DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
anti baby pille verhütung

Die Hormone in Verhütungsmitteln können gewisse Krebsarten begünstigen. Bild: shutterstock

Wie Hormone Tumore begünstigen: Die versteckte Gefahr von Pille, Spirale und Übergewicht 

Hormone haben einen Einfluss auf das Wachstum von bestimmten Tumoren. Hormonelle Verhütungsmittel, aber auch körpereigene Hormone können deshalb Auslöser für Wucherungen im Körper sein.



Hormonelle Verhütungsmethoden gelten als sicherste Mittel gegen ungewollte Schwangerschaften. In der Folge geben sie Gynäkologen schon Mädchen im Teenageralter ab. Pille, Nuva-Ring, Hormon-Spirale, Pflaster und Spritze haben eines gemeinsam: Sie funktionieren über Hormone, die gewisse Krebsarten begünstigen können.

Dass diese Hormone Nebenwirkungen wie beispielsweise eine Lungenembolie haben können, ist weitgehend bekannt. Dass sie aber auch gut- und bösartige Hormone wuchern lassen können, wird auf Beipackzetteln und in Beratungsgesprächen oft vernachlässigt oder gar kleingeredet. 

So steht beispielsweise in der Packungsbeilage der Pille «Yasminelle», dass «Brustkrebs bei Frauen, die Kombinationspillen nehmen, etwas häufiger festgestellt wird». Das Auftreten der Tumore würde aber nach Absetzen der Pille langsam wieder abnehmen. 

Würdest du die Pille kaufen?

«In seltenen Fällen wurden gutartige Lebertumoren und noch seltener bösartige Lebertumoren bei Pillenanwenderinnen festgestellt», steht dort weiter geschrieben. Gleichzeitig wird von den Herstellern der Pille damit geworben, dass sie das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, um die Hälfte verringere.

«Die Anti-Baby-Pille senkt das Risiko für Gebärmutterschleimhaut-, Eierstock- und Darmkrebs», bestätigt auch Nik Hauser, Klinischer Direktor des Brustzentrums an der Hirslanden Klinik Aarau. «Allerdings konnte in der Brust und im Gebärmutterhals ein gesteigertes Risiko für bösartige Erkrankungen nachgewiesen werden. Das Risiko ist allerdings gering und scheint sich nach neusten Studien fünf Jahre nach Absetzen der Pille zu verlieren.»

Übergewicht kann Gebärmutterschleimhautkrebs begünstigen

Auch gutartige Tumoren, wie zum Beispiel Zysten am Eierstock entstehen laut Hauser zyklus- und damit hormonabhängig und werden durch die Hormonspirale begünstigt. Aber nicht nur hormonhaltige Verhütungsmittel können einen Einfluss auf Wucherungen im Körper haben. «Auch der Gebärmutterschleimhautkrebs wächst häufig vor allem unter dem Einfluss des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen. Diese Krebsart tritt häufig bei übergewichtigen Frauen auf, da im Fettgewebe vermehrt Östrogen produziert wird», erklärt Hauser. 

Hormone als Futter für Tumoren

Um zu verstehen, wieso Hormone wie «Futter» für gewisse Tumoren funktionieren, muss man verstehen, was Hormone sind. «Hormone sind Botenstoffe, die in verschiedenen Zellen und Geweben Stoffwechselvorgänge auslösen oder verhindern können», erklärt Hauser. Allerdings benötigen Zellen spezielle Rezeptoren, um auf das Signal des Hormons reagieren zu können. Dies könne man sich wie ein Schlüssel-und-Schloss-Prinzip vorstellen. Tumoren besässen oft ähnliche Rezeptoren, wie die Gewebe in denen sie wachsen. «Sie wachsen häufig schnell und unkontrolliert, indem sie sich von den zur Verfügung stehenden Hormone ernähren.»

Risiko für verschiedene Krebsarten nimmt durch Pille zu

Laut einer Studie der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) besteht für Frauen, die lange die Pille einnehmen, ausser dem erhöhten Brustkrebsrisiko, ein statistisch erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs und eventuell auch ein erhöhtes Risiko für Hypophysentumoren und Tumoren des zentralen Nervensystems.

Ein Dänisches Forscherteam kam 2015 in einer Studie zum Schluss, dass die Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln das Risiko, an einem seltenen Hirntumor zu erkranken, erhöht. Diese sogenannten Gliome traten eher bei Frauen auf, die seit längerer Zeit die Pille einnahmen oder auf andere hormonelle Verhütungsmethoden zurückgriffen. Die Forscher warnten aber vor Überinterpretation ihrer Erkenntnisse: Gliome seien trotzdem äusserst selten.

Wie verhütest du?

Männer am häufigsten von Prostatakrebs betroffen

Nicht nur Frauen sind von hormonbedingten Tumoren betroffen. Gerade Prostatakrebs wächst auch hormonabhängig. In der Schweiz erkranken pro Jahr rund 6200 Männer. Damit ist Prostatakrebs die häufigste Krebsart überhaupt.

Peinliche Patzer aus dem deutschen Schullalltag

1 / 45
Peinliche Patzer aus dem deutschen Schullalltag
quelle: photpress / wwf/giancarlo mancori
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch interessieren:

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

CO₂-Gesetz könnte kippen: Städte verzeichnen tiefe Stimmbeteiligung

Die Städte melden tiefe Stimmbeteiligungen. Das CO2-Gesetz wird angesichts Umfragewerte durch die Schlussmobilisierung entschieden werden.

Am kommenden Sonntag steht fest, wie sich die Klimapolitik der Schweiz entwickeln wird. Die Stimmbevölkerung entscheidet in einem Referendum über das CO2-Gesetz, dessen Chancen derzeit alles andere als gut stehen. Dies zeigen die repräsentativen Umfragen von gfs.bern und SRF, die vor der Abstimmung veröffentlicht wurden.

Gründe für die schlechten Chancen dürften in der urbanen, städtischen Bevölkerung zu finden sein: Diese befürwortet zwar gemäss jüngsten Umfragen mehrheitlich das …

Artikel lesen
Link zum Artikel