Schweiz
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Mittels Drohne werden Kugeln mit Schlupfwespen verteilt, fuer die Maiszuenslerbekaempfung, an der Medieninformation des Schweizer Bauernverbandes ueber das Thema

Die Drohne lässt eine mit Schlupfwespen-Larven gefüllte Kugel fallen. Bild: KEYSTONE

Mit Drohne auf Schädlingsjagd: So bekämpfen die Bauern die Pestizid-Initiativen

Zwei Volksinitiativen wollen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft massiv senken oder verbieten. Sie treffen einen Nerv. Der Bauernverband lanciert eine Gegenoffensive.



Die Drohne schwebt über dem Maisfeld. Beladen ist sie mit einer «Biowaffe», die sie in regelmässigem Abstand über den Pflanzen abwirft. So könnte eine billige SciFi-Story beginnen. Die Szene aber ist Realität. Zu erleben war sie am Donnerstag auf dem Bauernhof von Ana Maria und Markus Lüscher in Schalunen, einem «Krachen» im Berner Mittelland.

Ziel des Einsatzes war der Maiszünsler. Bei der «Biowaffe» handelte es sich um Kugeln aus Maisstärke, gefüllt mit Larven der Schlupfwespe Trichogramma. Sie legt ihre Eier in jene des Maiszünslers und vernichtet den Schädling, bevor er sein Unwesen treiben kann. Dank der Drohne werden die Larven schnell, präzis und ohne lästiges Durchlaufen des Maisfelds ausgebracht.

Markus Luescher, Gastgeber und Landwirt, spricht an der Medieninformation des Schweizer Bauernverbandes ueber das Thema

Bauer Markus Lüscher setzt auf Hightech, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren. Bild: KEYSTONE

Landwirtschaft und Hightech sind kein Gegensatz, auch wenn die «Heile Welt»-Werbung der Grossverteiler mit glücklichen Hühnern das Gegenteil vorgaukelt. «Das ist Landwirtschaft aus dem Mittelalter», meint Bauer Markus Lüscher. Er setzt nicht nur auf Drohnen, sondern auch auf GPS, um seine Erträge zu steigern und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu optimieren.

Massiv weniger Glyphosat

«Dadurch habe ich den Einsatz von Glyphosat massiv reduziert», sagt Lüscher. Der Unkrautvertilger ist in höchstem Mass umstritten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet Glyphosat als «wahrscheinlich krebserregend». In der EU wird über ein Verbot debattiert, und gerade erst hat ein Gericht in Kalifornien Hunderte Klagen gegen den Agrochemiemulti Monsanto zugelassen.

Glyphosat und andere Pflanzenschutzmittel erzeugen bei vielen Menschen Unbehagen. Gleich zwei Volksinitiativen wollen ihren Einsatz reduzieren oder verbieten. Die im Januar eingereichte Trinkwasser-Initiative verlangt, dass nur noch Bauernbetriebe Subventionen erhalten, die auf den Einsatz von Pestiziden oder vorbeugend verabreichte Antibiotika verzichten.

Noch weiter geht die Volksinitiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide». Sie verlangt ein Totalverbot von Substanzen wie Glyphosat oder Neonicotinoiden, die für das Bienensterben verantwortlich gemacht werden. Beide Volksbegehren wurden von kleinen Komitees lanciert, trotzdem kamen sie mühelos zustande. Offenkundig treffen sie einen Nerv.

Zwei Personen mit einem Spruchband waehrend der Einreichung der Unterschriftenboegen der Initiative

Im Mai wurde die Volksinitiative gegen synthetische Pestizide in Bern eingereicht. Bild: KEYSTONE

Dies zeigt auch eine Anfang Woche veröffentlichte Tamedia-Umfrage. Sowohl die Trinkwasser- wie die Pestizid-Initiative kommen auf einen Ja-Anteil von rund 70 Prozent. Dieses Resultat ist mit Vorsicht zu geniessen, denn die Meinungsbildung zu diesem Thema befindet sich bestenfalls im Frühstadium. Vor 2020 wird keine der beiden Initiativen zur Abstimmung gelangen.

«So wenig wie möglich, so viel wie nötig»

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) aber ist schon heute alarmiert. Die beiden Initiativen und nicht etwa der Hightech-Einsatz waren der Grund, warum er die Medien am Donnerstag nach Schalunen geladen hat. «Die Landwirtinnen und Landwirte setzen Pflanzenschutzmittel nicht zum Spass ein», lautete die Botschaft. Die Devise sei: «So wenig wie möglich, so viel wie nötig».

