Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Grosses Interesse: Pferde aus Hefenhofen werden am Donnerstag verkauft



Die Polizei sichert die ersten Tiere vom Hof von Ulrich K., der wegen der Quaelerei von Pferden unter Verdacht steht, aufgenommen am Dienstag, 8. August 2017, in Hefenhofen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Wird geräumt: 90 Pferde kommen unter den (Auktions-)Hammer. Bild: KEYSTONE

Das Thurgauer Veterinäramt will die derzeit bei der Armee eingestellten Pferde des mutmasslichen Tierquälers von Hefenhofen am kommenden Donnerstag verkaufen. Tierschützer sind empört.

Der Schweizer Tierschutz kritisierte den schnellen Verkauf in einer Mitteilung vom Montag als «unverständlich und skandalös». Mit einer seriösen und überlegten Vermittlung der Pferde an fachkundige Halterinnen und Halter hätte der Kanton Thurgau die Möglichkeit gehabt, zumindest etwas an den Tieren wieder gut zu machen. Nun komme es stattdessen zu einem eigentlichen «Pferde-Ausverkauf».

Der Schweizer Tierschutz hat nach eigenen Angaben dem zuständigen Thurgauer Regierungsrat Walter Schönholzer Unterstützung bei der Platzierung der Pferde angeboten. Eine Antwort sei aber ausgeblieben.

Die Plätze für die Pferde im bernischen Schönbühl stünden nur bis zum 18. August zu Verfügung, heisst es in einer gemeinsamen Stellungnahme des zuständigen Departements für Inneres und Volkswirtschaft und des Thurgauer Veterinäramtes vom Montagabend. Es gehe nicht darum, die Pferde zu «verschachern». Bei der Verkaufsaktion stehe nicht der Erlös der Tiere, sondern ein guter Platz im Vordergrund.

Alle Pferde seien mit einem Chip versehen, sodass man wissen werde, wo sie untergebracht sind. «Kontrollen werden zeigen, wie die Pferde gehalten werden», heisst es in der Mitteilung weiter. Es werde kein einziges Tier geschlachtet.

Bei der Armee in Pflege

Nach der Räumung des Hofs des wegen Tierquälerei angeschuldigten Pferdezüchters fanden die 93 Tiere am vergangenen Dienstag vorübergehend Unterschlupf bei der Armee in Schönbühl. Die vereinbarte Zeitspanne für den Aufenthalt im Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere beträgt zehn Tage.

Derzeit gingen hunderte Telefonanrufe ein von Menschen, die sich für ein Pferd interessierten oder Geld spenden möchten, teilte das Thurgauer Veterinäramt am Montag mit. Es zeichnet für den Verkauf verantwortlich.

Der Verkauf soll am Donnerstag ab 9 Uhr im Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere in Schönbühl über die Bühne gehen, wie dessen Kommandant Jürg Liechti am Montag vor den Medien sagte.

Jedermann, der Interesse habe könne die Pferde vor Ort anschauen, kaufen und gleichentags mitnehmen. Sollte es Tiere geben, die keinen Abnehmer finden, «werden wir die Pferde sicher nicht vor die Türe stellen», führte Liechti aus.

Nicht alle der 93 Pferde gehören möglicherweise dem angeschuldigten Pferdezüchter. Wer Besitzansprüche an einem oder mehreren der Tiere geltend machen kann, hat bereits am Mittwoch Gelegenheit, seine Tiere gegen Vorweis der nötigen Dokumente abzuholen.

Gute Plätze gesucht

Derzeit sind zwei Experten dabei, die 93 Pferde zu schätzen. Die Schätzung dient beim Verkauf als Diskussionsgrundlage. Am Donnerstag können Interessierte dann vor Ort Angebote machen. Die Pferde sollen laut Liechti nicht «vergantet», sondern zu einem angemessenen Preis verkauft werden.

Eine Preisspanne nannte Liechti auf Anfrage nicht, da es sich um ganz unterschiedliche Pferde handle, vom Minipony bis zum grossen Kaltblüter. Auch bei der künftigen Nutzung der Pferde sei die Bandbreite gross.

