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Familien mit kleinem Einkommen müssen laufend mehr Geld für die Krankenkasse aufwenden.  Bild: KEYSTONE

«Besorgniserregende Entwicklung»: Bis zu 19 Prozent des Einkommens für Krankenkasse



In den letzten Jahren sind die Krankenkassenprämien enorm gestiegen, wie aus Zahlen des Bundes hervorgeht. Laut dem Tages-Anzeiger verspüren das insbesondere finanzschwache Haushalte.

Eine in Zürich wohnhafte Familie mit zwei Kindern und einem jährlichen Einkommen von 70'000 Franken musste 2017 rund 17 Prozent davon für die Prämien opfern – vor zehn Jahren waren es noch 10 Prozent. In Bern ist die Situation noch schlimmer: Hier müsste die Familie 19 Prozent aufwenden. 

Für die Caritas hat das Problem zwei Ursachen: Einerseits sind Prämien massiv höher gestiegen als die kantonalen Budgets für Prämienverbilligungen. Andererseits erhalten immer mehr Sozialhilfeempfänger und Ergänzungsleistungsbezüger Gelder aus diesem Budget. Das Resultat: Immer weniger Geld kann für die Armutsprävention aufgewendet werden – obschon die Prämienverbilligungen ursprünglich diesen Zweck verfolgte. 

Du musst 2018 noch mal mehr für deine Krankenkasse bezahlen:

Video: srf/SDA SRF

Zurück zum alten System?

Die Caritas will sich im Parlament dafür einsetzen, dass kein Haushalt mehr als einen Monatslohn aufwenden muss. Anklang findet dies bei der SP, aber teilweise auch bei Bürgerlichen, wie der Tages-Anzeiger berichtet.

Ruth Humbel, CVP-AG, spricht zur Vorsorgedebatte an der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete, am Montag, 13. Maerz 2017 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

CVP-Nationalrätin Ruth Humbel Bild: KEYSTONE

CVP-Nationalrätin Ruth Humbel findet, dass sich viele Kantone aus der Verantwortung ziehen. Ihr Vorstoss, die Finanzierung der Prämienverbilligungen unter die Lupe zu nehmen, wurde vom Nationalrat 2017 gutgeheissen. Es soll geprüft werden, ob der Bund seinen Beitrag an die Kantone für Verbilligungen nur dann voll ausbezahlen soll, wenn die Kantone dafür auch den vollen Betrag leisten. Bis 2008 wurde dies so gehandhabt.

Kantone verteidigen sich

Kantone waren in den letzten Jahren gezwungen, ihre Ausgaben zu senken. Einsparungen lassen sich kurzfristig nicht in allen Bereichen machen – bei den Prämienverbilligungen allerdings schon.

Michael Jordi, Zentralsektretaer der Konferenz der Gesundheitsdirektoren (GDK), verpflegt sich vor Beginn der13. Arbeitstagung Nationale Gesundheitspolitik am Donnerstag, 17. November 2011 in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Michael Jordi, Zentralsekretär der kantonalen Gesundheitsdirektoren. Bild: KEYSTONE

«Die Entwicklung der letzten Jahre ist besorgniserregend, das bestreiten wir nicht», zitiert der Tages-Anzeiger Michael Jordi, Zentralsekretär der kantonalen Gesundheitsdirektoren. Man sei sich der Situation bewusst und wolle, dass die Kantone eine Lösung finden – allerdings ohne Bundesvorlage. (vom)