Vorgestellt wurde das Berner Pflanzenschutzprojekt, dem rund 30 Prozent aller Betriebe im agrarisch geprägten Kanton angeschlossen sind, darunter der Lüscher-Hof in Schalunen. Ziel sei eine Reduktion der Risiken durch Pflanzenschutzmittel für die Umwelt und eine Sensibilisierung der Landwirtschaft, sagte Michel Gygax vom kantonalen Amt für Landwirtschaft und Natur.

Aktionsplan des Bundes

In anderen Regionen gibt es ähnliche Bestrebungen. So sei es gelungen, das Flüsschen Boiron im Waadtland von einem schlechten in einen guten bis sehr guten Zustand zu bringen, sagte Bauernverbandspräsident Markus Ritter. Der St.Galler CVP-Nationalrat setzt auf den Aktionsplan Pflanzenschutz des Bundes, den der SBV «voll und ganz» unterstütze.

ARCHIVBILD ZUR VEROEFFENTLICHUNG DES AKTUELLEN KONSUMENTENINDEX, AM DIENSTAG, 7. FEBRUAR 2017 - Obst und Gemuese in der Coop - Filiale in Zumikon (ZH) am Dienstag, 13. Dezember 2016. Der neue Coop in Zumikon ist die erste Coop-Verkaufsstelle, die komplett nach neuen Ladenkonzept realisiert wurde. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Früchte und Gemüse im Laden müssen picobello aussehen. Bild: KEYSTONE

Der Verband verwies auch auf das widersprüchliche Verhalten der Konsumenten. Sie empfinden ein Unbehagen gegenüber Pestiziden, aber wehe, Früchte und Gemüse sehen im Laden nicht picobello aus. Ohne biologische und chemische Mittel ist das kaum möglich. Und obwohl der Absatz von Bioprodukten seit Jahren steigt, beträgt ihr Anteil am Gesamtmarkt gerade mal neun Prozent.

Biolandbau nicht ohne Pflanzenschutz

«Warum um Himmels Willen kaufen die Leute nicht mehr Bio?», fragte sich Martin Rufer, Leiter Produktion, Märkte und Ökologie beim SBV. Am Ende ist der Preis in den meisten Fällen wichtiger als die Angst vor möglichen gesundheitlichen Folgen. Und auch im Biolandbau gehe es nicht ohne Pflanzenschutz, betonte Rufer. Es kämen einfach andere Mittel zum Einsatz.

«Auch bei Bio-Kartoffeln braucht es Pflanzenschutzmittel», sagt Markus Lüscher, der selber kein Biobauer ist. Grund ist die Krautfäule, die unter anderem die verheerende Hungersnot in Irland Mitte des 19. Jahrhunderts verursacht hatte. Selbst die Urheber der Trinkwasser-Initiative mussten dies einsehen, sie wollen eine Ausnahme für von Biobauern eingesetzte Pestizide.

Mehr Importe?

Diese Initiative könnte nach Ansicht von Bauernpräsident Markus Ritter ohnehin kontraproduktiv wirken und zu einer Entwicklung in zwei Extreme führen. Hier die Betriebe, die auf Direktzahlungen verzichten und ihre Produktion erst recht intensivieren. Dort jene Höfe, die Geld beziehen und dafür weniger Erträge erzielen. Die fehlenden Lebensmittel würden über Importe kompensiert. «Ein Gewinn für die Umwelt lässt sich dabei nicht ausmachen», sagt Ritter.

Markus Ritter, Nationalrat CVP SG, Praesident Schweizer Bauernverband und Landwirt, spricht an der Medieninformation des Schweizer Bauernverbandes ueber das Thema

Bauernpräsident Markus Ritter am Donnerstag in Schalunen. Bild: KEYSTONE

Der Bundesrat hat die Trinkwasser-Initiative Mitte Juni ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung empfohlen. Zur Initiative gegen synthetische Pestizide hat er sich noch nicht geäussert. Der Bauernverband macht sich auf eine emotionale Debatte gefasst. Ohnehin steht die Landwirtschaft nach Jahren der relativen Ruhe wieder im Fokus der Politik, etwa im Streit um den Freihandel.

