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Spiel mit der Identität: David Bowie als Kunstfigur Ziggy Stardust (1972). Bild: AP

Kommentar

Fluid werden! So könnten Staat und Gesellschaft ganz ohne Geschlechter funktionieren 

Der Bundesrat will Transmenschen Geschlechts- und Namensänderung erleichtern. Das ist gut. Ein drittes Geschlecht im Personenstandsregister einführen will er nicht. Das ist schlecht. Wie weiter? Ein Gedankenexperiment zu Gesellschaft und Geschlechtern.



Das Juristendeutsch lenkt davon ab, aber der Kerngedanke dahinter ist erfreulich progressiv:

«Jede Person, die innerlich fest davon überzeugt ist, nicht dem im Personenstandsregister eingetragenen Geschlecht zuzugehören, kann gegenüber der Zivilstandsbeamtin oder dem Zivilstandsbeamten erklären, dass sie den Eintrag ändern lassen will.»

Mit diesem Artikel will der Bundesrat das Zivilgesetzbuch ergänzen. Geschlechtsänderungen im Personenstandsregister sollen in Zukunft auf unbürokratische Weise möglich werden.

Der Vorentwurf des Bundesrats hat noch Mängel und ist teilweise zu mutlos ausgefallen. Enttäuschend ist, dass er darauf verzichtet, ein drittes Geschlecht einzuführen für Personen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen. Doch die grundsätzliche Stossrichtung stimmt.

Keine Lifestyle-Politik

Kritik kam von SVP-Nationalrat Sebastian Frehner. Er beklagte sich gegenüber 10 vor 10, im Sinne von «Diversity» würden heutzutage «Hunderte von Minderheiten geschaffen». Dabei ginge der «weisse, heterosexuelle, christliche Schweizermann» vergessen. So ähnlich tönt es aus konservativen Kreisen stets, wenn die Gesetze der real existierenden Vielfalt der Lebensformen in der Schweiz angepasst werden. Das wird als Verrat an der  traditionellen Familie gesehen, als Verhätschelung von Minderheiten.

Unrecht einen Riegel zu schieben, ist kein Minderheiten-Appeasement.

Aussagen wie jene von Frehner sind Unsinn. Die Rücksichtnahme auf Minderheiten ist keine «nice to have»-Lifestyle-Politik, sondern eine Frage der Menschlichkeit. Beispiel Transmenschen: Das Geschlecht ist einer der wirkungsmächtigsten gesellschaftlichen Marker. Wer im falschen geboren wurde, der leidet darunter. Selbstbestimmt das Geschlecht wählen zu können, dem man sich zugehörig fühlt, sollte deshalb ein Grundrecht sein.

Doch bis vor Kurzem wurden Transmenschen zu sterilisierenden Operationen gezwungen, wollten sie ihr Geschlecht im Personenstandsregister ändern lassen. Diesem Unrecht einen Riegel zu schieben, ist kein Minderheiten-Appeasement.

Geht Gesellschaft ohne Geschlecht?

Das enge Korsett des binären Geschlechtersystems schafft Leiden. Die Frage ist deshalb berechtigt: Warum muss der Staat, muss die Gesellschaft eigentlich jedem Menschen ein eindeutiges Geschlecht zuordnen? Im Nationalrat sind derzeit zwei Vorstösse hängig, die verlangen, den Verzicht auf die Geschlechtererhebung im Personenregister zu prüfen. Ein User präsentierte in seinem Kommentar einen noch weitergehenden Vorschlag.

Ohne Frage: Die völlige Auflösung der Geschlechter in Staat und Gesellschaft ist eine Utopie. Geschlechter machen Identität aus, sie können Halt geben und Orientierung. Unbeachtet von nicht-binären Menschen sind wir auch bei den «traditionellen Geschlechtern» Mann und Frau meilenweit von einer Gleichstellung entfernt. In dieser Hinsicht ist unsere Gesellschaft nicht egalitär. Deshalb würde ein «geschlechterblinder» Staat auch die Augen vor Diskriminierung schliessen.

