Schweiz
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Schweizer Kühe werden zu fett und zu gross



Dicke Hintern, grosse Mäuler, riesiger Appetit: Die Schweizer Kühe werden immer grösser - und das wird zum Problem bei Ställen und Weiden. Gesucht: die neue Schweizer Kuh.

Viele Schweizer Kühe werden für die zarten Alpenwiesen zu schwer, für die Ställe zu breit und für die Bauern zu gefrässig. Manche bringen bei mehr als 1,60 Meter Grösse schon über 800 Kilogramm auf die Waage. Das bringt unter anderem gesundheitliche Probleme mit sich. Die Interessengemeinschaft «Neue Schweizer Kuh» propagiert nun, Tiere zu züchten, die kleiner, leichter, genügsamer und gesünder sind.

epa06436039 Cows are pictured during the Swiss Expo livestock contest at the Swiss Expo 2018 in Lausanne, Switzerland, 13 January 2018. Swiss Expo is the largest livestock contest form cows in Europe where some 400 breeders and more than 1,000 cows are present during the 22nd edition of the Swiss Expo.  EPA/CYRIL ZINGARO

Die Schweizer Kühe werden immer grösser. Bild: EPA/KEYSTONE

Das Problem der Schwergewichte: «Viele Ställe wurden vor 25, 30 Jahren nach der damaligen Grösse der Tiere gebaut», sagt Michael Schwarzenberger, Tierzuchtlehrer am landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg. Für heutige Kühe werde es dort oft sehr eng, vor allem, wenn sie liegen. Zudem trampelten die schweren Rindviecher Wiesen und Weiden kaputt, und sie brauchten nicht nur mehr Futter für die gleiche Menge Milch, sondern auch so viel Energie und Protein, dass sie zusätzlich Kraftfutter haben müssen.

Umdenken bei der Zucht nötig

«Die Kühe werden jährlich 0,3 Zentimeter grösser - dieser Trend muss gestoppt werden», sagt der Präsident des Züchterverbandes Swissherdbook, Markus Gerber. Züchter suchten gerne Stiere zur Besamung aus, die möglichst ergiebige Euter versprechen. Dass bedeute aber automatisch immer grössere Tiere. «Man müsste den Zuchtwert ‹Euter› weniger gewichten», so Gerber.

Un helicoptere Super Puma de l'Armee suisse passe au dessus des vaches pour apporter de l'eau dans un reservoir pour abreuver les vaches d'un paysan lors d'un point presse sur le dispositif secheresse ce mardi 21 juillet 2015 sur un alpage dans la region du Marchairuz. L'Armee suisse aide le Canton de Vaud a maitriser les consequences de la canicule. Les militaires ont commence a mettre en place et a approvisionner huit points d'eau destines a abreuver le betail dans le Jura vaudois. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

A helicopter of the Swiss Army delivers water from a reservoir to water cows of a framer during a press presentation on an Alp in the region of Marchairuz Switzerland on Tuesday July 21 2015. The Swiss Army helps the Canton Vaud to manage the consequences of the heat wave. The swiss army has started to build up aight water points to supply the cattle with water. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Es soll vermehrt auf die Züchtung Kleinerer Tiere gesetzt werden. Bild: KEYSTONE

Die knapp 700'000 Schweizer Kühe geben im Schnitt 7500 Liter Milch im Jahr, rund doppelt so viel wie in den 60er Jahren. Spitzenkühe kommen auf 12'000 Liter, so Schwarzenberger. «Unser Leitbild ist eine Kuh, die fruchtbar und gesund bleibt und bei möglichst niedrigem Antibiotika-Einsatz das hier wachsende Grundfutter, also Gras und Mais, möglichst effizient in Milch umsetzt.»

Kleinere Kühe mit weniger Appetit

Die «IG Neue Schweizer Kuh» empfiehlt deshalb nun Stiere zur Besamung, die kleinere, genügsamere und gesündere Kühe als Nachwuchs versprechen. 500 bis 600 Kilogramm Gewicht bei einer Grösse von 1,40 bis 1,45 Meter sei gut.

