Schweiz
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Pati und Jann möchten schon bald ins Klima-Kloster ziehen. bild: keystone/montage watson

Ab ins Klima-Kloster

Mit dem weltweiten Streiktag am Freitag fiebert die Klima-Bewegung ihrem vorläufigen Höhepunkt entgegen. Schweizer Klimaaktivisten sagen, warum sie schon bald in eine Klima-Kommune ziehen wollen. Und weshalb Greta Thunberg für sie ein Problem ist.



Das Handy surrt pausenlos. 300 Whatsapp-Nachrichten aus Klimastreik-Chats ploppen bei Jann Kessler innert 30 Minuten auf. «Ich habe viele Sachen angerissen, langsam wächst mir die Sache schon etwas über den Kopf», sagt der 22-jährige Thurgauer und grinst, als watson den Filmstudenten und seine gleichaltrige Freundin Pati Kudrnac in einem Pub in Weinfelden trifft.

Die beiden fallen nicht nur wegen ihren Dreadlocks auf. Sie sprechen mit viel Verve und Überzeugung. Sie sind bei der Schweizer Klimabewegung mit vielen weiteren Aktivistinnen und Aktivisten an vorderster Front aktiv. Momentan planen sie, wie sie ihr Leben in noch nachhaltigere Bahnen lenken können.

Ihr Plan: Sie wollen mit weiteren Leuten aus der Klima-Bewegung in den nächsten Monaten in leer stehende Klöster ziehen und ein Netz von Klima-Kommunen aufbauen. Dazu wurde eigens eine Arbeitsgruppe einberufen. «Wir möchten einen Ort schaffen, wo Leute aus der Klima-Bewegung zusammen leben und den Systemwandel ausprobieren können», erklärt Jann, der kürzlich in der SRF-Sendung «Schawinski» zu Gast war. Pati und Jann wollen ihren Traum von den Klima-Klöstern schon bald in die Realität umsetzen. Sie hätten bereits diverse verlassene Klöster an verschiedenen Orten in der Schweiz entdeckt. Noch sei aber nichts spruchreif.

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Jann und Pati sind fast pausenlos am Handy. bild: watson

Die beiden Klima-Aktivisten wissen, worauf sie sich einlassen. Zuletzt lebten sie mit 15 anderen Personen in einer Kommune ausserhalb von Lausanne. «Wir teilten miteinander und versuchten so nachhaltig wie möglich zu leben. Das Gemüse kauften wir etwa bei einem lokalen Bauern», erklärt Pati. Das Paar teilt auch die Liebe. Die beiden Ostschweizer leben polyamor, also in einer offenen Beziehung.

Der Traum vom Aussteiger-Leben hegten die beiden schon lange. Doch dann kam Greta. Und stellte vieles auf den Kopf.

Swedish teenager Greta Thunberg, center, leads a march of thousands of French students through Paris, France, to draw more attention to fighting climate change, Friday, Feb. 22, 2019. Sign reads :

Greta überall. Bild: AP/AP

Seit Anfang Jahr sind Pati und Jann aber für die Klimastreik-Bewegung fast pausenlos unterwegs in der ganzen Schweiz. Auch an diesem Abend zieht es sie noch an einen Anlass in Zürich. Als watson die beiden im Zug begleitet, gibt es kaum eine freie Minute. Jann hängt dauernd am Telefon oder schreibt Whatsapp-Nachrichten. Pati tippt derweil auf ihrem Laptop.

«Greta ist fast nie an einer Telefonkonferenz dabei»

Jann ist eine der Personen, welche die Schweizer Klimastreik-Bewegung auf internationaler Ebene vertritt und dort eine führende Rolle inne hat. Er ist sogar in einer Whatsapp-Gruppe mit Greta Thunberg. Sie sei weiterhin eine starke Figur. Aber: «Sie hält sich in der Organisation der Klima-Bewegung mittlerweile zurück und übernimmt wenig Verantwortung.» So nehme sie fast nie an einer Telefonkonferenz teil. «Das ist schon ein Problem für uns», sagt er.

Und fügt sogleich an, man sei Greta unendlich dankbar, wie sie das Feuer in der Klima-Bewegung entfacht habe. Sie bleibe natürlich eine wichtige Figur.

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Make love not Co2: Pati an der Klima-Tagung in Bern im Februar. bild: watson

Das Engagement der Schweiz ist in der internationalen Klima-Gruppe besonders gefragt. «Wir haben viel Erfahrung in der Konsensdemokratie», erklärt Jann. Seit dem ersten nationalen Treffen in Bern im Dezember werden auch in der Schweizer Klima-Bewegung alle Entscheidungen basisdemokratisch gefällt. «Der Anlass Reitschule war für uns ein super Experimentierfeld», so Pati.

