Umständen muss sich der Bestohlene bei der Versicherung dafür rechtfertigen.»
Erich Schwizer vom TCS
Mit diesem Trick hat der Touring Club Schweiz gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) über 100 Automodelle geknackt. Vom Kleinwagen bis zur Luxuskarosse war alles dabei.
«Wir empfehlen solche Keyless-Systeme nicht.»
Erich Schwizer vom TCS
Kurios bei der ganzen Sache ist zudem, dass Autohändler Keyless-Systeme an Autos als zusätzlichen Komfort anpreisen – was gemäss dem «Kassensturz» des Schweizer Fernsehens schnell einige hundert Franken mehr kostet.
«Es ist ein Wettlauf der Technologien. Wer ist schneller? Der Hersteller oder der, der mit krimineller Energie versucht, ein Auto zu entwenden?»
Andreas Burgener, Direktor Auto Schweiz
Andreas Burgener rechtfertigt sich.bild: screenshot srf
Im Interview mit «Kassensturz»-Moderatorin Kathrin Winzenried widerspricht Andreas Burgener, Direktor von Auto Schweiz, den Vorwürfen, wonach Keyless-Systeme besonders einfach zu knacken seien: «Autos kommen sicher nicht schneller weg, verglichen mit der Zeit, als man noch normale Schlüssel hatte.» (rst)
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Die beliebtesten Kommentare
hifish
22.03.2017 01:18registriert Dezember 2015
Zum glück will niemand meinen Keyless-KIA klauen 😃
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