Schweiz
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Mireille Gobat auf Gleis 1 am Bahnhof Genf Cornavin. Sie versuchte, sich in einer Männerwelt zu behaupten. Und scheiterte. bild: © Sandra Ardizzone 

SBB-Mitarbeiterin wurde sexuell belästigt – und kämpft bis vor Bundesgericht um ihr Recht

Es ist gerichtlich bestätigt: Die Einsatzleiterin, die den härtesten Job der Bahnbranche hatte, wurde sexuell belästigt. Doch das hilft ihr nicht. Die Geschichte einer starken Frau, die keine Kraft mehr hat.

Andreas Maurer / ch media



Mireille Gobat, 41, hat ihr gesamtes Berufsleben bei den SBB verbracht. Mit 17 machte sie eine Lehre als Bahnbetriebsdisponentin in Genf und arbeitete danach in verschiedenen Funktionen, am Schalter, im Stellwerk, in der Telefonzentrale. Als die SBB die Kontaktzentren in den Städten aufhoben und in Brig zentralisierten, musste sie eine neue Stelle suchen. Das kam ihr gelegen, denn sie sehnte sich nach einer grösseren Herausforderung. Und sie wurde fündig. Sie fand die grösste Herausforderung, die es bei den SBB gibt.

Gobat erhielt eine Stelle beim Interventionsteam. Sie war verantwortlich für alles, was mit Sicherheit zu tun hatte. Wenn irgendwo eine Lampe kaputt war, zog sie sich eine orange Weste über und rückte aus. «Wir waren die Augen und die Ohren vor Ort für die Zentrale», erzählt sie. Und diese Augen sahen mehr als kaputte Lampen.

Schweizweit ereignet sich alle drei Tage ein Suizid auf den SBB-Gleisen. Das sagt die offizielle Statistik. Die Mitarbeiter des Interventionsteams führen eine inoffizielle, eine persönliche Statistik. Jeder Tote brennt sich im Gehirn ein. Gobat nennt die Zahl, ohne nachzudenken: 15. So viele Suizide hat sie in vier Jahren erlebt. Die Zahl ist überdurchschnittlich hoch, weil zwei Psychiatrien am Streckennetz liegen.

Gobat und ihre Kollegen waren jeweils als Erste vor Ort. Sie bauten den Sichtschutz auf, sicherten die Unfallstelle und koordinierten den Einsatz der Sicherheitskräfte. Eine spezielle Ausbildung für den Umgang mit dem Erlebten gebe es nicht, sagt sie. Beim ersten Mal gehe man einfach hin und schaue, was man antreffe. Sie entwickelte eine persönliche Strategie und klammerte sich jeweils an ihre Checkliste, Punkt für Punkt arbeitete sie diese ab. So gab sie dem Abgrund eine Struktur und fiel nicht hinein.

Es ist ein einsamer Job. Nur eine Person hatte Pikettdienst und rückte alleine aus. Wieso macht man es nicht zu zweit? Gobat zuckt mit den Schultern, eine Kostenfrage. Sie mochte ihren Job.

Gobat war die erste Frau im Interventionsteam. Sie wusste von Anfang an, dass es hart werden würde. Sie musste sich in einer Männerwelt behaupten. Als Einsatzleiterin kommandierte sie auch den Lösch- und Rettungszug. An Bord sitzen Lokführer, die alle einen Rang bei einer Feuerwehr ausserhalb der SBB haben müssen. Es gab noch nie eine Frau im Lösch- und Rettungszug von Genf.

Auch die Frauen in den anderen Regionen lassen sich an einer Hand zählen. Gobat kennt eine Frau in Lausanne und eine Feuerwehrsoldatin in Bern, mehr nicht. Die älteren Feuerwehrmänner hätten mit ihr gesprochen wie ihr Vater. «Ma petite», sagten sie, «so macht man das nicht bei uns.» Befehle einer Frau konnten sie nicht akzeptieren.

Gobat wehrte sich nicht und redete sich ein, das sei eben die Schwierigkeit ihrer Arbeitswelt. Auch dass es in Nyon keine Frauengarderobe gab, empfand sie nicht als besonderes Problem. Sie zog sich auf dem WC um.