Noch vor den beiden Pflanzenschutz-Vorlagen kommen drei weitere Initiativen vors Volk. Am 23. September wird über die Fair-Food-Initiative und die Initiative für Ernährungssouveränität abgestimmt, am 25. November folgt die Hornkuh-Initiative. Mit diesen Vorlagen hat der SBV weit weniger Probleme als mit der Trinkwasser- und der Pestizid-Initiative.

Mit Drohnen Rehkitze retten

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48
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    Alle Leser-Kommentare
  • Die Redaktion 13.07.2018 18:22
    Highlight Highlight An alle Bio-Kritier:

    Ja in der Bio-Landwirtschaft wird Kupfer eingesetzt. Genauer etwa 6% des in der Landwirtschaft benutzten Kupfers, ergo werden 94% im konventionellen Anbau eingesetzt.

    Quelle:

    https://www.bauernzeitung.ch/media/109000583/beitrag-des-biolandbaus.pdf (ja aus der Bauenzeitung)

    Dies obwohl 14,4% der landwirtschaftlichen Nutzfläche durch Bio Betriebe bewirtschaftet wird.

    Quelle:
    https://www.bio-suisse.ch/de/bioinzahlen.php

    Fazit:
    Durchschnittlich benutzen also konventionelle Betriebe sogar mehr Kupfer. Vermutlich nach dem Prinzip: Viel hilft viel.
    7 1 Melden
    • Skip Bo 14.07.2018 07:09
      Highlight Highlight Interessante Studie, leider wird nicht konkret auf die Verwendung des Kupfers im konventionellen Bereich eingegangen. Ich vermute mal, dass dieses als Mischungsanteil in spezifischem Obst-und Wein PSM zum Einsatz kommt. Die mir bekannten PMS im Acker- oder Futter au enthalten kein Kupfer.
      Bemerkenswert ist in dieser Studie ebenfalls die Einschätzung, dass mit 30% tieferen Erträgen gerechnet werden muss. Dazu kommt noch der Anteil der deklassierten Waren aufgrund minderer Qualität wie Schorfbefall, Verwurmung oder Mykotoxinen (Pilzgifte in erkranktem Getreide).
      0 0 Melden
    • Skip Bo 14.07.2018 13:54
      Highlight Highlight Ergänzung: In der Bioanbaufläche ist ein überproprtionaler Anteil an Alp- Wiesenfläche enthalten. Zudem werden anteilsmässig weniger Kulturen angebaut welche eine intensive Pflege benötigen. Deine Mengenberechnungen blenden diese Fakten aus. Kompliziert, gell?
      0 0 Melden
    • Die Redaktion 14.07.2018 22:18
      Highlight Highlight @Skip Bo

      Inwiefern ändert das die 94%? Ja Kupfer ist ein Problem und ich wische es nicht vom Tisch. Aber auch Wasserleitungen und Dächer haben ihren Anteil (vom PH-Wert von Regen und Wasser abhängig).

      Ausserdem werden in der konventionellen Landwirtschaft Mineraldünger verwendet. Diese sind im Bio Anbau nur in seltenen Fällen erlaubt. Cadmium?

      www.srf.ch/sendungen/article/8520420/amp

      PS Würde es nur noch Bio-Produzenten geben, wäre bestimmt schon eine schonende Alternative zu Kupfer gefunden worden. Die Mehrheit entscheidet was wichtig ist.
      0 0 Melden
  • Madmessie 13.07.2018 16:25
    Highlight Highlight An all die Bio-Jünger:

    Wisst ihr eigentlich wie hochgiftig Kupfer ist, vor allem für Lebewesen in Gewässern?

