Schweiz
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HANDOUT - Kabelbinder, Tape, eine alte Armeepistole und Stricke, welche beim Taeter im Vierfachmord Rupperswil sichergestellt worden sind, werden am Freitag, 13. Mai 2016 an der Medienkonferenz der Aargauer Polizei und Staatsanwaltschaft praesentiert. Der Vierfachmord vom 21. Dezember 2015 im aargauischen Rupperswil ist geklaert. Die Polizei hat den mutmasslichen 33-jaehrigen Taeter gefasst. Hinter der Tat stehen finanzielle und sexuelle Motive, wie die Staatsanwalt und Polizei vor den Medien mitteilten. Am 21. Dezember 2015 wurden in einem Einfamilienhaus in Rupperswil AG eine 48-jaehrige Frau, deren Soehne im Alter von 13 und 19 Jahren sowie die 21-jaehrige Freundin des aelteren Sohnes brutal getoetet. Die Opfer waren mit Kabelbindern gefesselt. Sie wiesen Stich- oder Schnittverletzungen auf. Ein vorsaetzlich gelegter Brand im Haus der Familie sollte die Spuren verwischen. (KANTONSPOLIZEI AARGAU) *** NO SALES, DARF NUR MIT VOLLSTAENDIGER QUELLENANGABE VERWENDET WERDEN ***

Der Inhalt des Rucksacks, den die Polizei bei der Hausdurchsuchung bei Thomas N. in Rupperswil gefunden hat: Waffe, Klebeband, Fesselutensilien.
Bild: KAPO AG

Partner der getöteten Mutter von Rupperswil: «Es ist unglaublich, dass man Spuren hat, diese aber nicht verwenden darf.»

Der Lebenspartner der ermordeten Carla Schauer, Georg M., spricht in der «Rundschau». Er fordert, dass das Gesetz für DNA-Profilerstellung gelockert wird. Der Aargauer Polizei war es nicht erlaubt, aus den gefundenen DNA-Spuren ein Profil des mutmasslichen Täters beispielsweise mit Haar und Augenfarbe zu erstellen.



146 Tage Angst: Die Chronologie des Vierfachmords von Rupperswil

Knapp eine Woche nachdem die Polizei die Verhaftung des Rupperswiler Vierfachmörders Thomas N. bekannt gegeben hat, äussert sich der Lebenspartner von Carla Schauer öffentlich zu Wort.

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Georg M. verfolgt mit der Rundschau die Pressekonferenz, an der über die Festnahme des Täters informiert wird. streamable

In der «Rundschau» vom Mittwoch kritisiert Georg M. die strengen Gesetze, an die sich Ermittler im Umgang mit gefundener DNA halten müssen. 

Gemäss dem DNA-Profilgesetz ist es den Ermittlern nicht erlaubt, aus an Tatorten gefundener DNA ein Profil derer Träger zu erstellen, das beispielsweise auf Haar-, Haut-, oder Augenfarbe sowie Geschlecht schliessen lasse. 

Georg M. in der Rundschau: «Die Aargauer Polizei hat das Beste gemacht. Ich denke aber, mit einer DNA-Analyse hätte man schneller vorankommen können. Da sind in der Schweiz die Möglichkeiten wegen des Datenschutzes sehr beschränkt. Und das ist natürlich ein Skandal. Gelinde gesagt.»

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Georg M. ist überzeugt: Mit einem DNA-Profil hätten die Ermittler den Täter schon früher gefasst. 
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Der Mord an seiner Partnerin und ihren Söhnen werde ihn noch ein Leben lang begleiten, so Georg M. in der Rundschau. 
streamable

Gesetz soll gelockert werden

Georg M. hat in einem Brief an Justizministerin Simonetta Sommaruga betont, wie wichtig es sei, dass das DNA-Profil-Gesetz abgeändert werde. Denn sonst werde unnötig Geld für die Ermittlungen ausgegeben, während die Lösung auf dem Tisch liege. 

In ihrer Antwort an Georg M. stellt die Bundesrätin nun die entsprechende Gesetzesänderung in Aussicht. Eine Motion, die ebenfalls die DNA-Profilerstellung fordert, wurde vom Nationalrat bereits gutgeheissen und kommt nun in den Ständerat

In den Niederlanden ist ein entsprechendes Gesetz gelockert worden, nachdem ein Staatsanwalt in einem ungelösten Mordfall noch unerlaubterweise ein DNA-Profil des Täters erstellen liess, das zur Ergreifung des Täters, einem Holländer führte. (thi)

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36
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Röbu2 19.05.2016 19:05
    Highlight Highlight Wenn das mit dem Verbot des DNA-Profils so stimmt, dann muss man sich doch sehr über diese schludrige Legifierung wundern. Einmal mehr ein Schuss in den eigenen Fuss. Unbegreiflich...
  • Gino Brenni 19.05.2016 12:30
    Highlight Highlight Die oberste Bildlegende spricht noch von einem "mutmasslichen" Täter. Irgendwie verwirrend.
  • goschi 19.05.2016 09:22
    Highlight Highlight Es gibt gute Gründe, wieso nicht alles, was möglich ist gemacht wird.
    zB. Rasterfahndung ist auch sehr effektiv, aber es wird eben nicht gemacht, was hier gefordert wird.

