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079

  Bild: aus dem Videoclip zu «079». via youtube/bakaramusic

Kommentar

Ist «079» sexistisch? Gar nicht, nur herzzerreissend romantisch!

Wir haben uns auf die Spurensuche nach der Motivation hinter dem Song begeben. Sie führt vom Mittelalter über Goethe und Kuno Lauener bis zu «Game of Thrones».



Der Mann an sich und ich – ihr wisst, wir liegen eher selten im selben Bett. Aber jetzt schon! Gut, «079» von Lo & Leduc hab ich erst vor wenigen Tagen überhaupt bewusst gehört, 21 Wochen Nummer eins hin oder her. Ich war sehr angetan. Keinen Moment lang wär mir in den Sinn gekommen, das kleine herzige Lied sexistisch zu finden. Vielmehr eröffneten sich für mich da 3 Minuten und 23 Sekunden Romantik in Reinstkultur, wie ich es schon lang nicht mehr gehört habe. Quasi ein winziges romantisches Manifest. 

Romantik ist nämlich nicht dieses von Rosamunde Pilcher erfundene Gewaber aus glücklich endenden Liebesgeschichten auf idyllischen Landsitzen in Cornwall. Wahre Romantik heisst, dass die oder der Angebetete eben gerade nicht erreicht werden kann. Dass es unter seiner oder ihrer Herzensnummer quasi keinen Anschluss gibt. Dass die Sehnsucht unerfüllt bleiben muss. Und in der Ausweglosigkeit endet. Wie in «079». Projektion ist alles. Träume. Ferne Verehrung.

079

Bild: via youtube/bakaramusic

Begonnen hat der Kult um die unerfüllt bleibende Liebe in unseren Breitengraden beim mittelalterlichen Minnesänger. Er sang jahrelang Liebeslieder für eine Frau, wenn ihr gefiel, was er sang, schenkte sie ihm ein kleines Liebespfand, ein Stück ihres Kleids zum Beispiel, und er war ihr noch mehr verfallen. So ungefähr ist es überliefert, die Lieder, die dabei entstanden, sind noch immer wunderschön. In Frankreich nannte man Minnesänger Troubadoure. So wie man lange in Bern die Mundartsänger Troubadoure nannte. Mani Matter war der berühmteste unter ihnen. Berner Bands wie Züri West, Patent Ochsner und Lo & Leduc stehen klar in Matters Nachfolge.

Die grössten Werke der Weltliteratur handeln von der Liebe. Die schönsten unter diesen sind wiederum hoffnungslos romantisch. Romeo und Julia werden von ihren verfeindeten Familien keine Zukunft gegeben und sie bringen sich um. Goethes «Werther» erschiesst sich aus Liebe zu einer unerreichbaren Hausfrau. In Emily Brontës «Sturmhöhe» verzehren sich die reiche Catherine und der arme Heathcliff so heftig nacheinander, bis Gewalt und Tod sie auf immer scheiden.

«079» von Lo & Leduc

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Video: YouTube/bakaramusic

In «Madame Bovary» von Flaubert vergiftet sich Emma Bovary weil sich eine Liebesgeschichte nicht so entwickelt, wie sie sich das vorgestellt hat. In «Tristan und Isolde» (ein mittelalterlicher Roman und eine Wagner-Oper) verliebt sich Tristan in die Frau seines Königs – und sie sich in ihn –, die beiden haben keine Chance, je miteinander glücklich zu werden, aber auf ihren Gräbern wachsen eine Rebe und ein Rosenstock und verschlingen sich ineinander. 

In «I schänke dir mis Härz» von Züri West kann Kuno Lauener nicht mit einer Prostituierten zusammen kommen, weil er kein Geld hat (gut, man könnte sich jetzt fragen, ob es nicht etwas sexistisch ist, einer Frau, die mit dem Liebemachen ihr Geld verdient, nichts ausser seinem Herzen anzubieten ... aber das fragen wir uns jetzt nicht).

079

Bild: via youtube/bakaramusic

Und in «079» verliebt sich eben ein junger Mann in eine Frauenstimme von der Auskunft und beschliesst, Jahre seines Lebens daran zu geben, sie zu finden. Wie eine hochmütige Prinzessin im Märchen stellt ihm die Stimme eine schier unmögliche Aufgabe. Sagt nicht einfach «nein», sondern «du weisch immer na nüt». So wie Igrid in «Game of Thrones» vor dem ersten Sex zu Jon Snow sagte: «You know nothing Jon Snow.»