    Und von dem Zeug wird Kiloweise gespritzt im Bioanbau, weil es viel weniger potent ist wie synthetische Wirkstoffe. Ich möchte nicht wissen, wie es in unseren Gewässern aussieht, wenn nur noch Kupfer gespritzt wird.
    0 12 Melden
  • Skip Bo 13.07.2018 14:28
    Highlight Highlight Die Weltkriegsgeneration, welche noch weiss was Nahrungsmittelmangel bedeutet, stirbt aus. Die Folgegenerationen kennen nur volle Regale. Der Wert der Landwirtschaft wird z.T. absichtlich zielgerichtet (Exportwirtschaft) und emotional marginalisiert. Unter diesen Umständen nützt eine faktenbasierte Argumentation kaum was.
    Ich wage zu behaupten, dass eine Initiative zur Begrenzung von Traktoren und eine Initiative zum Verbot von Gülleausbringung reelle Chancen hätten. Mit der entsprechend koordinierten Berichterstattung sogar sichere Chancen.
    9 1 Melden
  • Die Redaktion 13.07.2018 10:23
    Highlight Highlight Diese Drohne (Pilotprojekt hehe) gibt es bereits seit 2013, dass man es erst jetzt medienwirksam vermarktet zeigt eigentlich ganz schön wie unsere Landwirtschaft tickt. Es wird erst dann etwas geändert, wenn ihnen keine andere Wahl bleibt. Das ist kein gangbarer Weg.

    https://www.zg-raiffeisen.de/agrar/pflanzliche-produktion/ackerbau/pflanzenschutz/der-multikopter-natuerliche-bekaempfung-des-maiszuenzlers/das-multikopter-projekt-2013-trichogramma-aus-der-luft/

    Bio-Landwirtschaft benötigt viel mehr menschliche Arbeit und schafft daher mehr Arbeitsplätze.
    28 8 Melden
    • Wanni 13.07.2018 11:16
      Highlight Highlight Ähm, du weisst aber schon, dass die Maiszünsler Bekämpfung mittels Trichogramma in der Schweiz schon Jahrzehntelang Standart ist? Insektizide gegen den Maiszünsler( in der EU Standart) oder GVO - Maissorten ((Bt- Mais, der produziert selber ein Gift gegen den Maiszünsler) in Übersee Standart) sind und waren in der Schweiz nicht erlaubt.
      Einzig die Verteilung der Kapseln mittels Drohne ist relativ neu. Früher wurde das einfach händisch erledigt.
      11 1 Melden
  • brudi 13.07.2018 10:10
    Highlight Highlight Haben heute Weizen eingefahren. Wir kriegen noch ca. 40 Prozent des Preises als vor 20 Jahren. Das brot hingegen ist wahrscheinlich doppelt so teuer. Das gleiche gilt für andere Rohstoffe und Produkte. Mit besseren Produzentenpreisen wäre mehr Handarbeit auf dem Feld möglich.. denkt Mal darüber nach bevor ihr wieder Bauern bashing betreibt. Ihr wollt es immer günstiger........
    37 14 Melden
    • Die Redaktion 13.07.2018 10:51
      Highlight Highlight @Goldjunge Krater, Team Selbstbestimmungsinitiative

      Ein sehr themenbezogener Kommentar.

      PS Ich mag Kekse.
      28 3 Melden
    • DomKi 13.07.2018 16:22
      Highlight Highlight Traurig...
      1 0 Melden
    • loquito 13.07.2018 19:26
      Highlight Highlight SIE sagen selber es ist teurer... Das System ost ein Problem
      1 0 Melden
  • Wilhelm Dingo 13.07.2018 09:50
    Highlight Highlight «So wenig wie möglich, so viel wie nötig» führt offenbar dazu, dass ein der Schweiz überduchschnittlich gespritzt wird.
    User Image
    35 7 Melden
    • derlange 13.07.2018 12:32
      Highlight Highlight AT: 8.7 Mio. Einwohner, 3.3 Mio ha Landwirtschaftliche Nutzfläche
      CH: 8.3 Mio. Einwohner, 1.0 Mio ha Landwirtschaftliche Nutzfläche

      Landwirte müssen auf einem Drittel der Fläche soviele Lebensmittel Produzieren wie Österreich.
      Oder ist dir Regionalität nichts wert?
      7 4 Melden
    • Skip Bo 13.07.2018 14:02
      Highlight Highlight Das BAFU verschwieg, dass die Flächenannahmen in der EU anders definiert wurden. In der CH wurde die behandelte Nutzfläche (ohne Ökoflächen, Bioflächen, Naturwiesen) als Basis genommen. Die EU Zahlen basieren auf der gesamten Bewirtschaftungsfläche. In einigen Ländern wurden sogar Stilllegungsflächen mit eingerechnet um die Statistik zu schönen.
      9 1 Melden
    • Echo der Zeit 13.07.2018 16:42
      Highlight Highlight Wenn ich da nur schon Deutschland sehe krieg ich ein Lachkrampf - Die Studie ist nichts wert.
      5 1 Melden
  • Die Redaktion 13.07.2018 09:50
    Highlight Highlight Ob Krautfäule überhaupt auftritt ist stark von der Kartoffelsorte abhängig und beim oben genannten Pestizid handelt es sich schlicht um Kupfer. 70% der Bauern sind also nicht einmal bei diesem Pfanzenschutzprojekt?