Identität statt Diskriminierung

Einen solchen Staat darf es folglich erst in einer Gesellschaft geben, die Haus- und Erwerbsarbeit fair verteilt, die für gleiche Arbeit gleiche Löhne zahlt, die Partnerschaften und Familienformen ungeachtet von Geschlechtern und sexueller Orientierung akzeptiert. Doch als Utopie, als Fernziel, ist der Gedanke reizvoll.

Geschlechtliche Idealtypen zu konstruieren und Abweichungen davon zu diskriminieren, ist einer liberalen Demokratie unwürdig.

In dieser Gesellschaft bliebe das Geschlecht ein wichtiges Identitätsmerkmal, aber wäre kein Kriterium für Diskriminierung mehr. Und in einer solchen Gesellschaft gebe es keine Notwendigkeit mehr für Geschlechterunterschiede etwa beim Rentenalter, bei der allgemeinen Dienstpflicht oder beim Adoptionsrecht. Das würde zu einem entspannteren Umgang mit dem Thema führen – und die ungesund aufgewertete Bedeutung des Geschlechts reduzieren.

Denn Geschlechteridentitäten sind immer fluid, weiss die Forschung. Jeder noch so «männliche Mann» hat auch so genannt weibliche Seiten – und umgekehrt. Irgendwelche geschlechtlichen Idealtypen zu konstruieren und Abweichungen davon zu diskriminieren, ist einer liberalen Demokratie unwürdig. So entstehen Ungerechtigkeiten und Unrecht. Und das verhindert letzten Endes eine wahrhaft freiheitliche Gesellschaft. Wir müssen fluid sein – sonst werden wir untergehen.

Androgynes Idol: David Bowies Leben in Bildern

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    Alle Leser-Kommentare
  • Nitzgi 27.05.2018 12:09
    Highlight Highlight Ich bin ein wenig entsetzt darüber wie hier alle am rumheulen sind. Warum kann man denen die halt ein drittes Geschlecht im Pass stehen haben wollen nicht das geben? Vierliert man wirklich soviel wenn man das tut? Und sich immer nach der Mehrheit richten ist genau so bescheuert wie sich immer nach einer Minderheit richten. Quantität schafft weder Recht noch Wahrheit. Und von wegen die Biologie wird über den Haufen geworfen: Es gibt zweigeschlechtliche Menschen tatsächlich in einem biologischen Sinn! Und ganz ehrlich, wenn das bei mir so wäre, würde ich mich im Moment diskriminiert fühlen.
  • grandvlad 27.05.2018 09:54
    Highlight Highlight Kommentare zeigen, dass Menschen, welche sich als höchst entwickeltes Wesen sehen, noch immer in Schranken denken, wie: Ausländer, Asylanten, Frauen, Männer, weiss, schwarz, gelb, rot usw. Werden die Menschen es je schaffen an Menschen zu denken ohne schubladisierendes Denken?
  • Mensgi 26.05.2018 18:18
    Highlight Highlight Bei dosierungen von Medikameneten wäre es wichtig das Geschlächt zu wissen.
  • Greet 26.05.2018 16:52
    Highlight Highlight Ich freue mich auf die Abschaffung der geschlechtergetrennten Badis. Öhm, aber das hat doch kürzlich ein SVP-Politiker in Zürich auch verlangt... jetzt bin ich verwirrt.
  • Ohniznachtisbett 26.05.2018 16:38
    Highlight Highlight Frage: Wenn eine nicht-operierte Frau mit Schnäbi ein Kind zeugt. Wird "sie" dann beim Kind als Mutter oder Vater eingetragen? Es ist doch absurd wegen wenigen 100 alles auf den Kopf zu stellen.
    • Hierundjetzt 26.05.2018 17:27
      Highlight Highlight Mit der Geschlechtsumwandlung werden auch sämtliche amtlichen Dokumente angepasst. Dann bist Du logischerweise die Mutter.

      Das Kind hingegen hat zum Zeitpunkt der Zeugung einen Vater. Und der bleibt bis zum Tod des Kindes so fix eingetragen.