Die Sprüche wurden für sie erst dann unerträglich, als sie von einem Ereignis aus der Bahn geworfen wurde. Als sie in einer Nacht im Büro in Nyon einen Rapport verfasste, brachen drei Kleinkriminelle ein. Die Polizei konnte sie festnehmen, Gobat blieb unverletzt. Doch der Einbruch war für sie ein traumatisches Erlebnis. Sie wollte mit ihren Arbeitskollegen in den Tagen und Wochen danach darüber sprechen, doch diese klopften nur weiterhin ihre Sprüche. Die Männer gaben ihr zu verstehen, sie als Frau sei nicht die richtige für den Job. Dass sie Mühe hatte, den Einbruch zu verarbeiten, bestätige das.

Gobat holte sich Hilfe beim Sozialdienst der SBB. Dort habe man ihr gesagt, es sei normal, dass sie durcheinander sei. Sie solle mit ihrem Pferd darüber sprechen, erhielt sie als Rat. Das Reiten ist Gobats Hobby.

Ein anderer Psychiater gab ihr schliesslich einen besseren Rat. Er sagte zu ihr: «Sie brauchen keinen Psychiater, sondern einen Rechtsanwalt.» Gobat begann, sich gegen die Sprüche zu wehren. Zuerst widersprach sie bei jeder Gelegenheit. Dann setzte sie sich auch juristisch zur Wehr. Sie hielt fest, was sie sich anhören musste.

Sprüche unter der Gürtellinie

Ihr Chef sagte, die Frauen im Büro seien nur dazu da, die Post zu holen und den Kaffee zu servieren.

Ihre Kollegen machten Bemerkungen über ihren Körper. Sie sei zu klein und dick. Und sie stellten Fragen: «Warum ist sie mit 40 immer noch ledig? Warum hat sie keine Kinder?» Wahrscheinlich sei sie verrückt.

Der Chef pflegte in der Kaserne über sich selber zu sagen, er sei ein «beau garçon». Er verstehe nicht, dass sie sich sexuell nicht für ihn interessiere.

Als sie die praktische Prüfung für die Feuerwehr bestanden hatte, bei der man in voller Montur joggen muss, meinten ihre Kollegen: «Elle a couché!» Sie habe mit jemandem von den Behörden geschlafen, anders konnten sie sich das Resultat nicht erklären.

Ihr Chef sagte, Frauen, die reiten, würden auf dem Sattel sexuelle Befriedigung suchen.Ihr Chef zeigte ihr ein Foto der Feuerwehrkollegen aus Genf beim Baden im See. Er meinte, ihrem Team würden derartige Aktivitäten auch guttun. Sie meldete sich bei den Vorgesetzten und fragte, ob es nötig sei, dass sie sich mit dem Chef im Bikini treffen müsse. Sie erhielt keine Antwort.

Mit der Hilfe ihres Anwalts erreichte Gobat, dass die SBB ein externes Beratungsbüro mit einer Untersuchung beauftragten. Diese bestätigte, dass Gobat Opfer von sexuellen Belästigungen geworden war. Das Bundesverwaltungsgericht kam mit Entscheid vom 3. Dezember zum gleichen Ergebnis. Im SBB-Team wurde eine gestörte Kommunikationskultur festgestellt. Die Männer hätten sich sexistisch verhalten, sie hätten Fehler gemacht und einen Mangel an Sensibilität gezeigt. Doch sie hätten der Frau nicht absichtlich geschadet.

Die Präsidentin des Bundesverwaltungsgerichts und ihre beiden Kollegen relativierten die Vorfälle. Es handle sich weder um physische Kontakte noch um sexuelle Avancen noch um Gewalt. Deshalb hielt das Gericht die Entschädigung der SBB für angemessen: Gobat erhält einen Monatslohn von 6600 Franken. Sie verlangt viermal mehr. Stattdessen muss sie nun ihr Erspartes für den Rechtsstreit ausgeben, weil ihre Anwaltskosten nur zum Teil gedeckt werden.