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Jann Kessler. bild: watson

Länderübergreifend gelangt die Basisdemokratie aber an ihre Grenzen. Kürzlich kam es in der internationalen Klimagruppe beinahe zur Spaltung. Dies wegen einer Einladung von 60 europäischen Klimastreikenden ans Europaparlament in Strassburg. Eine Delegation aus Griechenland wollte per Flugzeug anreisen. Dies, weil die Griechinnen und Griechen sonst eine sechstägige Reise für ein zweitägiges Treffen hätten auf sich nehmen müssen, was kaum Sinn macht.

Flüge erlauben oder die Griechen vom Treffen auschliessen? Die Meinungen gingen weit auseinander. «Schlussendlich gab es einen Mehrheitsentscheid gegen die Flugreise», erzählt Jann.

Klima-Aktivisten treffen sich in Bern

«Es braucht einen grossen Aufwachmoment, eine grosse Klimaschutz-Kampagne des Bundes»

Ob in Zürich oder Bern: Für die Klima-Bewegung steht mit dem Streik vom 15. März der nächste Höhepunkt bevor. Seit der letzten nationalen Demo im Februar sei es gelungen, die Aktivitäten der Schweizer Klimabewegung auf viel mehr Schultern zu verteilen.« Wir sind ein kreativer, bunter Haufen», so Pati.

Nun sei es an der Zeit, den Systemwandel hin zu einer ökologischeren Lebensweise der Gesellschaft voranzutreiben. Das sagten die Klimastreiker auch Bundesrätin Simonetta Sommaruga bei einen Treffen Anfang März. Sommaruga müsse jetzt Position beziehen und ihre Verantwortung übernehmen. «Auch die Regierung muss den Leuten die Augen öffen. Es braucht einen grossen Aufwachmoment, eine grosse Klimaschutz-Kampagne des Bundes», fordert Jann. Solange die Erdöl-Lobby im Parlament so stark sei, bleibe dies aber wohl Wunschdenken.

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Video: watson/Chantal Stäubli, Emily Engkent

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38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hadschi 16.03.2019 14:10
    Highlight Highlight Die Ganze Zeit im WhatsApp, von wo kommen diese Telefone, wo werden die Batterien hergestellt, was braucht es für das Internet alles, bald mit 5G? Telefone, Notebooks klimaneutral? Für mich sind das alles gesteuerte Sachen. Diese Jugendlichen sollten sich einmal mehr über das Klima, Chemie und die effektiven Auswirkungen kümmern als sich nur Öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Alles den Politikern in die Schuhe schieben, mit dem Finger auf die Erwachsenen zeigen ist zu einfach. Sobald sie für sich selber sorgen müssen und nicht mehr Papa alles zahlt wird auch das verschwinden.
  • Kimelik 15.03.2019 16:01
    Highlight Highlight Der Unterschied zu den 68ern ist, die wollten Regeln aufheben und mehr Freiheit, die Klimabewegung will Einschränken nd Freiheit verhindern. Es braucht bessere Lösungen als Verbote, diese werden sich noch in der Schweiz und schon gar nicht weltweit durchsetzen.
  • Friedhofsgärtner 15.03.2019 07:45
    Highlight Highlight Imagine all the people
    Sharing all the world

    You, you may say I'm a dreamer
    But I'm not the only one
    I hope someday you will join us
    And the world will live as one
  • rodolofo 15.03.2019 07:32
    Highlight Highlight Auf diesem Öko-Fundi-Trip war ich auch mal.
    Ich wollte meinen Energieverbrauch auf Null drücken.
    Also suchte ich kalt und heizte nicht mehr, bis wegen der Feuchtigkeit und der Kälte Hutpilze aus der Zimmerdecke wuchsen.
    Abgehärtet hat mich diese Quälerei nicht.
    Ganz im Gegenteil!
    Heute bin ich ein totaler "Ggfröörli", brauche auch im Sommer sehr lange, um Beim Baden ins Wasser zu steigen und dusche gerne HEISS!
    Fliegen kommt für mich nur in Frage, wenn ich weit reisen will. Ehrensache!
  • wolge 15.03.2019 06:06
    Highlight Highlight Über was sprechen wir wohl nächstes Jahr?
  • Der Nachtportier 15.03.2019 02:46
    Highlight Highlight Ich denke, einige der Kommentator*innen hier drin verstehen nicht ganz, woher die Motivation kommt, die eigene Wohnform zu überdenken und kommunale Strukturen anzustreben. Es hat nur höchst nebensächlich und mit einem bittersüssen Augenzwinkern mit den romantischen Hippieträumen der 68er zu tun.

