Schweiz
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epa06108398 A handout photo made available on 25 July 2017 by the Schaffhausen Police Switerland showing shows the suspect, which was made immediately before the the chainsaw attack in Schaffhausen on 24 July 2017. Reports state that the suspect was wearing a green windjacket and black trousers, carrying a big black bag. According to the police at least five people were injured two of them badly.  EPA/SCHAFFHAUSEN POLIZEI / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Undatierte Aufnahmen des Kettensägen-Angreifers Franz W. Bild: EPA/KEYSTONE / SCHAFFHAUSEN POLIZEI

Einzelgänger, Naturfreund, Nomade: Das Leben des Kettensägen-Angreifers 



Wer ist der Mann, der am Montag in Schaffhausen mit einer Motorsäge fünf Menschen verletzte, bevor er untertauchte?

Medienberichte und Aussagen von Bekannten und ehemaligen Weggefährten zeichnen ein widersprüchliches Bild. Fest steht wohl, dass es einen Bruch im Leben von Franz W. gegeben hatte. Noch in den 90er-Jahren zog es W. laut Blick regelmässig nach Griechenland. Seine Leidenschaft galt der griechischen Literatur und dem Tauchen.

Dann verliert sich seine Spur. Sicher ist, dass er sich in Graubünden, Basel, Luzern aufhielt. In den letzten beiden Kantonen verstiess er 2014 und 2016 gegen das Waffengesetz – und ist seitdem vorbestraft. 

Bis 2013 wohnte W., der Basler Dialekt spricht, in Lustmühle, AR. Eine Nachbarin beschreibt ihn gegenüber «Blick» als «Einzelgänger», der immer «laut mit sich selber sprach». 

2014 zieht W. nach Beromünster LU. Sein Vermieter gibt an, dass W. ein Trauma erlitt – offenbar verursacht durch einen Autounfall. Von da an bezog er laut dem Vermieter 100 Prozent IV. W. hielt sich gerne in der Natur auf, packte laut Nachbarn oftmals am Morgen seinen Rucksack und kam abends wieder nach Hause.

Einsatzkraefte schleppen das Auto des gesuchten Mannes ab, aufgenommen am Montag, 24. Juli 2017. Laut der Polizeisprecherin wurden mehrere Person verletzt, zwei davon schwer. Die Polizei ist teilweise schwer bewaffnet und mit Schutzwesten ausgeruestet. Neben einem Regahelikopter stehen auch Sanitaetswagen im Einsatz. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

In diesem VW Caddy wohnte W. in den letzten Monaten in Feuerthalen und Uhwiesen. Bild: KEYSTONE

Dann verlässt er die Wohnung Hals über Kopf. Er habe fast alles zurückgelassen, so sein Vermieter. Möbel, Bücher – alles habe entsorgt werden müssen.

Schaffhausen: 5 Verletzte bei Amoklauf mit Motorsäge

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Video: srf

Anschliessend zieht es W. in den Kanton Graubünden. Vor rund drei Monaten macht der 51-Jährige Halt im Backpacker Deluxe in Laax. Ursprünglich habe W. einen Monat lang bleiben wollen, erzählt der Hotelbetreiber dem Blick. Am nächsten Tag sei er aber überraschend abgereist. 

Der 51-Jährige zieht weiter nach Feuerthalen ZH. Dort schläft er in seinem VW Caddy auf einem Parkplatz beim Wald. Im Dorf kommt es vermehrt zu Auseinandersetzungen mit dem Mann. Mehrere Personen berichten gegenüber «20 Minuten», wie W. ihnen gegenüber ausfällig geworden sei. «Als ich an der Kasse sass, stürmte er auf ich zu, beschimpfte und beleidigte mich», sagt eine Coop-Verkäuferin zu 20 Minuten.

Andere bezeichnen W. als kauzig und verschroben – für gefährlich hielt ihn niemand. Auch nicht, als er angeblich mit einer Kettensäge im Dorf auftauchte und Drohungen ausstiess. Später campiert W. im Nachbardorf Uhwiesen. Auch dort kommt es zu Reibereien mit Dorfbewohnern. 

Der Leiter der Schaffhauser Sicherheitspolizei bezeichnete W. an einer Medienkonferenz als «psychisch auffällig». Laut «Blick» leidet er an einer schizophrenen Störung.

Die Polizei bestätigte am Montagnachmittag, dass die Attacke auf das Büro der Versicherung CSS kein Zufall gewesen sei. W. war selber Kunde der CSS, wie eine Mediensprecherin der Versicherung sagte. Jetzt fahndet die Polizei mit Hochdruck nach dem 51-jährigen Mann. (wst)

Das wissen wir:

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Video: streamable

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    Alle Leser-Kommentare
  • zialo 25.07.2017 13:55
    Highlight Highlight Hatte der Täter und IV Bezüger Ärger mit der Krankenkasse aufgrund des Kantonswechsels? Bei IV (und AHV) Bezügern mit kantonalen Ergänzungsleistungen gibts manchmal bei Krankenkassen ein Chaos: gewisse mahnen den Versicherten, zuweilen verweigern sie Leistungen, obwohl sie die Prämien von Kanton regulär später überwiesen bekommen. Ein IV/AHV Rentner kann so vor allem am Anfang des EL Bezugs betrieben werden, obwohl er im Recht ist.