Die SBB nehmen die Abweisung der Klage ihrer Mitarbeiterin «mit Genugtuung» zur Kenntnis, wie ein Sprecher sagt. Die SBB würden anerkennen, «dass die Mitarbeiterin Opfer von belästigenden, sexuellen Bemerkungen geworden» sei. Sie hätten sich bei der Frau entschuldigt. Gegen die fehlbaren Mitarbeiter seien arbeitsrechtliche Massnahmen getroffen worden.

Wie viele Fälle sexueller Belästigungen es bei den SBB gibt, ist geheim. Der Sprecher sagt: «Solche statistische Angaben veröffentlichen wir nicht.»

Ein Fall für das Bundesgericht

Gobat sagt: «Ich gehe vor das Bundesgericht. Nur einen Monatslohn als Entschädigung kann ich nicht akzeptieren. Das wäre auch schlecht für alle anderen Betroffenen.»

Besonders übel nimmt sie den SBB, dass ihr Chef dafür zuständig war, wegen des Konflikts ein Coaching mit ihr durchzuführen. Dabei sei er ein Teil des Problems gewesen. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigt zwar, dass dies ungeschickt gewesen sei, doch Grund für eine höhere Entschädigung sei dies nicht.

Gobat sagt: «Es ist gut, dass man wegen #MeToo heute darüber spricht. Aber für mich heisst es nur, darüber zu sprechen. Als ich mich beschwert habe, hat sich nichts verändert.» Sie habe kein Vertrauen mehr in sich und in das System. Sie könne sich derzeit keine gute Zukunft mehr für sich vorstellen.