      Das alles ist absolut korrekt uns sinnvoll wie es ist
    • Ohniznachtisbett 26.05.2018 17:36
      Highlight Highlight So einfach scheint es mir nicht. Wenn ich einfach auf die Einwohnerkontrolle gehen kann und mein amtliches Geschlecht ändern, hat sich ja bei mir biologisch gar nichts geändert. Wenn also in meinem Pass steht ich sei eine Frau, kann ich trotzdem immer noch den männlichen Part der Fortpflanzung tun und ein Kind zeugen. Und dann soll ich von diesem Kind die Mutter sein? oder doch der Vater. Oder steht dann in der Geburtsurkunde Vater: Vreni Meier??? Gugus oder?
    • Hierundjetzt 26.05.2018 18:13
      Highlight Highlight Sooo einfach ist es dann doch nicht. Du musst via Gericht Deine Änderung beantragen und vor Gericht zählen nur Fakten bzw medizinische Atteste.

      Erst mit dem Gerichtsbeschluss kannst Du zur Einwohnerkontrolle.

      In Deinem Beispiel bist Du ja immer noch biologisch männlich einfach zusätzlich mit zwei Frauenbrüsten.

      Dem Staat ist es in dieser Sache egal was Dein aktuelles (!) Gefühl ist. Den sämtliche Sozialwerke, KK und Arbeitsverhältnisse sind vom Geschlechtswechsel betroffen. Als „Frau“ mit Penis wirst Du kaum Mutterschaftsurlaub beantragen können...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ohniznachtisbett 26.05.2018 16:35
    Highlight Highlight Also spätestens kurz vor dem 64. Geburri werde ich de Zivilstandsbeamten erklären, dass ich mich doch eher als Frau fühle.
  • Christian Rusch 26.05.2018 16:01
    Highlight Highlight Was sind das für Leute, die sich so was ausdenken? Das sind Steinzeit-Marxisten. Nur die wollen die Familie und das Geschlecht zerstören. Nein, wir müssen nicht Fluid werden und die Natur lässt sich nicht politisch ändern.
  • MacB 26.05.2018 15:42
    Highlight Highlight Die Bürokratie und Verweichlung der westlichen Welt wird noch unser Untergang sein. Minderheitenschutz ja aber wie bei allem mit gesundem Menschenverstand und ohne Parallelgesellschaften.

    Der Vorschlag des Bundesrats ist doch ein erster guter Schritt, seid doch auch mal zufrieden...mamma mia wie dieses Dauergechrei wegen jedem Furz nervt...
  • sgrandis 26.05.2018 15:34
    Highlight Highlight Sehr schlauer Vorschlag: Geschlecht sollte eine private Angelegenheit sein, wie Religion, sexuelle Orientierung, (gewaltfreie) Weltanschauung, Nahrungsvorlieben, etc.

    Vllt erreicht man Gleichberechtigung eher durch die rechtliche Abschaffung von diskriminierenden (im ursprünglichen Sinnen von "unterscheidend") rechtlichen Einteilungen, als durch Gesetze die versuchen real-existierende Diskriminierung zu kompensieren.

    Das ist eine grundsätzlich humane Einstellung: vor dem Gesetz sind wir alle gleich!

    Du kannst dann privat gerne so männlich oder weiblich sein wie du willst!
    • Hierundjetzt 26.05.2018 16:10
      Highlight Highlight Nach diesem flammenden Appell wechseln wir nun kurz in die Realität:

      Dein Vorschlag bedingt:

      Abschaffung der Mutterschaftsversicherung

      Abschaffung Wittwenrente (Sgrandis zahlt dann beim Ableben von Papa die Differenz)

      Erweiterung Militärdienst

      Abschaffung Frauenhäuser

      Abschaffung Kinderschutz (wir sind alle gleich)

      Abschaffung Kinderarbeit

      usw.

