Schweiz
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Hund uriniert. (Bild: Shutterstock)

Der Genfer Staatsrat muss allen Ernstes darüber debattieren, wie die Ausscheidungen von Hunden genau definiert werden. Bild: Shutterstock

Spucken, Schiffen: Lausanner Gärtner als Polizisten und wehe, wenn dein Hund in Genf pisst

Wer spuckt, muss zahlen: In Lausanne tritt heute ein neuer Artikel der Polizeiverordnung in Kraft, der Littering und anderen Arten von ungebührlichem Verhalten im öffentlichen Raum den Kampf ansagt – und zwar mit vereinten Kräften. In Genf debattiert gar der Staatsrat über Hunde-Urin.

Antonio Fumagalli / Nordwestschweiz



Littering in Lausanne

Was Littering in Lausanne kostet.

«Die Stadt rüstet auf, um die Sauberkeit zu verteidigen» – so hat Lausanne kürzlich ein Communiqué übertitelt. In der Tat zieht die Stadt am Ufer des Lac Léman andere Saiten auf: Heute tritt ein neuer Artikel der Polizeiverordnung in Kraft, der Littering und anderen Arten von ungebührlichem Verhalten im öffentlichen Raum den Kampf ansagt. Die Änderung geht auf einen Beschluss des Gemeinderats zurück.

littering in lausanne

Was Urinieren und Hundekot in Lausanne kosten.

Die Verwaltung listet auch gleich auf, welche Fehlverhalten in welchem Ausmass geahndet werden: Öffentliches Urinieren oder Defäkieren kostet 200 Franken, das Liegenlassen von Hundekot 150 Franken und Spucken wird mit 100 Franken gebüsst. Teuer wird es ferner, wenn man Abfall nicht trennt oder diesen auf der Strasse liegen lässt (je 150 Franken). Sogar fürs Mitbringen von Tieren auf den Friedhof gibts eine Busse – mit 70 Franken kommen sündige Hündeler jedoch vergleichsweise günstig weg.

Bei Problemen: Polizei rufen

Genau genommen konnten diese Übertretungen in Lausanne auch bis anhin schon gebüsst werden, allerdings über den prozedural aufwendigen Weg einer Anzeige. Neu gibt es eine Ordnungsbusse, die man auf der Stelle oder innerhalb von 30 Tagen bezahlen muss – ähnlich wie bei leichten Vergehen im Strassenverkehr.

Die wirkliche Neuigkeit ist aber, dass nicht mehr nur Polizisten auf die «Jagd» nach Missetätern gehen, sondern auch andere Angestellte der Stadt – etwa Gärtner oder Reinigungspersonal. Sie erhalten neuerdings die Kompetenz, ebenfalls Ordnungsbussen auszustellen. Dafür würden sie künftig einen Bussenblock mitführen, wie der zuständige Stadtrat Pierre-Antoine Hildbrand (FDP) ausführt.

Keine Lohnerhöhung für Mehrarbeit

Die klassischen Polizisten hätten im Alltag schon mehr als genug zu tun. Zudem werde die Arbeit der Werksangestellten mit diesem Schritt mehr wertgeschätzt und durch die Interaktion mit Menschen spannender. Eine Lohnerhöhung aufgrund der Mehraufgaben sei nicht vorgesehen, so Hildbrand.

Rund 30 Personen seien für die Zusatzaufgabe ausgebildet worden, was aber nur einen Bruchteil der in diesem Bereich Angestellten ausmache. Die Stadt verlange von ihnen nicht, dass sie sich nun als «echte» Ordnungs- hüter aufspielten. «Wir gehen davon aus, dass sich 90 Prozent der Gebüssten kooperativ verhalten. Wenn nicht, rufen unsere Angestellten die Polizei», sagt Hildbrand. Zudem dürften sie durchaus mit Augenmass vorgehen.

Was genau sind «Ausscheidungen»?

Wohin es führen kann, wenn dieses verloren geht, zeigt eine veritable Justizposse aus Genf. Auch dort können Hundehalter gebüsst werden, wenn sie die «Ausscheidungen» ihrer Tiere liegen lassen. Doch was ist da- mit genau gemeint? Im November 2016 erhielt eine Frau eine Busse in der Höhe von nicht weniger als 350 Franken, weil ihr Hund auf öffentlichem Grund uriniert (!) hatte. Sie rekurrierte dagegen, worauf die Busse reduziert wurde. Die Hundehalterin gab sich jedoch nicht zufrieden und zog den Fall weiter. Nun müssen die Gerichte entscheiden.