Klar sei aber, dass künftige Besitzer bestimmt Zeit investieren müssten, um sich den Tieren intensiv anzunehmen, betonte Liechti. Er persönlich wünsche sich Käufer, die langfristig einen guten Platz für die Tiere hätten, sagte der Kommandant des Kompetenzzentrums gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Zu allfälligen Kosten für die Unterbringung der 93 Pferde in Schönbühl machte Liechti am Montag keine Angaben.

Viel Pflege nötig

Seit ihrer Ankunft in Schönbühl haben Rekruten sich um die 93 Pferde gekümmert. Die Tiere wurden geputzt und gepflegt. Den Pferden wurden Mähnen und Schweife frisiert und die Hufe gepflegt. Das Fellkleid sei stark mit Kot und Dreck verklebt gewesen, berichtete Liechti. Gerade jüngere Pferde seien sich diese Pflege nicht gewohnt gewesen und hätten nicht so einfach kooperiert.

Die Tiere konnten jeden Tag auf die Weiden. Eingestallt waren sie in Boxen und zum Teil in Ständen. Bei der Armee können Tiere laut Liechti drei Wochen in einem Stand untergebracht werden, auch wenn dies sonst nicht mehr erlaubt ist.

Anfang August war publik geworden, dass auf dem Hof eines Tierhalters in Hefenhofen TG in den letzten Monaten mehrere Pferde verendet waren. Weitere Tiere waren abgemagert und in schlechtem Zustand.

Der Tierhalter wurde vergangene Woche von der Polizei in Gewahrsam genommen. Der Mann ist zurzeit in einer fürsorgerischen Unterbringung. Die rund 250 Tiere auf dem Hof wurden beschlagnahmt und gegen den mutmasslichen Tierquäler ein Tierhalteverbot ausgesprochen. (sda)

Pferderettung im Kanton Luzern

Das könnte dich auch interessieren:

Mehr als 70 Tote nach Zyklon «Idai» 

Link zum Artikel

Boeing 737 Max 8: Diese europäischen Airlines setzen ebenfalls auf die Unglücksmaschine

Link zum Artikel

«Er hatte keine Zeit für mich» – Streit zwischen Federer und Djokovic eskaliert

Link zum Artikel

Mein Abstieg in die Finsternis – Wie ich zur Katzenfrau wurde

Link zum Artikel

So ticken die Putinversteher

Link zum Artikel

Es lebe die Superheldin! Steckt euch euren «Feminismusscheiss» sonstwohin

Link zum Artikel

5 Elektroauto-Gerüchte im Check: Ein paar sind richtig, ein paar aber kreuzfalsch

Link zum Artikel

Hat das Parlament gerade unser Internet gerettet? – Es soll kein Zwei-Klassen-Netz geben

Link zum Artikel

Kevin Schläpfer – Oltens verpasste «Jahrhundert-Chance» und Langenthals «Anti-Anliker»

Link zum Artikel

«Vielleicht sind die Regeln einfach falsch» – VAR-Penalty sorgt für hitzige Diskussionen

Link zum Artikel

«Doping ist wie beim Hütchenspiel. Du weisst, dass es Betrug ist. Aber du spielst mit»

Link zum Artikel

Man liebt den Verrat, aber selten die Verräterin – nein, Galladé verdient Lob

Link zum Artikel

Der EHC Kloten, die Hockey-Titanic – so viel Talent, so miserabel trainiert und gecoacht

Link zum Artikel

Das Huber-Quiz! Heute mit einer Premiere!

Link zum Artikel

«Rape Day»: Gaming-Plattform bringt Vergewaltigungsgame raus – und löst Shitstorm aus

Link zum Artikel

Schär ist der beste Verteidiger in England – nach dem Supertor dreht sogar Shearer durch

Link zum Artikel

Warum die FDP (vielleicht) gerade unsere Beziehung zu Europa gerettet hat

Link zum Artikel

Erleuchtung für 190 Franken: Ist diese 17-Jährige die neue Uriella?