      Sgrandis, warum möchtest Du wieder ins Mittelalter bzw in die Bronzezeit zurück? Ehrlich, wie kommt ein erwachsener Mensch auf sowas? 😳

    • sgrandis 27.05.2018 12:29
      Highlight Highlight natürlich sehe ich ein, dass das radikal klingt. Aber Kinderschutz hat nichts mit Geschlecht sondern mit Alter zu tun. Und Mutter kann man unabhängig vom Geschlecht definieren (der Mensch der das Kind zur Welt bringt, der trägt nämlich die Risiken, unabhängig vom Geschlecht dass er sich zuschreibt). Witwenrente für jeden Zurückgebliebenen Ehepartner.

      Ausserdem waren im Mittelalter / in der Bronzezeit Geschlechtsunterschiede noch stärker ausgeprägt als heute... Dort war es ganz wesentlich was bei deiner Geburt zwischen deinen Beine war
  • Bivio 26.05.2018 15:13
    Highlight Highlight Obwohl ich mit Sebastian Frehner nicht oft einer Meinung bin, hat er in diesem Punkt recht. Auf der einen Seite wollen die Linken alle Klassen und Gruppen aufheben. Gleichzeitig schaffen sie immer neue Gruppenidentitäten, welche überall Diskriminierung und Unterdrückung sehen. Dieses Group-Identity-Thinking ist äusserst gefährlich und beherbergt starken sozialen Zündstoff, da es zu einem vermehrten Stammesdenken führt. Ich finde die Regel, welche der BR getroffen hat sehr gut, da er Rücksicht auf die Betroffenen nimmt und dennoch nicht zusätzliche Gruppen schafft.
  • irgendwie so: 26.05.2018 15:05
    Highlight Highlight Die Auflösung von Mann & Frau zu Mensch wird es erst geben, wenn ein geborener XY-Chromosomen-Mensch sein recht auf eine Schwangerschaft durchsetzen kann.
    Und das wird wohl noch einige Zeit dauern, Fluidität hin oder her.
    Bis dahin wird man hoffentlich immer auch zwischen XX und XY unterscheiden, immer mehr gleichberechtigt, immer sorgfältiger, freundlicher, freiheitlicher, auch fluider, egal wie das Schicksal genetisch vorgespurt hat. Aber der Unterschied wird bleiben. Das kann man gut finden oder nicht, spielt keine Rolle, das ist einfach (noch) so.
  • nicbel 26.05.2018 15:04
    Highlight Highlight Kann man nicht einfach akzeptieren dass es nur 2 Geschlechter gibt und sich wichtigeren Problemen widmen?
    • Hierundjetzt 26.05.2018 16:17
      Highlight Highlight Nein. Dafür lebst Du zuwenig lang in der reichsten Stadt der Schweiz, Zürich. Hier werden gerne Probleme erschaffen die es noch gar nie gab. Quasi ein Labor für soziale Experimente 🔬

      „Begegnungsstrassen“ war bis jetzt der letzte Schrei. Bis man „plötzlich“ feststellte, dass es ja noch Auswärtige gibt, die diese Form der Signalisation gar nicht kennt. 🙄
  • Karl33 26.05.2018 14:58
    Highlight Highlight "Einen solchen Staat darf es folglich erst in einer Gesellschaft geben, die Haus- und Erwerbsarbeit fair verteilt, die für gleiche Arbeit gleiche Löhne zahlt, die Partnerschaften und Familienformen ungeachtet von Geschlechtern und sexueller Orientierung akzeptiert."

    Weshalb tauchen in dieser Aufzählung der Dienstzwang, das Rentenalter, die nicht-existierende Wittwerrente nicht auf? Manchmal ist nicht zu übersehen, dass gewisse Menschen Gleichstellung als Einbahnstrasse ansehen. Es mindert deren Glaubwürdigkeit erheblich.
  • Turi 26.05.2018 14:47
    Highlight Highlight vor der einberufung zum militärdienst würde ich mich wahrscheinlich auch mehr als frau fühlen.
  • Hierundjetzt 26.05.2018 14:19
    Highlight Highlight Nur damit ich es richtig einordnen kann: Wegen ca. 2‘000 Menschen stellen wir die Biologie auf den Kopf und werden geschlechtslos im Amtsverkehr?

    Bei Pass, Mutterschaftsurlaub, Militär oder Lohngleichheit führen wir das Geschlecht dann wieder ein? Weil aus Gründen?