Parallel dazu hat eine lokale Hundevereinigung den tatsächlich absurden Fall aufgenommen und sich dem Kampf gegen die Behörden verschrieben. Über 5000 Personen haben ihre «Petition Pipi» unterzeichnet. Nun muss der Genfer Staatsrat in den kommenden Monaten allen Ernstes darüber debattieren, wie die Ausscheidungen von Hunden genau definiert werden – und wer wofür belangt werden kann, wenn diese den öffentlichen Raum verschmutzen. Klar ist bislang einzig: Der Hund wird eine allfällige Busse nicht bezahlen müssen. (aargauerzeitung.ch)

Die Schweiz ist auf die Zombie-Apokalypse gut vorbereitet

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Video: watson/Emily Engkent

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • memento 01.11.2017 17:12
    Highlight Highlight Gern auch in Zürich, bei all den Kippen hätte Stadt kein Defizit mehr...
    2 0 Melden
  • w'ever 01.11.2017 16:15
    Highlight Highlight nicht auf den boden spucken...
    seinen müll mitnehmen und richtig entsorgen...
    den kot vom hund aufnehmen...
    dass alles sollte bei einer normalen erziehung selbstverständlich sein.
    7 0 Melden
  • stadtzuercher 01.11.2017 16:03
    Highlight Highlight Hinscheissen und den Schiss aufnehmen ist ok, aber Hinspucken wird geahndet. Wenn die Moral Polizist wird, läuft meistens was schief.
    1 1 Melden
  • Lavamera 01.11.2017 14:44
    Highlight Highlight Das nächste Mal gehe ich mit meinem Hund in eine öffentliche Toilette. Jetzt im Ernst, wo soll ein Hund sich lösen können. Parks etc sind doch auch öffentlicher Grund? Wie realitätsfremd ist das denn? Die Kantoskasse wirds auf jeden Fall füllen.
    39 4 Melden
    • Katerfutter 01.11.2017 17:48
      Highlight Highlight Naja, Hunde (sowie auch Katze) habe halt meiner Meinung nach in einer Stadt nicht allzuviel verloren. Wer ein solches Tier als Haustier will soll doch auf dem Land leben, wo er/sie dem Tier einen adäquaten Lebensraum bieten kann.
      Zumal Hunde- sowie auch menschlicher Urin im öffentlichen Raum z.B. an Strassenlaternen, Stützen von Fahrleitungen etc. Erhebliche Korrosionschäden anrichten kann.
      2 5 Melden
    • Wättertätsch 01.11.2017 18:44
      Highlight Highlight Manchmal wäre es aber schon schön wenn Hundehalter ein bisschen mitdenken würden. (war übrigens auch eine weile "Teilzeit- Hundehalter)
      Ich arbeite im Garten und da ist es nicht gerade schön wenn man am jäten ist und zwei meter weiter ein Hund hin pisst.
      Ich finde schon das man in einem Park ein bisschen aufpassen könnte, wo der Hund hinmacht.
      2 1 Melden
    • Raphael Stein 01.11.2017 19:01
      Highlight Highlight Jetzt im Ernst, wo soll ein Hund sich lösen können. ....

      Bei uns pissen die an die Hausecken. Entsprechend schaut das mittlerweilen auch aus. Hätte 20 Meter weiter vorne eine kleine Grünfläche. Aber der Hund weiss das halt nicht.
      0 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • SVARTGARD 01.11.2017 14:34
    Highlight Highlight Ich piss wo ich will😂
    13 6 Melden
  • Nuka Cola 01.11.2017 14:04
    Highlight Highlight Also Busse für Spucken finde ich voll in Ordnung.
    19 13 Melden
    • Lord_Mort 01.11.2017 16:45
      Highlight Highlight Ausser dir fliegt in der Öffentlichkeit mal eine Fliege in den Mund. Wäre ja blöd, wenn dich das dann 100.- Franken kostet.
      4 0 Melden
    • Nuka Cola 02.11.2017 00:32
      Highlight Highlight @Lord Mort, mit offenen Augen soll man durch die Welt gehen, nicht mit offenem Mund! ;)

      Ich denke, dies dürfte dann ja wohl klar sein.
      1 2 Melden
  • filee__ 01.11.2017 13:49
    Highlight Highlight Wenn wir sonst keine Probleme haben, dann ist ja alles in Ordnung.


    17 3 Melden

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