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • bossac 20.11.2018 08:15
    Highlight Highlight Wenn sich die SVP wirklich für das „Volk“ stark machen möchte, würde sie statt unnötig Geld in provokante 20min Titelseiten zu investieren und fragwürdige stimmungsmachende Initiativen zu lancieren lieber mal ihre Position als wählerstärkste Partei dazu nutzen die heissen Eisen anzupacken und wirkliche Probleme zu lösen/thematisieren...
  • Rethinking 20.11.2018 08:10
    Highlight Highlight Noch mehr Umverteilung ist falsch. Statt Wenigverdiener noch stärket zu subventioniere. Müssen die Kosten nachhaltig gesenkt werden.
  • leu84 20.11.2018 07:05
    Highlight Highlight Wieviel von diesem fünftel erhalten die NR und SR als VR-Mitglied
  • x4253 20.11.2018 06:59
    Highlight Highlight Die Politik tut gut daran in absehbarer Zeit Lösungen für dieses Problem zu erarbeiten. Die KK Prömien sind seit 1996 um gut 150% (!) gestiegen, weit über der Teuerung.
    Für Leute mit kleinem Einkommen ist das existenzbedrohend, aber auch für mittlere Einkommen (jene de von keinen Vergünstigungen mehr profitieren) ist der Aufwand erheblich.
  • Hans007 20.11.2018 06:53
    Highlight Highlight Unser Gesundheitswesen hat sich zu einem unkontrollierbaren Monster entwickelt. Jeder Anbieter und natürlich auch die Verwalter bereichern sich grösstenteils schamlos und unkontrolliert, und die Versicherten greifen nach Lust und Laune zu. Ohne radikalen Systemwechsel bleibt alles wie es ist. Kleine Korrekturen helfen nicht weiter.
    • Amboss 20.11.2018 08:06
      Highlight Highlight Schön. Gut gebrüllt.
      Und wie soll so ein "radikaler Systemwechsel" in etwa aussehen?
      Einfach mit "Systemwechsel" schreien ist es nicht getan...
    • Hans007 20.11.2018 15:28
      Highlight Highlight Man müsste sich einmal im Norden umsehen, Holland ist super, aber auch Dänemark, Schweden und Norwegen sind sehr gut unterwegs: sehr gute Qualität zu sehr moderaten Preisen. Kopieren wäre nicht verboten, aber das wird nicht passieren, zu viele verdienen bei uns viel zu einfach viel zu viel Geld. Im übrigen ist bei uns das Gesunheitswesen keineswegs so viel besser als anderswo, nur teuerer.
  • Markus97 20.11.2018 06:50
    Highlight Highlight Das Problem ist, dass wenn die KK, "günstiger" werden sollte, eigentlich nur mehr Steuern anstelle von höheren Prämien bezahlt werden. Mein Vorschlag wäre eine verkürztes Studium für Hausärzte, ohne Nummerus Clausus und die zwingende Pflicht diesen zuerst aufzusuchen, solange eine Beschwerde nicht lebensbedrohlich ist. Ausserdem muss man sich die Frage stellen ob sich Medis für tausende CHF pro Pille wirklich lohnen. Wenn das System kollabiert hilft das nimandem mehr.
    • aligator2 20.11.2018 09:47
      Highlight Highlight Super Logik: Zur Eindämmung der Gesundheitskosten mehr (Haus-)Ärzte einstellen und die wirklich ernsten Fälle nicht mit Medikamenten versorgen.
  • bruder klaus 20.11.2018 06:26
    Highlight Highlight Ich bin krank, habe einiges an Arzt und Medikamenten, und trotzdem verdient die Krankenkasse noch an mir. Ich finde, da ist definitiv etwas falsch am System Krankenkasse. Beschämend, wie die Bewohner dieses Landes auf diesem weg abgezockt werden !
    • Amboss 20.11.2018 06:40
      Highlight Highlight Wieso verdient die KK an dir?
      Das musst du schon erläutern...
      Ich sehe nicht, was da falsch läuft oder wie wir abgezockt werden
    • Trasher2 20.11.2018 08:53
      Highlight Highlight Wenns für die KK so ein schlechtes Geschäft ist, warum denn nicht zur Einheitskasse? Aus blosser Menschenliebe sind all die KK´s sicher nicht immer noch auf dem Markt.
    • Frausowieso 20.11.2018 09:16
      Highlight Highlight Oftmals will ein Patient gar nicht zum Arzt. Er benötigt dessen Hilfe nicht, sondern das Arztzeugnis für den Arbeitgeber. Die meisten Firmen verlangen ab dem 3. Krankheitstag ein Zeugnis. Dann muss man zum Arzt, auch wenn man die Krankheit alleine behandeln könnte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DocShi 20.11.2018 06:24
    Highlight Highlight Wie überall sonst auch, wenn die Politik sich um die einfachen Menschen mit Durchschnittslohn kümmern soll, passiert ausser Blabla nichts.
    Sieht man ja nicht nur bei den Krankenkassenprämien.
    Nicht die Unterstützung durch Prämienverbilligung ist das Problem, sondern die Politik von links bis rechts, die das teure Gesundheitsmodell in der Schweiz nicht in den Griff kriegen.
  • Glücksbringer 20.11.2018 06:02
    Highlight Highlight Eine der Hauptursachen ist der massive Preismissbrauch der Pharmaunternehmen. Sie treiben es in der Schweiz wie sie wollen. Viele Medikamente kosten da fünf bis zwanzig mal mehr als im Ausland.
    • Snowwhitey 20.11.2018 12:50
      Highlight Highlight Die Medikamentenpreise werden vom BAG festgelegt, die Preise mit dem Ausland zu vergleichen ohne die Kaufkraft einzebeziehen ist lächerlich.
    • Glücksbringer 20.11.2018 21:56
      Highlight Highlight @Snowwhitey. Auch wenn man die Kaufkraft berücksichtigt, sind die Preise in der Schweiz viel höher. Welches europäische Land hat bis 20 mal weniger Kaufkraft?
  • Majoras Maske 20.11.2018 05:54
    Highlight Highlight Seit Jahren erwartet man Fortschritte bei den Themen Krankenkasse oder AHV, aber natürlich werden uns nur alle anderen Themen aufgetischt.
  • Gsnosn. 20.11.2018 05:30
    Highlight Highlight Bei mir sind es rund 13 Prozent (2 EW u. 1Kind 1/2), Franchise bei 2x1000 u. 1x0 total um die 860.- Das wir noch gut um die 17% Prozent steigen. interessant
    • Amboss 20.11.2018 06:17
      Highlight Highlight Nur so nebenbei: Mach Franchise 2500 oder 500 (Erwachsene). Alles andere ist Unsinn. Ich bezahle 780 Fr. inkl Zusatzversicherung, aber mit 2 Kindern.
      Ich würde es so machen: Franchise 2500, die eingesparte Prämie auf ein Sparkonto und davon die Arztrechnungen bezahlen.

      Aber natürlich nur, wenn du eine 2500 Franken-Rechnung tragen kannst.
      Sonst besser Franchise auf 500, damit sie schneller wirksam wird, insbesondere wenn man doch immer wieder Mal zum Arzt muss.

      Aber 1000 Franken Franchise ist meistens nicht gut. Relativ hohe Prämie, und meist zahlt man die Arztrechnungen aber doch selbst

    • Mizzi 20.11.2018 06:32
      Highlight Highlight was arbeitest du?
    • Rethinking 20.11.2018 08:14
      Highlight Highlight Die Kostenexplosion ist ein Problem ja. Jeder kann jedoch selbst überlegen und etnscheiden ob er sich eine Familie leisten kann. Leider machen sich solche Überlegungen jedoch meist nur die, die es sich sowieso leisten können. Andere leben einfach inden Tag hinein und jammern dann..
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