Sie suggeriert ihm, dass er irgendwann später etwas wissen könnte. Aber was? Die Wahrheit über sie? Über sich selbst? Und überhaupt: Wer ist sie eigentlich? Könnten sie überhaupt irgendwas miteinander anfangen, wenn sie sich denn einmal sehen würden? All das spielt für ihn keine Rolle. Es zählt das Werben, die Suche, die Kultivierung der Sehnsucht wider alle Regeln einer emotionalen und zeitlichen Vernunft.

079

Bild: youtube/bakaramusic

Klar kann man jetzt sagen: creepy Stalker! Aber dann könnte man auch gleich all die genannten Romane vergessen, all die tragischen Helden und Heldinnen. Es geht hier ja um ein Stück reinster Fiktion, um ein Genre, das von Lo & Leduc ganz konsequent durchexerziert wird: Im Moment, als die Verehrte nach jahrelangen Fehlversuchen endlich abnimmt, darf es, nach den Regeln der Romantik, nicht zur Erfüllung kommen. Statt dessen kommt das Tram und überfährt den telefonischen Minnesänger. Das ist, mit Verlaub, ziemlich gross.

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    Alle Leser-Kommentare
  • überflüssig 16.08.2018 07:06
    Highlight Highlight romatisch oder stalking hängt eindeutig vom blickwinkel ab.
    es wurde nicht gefordert, den song zu verbieten. es wurde eine berechtigte meinung geäussert, die - wenn man sich das ganze objektiv überlegt - nicht von der hand zu weisen ist.
    frau fumicello hier so niederzumachen ist unangebracht.
    dass das ganze so aufgebauscht wird, ist eher fragwürdig.
    und jetzt noch ganz unkultiviert: ob ich jahrhunderte alte literatur zum massstab für heutiges gender-empfinden heranziehen will, sei dahingestellt.
    all das sagt nichts über den „wert“ des songs (oder der literatur) aus, darum geht es nicht.
  • Special K 16.08.2018 06:03
    Highlight Highlight 079 ist nicht romantisch. Stallung ist nicht romantisch. Ihre Übersicht zeigt aber gut, dass die Weltliteratur vor Sexismus nur so strotzt.

    Und nein, man muss Weltliteratur nicht umschreiben, aber man muss heute nicht mehr die alten sexistischen Muster replizieren.
    • Special K 16.08.2018 15:30
      Highlight Highlight Stallung = Stalking
      Scheissautokorrektur 🤦‍♀️
  • Troll Watson 15.08.2018 13:30
    Highlight Highlight Mein einziges Statement:
    Der Song ist musikalisch so wie Inhaltlich unterletzte Schublade, und ich frage mich mittlerweile wie viel Geld dafür Floss diesen so im Radio zu promoten.
    Sich das jeden Tag antun zu müssen, nur weil im Geschäft ein Radio läuft ist eine Qual.
    Mittlerweile habe ich die Hoffnung in die Menschen verloren, soweit es um musikalische Ansprüche geht.
    Diese "Künstler" haben sich meiner Meinung nach kein Quantum Aufmerkasmkeit verdient.
  • Hugetubler 15.08.2018 13:01
    Highlight Highlight Da wird in Genf eine Gruppe junger Frauen halb tod geprügelt. Da wird in Zürich eine Gruppe junger Frauen halb tod geprügelt. Und Frau Funicello findet es prioritär sich über diesen „sexistischen“ Song aufzuregen? Wer wählt solche Politiker eigentlich?
  • _PP_ 15.08.2018 10:08
    Highlight Highlight Es geht doch nicht darum, Leute pauschal als böse Drecks-Sexisten zu beschimpfen. Es geht nur darum, zu hinterfragen. Zu hinterfragen ob wir vielleicht schon so fest an Dinge gewöhnt sind, dass uns bestimmte Handlungen einfach als normal vorkommen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich als ich das Lied das erste Mal gehört habe auch gedacht habe, "schon ein wenig creepy wie hartnäckig er ist" sie würde ja kaum 6 Jahre verstreichen lassen, wenn sie wirklich interessiert wäre oder? Ich finde es zudem auch wirklich krass, wie die meisten hier reagieren. Ist es so ein Kapitalverbrechen zu hinterfragen?
    • ulmo 15.08.2018 21:14
      Highlight Highlight Du hast völlig recht!
      Anscheinend fühlen sich viele Leute bedroht, wenn man ihre Unterhaltung auf solche Sachen hin analysiert. Verstehe auch nicht, woher dass genau kommt. Aber nur weil jemand ein paar problematisch Aspekte eines Werks anspricht, wird schon der Teufel an die Wand gemalt und von Denkverboten und Bücherverbrennung geredet!?

