Schweiz
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Auch in Zukunft ist an hohen Feiertagen eher «Sterbe im Thuogau» angesagt. Bild: screenshot youtube.com SONICLAB Tonstudio Andi Jud

Sterben(slangweilig) im Thurgau: Parlament hält am Tanzverbot fest



Übers Osterwochenende sollen die Thurgauer auch in Zukunft eine eher ruhige Kugel schieben müssen – so zumindest ist die Antwort der Justizkommission auf eine Petition der Jungen CVP zu verstehen. Denn die Mitglieder der Kommission gingen gar nicht erst auf den Inhalt des von 900 Personen unterschriebenen Begehrens ein, wie die Thurgauer Zeitung berichtet.

Der Thurgau ist einer der letzten Kantone, in dem gewisse öffentliche Veranstaltungen an hohen Feiertagen verboten sind. In der Ostschweiz sind dies öffentliche Konzerte, Partys, Kinovorführungen, Theater- oder Sportveranstaltungen. Das Verbot gilt an Karfreitag, Ostersonntag, Pfingstsonntag, Bettag und Weihnachten.

So wild tanzt der Thurgau am OAFF

Festival visitors dance during the Openair music festival in Frauenfeld, Switzerland, Friday, July 10, 2015. The 21th event runs from July 8 to July 11. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Zum Glück findet das Open Air Frauenfeld nicht an Ostern statt. Bild: KEYSTONE

Die Junge CVP hatte deshalb vor über einem Jahr ihre Petition «Gegen das staatliche Verbot, zu tanzen» eingereicht. Vor der Justizkommission fand sie kein Gehör. Die Kommission würdigte das Anliegen nicht einmal mit einer inhaltlichen Stellungnahme.

«Jeder verdient anständige Antwort»

Stattdessen hielt sie in einem Bericht fest, die Urheber der Petition versuchten, die Einreichung einer Volksinitiative zu umgehen, wofür 4000 Unterschriften nötig sind. Ausserdem handle es sich um einen «medienwirksamen Aufhänger für öffentliche Auftritte der Petitionäre».

Für ihren Bericht wurde die Justizkommission von anderen Mitgliedern des Grossen Rates gestern scharf kritisiert. Es handle sich um eine Aushöhlung des Petitionsrechts. Jedermann verdiene als Petitionär «eine anständige Antwort, egal wie man inhaltlich zum Anliegen steht», sagte der Fraktionschef der CVP.

Trotz der abschlägigen Antwort der Justizkommission gibt es im Thurgau Hoffnung, künftig auch am Karfreitag das Tanzbein zu schwingen. GLP-Grossrat Lucas Orellano will das Tanzverbot nun mit Hilfe einer parlamentarischen Initiative aufheben. Die christlich-konservative EDU hat Widerstand angekündigt.

(cbe)

Bis zur Aufhebung des Tanzverbots müssen Thurgauer an Feiertagen zu Hause zu diesem Überhit tanzen

abspielen

Legendär: «Thurgau mini Heimat». Video: YouTube/Andi Jud

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    Alle Leser-Kommentare
  • .jpg 20.04.2017 02:29
    Highlight Highlight Wie kann eine solch verlogene Organisation wie Kirchen und Religion überhaupt noch was zu sagen haben.
  • whatthepuck 19.04.2017 23:43
    Highlight Highlight Dieses Tanzverbot über Ostern gibt's sogar in der Weltstadt München.