    Grundsätzlich, wie oben beschrieben, sollen alle Stoffe aus der Betriebsmittelliste des FiBL weiterhin erlaubt sein.

    https://www.betriebsmittelliste.ch/de/betriebsmittel/betriebsmittelliste-online.html

    Schaut sie euch an. Keines dieser Mittel hat jemals für einen Eklat gesorgt.

    Play Icon
    7 3 Melden
    • Echo der Zeit 13.07.2018 10:41
      Highlight Highlight Gute Doku. Die Händler und Verkäufer sind das Problem - und die Konsumenten. Leider sind auf der Fibel Liste auch Killer Mittel - Der Fibel Chef hat auch schon erklärt das es ohne nicht geht. NeemAzal wurde damals noch bei Maag in versuchen als zu Giftig beurteilt - die hatten einen Monat nichts mehr auf denn Bäumen, weder Nützling noch Schädling - Chemische Mittel schnitten besser ab. Schlussendlich entscheiden nicht die Versuchsleiter sondern die Entscheidungsträger in den Gewinnorientierten Grossunternehmen.
      4 1 Melden
    • durrrr 13.07.2018 10:51
      Highlight Highlight Kupfer bleibt aber über Jahrzehnte im Boden enthalten und gelangt früher oder später ins Grundwasser. Die Folgen sind bis heute kaum wissenschaftlich untersucht. Chemisch-synthetische, organische Mittel bauen sich innerhalb weniger Tage/Wochen wieder ab.
      11 5 Melden
    • Die Redaktion 13.07.2018 13:10
      Highlight Highlight @durrrr

      Wenn sie ja so toll abgebaut werden, weswegen konnte man Glyphosat in etlichen Lebensmitteln nachweisen? Hierzu folgende Liste:

      https://blog.campact.de/2017/04/glyphosat-unsichtbarer-alltagsbegleiter/

      Konventionelle Bauern haben bis in die 1970er Jahre den Boden frei nach dem Motto, viel hilft viel, mit Kupfer überschwemmt. In Bio Betrieben wird nicht prophylaktisch geschützt und wirklich nur so viel wie nötig benutzt.

      Kupfer ist ein Spurenelement und übernimmt eine wichtige Rolle bei der Bildung von roten Blutkörperchen. Was genau macht unser Körper mit synthetischen Mitteln?
      3 5 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • el comentador 13.07.2018 08:45
    Highlight Highlight Nette PR-Aktion des Bauernverbandes. Dies täuscht aber nicht darüber hinweg, dass in der Schweiz doppelt so viel Pestizide pro Fläche ausgebracht werden, wie im durchaus vergleichbaren Österreich.
    Von einem "sparsamen" Einsatz und nur so viel wie nötig, kann leider nicht die Rede sein!
    69 15 Melden
    • Echo der Zeit 13.07.2018 10:20
      Highlight Highlight "Schweiz doppelt so viel Pestizide pro Fläche ausgebracht werden, wie im durchaus vergleichbaren Österreich" Das Glaube ich nicht mal Ansatzweisse. Geschweige denn das man Länder so gar nicht vergleichen Kann - Klima und was überhaupt und wie Produziert wird.
      11 15 Melden
    • durrrr 13.07.2018 10:57
      Highlight Highlight Dass die CH die höchste Menge an PSM ausbringt verwundert nicht. Nirgendswo ist die Produktion so teuer wie hier. Zusätzlich sinken die Ertragspreise...
      Resultat: Immer weniger Arbeitskräfte pro Betrieb und vollständige Rationalisierung der Produktion mit hohem PSM Einsatz. Für Unkraut-Hacken bleibt da keine Zeit mehr.
      Es stellt sich die Frage: ist daran wirklich der Bauernverband Schuld oder die Detailhändler und Konsumgesellschaft?
      14 5 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gustav.s 13.07.2018 08:37
    Highlight Highlight Maiszünsler mit Drohnen bekämpfen ist kein grosser Unterschied zu der herkömmlichen Methode. Da wird nämlich das selbe von Hand verteilt.
    Die Initiative selbst ist zu extrem aber mit den üblichen abschwächungen wird es vielleicht etwas gutes.
    16 14 Melden
  • el comentador 13.07.2018 08:32
    Highlight Highlight Ich würde gerne mehr Schweizer Bio Produkte kaufen. Leider ist das Angebot in vielen Läden immer noch sehr beschränkt.
    18 10 Melden
    • wel_hued_morn_scho_wieder_gester_isch 13.07.2018 09:23
      Highlight Highlight Aber sie müssen wissen das im BIO Anbau viel mehr gespritzt werden muss. Schwefel Kupfer usw. auch wen diese Stoffe in der Natur vorkommen werden sie X Fach mehr gespritzt das es die gleiche Wirkung hat wie ein herkömmliches Spriztmittel. Das wichtigste ist das jeder der mit Spritzmittel arbeitet, ob im Hausgarten oder in einem Grossbetreib, genau weiss wie man die Mittel gezielt einsetzt um die Natur nicht zu belasten.
      9 9 Melden
    • Echo der Zeit 13.07.2018 10:13
      Highlight Highlight Ah Ja, hast dich schon mal mit der Bio Produktion auseinandergesetzt - Nee, sicher nicht, sonst würdest zum örtlichen Bio Bauern gehen und das Kaufen was es hat - So ist Bio wirklich Bio - und auch dann nicht wirklich, weil du nicht weisst wieviel der Bauer an Kupfer, Schwefel, Pyrethrum oder NeemAzal gespritzt hat.
      6 4 Melden
    • Die Redaktion 13.07.2018 10:38
      Highlight Highlight @Echo der Zeit