    So lange bei solchen Analysen die Fehler-/Unsicherheits quote hoch ist müssen wir sowieso gar nicht darüber reden, denn die Gefahr falsche zu beschuldigen ist zu hoch.

    Abgesehen davon, Betroffene sollten nie Gesetze machen, denn sie sind nicht objektiv, der Gesetzgebungsprozess hat aber zwingend sachlich-objektiv zu erfolgen.
  • blueberry muffin 19.05.2016 08:28
    Highlight Highlight Naja so wie in CSI wirds auch dann nicht funktionieren.
  • NumeIch 19.05.2016 07:46
    Highlight Highlight DNA Analysen sind aber auch gefährlich und eine weitreichende Nutzung verringert unsere Privatsphäre. Zudem in diesem Fall wissen wir, dass die Profiler das Täterprofil ziemlich exakt bestimmt haben. Eine DNA Analyse war gar nicht nötig.
    • Tilman Fliegel 19.05.2016 17:31
      Highlight Highlight Aber er hat weitere Straftaten geplant. Das zeigt auch, dass eine Methode die zu seiner schnelleren Ergreifung geführt hätte durchaus angebracht gewesen wäre.
  • dommen 19.05.2016 00:02
    Highlight Highlight Und nur mal so als Randbemerkung: Ganz so einfach, wie man sich das vorstellt, sind diese Analysen nicht und die statistische Aussagekraft ist je nach Analysekriterium nicht gerade der Hammer. Bei der Vorhersage von Augen- und Haarfarbe ist man sehr gut dran, wenn man eine Undicherheit von 30% erreicht...
  • JUMBOPILOT 747 19.05.2016 00:00
    Highlight Highlight Aber wenn man an einem Tatort ein altes Samichlaus Bart-Haar findet, werden auch viele Samichläuse vielleicht zu unrecht verdächtigt.
  • Theor 18.05.2016 20:31
    Highlight Highlight Der Datenschutz ist sowieso der moderne Spielball der Politik. Geht in Europa eine Bombe hoch, wird nach Lockerung geschrien. Kommt ein Snowden oder eine NSA aus ihrem Versteck, dann wird nach härteren Datenschutzrichtlinien geschrien. Ein Grund, weshalb ich mich im Studium nie für den Bereich begeistern konnte und auch nicht dort arbeiten will. Das Datenschutzrecht ist keine durchdachte Rechtsmaterie, sondern Stammgast auf der politischen Agenda. Und mit sowas professionell arbeiten zu müssen, ist sehr frustrierend.
  • Froggr 18.05.2016 20:16
    Highlight Highlight Wo ist das Problem, wenn man die DNA eines 4-fachen Mördes untersucht. Der hat es sich nun wirklich verbockt. Hört auf Gutmenschen zu spielen, das bringt in diesem Fall nichts.
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 18.05.2016 20:39
      Highlight Highlight Das schlimme ist, wie Sie das Wort Gutmenschen gebrauchen! Synonym ist das dann in Ihrem Sprachgebrauch auch mit Linken... dafür könnte es Gründe geben warum man es bisher nicht durfte. Vielleicht weil die Gefahr bestand, dass zu viele Unschuldige verdächtigt werden. Glauben Sie mir, wenn es sinnvolle Argumente gibt, es heute zu nutzen, sind die sogenannten Gutmenschen sicher nicht das Hinderniss.
    • Froggr 18.05.2016 21:51
      Highlight Highlight Wenn man die DNA eines Unschuldigen untersuchen würde, weiss man ja nachher, dass er nicht schuldig ist oder? Das ist ja eigentlich das Ziel erreicht ner Untersuchung.
    • Pius C. Bünzli 19.05.2016 00:44
      Highlight Highlight Na klar, denn in der DNA gibt es ein schuld protein welches man nur bei Mördern findet. Ausserdem ist eine Haar oder Augenfarbenbestimmung aufgrund einer DNA Probe eine sehr unsichere Sache.