      Dabei könnte man doch auch auf einer anderen Ebene darüber diskutieren, in dem man sich mit den Vorwürfen inhaltlich auseinadersetzt.
  • ulmo 15.08.2018 00:06
    Highlight Highlight Vielleicht geht es im Lied ja weder um Sexismus noch Romantik. Stattdessen ist es eine lehrreiche Parabel zu IT-Sicherheit:

    Alice hat ihren direkten Kommunikationskanal mit einer zehnstelligen Geheimzahl gesichert. Oscar möchte auf diesen Kanal zugreifen. Mittels Social Engineering schafft er es die Entropie der Geheimzahl zu reduzieren, damit er die verbleibenden sieben Stellen durch eine Brute-Force-Methode ermitteln kann. Dies gelingt ihm. Jedoch vernachlässigt er dabei die Sicherheit seiner eigenen Infrastruktur, welche durch einen Drive-by-Exploit kompromittiert wird.
    • Dieser Nickname wird schon verwendet. 15.08.2018 17:36
      Highlight Highlight Danke für deinen Kommentar!
    • compuking 16.08.2018 08:45
      Highlight Highlight Bester Kommentar EVER!
    • gigus 16.08.2018 08:51
      Highlight Highlight ulmo, dich magi. IT Sicherheit. JAMAN.
  • Barracuda 15.08.2018 00:05
    Highlight Highlight Und für mich ist es einfach nur nertötend und banal :-)
  • lalala ♪♫ 14.08.2018 23:51
    Highlight Highlight Ganz grosses Kompliment für diesen Artikel, der eine übergeordnete Perspektive über eine etwas grössere Zeitspanne und unter unterschiedlichen Aspekten aufzeigt. Differenziertheit finde ich etwas vom Wichtigsten.
    Nichts gegen Tamara Funiciello und deren meist berechtigte Anliegen; aber hier zeigt sich doch deutlich, dass das ein gesucht-geplantes Thema ist, das offensichtlich für Medienresonanz sorgen soll. Finde ich leider etwas billig.
    • _PP_ 15.08.2018 10:10
      Highlight Highlight Also ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass Tamara Funiciello nichts Besseres zu tun hat, als bei watson anzurufen und sich über 079 zu beschweren - und dann verlangt dass sie einen Artikel drüber schreiben. Das hat sie sicher nicht gemacht!
  • Drank&Drugs 14.08.2018 23:29
    Highlight Highlight Macht doch eine Bravo-Fotolovestory draus... Sommerloch geh nach Hause
  • Richu 8 14.08.2018 23:16
    Highlight Highlight Sehr sehr fraglich Frau Fumiciello... Sie sind auf bestem Wege uns Männern jegliches Verständnis zu Frauenfragen zu berauben.
    Ist man Faschist und pädophil wenn Mann Rammstein hört? NEIN.
    Stalker wenn Mann die harmlosen Lo & Leduc abspielt? NEIN!
    Every breath you take!
    Frau Fumiciello, überlegen Sie doch mal, ob Sie mit Ihren Äußerungen der Sache der Frau wirklich dienen....
    • _PP_ 15.08.2018 10:11
      Highlight Highlight Sie hat doch nie etwas dieser Dinge gesagt! Das legen sie ihr jetzt einfach in den Mund. Finde ich schon fraglich.
  • lilagreen 14.08.2018 22:47
    Highlight Highlight danke!!! isch ja chum zum glaube gsii, die schlagzile...
  •  Baloo 14.08.2018 22:41
    Highlight Highlight Danke!
    Hab ich doch tatsächlich einen Moment lang an meinem Verständniss was nun sexistisch ist gezweifelt..
    • _PP_ 15.08.2018 10:14
      Highlight Highlight Kann man nicht hinterfragen, welches Bild dieses Szenario vermittelt? Der Mann als "Jäger", der der Frau als "Beute" jahrelang auf dem Fersen ist? Ist es verboten, das nicht cool zu finden?
    • Hierundjetzt 15.08.2018 19:40
      Highlight Highlight PP: Evolution ist für Dich wohl auch nur ein gesellschaftliches Konstrukt.