    Wir sind ein Land der Minderheiten, gerne bin ich bereit jeder relevanten Ihre Besonderheiten zuzugestehen. In der KK Grundversicherung ist die Geschlechtsumwandlung mitversichert, eine Anpassung wie vom BR vorgeschlagen ist ok.

    Aber das sich 99,975% Anpassen sollen? Nö. Das ist komplett lächerlich und peinlich
    • sgrandis 26.05.2018 15:32
      Highlight Highlight Mutter = der Mensch der das kind auf die Welt bringt

      Lohngleichheit bitte zwischen allen Menschen

      Ok, Militärdienst ist etwas schwerer (vllt ne Gelegenheit das abzuschaffen... oder Dienst für alle)
    • Hierundjetzt 26.05.2018 16:11
      Highlight Highlight Schweiz: Lohn = Private Verhandlungssache

      Venezuela, Nord Korea oder Kuba: Lohn = Staatlich
  • geisit 26.05.2018 14:17
    Highlight Highlight Was geschieht eigentlich, wenn ein Mann, welcher als Frau geboren wurde, jemanden ermordet und am Tatort lediglich die DNA des Täters zu finden ist. Forensisch würde eine Täterin bewiesen.
    Zum DNA-Test würde nur Frauen geprüft, oder würde man den eigentlichen Täter, trotz Identitätsänderung, aufbieten?
    • River 26.05.2018 16:03
      Highlight Highlight Interessant!
    • geisit 26.05.2018 17:06
      Highlight Highlight Gesellschaftlich ist es mir ziemlich egal, als was sich ein Individuum bezeichnet oder bezeichnet werden will. Aber biologisch gibt es nur die binäre (mit einigen wenigen Ausnahmen) Möglichkeit.
    • ciaociao 26.05.2018 22:07
      Highlight Highlight asmodeus: nein, du falsch.
  • Jol Bear 26.05.2018 14:12
    Highlight Highlight Darf sich ein Mensch dann überhaupt noch als Mann oder als Frau fühlen oder wird dieses Empfinden per Staatsgewalt unter Strafe gestellt?
    • Ale Ice 26.05.2018 15:33
      Highlight Highlight @Jo Bear
      Der Mensch darf.
      Diese Freiheit lässt dieses Gedankenexperiment.
      Es geht ja nicht darum, Identifikationsmöglichkeiten zu verbieten. Sondern auf der Basis "Anerkennung von Tatsachen" Diversität als Wesen menschlicher Gesellschaft zu respektieren.
    • sgrandis 26.05.2018 15:38
      Highlight Highlight natürlich darf er fühlen was er will. Es ist ja rechtlich auch egal ob du lieber Kaffe oder Tee trinkst. Nur weil der Staat eine Unterscheidung als rechtlich irrelevant wahrnimmt, verbietet er dir nicht, wie du dich fühlst!

      Du darfst sogar Tee UND Kaffe mögen, oder sogar mischen (obwohl mir das persönlich zu weit geht...)
  • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 26.05.2018 13:40
    Highlight Highlight Geschlechter auflösen wäre einerseits gut, weil es die Diskriminierung der Männer (Pension, Witwenrente, Militär, Quoten) beenden würde.

    Für Mädchen und Frauen in Garderoben etc., wär’s dramatisch, wenn jeder Spanner sich mal kurz als Frau fühlen kann.

    Den Steuerzahler wird’s für ein paar Promille die echt ein unklares biologisches Geschlecht haben, superteure Anpassungen geben.
    Und irgendwelche sexuelle Präferenz sind Privatsache, die nichts mit Geschlecht zu tun haben.
  • Oli Kamer 26.05.2018 13:21
    Highlight Highlight "Die völlige Auflösung der Geschlechter in Staat und Gesellschaft ist eine Utopie."

    Die Gesellschaft muss den Wandel selbst vollziehen. Der Staat hingegen kann einfach reformiert werden. Hier und jetzt alle Vorkomnisse von Geschlecht aus der Verfassung und allen Gesetzen streichen. Wenn es keine Differenzierung der Geschlechter gibt, kann es zumindest vom Text her auch keine Diskriminierung geben.