Als sie die Sprüche nicht mehr aushielt, liess sie sich krankschreiben. Als sie zurück zur Arbeit kam, gab es ihre Stelle nicht mehr. Im Rahmen einer Umstrukturierung wurde sie aufgehoben. Gobat erhielt ein Angebot für einen Job in der Zentrale in Bern. Doch das war ihr zu weit weg. In zwei Jahren habe sie sich für 25 SBB-Stellen beworben. Immer hiess es, ihr Profil entspreche den Anforderungen nicht. Für ihren Anwalt ist klar: Sie steht auf einer schwarzen Liste. (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • sikki_nix 23.12.2018 17:31
    Highlight Highlight Was?? ist etwa doch noch nicht alles erreicht in punkto Gleichstellung?? das überrascht mich jetzt aber! Zudem scheint es fast so, dass dies doch nicht nur ein "importiertes Problem" ist, wie das in anderen Kreisen stets betont wird!
  • Astrogator 23.12.2018 14:13
    Highlight Highlight Zum Glück für sie steht es nun in der Presse. Denn aus eigener Erfahrung, der Konzernleitung ist das Image am wichtigsten. Wichtiger als Recht, Gesetz, Sicherheit - Image steht über allem.
    Somit sind ihre Chancen auf eine angemessene Entschädigung gewachsen.
  • Rocky Gonzales 23.12.2018 14:00
    Highlight Highlight Ein absolutes no go. Zeigt, dass wir in der Gleichbehandlung von Frau und Mann noch riesiges Entwicklungspotential haben. Unter Umständen auch ein erzieherisches. Generell ist was nicht "Bünzlig" ist offenbar ohnehin "abnormal". War mit 40 noch nicht verheiratet, wurde mal auf dem HR über meine sexuelle Orientierung gefragt? Hmm, was soll man da denken, war übrigens eine Grossbank. Peinliche Truppe.
    • AngelitosHE 24.12.2018 08:04
      Highlight Highlight Warum ist das ein Gleichstellungsproblem? Wäre es als Mann etwa einfacher gewesen sich dagegwn zu wehren? Hätte man dann mehr gehör bekommen?
  • Juliet Bravo 23.12.2018 01:23
    Highlight Highlight Der Fall zeigt, wie wichtig es ist, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter in der Thematik schulen und klare Anlaufstrukturen und Abläufe schaffen. Zu viele nehmen das auf die leichte Schulter, können sich nicht in die Betroffenen reinversetzen.
  • Knety 22.12.2018 23:43
    Highlight Highlight Mobbing ist leider immer schwer nachzuweisen. Wenn dann sogar noch der Chef mitmacht dann gute Nacht.
    Ich hoffe es rollen jetzt Köpfe bei der SBB!
  • Schluch 22.12.2018 22:22
    Highlight Highlight https://m.srf.ch/play/tv/archivperlen/video/hilfskondukteurinnen-bei-den-sbb-1981?id=7cc03f18-18cd-4123-8d71-114e2490d6ea&station=69e8ac16-4327-4af4-b873-fd5cd6e895a7
    • weachauimmo 23.12.2018 00:08
      Highlight Highlight Spannend, Danke fürs Teilen dieses Fundstücks!
    • Schluch 24.12.2018 11:44
      Highlight Highlight Der Link funktioniert irgendwie nur manchmal. Suche bei SRF nach 'Hilfskondukteurinnen' liefert aber das Video.
  • Gummibär 22.12.2018 21:11
    Highlight Highlight Baumaschinenführerinnen, weibliche Forstwarte, weibliche Feuerwehrleute, Berufspilotinnen usw.
    Es sind immer die "Looser" unter den männlichen Kollegen, die fürchten es gehe ihnen was an der Männlichkeit ab, vor allem wenn sich zeigt, dass Frauen den "harten" Job ebenso gut erfüllen, oder Gott behüte , sogar etwas besser als der eine oder andere Mann.
    Dass sie auch bei der SBB zu finden sind, dire Looser, überrascht mich nicht.
  • Heinz Dietsche (1) 22.12.2018 20:52
    Highlight Highlight Alle Hopp, die ganze Welt vor Bundesgericht
    • DieFeuerlilie 23.12.2018 00:25
      Highlight Highlight Nein. Nicht die ganze Welt.
      Nur Männer wie du.
    • Juliet Bravo 23.12.2018 01:27
      Highlight Highlight Was möchtest du damit sagen? Sollen betroffene Frauen und übrigens auch nicht wenige Männer das einfach runterschlucken, und wenn sie es nicht fertigbringen, in Burnout und am Schluss Arbeitslosigkeit enden? Das kanns doch nicht sein! Sorry.
    • wintergrün 23.12.2018 12:31
      Highlight Highlight Genau dafür bezahle ich Steuern für Gerichte. Hoffe das Bundesgericht bewilligt eine ordentliche Entschädigung und denkt sich ein paar sinnvolle Maßnahmen für den fehlbaren bundeseigenen Betrieb aus.
  • RescueHammer 22.12.2018 20:38
    Highlight Highlight ... die SBB ist nur die Spitze des Eisbergs. Schwache Nummer von Meyer und Co, was mich aber auch nachdenklich stimmt; war nicht Jeannine Pilloud die Chefin des SBB Personenverkehr?
    • P. Meier 22.12.2018 22:43
      Highlight Highlight Frau Gobat arbeitete nicht beim Personenverkehr und somit war es auch nicht in Fr. Pillouds Einflussbereich.
  • hueberstoebler 22.12.2018 20:24
    Highlight Highlight warum bewirbt man sich überhaupt wieder bei der sbb in solchen fällen?

    habe auch schon von anderen quellen gehört, dass die bundesbahn ein schlechter arbeitgeber sei... scheint sich mit diesem artikel zu bestätigen.
    • Juliet Bravo 23.12.2018 01:29
      Highlight Highlight Eisenbahner ist man häufig mit Herzblut. Wieso soll es nicht möglich sein, bei der Bahn anständig behandelt zu werden, wenn man seine Arbeit anständig macht?
      Einfach wechseln und alles unter den Teppich kehren?
    • wintergrün 23.12.2018 12:33
      Highlight Highlight Kann auch nicht bestätigen dass die SBB generell ein schlechter Arbeitgeber sind.
    • Astrogator 23.12.2018 14:18
      Highlight Highlight Bei der SBB arbeiten an der Front nicht "normale" Leute, sondern Eisenbahner mit Leidenschaft. Kann man von aussen nicht verstehen, aber es ist ein sehr spezielles Klima. Wir geben (fast) alles für den Betrieb und stecken viel weg was teilweise an Respektlosigkeit intern von der Konzernleitung kommt. Zumindest an der Front ist man voll für den Kunden da, nur in Bern versteht man oft nicht was das Kerngeschäft der SBB ist.