    Gabs im aktuellen Wohnort keinen unentgeltlichen Rechtsbeistand oder sonstige Unterstützung? Das alles entschuldigt sein kriminelles Verhalten in keiner Weise.
  • El Schnee 25.07.2017 11:41
    Highlight Highlight Das Unbegreifliche solcher Taten hat auch damit zu tun, dass viele nie erleb(t)en was es bedeutet ganz unten zu sein, oft mehrfach: finanziell, sozial, körperlich. Allein der Status IV kann äusserst belastend sein: chronische Vorwürfe von Scheininvalität und Schmarotzertum. So Geld zu erhalten ist nicht wie üblich eine Anerkennung und Belohnung von Arbeit, nährt also auch nicht im psychischen Sinn. Eine solche Tat ist deshalb auch Folge von langanhaltender Ausgrenzung und Anhäufung von erlebtem Unrecht, nicht nur subjektiv gesehen. Ging das Unrecht von Behörden, Institutionen aus wird's heikel
  • c_meier 25.07.2017 10:59
    Highlight Highlight Wie gesagt, Ende 2013 war er in einer psychiatrischen Einrichtung in BE und zog danach 2014 weiter nach LU...
    Schade dass er dort wohl keine weitere Hilfe erhalten hat.
    • El Schnee 25.07.2017 12:24
      Highlight Highlight Das Konzept Psychiatrie ist oder muss in diesem Zusammenhang auch Thema sein. Es steckt selber in der Krise, will oder kann es nicht zugeben. Allein der Umstand, dass sich jemand dort aufgehalten hat, ist stigmatisierend, und es lässt sich auch nicht verbergen. Vermutlich besser wäre Menschen mit Krisen in normale Rehas zu schicken. Aber die grösste Kritik gilt den Diagnose- und Behandlungsmethoden. Am gefährlichsten ist der Einsatz der heutigen gängigen, also synthetischer Medikamente wie Neuroleptika, Antidepressiva etc. Sie sind etwas vom Verlogensten, was die Pharma und im Moment auftischt
  • Friedmax Dürrenfrisch 25.07.2017 10:53
    Highlight Highlight Ein Denkanstoss: Über die Tat liest man oft: Kein Terrorakt. Oft wird in solchen Fällen der Täter als "Eigenbrötler", "komisch", "abgeschottet von der Gesellschaft", "psychisch gestört" usw. beschrieben. Im Gegensatz dazu sind islamistische Täter immer Terroristen. Der "Motorsägen-Mann" hat Menschen angegriffen, wollte vielleicht töten, sicher aber verletzen. Beschreibt das nicht genau einen Terrorakt? Er will seine Botschaft anhand von Gewalt durchbringen. Wenn die Täter aus "unseren eigenen Reihen" kommen, sind sie immer nur geistig gestört und keine Terroristen. Was denkt ihr?
    • c-bra 25.07.2017 12:19
      Highlight Highlight Ich denke hier kann man klar von Terror und Amok unterscheiden.

      Der Mann hatte scheinbar ein persönliches Problem mit der CSS oder deren Mitarbeitern, daher Amok.

      Terror wird mMn mehr von einer bestimmten Ideologie angetrieben, sei es links, rechts, religiös, oder was auch immer. Da versucht man ein Zeichen zu setzten oder seine Denkweise, die einem als die einzig wahre erscheint, zu übermitteln und deren "Gegnern" zu schaden.