      Zähl mir ein Tierart aus den letzten 2 Mrd Jahren auf, bei der das Weibchen die Jagd macht.

      Lass Dir ruhig Zeit. Kein Problem.

      Aber das „Evolution darf man doch wohl hinterfragen“ gehört in die Kategorie fehlende Schulbildung.
  • Ohniznachtisbett 14.08.2018 22:40
    Highlight Highlight Danke
  • Der Tom 14.08.2018 21:18
    Highlight Highlight Wenn einem Mann eine Frau gefällt sollte er einen Brief schreiben. So neutral wie möglich sein Interesse bekunden und sehr neutral begründen. Am besten lässt man das Schreiben von einer Rechtsberatung überprüfen und von einem Notar oder einer Notarin beglaubigen. Eine Datenschutzerklärung sollte selbstverständlich beigefügt werden. Solange die Frau nicht antwortet muss der Interessensbekundigte jede Begegnung vermeiden. Also vielleicht für immer.
    • _PP_ 15.08.2018 10:14
      Highlight Highlight Unsinn
    • ulmo 15.08.2018 21:55
      Highlight Highlight @Der Tom
      Oder - und dass tönt möglicherweise noch abwegiger als dein Vorschlag - man kommuniziert einfach mit der Frau. Man vermittelt sein Interesse dabei mehr oder weniger direkt, verbal oder non-verbal. Anhand der verbalen und non-verbale Reaktion des Gegenübers sieht man, ob die Avancen erwidert werden und kann wiederum darauf reagieren. Das ganze nennt sich glaub Flirten. Wenn die Frau nicht interessiert ist, hört man einfach mit der Sache auf: Niemand hat ein Anrecht auf die Erwiderung seines Interesses! Dies wurde im Lied eben ignoriert.