    Wer täglich über die ganze Schweiz verteilt mit etlichen Mitstreitern in endlos surrenden Whatsapp- und Telegram-Gruppen politisiert, sehnt sich nicht zuletzt nach einem Ort, an dem man sich real treffen, organisieren und unterstützen kann. Ausserdem...

    • Der Nachtportier 15.03.2019 11:13
      Highlight Highlight ... geht es dabei um die Zusammenlegung ressourcenintensiver Produkte. 15 Menschen auf einzelne Wohnungen verteilt, sind dazu prädestiniert, ein Vielfaches an Autos, Waschmaschinen, Kühlschränken, Fernsehern etc. zu konsumieren. Dieselbe Anzahl in einer kommunalen Wohnform kommt mit jeweils einem davon aus, ohne auf etwas verzichten zu müssen.
  • KnechtRuprecht 15.03.2019 01:28
    Highlight Highlight Ergänzung zu meinem Kommentar ;)
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  • KnechtRuprecht 15.03.2019 01:24
    Highlight Highlight Sagt der 22jährige Thurgauer zu seiner gleichaltrigen Freundin im Alpaka Pulli. Ach kommt schon, erreicht erstmal etwas im Leben, dann werdet Ihr auch ernst genommen! So ist das alles nur Hippiekacke!
    • Blumenkohl 15.03.2019 11:44
      Highlight Highlight Wie kannst du denn wissen, dass sie noch nichts erreicht haben?
      Junge Menschen in diesem Alter können sehr wohl schon einiges bewirkt und bewegt haben. Jann zum Beispiel ist als junger Dokumentarfilmer bereits sehr erfolgreich.
    • studmed 15.03.2019 13:10
      Highlight Highlight Jann Kessler ist Regisseur des Films “Multiple Schicksale“, ein sehenswerter Film über Multiple Sklerose, der in vielen Schweizer Kinos gezeigt wurde.
    • TheDoctor 15.03.2019 23:23
      Highlight Highlight Aus Knecht Ruprecht spricht der Neid. Vermutlich hat er selbst noch nichts erreicht im Leben.

      Ey nein, ich dachte früher auch immer, Weisheit und Lebenserfahrung haben etwas mit Alter zu tun. Inzwischen kenne ich junge Leute, die mir weit voraus sind, sowie alte Leute, die mir weit hinterher hinken. Nicht wenige Leute, die ich insbesondere aus meinem beruflichen Umfeld kenne, haben sich jahrzehntelang nicht mehr selber weiterentwickelt. Ich selber habe jetzt auch 7 Jahre (zu lang) auf meinem Beruf gearbeitet und habe jetzt eine weiterführende Ausbildung begonnen, um mich weiterzuentwickeln.
  • Maya Eldorado 15.03.2019 00:19
    Highlight Highlight Es gab immer Bewegungen, die ihre Spuren hinterliessen. Da ist mir gerade Longo-mai in den Sinn gekommen. Es gibt sie immer noch. Man hört einfach nicht mehr viel oder kaum mehr etwas von ihnen.

    Jede Bewegung hinterlässt ihre Spuren. Denken wir an die 68-er Bewegung. Vorher war es strafbar, dass Mann und Frau zusammenwohnten ohne verheiratet zu sein. "Ledige" Mütter wurden administrativ versorgt und ihnen die Kinder weggenommen. Wenn sie sie behalten durften, brauchten die Kinder einen Vormund, weil elterliche Gewalt hatte damals nur der Vater.
    usw. usw.
    • TheDoctor 15.03.2019 23:27
      Highlight Highlight VW-Busse sind jedenfalls nicht mehr zeitgemäss für eine solche Bewegung ;-)

      Ich denke, es braucht eine Massenbewegung im 68er Stil. Die Probleme von heute sind lascher Umwelt- und Klimaschutz, sowie gigantische soziale Unterschiede. Um diese Probleme richtig anzugehen braucht es auch eine radikale Anpassung der Gesellschaft und Politik. Heisst: Ohne gesellschaftlichen Wandel weiter Klimawandel.
  • Sebultikon 15.03.2019 00:01
    Highlight Highlight Ursprünglich war mal die Hoffnung vorhanden einen Zuwuchs von motivierten jungen Ingenieuren zu erhalten, welchen wir in diversen Disziplinen dringend benötigen um die komplexen Problematiken zu lösen.