Link zum Artikel

10 Schauspieler, die ihre grössten Rollen nicht mehr leiden können

Link zum Artikel

Papst Franziskus – der Reformer, der keiner ist

Link zum Artikel

Stellt das Popcorn bereit: Trumps Anwalt Michael Cohen will auspacken

Link zum Artikel

Samsung hat das Galaxy Fold enthüllt, das unsere Smartphones für immer verändern könnte

Link zum Artikel

Im Juni wurde «The Beach» geschlossen – jetzt zeigt sich, wie gut dieser Entscheid war

Link zum Artikel

Warum der Schweizer Klubfussball auf dem absteigenden Ast ist

Link zum Artikel

5 Promi-Seitensprünge und ihre Ausgänge (und was diese Dame damit zu tun hat)

Link zum Artikel

9 Grafiken rund um das Elektroauto in der Schweiz

Link zum Artikel

Zwangsschulfrei wegen Masern: Schon 12 Fälle an Steiner-Schule – warum das kein Zufall ist

Link zum Artikel

Ihr spinnt! Wieso trinkt ihr im Restaurant kein Leitungswasser?

Link zum Artikel

Diese Schweizerin trug 365 Tage lang dasselbe Kleid

Link zum Artikel

Hinter den Kulissen von «Game of Thrones» haben sich alle lieb. Hier 15 Beweis-Bilder!

Link zum Artikel

Und jetzt: Die fiesen Sex-Fails der watson-User! 🙈

Link zum Artikel

Hier kommt ein Feel-Good-Dump für alle, die ein bisschen Aufmunterung gebrauchen können

Link zum Artikel

27 Sprüche, die zeigen, dass wir unbedingt auch Jahrbücher in den Schulen brauchen

Link zum Artikel

«Breaking Bad» kommt zurück – dazu die 10 besten Zitate von Jesse Pinkman

Link zum Artikel

Die Post lässt sich ein bisschen hacken – und macht sich zum Gespött der Hacker

Link zum Artikel

Sorry, aber wir müssen wieder über Trump und Faschismus reden

Link zum Artikel

«Eine Hure zu sein, war oft top», sagt Virginie Despentes aus Erfahrung

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Der Rückbauer 15.08.2017 08:15
    Highlight Highlight Fehlentscheidungen en masse. Den Thurgauern fehlt offenbar das Fingerspitzengefühl. Und vielleicht auch die Kompetenz.
  • elivi 14.08.2017 23:17
    Highlight Highlight Anstatt hilfe annehmen die pferde an einem tag gegen bares abgeben.
    Klingt für mich schon eher nach geld gier als nach pferdewohl.
    Wie wollen die überhaupt sicherstellen, dass die neuen halter keine tote pferde im stall haben? Wie wir wissen ist das ned die stärke des kantons.
    Hoffe trotzdem das die pferde ein gutes zuhause finden, sonst gibts bald thurgauer pferdeskandal teil 2
  • AlteSchachtel 14.08.2017 19:13
    Highlight Highlight ich hätte den Pferden die gute Pflege in Schönbühl noch ein Weilchen gegönnt und hoffe einfach, dass das für den Verkauf verantwortliche Thurgauer Veterinäramt bei der Auswahl der Käufer ein bisschen mehr Sorgfalt zum Tierwohl walten lässt, als bei der Angelegenheit Hefenhofen....

Thurgauer Hausbesitzer verbreitet Einbrecher-Video – nicht alle finden das gut

Als Diebe am Donnerstag in Ermatingen TG in sein Haus einbrechen, werden sie von einer Überwachungskamera gefilmt. Der Hausbesitzer verbreitet die Aufnahme im Netz und löst eine Welle der Solidarität aus. Bei der Kantonspolizei Thurgau ist man nicht restlos begeistert.

Erst realisierte er gar nicht, was passiert ist. Als der Hausbesitzer am Donnerstagabend von der Arbeit heimkehrte, stösst er auf zerschlagene Fensterscheiben. Diebe hatten Schmuck, Uhren und Bargeld entwendet. Der Hausbesitzer alarmierte umgehend die Polizei und verliess das Haus, um die Spurensicherung nicht zu erschweren.

Mit dem Eintreffen der Polizei bemerkte der 48-Jährige, dass eine Überwachungskamera die Diebe im Blickfeld hatte. Zwar hätten sie die Kamera mitlaufen lassen, doch dank …

Artikel lesen
Link zum Artikel