    kA ob der Begriff Kulturblindheit hier zutrifft; aber manchmal lange ich mir schon biz an den Kopf, wenn die Leute die Feiertage, die sie ja so bejubeln (und betanzen!) wollen, nicht mal verstehen. Bin der katholischen Kirche nicht sehr treu, aber wenn man grob weiss, worum's in den Ostertagen eigentlich geht, kann man so ein Tanzverbot ja schon nachvollziehen, zumindest aus kirchlicher Sicht. Und dann ist es auch egal, ob da noch heidnische oder zaratustrische oder wasweissich für Bräuche im Hintergrund sind.
    • ujay 20.04.2017 05:10
      Highlight Highlight Nonsens. Staat und Kirche sind getrennt. Was aus kirchlicher Sicht auf der Hand liegt, ist für den Staat nicht relevant. Um meine freien Tage zu geniessen, brauch ich nicht unbedingt zu wissen, um was es bei diesen Feiertagen geht. Ich staune ich über die Arroganz eines Kantons, sich um die Kirche/Staat Trennung zu foutieren. Bei solchen Extrazügen sollte der Bund aktiv werden.
    • ands 20.04.2017 05:59
      Highlight Highlight @ ujay: Dann fordern Sie konsequenterweise auch, dass man an Karfreitag, Ostermontag, Weihnachten, Auffahrt und Pfingstmontag gefälligst zu arbeiten hat? Weshalb ist an diesen Tagen der Supermarkt um die Ecke eigentlich geschlossen? Eine Frechheit!
      Ernsthaft: Trennung von Kirche und Staat bedeutet nicht, dass der Staat komplett "religionsfrei" ist.
    • whatthepuck 20.04.2017 12:52
      Highlight Highlight Da bei diesen Feiertagen die Kirche den Ton angibt ist wohl auch die kirchliche Sicht der Dinge entscheidend. Ohne die Kirche gäb's ja keine Legitimation für diese freien Tage. Dem Staat ist's nämlich wirklich ziemlich egal, ob du an Ostern sonst frei hast oder nicht. Da muss man wohl in den sauren Apfel beissen. Aber eben, so sauer ist der doch gar nicht.
  • Ich hol jetzt das Schwein 19.04.2017 20:37
    Highlight Highlight Tja...
    Benutzer Bild
  • Hans Nötig 19.04.2017 18:38
    Highlight Highlight Die Frage, welche sich hier aufdrängt, ist eher wo diese Thurgauer denn überhaupt Party machen wollen😁 in Winterthurgau?😜
  • Phrosch 19.04.2017 18:23
    Highlight Highlight Meine Güte, da gibt es fünf Tage im Jahr, an denen nicht alle Veranstaltungen erlaubt sind, und es gibt Leute, die damit völlig überfordert sind. Man kann ja privat einen Film schauen (die meisten gehen eh nie ins Kino) oder Musik hören (oder machen) oder mit Freunden Kassen... Ich wäre dafür, das Verbot wieder überall einzuführen. Alle Teitungen und Watson könnten dann jeweils Vorschläge machen, was man alles tun könnte statt tanzen.
    • Chrigu91 19.04.2017 21:58
      Highlight Highlight Haha staatliche Bevormundung for the win 💪💪😂😂
    • Fabio74 20.04.2017 10:26
      Highlight Highlight Der Staat hat sich schlichtweg nicht drum zu kümmern
  • äti 19.04.2017 16:32
    Highlight Highlight Der Thurgau macht nicht jeden Unsinn mit. Ja genau. Zudem pflegen wir beste Kontakte zu umliegenden Kantone, EU-Ländern und deren Sitten, so zum Ausweichen, falls gewünscht. 🤓
  • koks 19.04.2017 16:20
    Highlight Highlight wer konservativ wählt, muss halt mit den konsequenzen leben.
    • Duweisches 19.04.2017 22:05
      Highlight Highlight Allerdings sind die Konservativen Wähler (häufig ältere Menschen) wohl selten die, die auch an Feiertagen Party machen wollen...
  • John Smith (2) 19.04.2017 16:19
    Highlight Highlight Schon mal überlegt, warum der Karfreitag ein Feiertag ist? Christliche Feiertage gerne nehmen aber sich um deren Inhalt foutieren ist ein Abbild der «Ich-will-alles-und-zwar-gratis-und-jetzt»-Generation. Darum mein Vorschlag: Am Karfreitag ist tanzen für all jene erlaubt, die am Karfreitag auch arbeiten. (Sage ich als überzeugter Atheist, dem Ostern nichts bedeutet, dem aber diese Konsummentalität sowas von auf den Geist geht. Wieso man allerdings auch am christlichen Freudentag Ostersonntag nicht tanzen soll, entzieht sich auch meiner Logik.)
    • Hoppla! 19.04.2017 18:10
      Highlight Highlight Deal! Und ich hätte dann gerne einige Zusatzferientage um meiner "Religion" zu fröhnen. ;-)
  • Señor V 19.04.2017 15:10
    Highlight Highlight Dieser Song.
  • sapperlot 19.04.2017 15:05
    Highlight Highlight Aber der Ostertanz in Hörhausen, welcher am Ostersonntag stattfindet, ist erlaubt? Dort wird definitiv keine ruhige Kugel geschoben.. ;)
    • Peeta 19.04.2017 15:26
      Highlight Highlight Dort geht doch die Party jeweils erst ab 24.00h so richtig los. Also völlig legal. Analog dem Pfingstfest in Bettwiesen (...für Insider).
    • Peeta 19.04.2017 16:00
      Highlight Highlight Geht's dort nicht erst ab 24.00 Uhr so richtig los, damit man sich noch im legalen Bereich bewegt. Analog dem Pfingstfest in Bettwiesen (...für Insider).
    • sapperlot 19.04.2017 16:41
      Highlight Highlight Ja, also Türöffnung ist um 23.00 Uhr. Aber ja, gehe jetzt auch mal davon aus, dass die das schon abgeklärt haben. ;)
  • Joe_Dirt 19.04.2017 15:00
    Highlight Highlight mimimi ich will a Ostere tanze mimimi all andere Täg im Jahr passts mer nöd mimimi ich cha hald würkli nur a Fiirtäg tanze mimimi... Findet Euch damit ab, Ihr habt schon bald genug viel grössere Probleme als die in Euren Augen "übertrieben Wertschätzung von speziellen Feiertagen".
    • dä dingsbums 19.04.2017 16:27
      Highlight Highlight Du kannst ja in die Kirche gehen, wenn Dir der Glaube wichtig ist.

      Andererseits wirst Du ja auch nicht gezwungen, am zweiten Samstag im August an die Streetparade zu gehen.

      Leben und leben lassen.
    • Joe_Dirt 19.04.2017 16:30
      Highlight Highlight Nix, alles in bester Ordnung.
      Aber danke der Nachfrage. :)
    • Fabio74 19.04.2017 17:01
      Highlight Highlight Was für ein dämlicher Kommentar. Aber die Thurgauer gehen sowieso nach Zürich zum feiern
  • Wehrli 19.04.2017 14:23
    Highlight Highlight Selberschuld wenn man aus Mostindien nicht auswandert. Da wäre sogar der Aargau ein Upgrade ...
    • SaveAs_DELETE 19.04.2017 14:45
      Highlight Highlight Isch dir grad en Schneemaa mit wiise Socke uf dini Rüebli gstande? :-P
    • phreko 19.04.2017 14:52
      Highlight Highlight Dummerweise kennt der Aargau ebenfalls noch ein mittelalterliches Tanzverbot, wurde vor kurzer Zeit sogar per Abstimmung bestätigt. Da gilt ebenfalls, wer kann, der geht...
    • Olmabrotwurst 19.04.2017 14:54
      Highlight Highlight Wohrschindlich no nie im TG gsi
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