      (Geheimtipp: Frauen sind auch Menschen)
    • Special K 16.08.2018 05:55
      Highlight Highlight Quatsch. Aber wenn sie nein sagt und ihre Telefonnummer nicht rausrücken will, sollte er aufhören „sein Interesse“ zu bekunden und sie nicht jahrelang stalken.
  • Jazzdaughter 14.08.2018 20:58
    Highlight Highlight Also Hand aufs Herz aber den Werther als Verehrer möchte ich nun wirklich nicht haben 😂 Der wahre creepy Stalker hier
    • kick 15.08.2018 12:01
      Highlight Highlight Absolut! Und doch kann man ihm eine gewisse Sympathie nicht absprechen.
    • Jazzdaughter 15.08.2018 15:30
      Highlight Highlight Eher bedauerndes Mitleid @fixagon
  • Izdubar 14.08.2018 20:56
    Highlight Highlight Mit dem Lied kann man es halten, wie man will. Aus Sicht des unglücklich Verliebten ist es natürlich Romantik, aus Sicht der "Angebeteten" aber eher Stalking.
    Störend ist v.a. dass Sie, Frau Meier, ca. 4200 Jahre Geschichte ausblenden, wenn die Liebeslyrik mit dem Minnesang beginnen lassen. Schon in der sumerischen und akkadischen Literatur gibt es eine grosse Zahl und Bandbreite von Liebesgedichten, und in der späteren griechischen und römischen Literatur noch viel mehr!
    • pinex 14.08.2018 22:14
      Highlight Highlight Es ist doch noch lange nicht stalking wenn jemand versucht an deine numner zu kommen.... abgesehen davon, es ist fiktion, kunst. Wieso begreifen einige das nicht?
    • _PP_ 15.08.2018 10:15
      Highlight Highlight @pinex es ist schon ein wenig creepy wenn jemand über Jahre hinweg versucht an deine Nummer zu kommen.
  • FrauMirach 14.08.2018 20:10
    Highlight Highlight Merci für den wunderbaren Kommentar. Dass Vergleiche immer hinken macht ihn umso sümpatischer. I schänke dir mis Härz ... So guet!
  • ulmo 14.08.2018 20:07
    Highlight Highlight Bei genauerer Betrachtung ist im Text durchaus ein problematisches Romantikverständnis enthalten:
    Ein Mann ruft eine Frau jeden Tag an ihrem Arbeitsplatz an, an dem Sie ihm nicht aus dem Weg gehen kann. Sie zeigt kein Anzeichen von Interesse: „Nid mal tschüss het si gseit“, „tüt tüt het si gseit“. Als er sie schlussendlich um die Vorwahl bittet, wimmelt sie ihn mit „079 Du weisch no nüt“ ab. Wo zeigt sich da ihr Interesse bzw. ihre „Suggestion“? Diese wird einfach in ihre zurückhaltende Abweisung (eines Kunden) reininterpretiert. Die Romantik scheint da nur Wunschdenken der Erzähler zu sein..
    • grind 14.08.2018 20:49
      Highlight Highlight oder aber es hat sich einfach gut gereimt
    • saja 14.08.2018 21:05
      Highlight Highlight Wie kommst du auf Suggestion? Es gibt nicht die eine literarische Romantik. Das Lied beruht auf dem Konzept der Minne. In Minneliedern werden die 'Anwärter' von den Minnedamen meist ignoriert und teils gedemütigt, oft ist das weibliche Pendant im Lied gar nicht zu hören sondern wird nur angebetet.
    • kupus@kombajn 14.08.2018 21:08
      Highlight Highlight Mein Gott, das ist ein Song und kein Zeitungsartikel! Simone Meier, ich und noch gaaaaanz viele interpretieren es so, einige möchten halt ganz übles Stalking sehen. Jeder so, wie er es haben will. So ist Kunst nun einmal.
    Weitere Antworten anzeigen
  • kupus@kombajn 14.08.2018 20:03
    Highlight Highlight Like
  • Bababobo 14.08.2018 19:59
    Highlight Highlight Hmm, ich habe bis heute den Song nicht gehört.
    • Mia_san_mia 14.08.2018 21:23
      Highlight Highlight Das glaube ich nicht. Aber ist halt ein cooler Kommentar 🙄
    • Aglaya 14.08.2018 21:56
      Highlight Highlight Ganz habe ich den Song auch noch nie gehört (das geht durchaus, wenn man nie Radio hört). Da ich aber übermorgen an einem Open Air bin, wo auch Lo & Leduc auftreten, werde ich wohl nicht mehr länger drum herum kommen...
    • McStem 14.08.2018 22:43
      Highlight Highlight Wieso? Kann schon sein. Ich bspw. höre kein Radio (Spotify) und gehe in Bars die nicht dem Genre entsprechen.
      Ich hab das Lied zum ersten und letzten mal am OpenAir SG gehört (Nicht am selben Tag).
    Weitere Antworten anzeigen
  • Inspector 14.08.2018 19:57
    Highlight Highlight Meiner Meinung nach ist das Lied weder sexistisch noch romantisch dafür super nervig. Naja - der Grosserfolg gibt L & L recht. Da kann man nur gratulieren.
  • saja 14.08.2018 19:51
    Highlight Highlight Ich liebe Romeo und Julia wie auch Madame Bovary. Aber mit der Minnesänger-Romantik, auf die sich 079 direkter bezieht, kann man mich umgangssprachlich jagen. Das ist nichts weiter als exzessiver Masochismus einer männlichen Figur, dessen Antrieb wohl zufällig eine weibliche ist. Die Hörigkeit gegenüber einer Stimme erinnert mich zusätzlich an doofe Bibelstellen. Hoch lebe hingegen die Antike, in der die qualitativ hochstehende Romantik inkl. interessanter, da nicht eingleisiger Handlung des Romeo und Julia Stoffes fusst.
  • nikON 14.08.2018 19:48
    Highlight Highlight danke! sie haben in worte gefasst was ich gefühlt habe. ganz gross frau meier
    • Simone M. 15.08.2018 11:14
      Highlight Highlight My pleasure!
  • The oder ich 14.08.2018 19:33
    Highlight Highlight Herzlichen Dank für die präzise Analyse und den übergreifenden Bogen von Romeo und Julia über Tristan und Isolde zu Rosamunde Pilcher mit ihren seriellen Gefühlspornos.