      Bei den anderen weiss man es? Dieses Argument ist nicht nur haltlos, sondern auch frei erfunden.
      4 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Echo der Zeit 13.07.2018 08:19
    Highlight Highlight Sie Treffen ein Nerv der Zeit weil viele Menschen überhaupt keine Ahnung haben wie die Lebensmittel Produziert werden und - das ist noch viel Schlimmer, sie es auch nicht wirklich interessiert, die "Lebensmittel" sind viel zu Billig und kommen in einer Aufmachung daher die eine Auseinandersetzung mit der Produktion gar nicht zulässt (Werbeindustrie) - Umweltverbände nehmen da Leider eine Populistische Rolle ein - als das sie Druck auf die Forschung ausüben (Paradebeispiel Greenpeace). Dohnen und auch Jät Roboter müssten stärker Gefördert werden, aber auch die Lösen das Problem nicht.
    11 11 Melden
  • Swisslord 13.07.2018 06:44
    Highlight Highlight «Warum um Himmels Willen kaufen die Leute nicht mehr Bio?», fragte sich Martin Rufer

    Die Frage ist zum einen berechtigt und ich muss mich auch selber an der Nase nehmen. Ich versuchs zwar aber um die letzte Zweifel von jedem Produkt jeweils auszuräumen, bräuchte ich fast ein eigener Mitarbeiter.
    Man kann die Frage aber auch umdrehen. Warum zum Teufel ist es überhaupt möglich zwischen "guten" Produkten und solchen aus umwelt- und sogar menschenrechtlichen bedenklichen Produkten auszuwählen? Kann man von den Produzenten keine Moral verlangen?
    18 4 Melden
    • Wilhelm Dingo 13.07.2018 09:53
      Highlight Highlight @Swisslord: Wir haben eine ähnliche Problematik beim Fleisch. Die Tischutzvorschriften verdonnern uns alle dazu, teureres CH-Fleisch zu kaufen (und das ist gut so).
      12 2 Melden
    • Echo der Zeit 13.07.2018 10:06
      Highlight Highlight Kapitalisten und die Werbeindustrie können ihnen sicher eine Antwort geben.
      9 2 Melden
    • derlange 13.07.2018 12:41
      Highlight Highlight "menschenrechtlichen bedenklichen Produkten"
      Wenn du solche Informationen hast, musst du unbedingt zum europäischen Gerichtshof, dass ist unhaltbar. Ich dachte immer, das in der Schweiz das Menschrecht hoch geschrieben wird! Bitte nenn mir konkrete Produkte von "menschenrechtlichen bedenklichen Produkten", welche in der Schweiz produziert wurden.
      3 0 Melden
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