      Umso schlimmer wie man mit der Kollegin umgeht.
  • Ursus der Rächer 22.12.2018 20:04
    Highlight Highlight Wenn sich das oberste SBB-Management nicht befähigt fühlt, in solchen Situationen adäquat zu handeln und die Fau prozessieren muss, so haben Meyer und Konsorten ihre überhöhten Saläre sowieso nicht verdient. Wo bleibt da die Gleichstellung! Miese Typen!
    • Hierundjetzt 22.12.2018 20:52
      Highlight Highlight ...was hat jetzt der CEO mit einem Arbeitskonflikt zu tun? Mikromanagement neuerdings eine gute Idee? Macht das Dein Boss auch? Grüezi Mitarbeiter Nr 34‘890 aus der Division 38, ich habe gehört Sie haben Kopfweh, darf ich Sie umarmen? Teddybär? Gmüessuppe?
    • JackMac 22.12.2018 21:20
      Highlight Highlight Hierundjetzt; Wie viele dieser Mitarbeiter werden dermassen gemobt und müssen vor Gericht? Geht gar nicht!
    • dä dingsbums 22.12.2018 21:54
      Highlight Highlight @Hierundjetzt: Kopfweh eines Mitarbeiters und eine Klage vor Bundesgericht haben ganz unterschiedliche Schuhnummern.

      Letzteres hat nichts mit Micromanagement zu tun und sollte schon in der GL thematisiert werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Apfelbaum 22.12.2018 19:55
    Highlight Highlight Als sie die Sprüche nicht mehr aushielt, liess sie sich krankschreiben - aha.
    • dä dingsbums 22.12.2018 21:55
      Highlight Highlight "aha" , was?
    • Juliet Bravo 23.12.2018 01:32
      Highlight Highlight Würd mich Wunder nehmen, wie du (also dein Körper und Geist) darauf reagierst, wenn du ständig erniedrigt würdest.
    • TactixX 23.12.2018 09:33
      Highlight Highlight @Apfelbaum; Du würdest deine Äpfel wohl auch fallen lassen und krank werden...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wättertätsch 22.12.2018 19:09
    Highlight Highlight Ich arbeite als Frau unter lauter Männern in meinem absoluten Traumjob und ich sehe nicht ein weshalb man seinen Job aufgeben sollte nur weil mache Männer Arschlöcher sind.
    Es ist vor einiger Zeit auch vorgekommen das ich bei einem Arbeitskollegen was holen ging und da noch zwei andere Typen waren. Als er mir das Werkzeug gab hat einer der beiden gesagt
    ''Du musst ihr noch eine Anleitung mitgeben. Sie kann das sonst nicht benützen. ''
    Ich wäre auch nie auf die idee gekommen ihn zu fragen ob er gleich stirbt als er Niesen musste weil er erkältet war. Wäre etwa dasselbe gewesen.
    • Hierundjetzt 22.12.2018 20:55
      Highlight Highlight Aha, und das ist Dir jetzt über Jahre passiert? Wirst Du per Zufall dauerhaft und über Jahre auf Deine Sexualität reduziert?

      Eben.

