Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Hört auf, mich mit Nachrichten zu bombardieren. bild: shutterstock / Bearbeitung lea senn

Kommentar

Ich lösche WhatsApp – und alle sind schockiert 

Nichts davon geht ohne WhatsApp: Verabredungen, Flirten, Freundschaftspflege. Ich versuche es trotzdem – und empöre damit mein Umfeld. 



Eine Milliarde Menschen nutzen WhatsApp jeden Tag – und verschicken dabei 55 Milliarden Nachrichten. Fällt WhatsApp mal zwei Stunden aus, dreht das Internet durch. Ich hingegen verliere meine Nerven, wenn die Messenger-App mich mit Nachrichten überschüttet.

Eine Studie besagt: Alle 13 Minuten trifft durchschnittlich eine neue WhatsApp-Nachricht ein. Bei mir sind es bis zu 100 neue Nachrichten am Tag. 

In besagten Nachrichten geht es nicht darum, das nächste Treffen zu vereinbaren oder wichtige Informationen zu teilen. Vielmehr tauschen sich meine Freunde und Familienmitglieder in diversen Gruppen-Chats über ihr Abendmenü oder das neuste herzige Katzenvideo aus. Konkretes Beispiel gefällig? Eine Freundin teilt fröhlich mit: «Ich habe gestern ein neues T-Shirt gekauft!» Zum gleichen Zeitpunkt schickt meine Grossmutter im Familien-Chat ein Foto des neu gepflückten Blumenstrausses.

Nun könnte ich zwar die WhatsApp-Chats auf stumm schalten. Doch das Wissen darum, dass mich konstant zig Nachrichten erreichen, lässt mich nicht ruhen. Es könnte ja was Wichtiges sein. 

Ein solches Telefon bitte: Kleiner Mensch hält mein Traumobjekt. bild: screenshot youtube

Meine Finger prickeln, wenn ich ein paar Stunden nicht auf das grüne Logo klicke. Sehe ich dann die 50 eingegangenen Nachrichten vor mir, bringt mir das dennoch keine Erleichterung. Ich kriege Kopfweh. WhatsApp und mich verbindet eine Hassliebe.

Deshalb habe mich entschieden, mit WhatsApp Schluss zu machen. Seit Donnerstag, 4. Januar 2018, lebe ich abstinent. Soll heissen, ich bin nur noch per SMS oder Telefon erreichbar. Mindestens ein paar Wochen will ich durchhalten. Das soll mir helfen, abzuschalten. 

Wenn die Schockwelle einbricht

Zuvor warnte ich meine Lieblingsmenschen und Gruppenchat-Gspänli mit einer Standard-Nachricht:

«Hallo, ich lösche WhatsApp für eine Weile. Bin aber per SMS oder Telefon erreichbar. Grüessli»

Da brach die Schockwelle über mich ein: 

«Das kann ja nicht wahr sein. Warum?» 😱😱😱 

«Ist etwas passiert?» 😦😦😦

«Das geht doch nicht! Wie willst du denn jetzt kommunizieren?» ⁉️⁉️⁉️

«Geht es dir nicht gut?» 😰😰😰

Solche Nachrichten erhielt ich kurz darauf in Scharen – genau das, was ich vermeiden wollte. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Ich musste mich rechtfertigen. Weil ich auf eine App verzichte. Was soll das? Seit wann ist WhatsApp zur gesellschaftlichen Pflicht geworden?

Ich bin nicht die Einzige, die so denkt. Digital-Detox ist immer verbreiteter. Inzwischen gibt es sogar digitale Entschlackungskuren. «Disconect to reconnect» so das Credo.

bild: facebook / the digital DETOX

Geeks sagen es uns sowieso seit Jahren: WhatsApp ist des Teufels. Auch wenn sie dafür andere Gründe als ich geltend machen. Doch trotz der Warnungen drehen die Wenigsten dem Messenger-Dienst den Internetzugang ab. 

Eine SMS zu schreiben oder anzurufen, scheint für viele Menschen gar keine Option mehr zu sein. Das musste ich nun am eigenen Leib erfahren. 

Seit ich kein WhatsApp mehr habe, erhalte ich kaum noch Nachrichten. Keiner meiner Freunde schreibt SMS. 

So wartete ich kürzlich 30 Minuten an einer Haltestelle auf meine Freundinnen. Im Chat hatten sie ihre Verspätung angekündigt und das Treffen auf später verlegt. Dass ich als Einzige diese Nachrichten nicht mehr sah, hatten sie vergessen. 

Könntest du auf WhatsApp verzichten?

Ausserdem erreichte mich die Einladung zur Einweihungs-Party einer Kollegin nicht und scheinbar auch die Nachrichten einer Freundin, die mich am Wochenende spontan besuchen wollte. 

Mein Umfeld lebt sein WhatsApp-Leben weiter – ohne mich. 

Bitte sei einfach keiner dieser Selfie-Typen!

Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Lya Saxer

Das bedeuten die Haken bei WhatsApp wirklich

Alles, was du über WhatsApp wissen musst

Diese WhatsApp-Tricks kennt (noch) kaum jemand

Link zum Artikel

WhatsApp lanciert neue Status-Funktion – das musst du wissen

Link zum Artikel

So einfach lässt sich die WhatsApp-Sperre fürs massenhafte Weiterleiten umgehen

Link zum Artikel

9 simple WhatsApp-Kniffe, die nicht jeder kennt

Link zum Artikel

7 Tipps und Tricks zu WhatsApp im Web, die nicht nur iPhone-Nutzer kennen müssen

Link zum Artikel

Das sind die besten WhatsApp-Tricks für Android- und iPhone-User

Link zum Artikel

Ab sofort kannst du in WhatsApp deinen Freunden den Stinkefinger zeigen

Link zum Artikel

Mit diesen 6 Tricks wird dein WhatsApp besser

Link zum Artikel

Ohalätz, WhatsApp gibt deine Handy-Nummer ab sofort an Facebook weiter

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

3 Hauptargumente der KVI-Gegner auf dem Prüfstand

Der Kampf um die Konzernverantwortungsinitiative (KVI) tobt unerbittlich. Dabei argumentieren die Gegner auch mit Vorwürfen, die sich bei genauerer Betrachtung als falsch herausstellen. Drei Argumente im Prüfstand.

Im Abstimmungskampf zur KVI gehen die Wogen hoch. Ja-Fahnen zieren jeden zweiten innerstädtischen Balkon, die Initianten machten diese Abstimmung zur teuersten aller Zeiten. Auf der anderen Seite werden die Initianten auf Facebook in einer Verleumdungskampagne als «linke Krawallanten» verunglimpft und Ueli Maurer wird «bei der Arroganz, die hinter dieser Initiative steckt, fast schlecht».

So hart die Bandagen in diesem Kampf sind, so knapp wird wohl auch das Ergebnis werden. Momentan liegen …

Artikel lesen
Link zum Artikel