Die Schweiz habe schon in den 90er Jahren beschlossen, in der Landwirtschaft nicht auf maximale Leistung sondern auf mehr Ökologie zu setzen, sagt der Sprecher des Bauernverbandes, Hans Rüssli. Seitdem laute die Devise eigentlich: kleinere Tiere mit weniger Appetit. «Aber die Bauern entscheiden selbst, was für sie wirtschaftlich Sinn macht», sagt Rüssli. (sda/dpa)

Viele Kühe machen Mühe – Herde stoppt Autodiebin

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Video: watson/nico franzoni

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    Alle Leser-Kommentare
  • Swissbex 13.08.2018 21:22
    Highlight Highlight Hauptsach die "normale" Zucht wird vom Bund jährlich mit mehreren Millionen CHF gefördert...
  • Eva69 13.08.2018 21:15
    Highlight Highlight Ja es gibt sie auch in Schweizerställen die überzüchteten Riesen Kühe. Ihre Genetik stammt vorwiegend aus Nordamerika, Deutschland, Italien und Frankreich. Aus solchen Ländern sollte die Schweiz, gemäss manchen Watson-Landwirtschaftsexperten, nach Abschaffung der Schweizer Bauern die Nahrungsmittel importieren...
    Zum Glück hat eine schnell wachsende Anzahl von Landwirten gemerkt, dass mit kleineren Kühen wirtschaftlicher, effizienter und ökologischer Gras und Mais aus einheimischer Produktion, zu Milch und Fleisch umgewandelt werden kann!
  • dinner for one MGTOW 13.08.2018 16:31
    Highlight Highlight So offen Fat-Shaming betreiben auf Watson? Auch Kühe haben Rechte nicht diskriminiert zu werden.
  • infomann 13.08.2018 14:23
    Highlight Highlight Wenn man bedenkt dass zwei Drittel vom Futter aus dem Ausland kommt muss man den Bauern die Frage stellen.

    Warum müssen wir für solche Machenschaften noch Subventionen bezahlen??????
    • Skip Bo 13.08.2018 19:07
      Highlight Highlight 90% des Futters (Gras,Heu, Silage, Kraftfutter) für Milchkühe in der CH werden im Inland produziert. Quelle Agristat
      Nenn deine Quelle auch.
      Der letzte Satz gründet auf falschen Zahlen und polemisiert.
    • infomann 14.08.2018 09:26
      Highlight Highlight Da hast du recht, aber die Schweizer essen nicht nur Kuhfleisch und Milch.
      Oder willst du uns dazu zwingen?
      Vieles kannst du übrigens in Berichten vom Bundesamt für Landwirtschaft nachlesen!!!
    • Skip Bo 14.08.2018 12:58
      Highlight Highlight Info, der Gesamtbedarf an Futter in der CH wird zu 85% in der CH produziert. Quelle BLW. Deine Angaben könnte ich nicht finden, bitte konkretisieren diese 66% Importe. Eventuell meinst du nur Proteinträger.
      Rindfleisch wird auch als Weidefleisch zu 100% aus Inlandfutter produziert. Du musst also nicht nur zähes Kuhfleisch essen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. D. 13.08.2018 13:43
    Highlight Highlight Müssten unsere Atomkühe zur Dopingkontrolle, würden sie wohl noch Lance Armstrong in den Schatten stellen.
    Armstrong hatte zeitweise 5 - 6 illegale Substanzen intus.

    Bei unseren Kühen nennen sich diese Mittel Nahrungsergänzungsmittel. Dass die Kühe noch nicht explodieren, ist ein kleines Wunder. Die sind so abgefüllt, wie Ben Johnson 1988 im 100 m Finale.

