Schweiz
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«Nein zur Giesskanne», «Zuwarten verboten»: Das schreibt die Presse zum AHV-Nein

So kommentieren ausgewählte Schweizer Medien das Nein zur AHV-Vorlage. Hart ins Gericht gehen die Autoren besonders mit Innenminister Alain Berset. 



«Aargauer Zeitung»

«Es braucht eine ehrliche Reform»

«Der geschwächte Sozialminister Alain Berset, ironischerweise zwei Tage vor der Abstimmung vom Bundesrat in seinem Departement bestätigt, steht vor einer Herkulesaufgabe. Dass es nun schnell eine neue Vorlage braucht, bestreitet kaum jemand. Allen ist klar: Je länger man wartet, umso teurer wird es. Nötig ist nicht nur eine schnelle, sondern auch eine ehrliche Reform. Ohne Schlaumeiereien. Zur Ehrlichkeit gehört auch, den Menschen zu erklären, dass wir künftig länger arbeiten werden.»

NZZ

«Jetzt muss das Rentenalter steigen»

«Der Plan, die erste und die zweite Säule in einem grossen Wurf gemeinsam zu stabilisieren, hat sich als untauglich erwiesen. Die Vorlage war zu kompliziert, überladen, in den Folgewirkungen kaum mehr abschätzbar und vor allem mit einer zu grossen Anzahl von Mängeln befrachtet, so dass sie aus unterschiedlichen Richtungen angreifbar war und sich so die Motive für die Ablehnung kumulierten. (...) Nun liegt der Ball ganz klar bei der bürgerlichen Mehrheit im Parlament. (...) Die Stimmberechtigten sind durchaus in der Lage, der Notwendigkeit eines höheren Rentenalters ins Auge zu sehen. Es gibt keinen Grund, diese Debatte länger aufzuschieben.»

«Tages-Anzeiger»/«Bund»

«Den Preis zahlen die Erwerbstätigen»

Bei der AHV sind die Bundesratsparteien zum Erfolg verdammt. Mit jedem Jahr des Zuwartens verschärft sich die Finanzlage. Einen Bankrott der AHV wird sich die Schweiz nicht leisten wollen. Doch bei der beruflichen Vorsorge droht der Stillstand Gesetz zu werden. Zwar geloben die Sieger, sie wollten die Rentenkürzungen, die ein tieferer Umwandlungssatz bewirkt, mit höheren Altersgutschriften ausgleichen. Doch den Vorschlag der FDP wird die Wirtschaft wegen der Kosten nicht akzeptieren. Und die Linke will keinen Franken mehr in die zweite Säule leiten. Den Preis für diese Blockade zahlen die Erwerbstätigen, die weiterhin mit ihren Beiträgen die Bezüge der Rentner mitfinanzieren.

Basler Zeitung

«Niederlage verdient»

«Das ist eine Niederlage, die Alain Berset (SP) verdient hat. Nie hat ein Bundesrat eine Vorlage derart offensiv, wenn nicht aufdringlich vertreten. (...) Eine linkspopulistische Vorlage, wo man das für wenig intelligent gehaltene Volk mit 70 Franken Bestechungsgeld zum Ja verlocken wollte, ist vom gleichen Volk zurückgewiesen worden. (...) Nein, danke, heisst das im Volksmund, zurück an den Absender. Dafür wird Bundesrat Berset bezahlt, wesentlich besser als die meisten, die nun Nein gestimmt haben.»

«Blick»

«Gewinner haben noch nicht gewonnen»

«Noch immer müssen die Pensionskassen mehr auszahlen, als sie sich eigentlich leisten können. Beides wird sich nach dem Nein nicht ändern. Jetzt ist FDP-Chefin Petra Gössi am Zug. Mit der neuen Mehrheit im Bundesrat kann sie eine reine Kürzungsvorlage durchboxen. Doch die Stunde der Wahrheit kommt erst danach. Sie muss beweisen, dass das Volk beim Plan B mitzieht. Denn nur mit einem Ja dürfen sich die Gewinner von heute tatsächlich als Sieger fühlen. Sonst tragen sie die Verantwortung dafür, dass unsere Altersvorsorge in eine noch viel grössere Schieflage gerät.»

«St.Galler Tagblatt»/«Luzerner Zeitung»

«Ein Nein zur Giesskanne»

«Damit das Dossier rasch deblockiert werden kann, muss insbesondere die CVP über die Bücher. Die Mittepartei hat sich unter ihrem neuen Präsidenten Gerhard Pfister ohne Not ins Schlepptau der Linken begeben und im Parlament ein Projekt durchgedrückt, das offenbar kein tragfähiger Kompromiss war. Jedenfalls hat die Partei dafür eine schallende Ohrfeige erhalten. Dieses Nein war also weder ein schlecht informiertes, noch ein egoistisches. Es war ein Entscheid gegen einen Ausbau mit der Giesskanne.»

folgt mehr...

(amü)

Wer von der Altersreform profitiert – und wer verliert

Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • dorfne 25.09.2017 09:19
    Highlight Highlight Seit Jahren steigt die Lebenserwartung der Frauen nicht mehr, bei den Männern noch um wenige Wochen pro Jahr. Der Trend geht in die andere Richtung (Stress am Arbeitsplatz, Umweltgifte, Feinstaub, Ueberernährung usw.). Es mutet an wie Hirnwäsche, wenn die Privatversicherer und ihre Bediensteten in der Politik dauernd das Gegenteil behaupten, dass nämlich die Lebenserwartung dauernd am Steigen sei. Warum behaupten die das? Weil sie die Renten kürzen wollen. Dabei hilft es, die Generationen gegeneinander aufzuhetzen: seht her die Alten fressen Euch die künftigen Renten weg.
  • dorfne 25.09.2017 09:08
    Highlight Highlight Nicht BR Berset hat die Niederlage verdient, sondern das Volk hat bekommen, was es verdient. BR B. wird kaum auf die AHV-Rente angewiesen sein, die Mehrheit des Volkes schon. Die Pensionskassen (PK) sind ist ein undurchsichtiger Selbstbedienungsladen, mit
    4 Milliarden Verw.-Kosten pro Jahr. Im Ueber-obligatorium kürzen die PK in Eigenregie laufend den Umwandlungssatz. Kein Wunder wollen FDP/SVP die Pensionskassen zu Lasten der AHV stärken. Das gestrige Nein wird vielen noch sauer aufstossen. Zum Trost und als Frustableiter kann man dann der Linken die Schuld geben.
  • gupa 25.09.2017 07:28
    Highlight Highlight Was ist denn mit dem Tagi los? Gastschreiber der Weltwoche eingeladen?
  • Nuka Cola 25.09.2017 07:22
    Highlight Highlight Erstaunlich korrekt, was der Blick da schreibt.
  • Shlomo 25.09.2017 06:38
    Highlight Highlight Ich freue mich schon wenn all die Nein-Stimmenden aufschreien wenn es bei der nächsten Abstimmung Rentenalter 67 und höher MwSt heisst.

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