Schweiz
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Menschen demonstrieren am schweizweiten Klimastreik gegen die Klimapolitik und fuer einen sicheren Klimaschutz am Samstag, 2. Februar 2019 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: KEYSTONE

Tausende junge Schweizer fordern besseren Klimaschutz – doch wie grün sind sie wirklich?



Die Klimastreik-Bewegung wächst: In 14 Schweizer Städten haben am Samstag Tausende Schülerinnen und Schüler für einen besseren Klimaschutz und die Ausrufung des Klima-Notstands demonstriert.

Nach Angaben der Polizei und Schätzungen von Reportern der Nachrichtenagentur Keystone-SDA beteiligten sich landesweit mehr als 38'000 Personen an den Demonstrationen. Laut den Organisatoren waren es sogar 65'000.

Auf Transparenten waren Forderungen zu lesen wie «Bäume statt Autos» oder «Wäre die Welt meine Tochter, hätte ich schon längst die Kesb am Hals», «There is no Planet B» und «Die Welt ist keine Katze – sie hat nur ein Leben».

Hohes Umweltbewusstsein

Doch wie grün sind die Teenager wirklich? Der SonntagsBlick hat nachgeforscht.

Klimatologe Moritz Gubler hat für seine Doktorarbeit an der Universität Bern 600 Neuntklässler befragt. Er geht der Frage nach, wie Jugendliche den Klimawandel wahrnehmen. 

Das Resultat: 80 Prozent aller Befragten haben angegeben, dass sie den Klimawandel als Problem sehen. Besonders Gymnasiasten würden sich für den Umweltschutz interessieren. Jedoch wünschen sie sich dabei mehr Unterstützung. Aufgrund der Komplexität der Thematik wissen viele Jugendliche nicht, wie sie ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten können.  

Klimademo der Jungen (und auch der Alten):

«Heilige sind dünn gesät»

Andreas Diekmann ist Umweltsoziologe an der ETH Zürich und misst dort das Umweltbewusstsein der Bevölkerung: «Die jungen Leute sind zwar eher grün eingestellt als ältere, was das Umweltbewusstsein anbetrifft», sagt er. Doch nur eine Minderheit praktiziere das. «Wie immer sind Heilige dünn gesät.»

In den Bereichen Shopping, Reisen und Politik schneiden die Jugendlichen eher schlecht ab. Die Auswirkungen ihres Konsums sind vielen Jugendlichen bewusst. Trotzdem kaufen sie am liebsten bei Fast-Fashion-Riesen wie H&M und C&A ein. Nur neun Prozent kaufen Kleider mit Öko-Siegel und weniger als sechs Prozent kennen überhaupt ökologische Marken.

Und auch beim Reisen schaut die Jugend nicht so sehr auf die Umwelt: Laut der Studie «Mobilität und Verkehr» des Bundesamts für Statistik (BFS) bucht keine andere Altersgruppe so viele private Flugreisen wie die 18- bis 24-Jährigen in der Schweiz. Die Tourismusstudie zeigt zudem: Wenn die Jugend verreist, dann möglichst weit. Hinzu kommt: Auch in der Politik wählen die Jungen nicht immer grün.

Junge mögen ÖV und essen weniger Fleisch

Relativ gut schneiden junge Menschen beim Verkehr ab. Fast drei Viertel der 16- bis 24-Jährigen haben ein ÖV-Abonnement. Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen, dass bei den über 25-Jährigen nur knapp jede zweite Person ein solches Abo besitzt. Im Schnitt haben 82 Prozent aller Schweizer einen Führerausweis – bei den 18- bis 24-Jährigen hingegen nur 61 Prozent.

Es ist bekannt, dass der Fleischkonsum grosse Auswirkungen auf das Klima hat. Laut dem SonntagsBlick sind gerade junge Menschen beim Essen bereit, Abstriche zu machen. So verzichten 13 Prozent der 15- bis 34-Jährigen ganz auf Fleisch – 6 Prozent ernähren sich vegan. Im Vergleich dazu: Von den über 35-Jährigen sind weniger als 10 Prozent Vegetarier und rund 1 Prozent Veganer. (vom mit Material von sda)

Wegen des Klimawandels immer mehr Orcas in Norwegen:

Video: srf

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155 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Hans Doe
03.02.2019 08:22registriert June 2018
Kerosin weltweit besteuern und bei der Schifffahrt weltweit Schweröl verbieten. Das wäre ein guter Anfang der sehr viel bewirken würde!
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ueilaa
03.02.2019 08:19registriert August 2018
"Tut mehr für den Klimaschutz!": Anna, 17
"Über Ostern fliegen wir nach New York: shoppen und Broadway": auch Anna...
Wir sind ALLE in der Verantwortung!
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lilie
03.02.2019 08:33registriert July 2016
Natürlich haben u25 seltener ein Auto als ü25, schliesslich ist ein Auto teuer. Der Umweltschutz ist nicht das einzige Argument, was hier zählt - wie ja das restliche Konsumverhalten der Jugend von heute auch klar zeigt.
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