    Aber im Kloster Basilikum anpflanzen und zusammen Twitter geignete Slogans ausdenken ist ja auch ok...
  • Jungleböy 14.03.2019 22:49
    Highlight Highlight Nun es ist wichtig zu wachsen, aber wachstum kann auch bedeuten effizienter zu werden und genau da sehe ich noch extrem viel potential. Alles zu verteufeln scheint mir nicht der richtige weg zu sein, im gegenteil.
  • Ohniznachtisbett 14.03.2019 21:16
    Highlight Highlight Soso... der Rainer Langhans des 21. Jahrhunderts also. Ich freue mich schon, wenn er dann in 40 Jahren durch dir Talkshows tingelt. Und bitte stellt mal richtig: Wir haben in der Schweiz keine Basisdemokratie wo wir diskutieren (oder sind es "Anführer" die diktieren?) bis alle gleicher Meinung sind oder davongelaufen bzw gegangen worden sind. Wir haben eine Konkordanzdemokratie wo man versucht Mehrheitsfähige Kompromisse zu finden, dann wird abgestimmt, ist die Mehrheit dafür machen auch die Unterlegenen mit. Das ist ein sehr grosser Unterschied. Eigentlich Journalistenarbeit dies zu erklären.
    • Statler 14.03.2019 22:12
      Highlight Highlight Die Klimabewegung ist basisdemokratisch organisiert - von der Schweiz war nie die Rede.
      Eigentlich Leser-Arbeit, dies zu verstehen.
  • Knäckebrot 14.03.2019 21:10
    Highlight Highlight Mich erinnert diese Bewegung an den Kinderkreuzzug im 1212.

    Der Kreuzzugsgedanke mit der Erlösung des heiligen Landes war ein Thema, das Westeuropa sowieso schon beschäftigte. Dann standen Jugendliche und junge Erwachsene auf. Die Alten sagen "jaja, es ist ja schon wichtig, aber..." und meinen es zu wenig ernst. Wir aber meinen es richtig ernst. Wir sind noch nicht so verstrickt, wie sie, haben noch weniger Sünde und werden es richtig machen. Und so zogen sie los.

    Der Inhalt ist selbstverständlich nicht der gleiche, aber vom Mechanismus her kommen mir immer wieder Parallelen in den Sinn.
    • Zauggovia 14.03.2019 22:57
      Highlight Highlight Spann mich nicht auf Folter, haben die Kinderkreuzzüge das Heilige Land von den Muselmännern befreit?!? Sag schon!!
    • Gzuz187ers 15.03.2019 06:18
      Highlight Highlight Ziemlich schlechtes Beispiel wenn man weiss wie der Kinderkreuzzug geendet hat.
    • Knäckebrot 15.03.2019 08:48
      Highlight Highlight Man weiss nicht, wie er geendet hat. Es gibt leider nur wenige historische Dokumente darüber.
      Man weiss, dass er begonnen hat und so eine Jugend/jung Erwachsenenbewegung war und, dass sie loszogen. Was auch in den Dokumenten hervorgeht ist die Haltung (Gott ist mit den Jungen und Unmündigen, weil sie noch reiner seien, als die Erwachsenen). Es ist aber unklar, wie weit sie kamen.

      Die Idee ja nicht einfach von ihnen , sondern seit vielen Jahren galt es immer als Notwendigkeit, das heilige Land einzunehmen (um die Heil der Welt zu bewahren, um es ähnlich wie heute auszudrücken)
  • Pinkerton 14.03.2019 20:38
    Highlight Highlight Jaja, der alte Traum vom grossen Systemwechsel. So wenig in den 60ern all die Hippiekommunen den ewigen Weltfrieden eingeläutet haben, wird es auch dieses Mal mit dem Klima-Kloster nicht klappen. Es gibt nichts Neues unter der Sonne.