    Aber eine solche philologische Ableitung kann mit der materialistisch-dialektischen Interpretation der Juso-Präsident*in gar nicht zusammenkommen (zum Glück).
    Benutzer Bildabspielen
  • bueggi 14.08.2018 19:14
    Highlight Highlight Vielen Dank Simone Meier.

    Genau so wie beschrieben, habe ich den Song auch immer verstanden.
    Pure, harte und hoffnungslose Romantik. Keine Spur von Sexismus.

    Nun bitte noch an Frau Funiciello weiterleiten.
    • dding (@ sahra) 15.08.2018 01:49
      Highlight Highlight Frau F weiss genau was sie will.
      In den NR.
      Und dies geht halt nur über (negative) Aufmerksamkeit.
  • Calvin Whatison 14.08.2018 19:06
    Highlight Highlight Das ist aber mal ein romantischer Kommentar! 💝👍🏻

    Frau Meier liest sich mir immer besser. 👏🏻
  • Anemoi 14.08.2018 19:06
    Highlight Highlight Vielen Dank Simone Meier, Sie haben es absolut auf den Punkt getroffen!
  • farbarch1 14.08.2018 19:03
    Highlight Highlight Wenn man die Übersicht behalten kann ist das Leben einfacher. Danke für Frau Simone Meier für diesen literarischen Überflug.
  • Raudrhar 14.08.2018 18:53
    Highlight Highlight Dem ist nichts hinzuzufügen. Sehr schöner Kommentar :)
  • löpersonelldacompagnemo 14.08.2018 18:53
    Highlight Highlight Dieser Artikel ist, mit Verlaub, ebenfalls ziemlich gross. Nein, sogar sehr gross. Danke
  • SJ_California 14.08.2018 18:53
    Highlight Highlight Ich mag den Vergleich mit Rosamunde Pilcher, denn diese künstlichen Happy Ends sind wirklich alles andere als romantisch.
    Aber ein Mann, der 6.5 Jahre lang jede Minute investiert um die eine zu finden - wow! Welche Frau will das nicht? Ich glaube, Tamara Funiciello ist einfach sehr eifersüchtig...
    • ulmo 14.08.2018 20:10
      Highlight Highlight Welche Frau könnte das wohl nicht wollen? Vielleicht eine, welche sich nicht für den Mann interessiert ist und ihm keinerlei Zeichen von Interesse gezeigt hat?
    • pinex 14.08.2018 22:20
      Highlight Highlight Klar aber davon ist ja die frau nicht gross beeinflusst, da er ihre nummer erst zum schluss findet ;)
    • überflüssig 16.08.2018 06:54
      Highlight Highlight eifersüchtig? okay ...
      sorry aber: welche frau würde das wollen?
      in der vorstellung kann das unter umständen ja sehr romantisch daherkommen. nun das ganze bild mal mit einem mann vorstellen, für den sie sich wirklich nicht interessieren. immer noch romantisch?
  • Madison Pierce 14.08.2018 18:40
    Highlight Highlight Im Grundsatz bin ich einverstanden, aber zwei Blödelsänger mit Stimmverzerrern als Nachfolger von Mani Matter zu sehen geht schon sehr weit.
    • winglet55 14.08.2018 20:15
      Highlight Highlight Blödelsänger? was rauchen sie so an homöopathischen Kräutern?
    • gupa 14.08.2018 20:31
      Highlight Highlight Die Texte von Lo&Leduc sind durchaus wohlüberlegt und poetisch. Man muss halt auch mal genau hinhören.
    • BuddySpence 14.08.2018 20:55
      Highlight Highlight Nun, zuerst sind die beiden Rapper, keine Sänger. Offiziell. Und weiter. Hast Du schon einmal den Texten richtig zugehört? Okay, 079 ist da jetzt ein nicht optimales Beispiel. Aber sonst... die sind schlicht genial. Fast jeder Text strotzt nur so von genialen Wortspielen und versteckten Witzen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Barsukas 14.08.2018 18:34
    Highlight Highlight Vielen Dank, Simone Meier. Sie sprechen mir aus dem Herzen.
    Walter von der Vogelweide
    • Simone M. 15.08.2018 11:12
      Highlight Highlight Ohhhh. Ich sag nur: «Schône sanc diu nahtegal».

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