    En Guete.
  • ARoq 13.08.2018 13:23
    Highlight Highlight «Die Kühe werden jährlich 0,3 Zentimeter grösser - dieser Trend muss gestoppt werden»
    Spätestens wenn der Bauer nur noch mit der Hebebühne an den Euter kommt.
  • By-Quête 13.08.2018 12:54
    Highlight Highlight Die Bauern machen sich selber kaputt! Immer grössere Kühe, immer fettere Euter... Übrigens: sie "geben" ihre Milch nicht einfach so! Über Züchtung und "Kraftfutter" werden sie auf Höchstleistung getrimmt, ständig geschwängert - und immer schneller zum Metzger gebracht! Arme Viecher! Unsere sogenannt "gesunde Milch" ist zum Tierquälprodukt geworden, das unsere Umwelt immer mehr belastet! Ich bin schon längst auf Soja-, Mandel- und Hafermilch umgestiegen...
  • Leider Geil 13.08.2018 12:45
    Highlight Highlight Es gibt doch alternativen? Grauvieh zum Beispiel. Doch wie der Artikel sagt, die Bauern wollen ja Kühe auf Steroiden mit zig tausend Liter Milch und keine normalen, natürliche und vor allem gesunde und genügsamen tiere mehr haben. Lieber riesig grosse Euter, viel Milch bei hohem Einsatz von Antibiotika.
  • Dr. Houz 13.08.2018 12:39
    Highlight Highlight 😂 Was wir immer für probleme haben
  • Geophage 13.08.2018 11:49
    Highlight Highlight https://www.prospecierara.ch/de/tiere/hinterwaelder-rind
    https://www.prospecierara.ch/de/tiere/evolner-rind
    https://www.prospecierara.ch/de/tiere/raetisches-grauvieh

    Problem gelöst. Das Nächste bitte.
    • Garp 13.08.2018 14:17
      Highlight Highlight Das Problem ist der Bauer, löse das.
    • Geophage 13.08.2018 15:26
      Highlight Highlight DEN Bauern gibt es nicht, demzufolge kann er auch nicht das Problem sein. Das Problem ist der Lobbyismus und Unwissenheit.
    • Garp 13.08.2018 15:36
      Highlight Highlight Der Bauer bezog sich auf die Bauern, die gern grosse Kühe mit tierquälerischen grossen Eutern züchten. Ist ja klar gibt es _ den_ Bauer nicht, genau so wenig wie _ den_ Schweizer gibt.
  • satyros 13.08.2018 11:25
    Highlight Highlight «Aber die Bauern entscheiden selbst, was für sie wirtschaftlich Sinn macht»

    Offenbar nicht, wenn dabei Wiesen zertreten werden, Kraftfutter zugekauft werden muss, weniger Milch pro gefressenes Futter produziert wird und Ställe umgebaut werden müssen. Kühe sind Prestigeobjekte für die Bauern, man präsentiert sich gegenseitig die schönen "Zuchterfolge" mit den grossen Eutern und hängt die Plaketten des Zuchtvereins stolz an den Stall. Die werden halt nicht für nachhaltige, wirtschaftliche Kühe sondern für das gängige Kuh-Schönheitsideal vergeben.
    • El Vals del Obrero 13.08.2018 12:07
      Highlight Highlight Das Problem ist wohl wie immer bei solchen Themen:

      Die kurzfristige Wirtschaftlichkeit wird als wichtiger angesehen als langfristige Folgen, die diese kurzfristigen Vorteile mittel- bis langfristig wieder auffressen.

      Das gibt es ja auch sonst sehr oft in der Wirtschaft, nicht nur bei den Bauern.
    • supremewash 13.08.2018 15:35
      Highlight Highlight Man könnte den Zuchterfolg hin zur "Neuen Kuh" einfach belohnen. Eine Art Energieeffizienzklassifizierung wie beim Auto.
  • what's on? 13.08.2018 11:06
    Highlight Highlight ...dann haben sie mehr Platz, man muss ihre Hörner nicht mehr abschneiden und die verbreitete Laktose-Intoleranz wird sich wieder in Luft auflösen.
    • El Vals del Obrero 13.08.2018 12:09
      Highlight Highlight Auch die Milch von nicht überzüchteten Kühen enthält Laktose.
  • Herbert Anneler 13.08.2018 10:25
    Highlight Highlight Kuh-SUVs...

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