      So sehe ich das auf jedenfall. Ich hoffe der Typ wird bald gefunden.
    • El Schnee 25.07.2017 12:33
      Highlight Highlight ... ich glaub diese Unterscheidung, resp. Definition hat vor allem mit dem Grad der Organisation und der Menge der daran Beteiligten zu tun.
    • Makatitom 25.07.2017 12:51
      Highlight Highlight ich denke, dass die Begriffe "Terrorismus" und "Terrorist" inflationär angewendet werden. und ich denke weiterhin, dass das so gewollt ist. Muslime gegen Christen, Arbeiter gegen Arbeitslose, Bürger gegen sozialhilfebezüger, Romandie gegen deutschschweiz etc. pp. Und das nur, damit die wirklichen Probleme, nämlich Arm gegen reich und unten gegen oben, gar nicht erst zur Sprache kommen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Schnapphahn 25.07.2017 10:07
    Highlight Highlight Nach Logik der Politiker*innen müsste jetzt eigentlich das Waffengesetz verschärft werden. Es sind ja bekanntlich Schusswaffen, die ein immenses Risikopotential für die hiesige Bevölkerung darstellen.
    • reaper54 25.07.2017 10:21
      Highlight Highlight Ich fordere ein Europaweites Kettensägenregister! Das geht ja nicht, jeder kann diese gefährliche Waffe im Baumarkt um die Ecke kaufen. Es wird nicht einmal eine Ausbildung vorausgesetzt!
    • SelmaZ 25.07.2017 13:20
      Highlight Highlight Glaubst du der Vorfall hätte auch ohne Tote geendet, wenn der Typ mit einer Schusswaffe zu der CSS marschiert wäre? Wenn es mehrere Tote gegeben hätte, hättest du dann den Angehörigen erklärt, dass diese Tat auch durch ein strengeres (Schuss-)Waffengesetz nicht hätte verhindert werden können, weil man ja auch mit einem Küchenmesser oder mit einer Säge mal schnell und einfach ein Dutzend Menschen umbringen kann? Oder würde es dir dann langsam dämmern, dass das Gefahrpotential einer Schusswaffe doch etwas grösser ist?
    • ReiGei 25.07.2017 14:23
      Highlight Highlight Es mag sein, dass das Gefahrenpotential einer Schusswaffe grösser ist als das eines Messers. Jedoch ist es ganz wichtig sich zu merken: Es ist nicht die Schusswaffe die gefährlich ist, es ist der Mensch der sie gefährlich macht!
    Weitere Antworten anzeigen
  • El Vals del Obrero 25.07.2017 09:42
    Highlight Highlight Jede Wette, am Ende hing die Tat mit dem unsozialen Kopfprämie-Krankenkassen-System der Schweiz zusammen.

    Bei jemandem, der bewusst als Aussteiger leben will und auch nichts mit dem Sozialamt zu tun haben will, sind die Krankenkassenprämien das grosse Hinderniss.

    Natürlich ist das keine Begründung. Aber bei einem, der ohnehin schon als Psycho bezeichnet werden kann, war das dann vielleicht der Tropfen zuviel.

    Kannte auch mal so jemand. Bei dem bewirkte es am Ende, dass er rechtsextrem wurde, weil er meinte, dass es einen Zusammenhang zwischen Krankenkasse und Ausländern gäbe.
    • Saraina 25.07.2017 10:54
      Highlight Highlight Bei deinem Bekannten, und auch bei Wrousis scheint doch eher die wahnhafte psychische Störung und nicht die Krankenkasse im Vordergrund zu stehen. Wrousis hat ja auch schon andere Menschen bedroht. Leider muss immer erst etwas passieren, bevor eine Zwangseinweisung in die Psychiatrie erfolgen kann.
    • Martiis 25.07.2017 14:05
      Highlight Highlight Die "unsozialen Kopfprämien" gewährleisten immmerhin jedem umfassende Leistungen im Krankheitsfall. Dass du Leute kennst, die die Prämie nicht bezahlen wollen, überrascht mich nicht. Interessanter wäre, wie viele Leute auch im Krankheitsfall (z.B. Krebs) bereit sind bei ihrer Entscheidung zu bleiben und keinerlei Versicherungsleistungen in Anspruch zu nehmen. Dann sieht die Sache aber jeweils plötzlich ganz anders aus. In der CH gibt es übrigens zehntausende ohne Krankenversicherung bzw. Leute, die ihre Prämie einfach nicht bezahlen. Im Krankheitsfall zahlt dann der Staat.
    • El Schnee 25.07.2017 18:18
      Highlight Highlight @saraina: leider und das wollen die meisten nicht gern hören, führen genau Zwangseinweisung und medikamentöse und andere Zwangsbehandlungen manchmal zu solchen Extremfällen. Behörden und Institutionen müssen eine bessere Fehlerkultur entwickeln, d.h. solche schnell eingestehen und zugeben. Nicht immer alles verschleppen oder den schwarzen Peter weiterschieben. Voraussetzung ist aber, dass Leute, die (unabsichtlich) Fehler machen nicht zu harte Konsequenzen trifft. Niemand kann ein Verhalten oder gar Straftaten konkret voraussehen, die lassen sich nicht berechnen.
  • SVRN5774 25.07.2017 09:16
    Highlight Highlight Der Mann tut mir nur leid.
    Es wird langsam Zeit, dass wir versuchen zu verstehen, weshalb ein Mensch sowas böses tut.
    Das bedeutet jetzt nicht, dass er ungestraft davon kommen soll.
    Ich hoffe er findet seinen Frieden.
    • Mia_san_mia 25.07.2017 09:45
      Highlight Highlight Du sagst es... Traurig das es solche Sachen gibt.
    • Zwingli 25.07.2017 13:16
      Highlight Highlight sehr schöne worte svrn5774 :)
    • SVRN5774 25.07.2017 20:09
      Highlight Highlight Danke :) Zwingli

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