Schweiz
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Prämienverbilligung: Schaffhauser profitieren am meisten, Luzerner am wenigsten



In der Schweiz erhält ein gutes Viertel der Bevölkerung eine individuelle Verbilligung der Krankenkassenprämien. Im letzten Jahr haben Bund und Kantone dafür 4.5 Milliarden Franken ausgegeben.

Von den rund 2.2 Millionen Menschen, die 2017 eine individuelle Prämienverbilligung bezogen, hatten gleichzeitig rund 380'000 Ergänzungsleistungen (EL) und rund 330'000 Sozialhilfe, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Monitoring des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) hervorgeht.

Je nach Kanton zeigt sich eine sehr unterschiedliche Handhabung der IPV. Die Beiträge pro Einwohner schwankten zwischen 372 Franken im Kanton Nidwalden und 991 Franken in Basel-Stadt. Die Anzahl der Bezügerinnen und Bezüger liege zwischen 19 Prozent im Kanton Luzern und 35 Prozent im Kanton Schaffhausen.

Umverteilungseffekt

Obwohl die durchschnittliche finanzielle Belastung der Haushalte zugenommen hat, erzielt das System der obligatorischen Krankenpflegeversicherung insgesamt einen bedeutenden Umverteilungseffekt zugunsten der ärmsten Haushalte, wie es weiter heisst.

Vor allem den ärmsten 30 Prozent der Haushalte komme die Individuelle Prämienverbilligung (IPV) zugute. Das sei auch jene Bevölkerungsgruppe, die am meisten medizinische Leistungen zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) beziehe. Am meisten profitierten davon Einelternfamilien.

Im Durchschnitt hätten die Kantone 42 Prozent der Kosten übernommen, schreibt das BAG weiter. Gegenüber 2014 sei ihr Beitrag somit um gut zwei Prozent und gegenüber 2010 sogar um fast neun Prozent. Die IPV sei pro Kopf am höchsten im Kanton Graubünden, gefolgt von den Kantonen Zug, Tessin, Waadt und Basel-Stadt. Am tiefsten sei die IPV im Kanton Appenzell-Innerrhoden.

Prämien belasten Budgets immer stärker

Der Bericht zeigt laut BAG auch, dass die Beiträge zur IPV weniger rasch steigen als die Prämien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. Faktisch bedeute dies, dass die Prämien das Budget von Haushalten in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen immer mehr belasteten.

Haushalte mit Kindern seien stärker betroffen als jene ohne Kinder. 2017 habe die durchschnittliche finanzielle Belastung durch die Krankenversicherung 14 Prozent des verfügbaren Einkommens aller Haushalte in allen Kantonen entsprochen.

2014 habe sich diese Belastung noch auf zwölf Prozent belaufen. Sie sei im Kanton Zug mit sieben Prozent am tiefsten und in den Kantonen Jura und Basel-Landschaft mit 18 Prozent am höchsten. (sda)

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • haegipesche 06.12.2018 14:34
    Highlight Highlight Überlegung: Man kann als Bürger zwei (oder mehr) Systeme wählen:
    - Billig: Man bekommt eine Grundversorgung mit Medikamenten, einfachen Therapien und Operationen, Notfallmedizin, beschränktes Arztbesuchs-Kontingent.
    - Teuer: Gesamtes Spektrum inklusive teure Behandlungen (MRI, Chemos, Stammzellen, Psychologe, Homöopathie, etc.)

    Durch die Wahl sinkt die Gesamtsumme massiv, da für viele Krankheiten nur noch einfache Massnahmen ergriffen werden (Stand vor 20-30 Jahren, ohne High-Tech).
    Man hat immer noch die Wahl

    Thoughts?
  • Etniesoph 06.12.2018 11:06
    Highlight Highlight Luzern ist auch Männer und Rechtsbürgerlich dominiert. Wen wundert's! Zudem muss irgendwer ja die tiefsten Unternehmenssteuern finanzieren!
  • Whaaaat?_Son 06.12.2018 10:45
    Highlight Highlight Es zeigt doch wie Krank ein System ist, wenn fast ein Viertel der Bevölkerung Prämienverbilligung erhält...
    • Amboss 06.12.2018 11:51
      Highlight Highlight Und wieso liegt das am System?
      Das System ist doch seit jeher das gleiche und geht eigentlich ganz einfach:
      Summe der bezogenen Leistungen geteilt durch Anzahl Prämienzahler geteilt durch 12 Monate = Prämienhöhe.

      Wenn jetzt die Prämienhöhe für einen Grossteil nicht mehr tragbar ist, dann ist doch der einzige Grund dafür, dass einach zu viele Leistungen bezogen werden. Dort liegt der Hund begraben, dort muss man ansetzen. Nicht beim "System".

      Aber setz mal dort an... Viel Spass bei der Umsetzung...
    • Whaaaat?_Son 06.12.2018 12:58
      Highlight Highlight Genau, Sie haben vollkommen Recht. Ein System in dem ich für 300.- (+ 700.- Selbstbehalt) jede noch so kleines Zwicken von einem Spezialist abklären lassen kann, setzt keine Anreizungen für einen massvollen Umgang.
    • Tartaruga 06.12.2018 14:15
      Highlight Highlight Naja. Ob jetzt die Steuern höher sind oder die Prämien.... schlussendlich kommts nicht darauf an
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