      Nicht Opfer zum Täter machen, gell😡 . Vorallem als Frau wäre hier sehr sehr zurückhaltend mit flotten Sprüchlein
    • Lami23 22.12.2018 21:41
      Highlight Highlight Man muss nicht seinen ob aufgben, aber sich wehren. Das es für alle klar ist, dass solche Sprüche nicht ok sind.
    • Wättertätsch 22.12.2018 21:42
      Highlight Highlight Ich glaube du verstehst mich falsch. Ich sehe nicht ein weshalb man als Frau nicht in einem Männerberuf arbeiten soll bloss weil es Idioten gibt. Ich finde es richtig das sie das durchzieht.
      Viele Frauen lernen solche Berufe aus dem Grund schon gar nicht.
      Und ja, auch ich muss mir über Jahre doofe Sprüche anhören, nicht von meinen Arbeitskollegen aber leider auch ganz oft von Frauen.
      Wenn die Leute das Gefühl haben das man etwas nicht kann oder das man etwas nicht tun sollte bloss weil man eine Frau ist, wird man meiner Meinung nach auf die Sexualität reduziert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • G. 22.12.2018 18:36
    Highlight Highlight Ich bin entsetzt, entrüstet und finde es vollumfänglich daneben, unverschämt, mies und gemein und eine absolute Frechheit, dass sich Männer so benommen haben.

    Ebenso finde ich es ein Armutszeugnis der SBB und ein Armutszeugnis der Justiz.

    Warum müssen immer zuerst Leute kaputt gehen, bevor die Obrigkeiten auf die Idee kommen könnten etwas zu unternehmen?

    Ich wünsche der Frau gute Genesung und ein zukünftig angenehmeres Team
  • Tartaruga 22.12.2018 18:11
    Highlight Highlight Ein Mitarbeiter hat meine Arbeit boykottiert, nachdem ich ihm verklickert habe, dass kein Interesse von meiner Seite besteht (ich wurde sogar begrapscht). Ich habe ihn im Büro blossgestellt, als er mir wieder zugeflüstert hat ich würde es bereuen. Was ist dann passiert? Mein Chef hat mir im Qualigespräch gesagt "ihr müend mit dem Chindergarte ufhöre". Jep. Da wurde nichts unternommen. Und HR hat auch mit jedem Chef liebäugelt.
    Nach einem Burnout und Therapie gehts mir langsam besser. Aber sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz sollte einfacher anzuzeigen sein.
    • wintergrün 23.12.2018 12:29
      Highlight Highlight Typischer Vorfall. Ein "persönliches Problem". Kenn ich auch.
      Arbeitgeber müssen deutlicher in die Verantwortung genommen werden wenn sie ihrer Verantwortung Grenzen zu setzen nicht nachkommen. Es kann nicht sein dass es Mitarbeitern offen steht aus "persönlichen Gründen" die Arbeit der Kolleginnen zu boykottieren.
  • demian 22.12.2018 17:57
    Highlight Highlight Peinlich das Verhalten der SBB. Von einrm Staatsbetrieb sollte man erwarten können, dass er mit gutem Beispiel vorangeht.
  • w'ever 22.12.2018 17:46
    Highlight Highlight «Warum ist sie mit 40 immer noch ledig? Warum hat sie keine Kinder?»
    darf man diese frage unter arbeitskollegen nicht stellen?
    • Aglaya 22.12.2018 17:59
      Highlight Highlight Wenn ein freundschaftliches Verhältnis herrscht, wieso nicht? Aber das scheint ja hier nicht der Fall gewesen zu sein, daher finde ich solche Fragen unpassend. Und überhaupt, wieso muss man mit 40 unbedingt verheiratet sein und Kinder haben?
    • sowhat 22.12.2018 18:18
      Highlight Highlight Nein, darf man nicht. Weil diese Frage bedeutet, dass man eine Frau nur als Frau akzeptiert, wenn sie Kinder hat.
    • w'ever 22.12.2018 18:48
      Highlight Highlight @snowhat
      was hat dass mit einer akzeptanz als frau zu tun? Ich hätte diese frage als kollegiales interesse gestellt, so wie ich diese frage auch einem männlichen kollegen stellen würde ob er single ist, oder kinder hat, verheiratet ist, oder ähnliches.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alnothur 22.12.2018 17:36
    Highlight Highlight "In zwei Jahren habe sie sich für 25 SBB-Stellen beworben."

    Wieso? Wieso tut man das, sich bei einem Arbeitgeber bewerben, der einen so behandelt hat?
    • Randy Orton 22.12.2018 18:29
      Highlight Highlight Weil sie ihre ganze Ausbildung und berufliche Karriere vielleicht nicht einfach wegwerfen möchte wegen Menschen die sich falsch verhalten? Wieso klein beigeben, wenn man das Opfer ist und nicht dafür kämpfen was man sich aufgebaut hat?
    • Hierundjetzt 22.12.2018 18:42
      Highlight Highlight Weil Sie einen Monopolberuf erlernt hat.