    • Statler 14.03.2019 22:15
      Highlight Highlight Stimmt, nichts hat sich geändert - noch immer träumen Idealisten davon, dass die Welt endlich besser wird.
    • ReziprokparasitischerSymbiont 14.03.2019 22:20
      Highlight Highlight Da hast Du recht. Mit dem Umzug ins Kloster werden sie die Welt nicht retten. Aber wenn einige bereit sind, zugunsten des Klimas auf etwas zu verzichten, dann ist das immerhin schon mal eine gute Tat, die schlussendlich uns allen zugute kommt.
    • Ueli der Knecht 14.03.2019 22:24
      Highlight Highlight Pinkerton: Die 68er haben aber doch einiges bewegt und erreicht. ZB. das Internet geht auf ihre Kappe. Emanzipation, freie Liebe, neue Ideen, LSD, und noch vieles mehr...
    Weitere Antworten anzeigen
  • sleeper 14.03.2019 20:14
    Highlight Highlight ...dieses Marktversagen zumindest für sich selbst zu korrigieren. Ich mache dies seit über einem Jahr mithilfe von myclimate.org. Für jeden Kilometer, den ich mit dem Auto zurücklege, für das Heizen meiner Wohnung, etc. spende ich den angemessenen Betrag (gemäss der Berechnung auf myclimate.org) an Organisationen, welche auf die Reduktion des CO2 ausstosses hinarbeiten. Wenn ich also z.B. einen Flug buche, berücksichte ich nicht nur die Kosten für das Ticket, sondern auch den Aufschlag für die CO2-Kompensation, so als hätten wir bereits eine funktionierende CO2-Abgabe. (Teil 2/2)
    • The Count 14.03.2019 23:47
      Highlight Highlight Ich finde das hervorragend. Aber die Leute bezahlen lieber Radio und TV Empfanhsgebühren unter dem Deckmantel der Solidarität. Crazy shit!
  • sleeper 14.03.2019 20:13
    Highlight Highlight Aus ökonomischer Sicht ist der menschengemachte Teil des Klimawandel das Resultat eines Markversagens. Die Kosten der Konsumgüter (fliegen, autofahren, etc...) wiederspiegeln nicht die verursachten Schäden an der Umwelt. Wie generell bei Marktversagen müsste hier eigentlich die Politik einschreiten, was aber aufgrund der Lobbying-Situation kaum oder nur zu langsam geschieht. Statt aber wieder wie im Mittelalter zu leben (dies ist keine Kritik, ich respektiere Jeden, der dies vorzieht), kann sich aber jeder Einzelne bereits entscheiden... (Teil 1/2)
    • Maya Eldorado 14.03.2019 20:47
      Highlight Highlight Ich möchte den Teil 2 von sleeper noch lesen. Wo ist er? Bitte nachliefern. Danke.
    • wolge 15.03.2019 06:12
      Highlight Highlight @sleeper: Da gebe ich dir vollkommen recht. Ähnlich ist es übrigens bei Kindern... Die Kosten für Kinder trägt schlussendlich auch die Allgemeinheit. Durch all die Abzüge, Zulagen und Gutschriften trägt kaum eine Familie die realen Kosten. Diese werden primär durch Unternehmen und ein paar wenige Reiche getragen. Das nennt man aber natürlich Sozial...
    • katerli 16.03.2019 07:58
      Highlight Highlight @wolge ja und wenn dann diese Kinder erwachsen sind profitiert fie Allgemeinheit von diesen Kindern.
  • chrisdea 14.03.2019 19:52
    Highlight Highlight So sehr ich die Motivation der jungen lobe und aufrichtig toll finde: Aussteiger und Hippies sind leider nicht die Lösung, da nie mehrheitsfähig (sonst wären sie ja nicht "Aussteiger").
    Sorry, der Antrieb muss von der Wirtschaft kommen. Die grossen Unternehmen müssen merken, dass sich Nachhaltigkeit lohnt, und dafür von der Politik die nötigen Anreize erhalten. Ansonsten ist alles für die Katz. Inklusive Klimastreik und Klostergruppen.
    • a-minoro 14.03.2019 22:26
      Highlight Highlight Da gebe ich dir Recht. Es wird sich für den morgigen Klimastreik der Schülerinnen und Schüler niemand interessieren (abgesehen von den Medien), da dieser der Wirtschaft keinen Schaden zufügt. Anders sähe es aus, wenn morgen alle Arbeitenden die Arbeit niederlegen würden... Aber eben, bis es soweit ist, vergeht wohl noch eine Weile.
    • Tepesch 14.03.2019 22:34
      Highlight Highlight @chrisdea
      Damit sich Politik und Wirtschaft bewegt braucht es aber den nötigen Druck durch Konsumenten und Wähler.
    • pun 14.03.2019 23:55
      Highlight Highlight Die grossen Unternehmen merken Dinge erst, wenn die Politik Verbote aufgestellt hat. Das Anreizsystem funktioniert bei solchen grossen Umwälzungen nicht. Es braucht klare Verbote und Leitplanken. Finden sogar die Unternehmensbosse selbst, da dann die Spiesse wieder gleich lang sind für alle.

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