    Anstatt auf Befriffe, sollte man sich auf Fakten berufen. Es ist klar das eine schwangere Person besonderen Schutz verdient, aber dazu muss Sie nicht zwinged fest als Frau definiert sein.
    • FancyFish - Stoppt Zensur! 26.05.2018 14:00
      Highlight Highlight Naja nur Frauen können schwanger werden
    • Asmodeus 26.05.2018 14:56
      Highlight Highlight Nope. Männer können dies auch. Es benötigt lediglich gewisse biologische Voraussetzungen wie eine Gebärmutter etc.

      Die sind extrem selten gegeben, aber möglich.
    • FancyFish - Stoppt Zensur! 26.05.2018 15:53
      Highlight Highlight Wie selten denn? Intersexualität betrifft meines Wissens lange unter 1% der Gesamtbevölkerung
    Weitere Antworten anzeigen
  • lilie 26.05.2018 12:44
    Highlight Highlight Herr Frehner bezeichnet ernsthaft die Mehrheit in der Schweiz als "weisser, christlicher, heterosexueller Mann"? 😂😂😂

    Also, in dieser Kategorisierung müsste wohl die Mehrheit als "weisse, christliche*, heterosexuelle Frau" bezeichnet werden. 😉

    * lies: einer der beiden Landeskirchen angehörig; ob gläubig und/oder praktizierend steht auf einem anderen Blatt...
    • Mutzli 27.05.2018 03:16
      Highlight Highlight In der Sicht eines Frehners können wir weissen Männer (bin allerdings nicht christlich, deshalb zähl ich wohl nur halb) per definition nie und nimmers eine Minderheit sein, da sie ja immer und überall das allerwichtigste sein müssen. Hauptsache über die bösen Minderheiten wettern, um dann ohne Gespür für Ironie vorzujammern wie wir armen Männer doch so schrecklich unterdrückt sind. Wir hattens bis jetzt ja aber auch wirklich nicht leicht, wir stellen ja nur die Mehrheit in der Regierung, hatten erst 110 Bundesräte und haben selbst ausgewählt, dass wir im Militär rumturnen müssen... Schlimm das
  • stadtzuercher 26.05.2018 12:39
    Highlight Highlight Bin dann mal gespannt, wenn all die geschlechterspezifischen Gesetze und Verordnungen umgeschrieben werden müssen. Geschlechtergetrennte Garderoben und WCs, Frauenparkplätze, Militärdienstzwang, Rentenalter...
    • Oli Kamer 26.05.2018 13:24
      Highlight Highlight Geschlechtergetrennte Geraderoben: Wenn die Personen erwachsen sind ohne Trennung oder individuelle Kabinen

      WCs: Also ich habe sowieso am liebsten ein WC mit Türe.

      Frauenparkplätze: Weder ein Gestz noch eine Verordnung.

      Militärdienstzwang: Abschaffen und durch eine allgemeine Dienstpflicht im Sozialen ersetzen.

      Rentenalter: Vereinheitlichung des Rentenalters auf eine Gemeinsame Basis. Setz allerdings voraus das die Lohngleichheit stark umgesetzt ist.
    • Hierundjetzt 26.05.2018 15:32
      Highlight Highlight Ein bisschen Kraut und Rüben was Du da schreibst, Oli...

      AHV, PK: Massgebend ist die Anzahl Jahre die Du einzahlst. Der Betrag ist 2 Prio

      Frauenparkplätze: Steht im Baugesetz

      Garderobe: Zur Vermeidung sexueller Übergriffe und der Anerkennung natürlicher menschlicher Scham vor Entblössung.

      Oder warum zieht sich den unser Oli nicht auf der Strasse *vor* dem Fitnesszentrum um😉
    • Slavoj Žižek 26.05.2018 15:33
      Highlight Highlight Oder Leistungssport...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ale Ice 26.05.2018 12:07
    Highlight Highlight "Die Rücksichtnahme auf Minderheiten ist keine «nice to have»-Lifestyle-Politik, sondern eine Frage der Menschlichkeit."