      P.s. Gutmensch ist ja nichts negatives
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gigle 18.05.2016 18:55
    Highlight Highlight Da versteht aber jemand nicht sonderlich viel von Genetik, wenn er denkt man kann aus der DNA ein komplettes Täterprofil erstellen.
    • Pianovilla 18.05.2016 19:25
      Highlight Highlight Sorry, aber dann verstehen SIE nicht viel von Genetik. Man kann anhand einer DNS-Struktur sehr wohl Profile erstellen, zum Beispiel Haarfarbe, Augenfarbe, Ethnie etc. Was erwarten Sie? Dass der DNS Scanner den Namen und die Adresse ausspuckt?
    • Katsumi8 18.05.2016 23:13
      Highlight Highlight Gigle hat aber recht. Die DNA kann uns nur sagen welchen Genotyp ein Individuum hat. Jedoch kann ein Genotyp verschiedene Phänotypen ausbilden und der Phänotyp bestimmt unser aussehen. Somit kann mit dem Genotyp nicht mit Sicherheit auf das Aussehen geschlossen werden. Also hört doch alle auf, über Genetik zu sprechen, wenn ihr keine Ahnung habt.
    • Marco Rohr 18.05.2016 23:42
      Highlight Highlight Nicht mit Sicherheit ausschliessen reicht ja immerhin schon mal aus, um den Täterkreis mit hoher Wahrscheinlichkeit einzuschränken. Und das ist schon sehr sehr viel.
    Weitere Antworten anzeigen
  • walsi 18.05.2016 18:51
    Highlight Highlight Wer dann das Pech hat, dass er auch blonde Haare und blaue Augen hat kommt dann mal in Untersuchungshaft. Nach ein paar Tagen wird er wieder nachhause geschickt weil er unschuldig ist. Dann ist aber sein Leben ruiniert, er hat den Job verloren, sein Kinder erleben ein Spiessrutenlaufen in der Schule usw. Diese Person kann also nur noch umziehen und hoffen, dass sie an einem neuen Ort ein neues Leben aufbauen kann.
    • Charlie Brown 18.05.2016 19:59
      Highlight Highlight @walsi: Du widerholst dich, diesmal einfach mit DNA statt mit Handydaten. Zutreffender wird es damit nicht.
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 18.05.2016 20:41
      Highlight Highlight Weil man die DNA des Täter hatte, könnte man das rasch aus der Welt schaffen ohne ein Leben zu zerstören. Einfach rasch Probe abgeben und gut ist es.
    • walsi 18.05.2016 20:50
      Highlight Highlight @Charlie Brown: Eine ehemalige Arbeitskollegin sass für drei Wochen in unschuldig in U-Haft. Das einzige was als Haftgrund herhalten musste, dass sie mit einem anderen Verdächtigen Kontakt hatte. Daher bin ich ein bisschen sensibilisiert. Zu ihrem Glück sah das unser Chef locker, wenn man das so sagen kann. Ich bin mir aber nicht sicher, dass jeder Arbeitgeber so verständnisvoll wäre.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stachanowist 18.05.2016 18:38
    Highlight Highlight Schwierig... Verstehe den Vater, aber wegen einem Fall die ganze Gesetzgebung zu ändern, halte ich für problematisch. Erinnert mich an die Reaktionen von Frankreich, USA etc. auf Terroranschläge.
    • Froggr 18.05.2016 20:10
      Highlight Highlight Aber wer weiss, was ohne die neuen Sicherheitsbestimmungen nach den Terroranschlägen passiert wäre? Darum: Vorsorge ist besser als Nachsorge.
    • Fabio74 19.05.2016 06:51
      Highlight Highlight @Froggr: Die Namen der Attentäter waren bekannt. Hätten die Geheimdienste zusammenbgearbeitet anstatt nur Daten zu sammeln, hätte man den Anschlag vermutlich verhindern können. 100% Sicherheit gibts nicht im Leben. Dementsprechend müssen wir nicht sämtliche Freiheiten und die Privatsphäre aufgeben.
  • Yakari_ 18.05.2016 18:29
    Highlight Highlight Es gibt auch einen sehr guten grund für die striktheit dieses gesetzes. Wenn mit so einem täterprofil gearbeitet werden darf, verlaufen die ermittlungen zu sehr in eine richtung und die offene ermittlung wäre stark beinträchtigt.
    Wird man eimal beschuldigt und passt ins täterprofil kommt man kaum mehr heraus, was verheerende folgen haben kann.
    • Madison Pierce 18.05.2016 19:05
      Highlight Highlight Ein Verdächtiger müsste eine DNA-Probe abgeben und wäre dann sehr schnell entlastet.
    • Charlie Brown 18.05.2016 20:01
      Highlight Highlight Joint, DNA? Zusammenhang?
    • Charlie Brown 18.05.2016 20:56
      Highlight Highlight Es geht ja nicht um deine DNA sondern die am Tatort gefundene. Also könnte allenfalls der letzte Kiff des Täters nachgewiesen werden.

      Was du meinst, sind Massentests. Aber darum gehts hier im Artikel nicht.

Die drei wichtigsten Punkte aus dem Interview mit SVP-Chef Albert Rösti

«Der Chef der SVP, Albert Rösti, nimmt im Interview mit dem SonntagsBlick» unter anderem Stellung zur grossen Niederlage seiner Partei in den Wahlen vom Oktober und erklärt seine Position zum Angriff der Grünen auf einen Bundesratssitz. Wir haben für euch die wichtigsten Aussagen des Interviews herausgepickt:

Albert Rösti räumt im Interview ein, dass seine Partei im Wahlkampf Fehler gemacht hat. Vor allem mit der Klimapolitik hatten einige Kantone zu kämpfen. Namentlich nennt Rösti die …

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