      Bahnbetriebsdiponent gibts nur bei der Eisenbahn

      Auf Ihrem Beruf arbeitet Sie 25 Jahre

      In der Westschweiz gibts keine Privatbahnen

      Sie hat keine andere Möglichkeit in ihrem Leben 😕

      Und sorry: weil „ich“ sexuell belästigt wurde, soll ich jetzt also mit 41 meinen Traumberuf aufgeben, einen komplett anderen Beruf lernen und mit 44 dann irgendwo für 3‘500 netto leben?

      Das alles weil die lustigen möchtgern SBB Föierwerlis voll die kuhlen Männer aus der beruflichen B-Liga sind?😂😂😂 den SBB Job machsch, wenn Du rausgeschmissen wurdest 😏



    • w800 22.12.2018 20:37
      Highlight Highlight Vielleicht weil sie es gelernt hat? Und ausser der sbb was gibt es noch da?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Cédric Wermutstropfen 22.12.2018 17:33
    Highlight Highlight Aus dem Artikel wird mir nicht klar, was jetzt die sexuelle Belästigung gewesen sein soll. Ich habe das Gefühl dieser Ausdruck wird heute einfach zu inflationär gebraucht. Was der Dame widerfahren ist, hätte so nicht geschehen sollen und man wünsche sich für sie alles Gute in Zukunft, aber sexuelle Belästigung scheint mir hier (aufgrund des Artikels) nun wirklich der falsche Begriff zu sein.
    • Steckenpferd 22.12.2018 17:43
      Highlight Highlight Sie wurde dauernd auf ihr Geschlecht reduiziert & deswegen diskriminiert, man traute ihr aufgrund ihres Geschlechts gewisse Sachen nicht zu (Feuerwehrprüfung), etc. Das ist sexuelle Belästigung!
    • Ehringer 22.12.2018 17:50
      Highlight Highlight Sexuelle Belästigung laut Bund:
      "- anzügliche und zweideutige Bemerkungen über das Äussere von Kolleginnen und Kollegen
      - sexistische Bemerkungen und Witze über sexuelle Merkmale, sexuelles Verhalten und die sexuelle Orientierung von Kolleginnen und Kollegen"

      Merkste selbst oder? Sexuelle Belästigung ist NICHT NUR sexueller Missbrauch (wie viele gerne meinen), sondern eben deutlich mehr. Diese Definition findet sich übrigens überall in sehr ähnlicher Form. Nicht der Artikel ist falsch, was sexuelle Belästigung ist, sondern du.

      https://www.eda.admin.ch/respect/de/home/definition.html
    • sowhat 22.12.2018 18:25
      Highlight Highlight Genau solche Leute wie du sind das Problem, weil sie noch immer nichts verstanden haben.
      @Ehringer, Danke für die Erläuterungen, hoffe das hilft dem Wermutstropfen etwas mehr zu verstehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • hazy9 22.12.2018 17:31
    Highlight Highlight Und das in der Schweiz.. 😡
    • Ton 22.12.2018 18:14
      Highlight Highlight Zu meinen, die Schweiz sei eine Ausnahme ist schon mal der erste Fehler. Sexismus ist sehr verbemreitet, wenn man sich mal darauf achtet (als Mann). Mir wird dies vor Augen geführt, wenn ich in Chats von Arbeitskollegen aufgenommen werde. Die >40-jährigen schicken unangebrachte Videos, Bilder, Witze und so weiter auf Kosten von Frauen. Ich finde das schlimm und auch als Mann habe ich Mühe damit, diese Dinge "mitzuhören".
    • Herr Kules 22.12.2018 19:32
      Highlight Highlight Die Schweiz ist leider nicht perfekt..
  • redneon 22.12.2018 17:27
    Highlight Highlight Beschämend!! Kann ich nur sagen...

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