    Mehr noch: Die Anerkennung von Minderheiten ...

    Danke für diesen grossartigen kleinen Artikel!
  • Patronus 26.05.2018 12:02
    Highlight Highlight Ich würde gerne mal ein Kind erziehen, ohne dass das Umfeld dessen Geschlecht kennt. Es wäre spannend, was für Interessen das Kind entwickeln würde. Ich glaube dass viele Merkmale von Weiblichkeit/Männlichkeit (gesellschaftlich) anerzogen sind.

    Natürlich wäre ein Experiment mit einem Kind nicht aussagekräftig. Und es wäre wohl gar nicht durchführbar. Und ab einem gewissen Alter würde man dem Kind damit schaden (zumindest in der heutigen Gesellschaft). Aber so als Gedankenexperiment finde ich das spannend und kann zum nachdenken anregen.
    • koks 26.05.2018 13:22
      Highlight Highlight Dreamer, solche Experimente mit Kindern hat man verschiedentlich durchgeführt. Einmal war die Fragestellung: Welche Sprache spricht ein Kind von Natur aus? Man hat dann einfach nie mit dem Kind gesprochen. Und siehe da: Das Kind sprach auch nicht (und hatte wahrscheinlich einen miserablen Start in sein Leben).

      Finde es ehrlich gesagt etwas bedenklich, wenn Kinder (und Menschen) für Experimente von irgendwelchen Ideologinnen herhalten müssen.
    • Zwerg Zwack 26.05.2018 13:36
      Highlight Highlight Als Gedankenexperiment sehr spannend, als reales Experiment wohl lieber nicht...
    • achsoooooo 26.05.2018 14:04
      Highlight Highlight @DreamerDu ich hab mal eine kurze Doku über eine nordische Familie (Norwegen? Schweden? ev. Dänemark?) gesehen, die ihre Kinder so erzogen hat.
      Der Vater fragte sie jeden Morgen,ob sie mit er/sie/es angesprochen werden wollten.
      Dem Kind war es meiner Meinung nach sichtlich unwohl und verunsichert.
      Müssen Kinder solche Entscheidungen treffen? Soll das Geschlecht denn eine derartige Wichtigkeit erhalten, man sich darauf fixieren?
      Ich denke, es wäre wichtiger, dem Kind Möglichkeiten zu GEBEN, aber nicht aufzuzwingen. Ihm zu sagen, dass es die Wahl hat, aber ohne es vor die Wahl zu stellen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • seuchengaul 26.05.2018 11:25
    Highlight Highlight leben und leben lassen.
    aber dass sich die gesamte gesellschaft wieder nach ein paar wenigen richten soll geht mir gegen den strich! und zwar nicht nur bei der gender-sache. aber die ist sehr symptomatisch.
    • Nibu 26.05.2018 12:21
      Highlight Highlight hmmm......leben und leben lassen, sofern ICH es nicht übertrieben finde, leben und leben lassen, solange ich bestimmen kann. So meinen Sie das, wenn Sie ihren Kommentar lesen.

      Die Geschlechterfluidität wird sowieso kommen, genauso wie die Einführung Frauenstimmrecht und die Aberkennung der Homosexualität als Krankheit.

      Wenn jemand bereit ist, Operationen und Stigmatisierungen auf sich zu nehmen, tut diese Person dies nicht, um jemanden auf den Schlips zu treten. Das wäre ja doch sehr viel Schmerz und Aufwand, meinen Sie nicht? Das ist ein wahres/existenzielles Bedürfnis/Notwendigket.
      LEBEN
    • Randy Orton 26.05.2018 12:36
      Highlight Highlight Keine Angst, du musst dein geschlecht nicht ändern, wenn du das nicht willst.
    • Spektor 26.05.2018 13:49
      Highlight Highlight Inwiefern richtet sich denn die Gesellschaft nach dieser Minderheit? Was ändert sich denn für dich und für diejenigen, die nicht betroffen sind? Bitte wirklich um Antwort denn mir fällt echt nichts ein.
    Weitere Antworten anzeigen

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